Gestern Abend wurden in Los Angeles die Grammys verliehen. David Bowie räumte dabei in der Rock-Kategorie ab – und Metallica kämpften bei ihrem Auftritt mit einer technischen Panne.
Metallica dürften mit dem Verlauf ihrer Show bei der Grammy-Verleihung, nun ja, nicht ganz zufrieden sein. Denn bei der Performance von ›Moth Into Flame‹ funktionierte das Mikro von James Hetfield nicht.
Eine peinliche Panne bei einem Mega-Event wie den Grammys. So übernahm Lady Gaga, die gemeinsam mit den Metal-Ikonen auf der Bühne stand, den alleinigen Lead-Gesang.
James Hetfield versuchte, so gut es eben ging, am Mikro seiner Kollegin teilzuhaben und beschränkte sich ansonsten notgedrungen auf sein Gitarrenspiel – das ja zum Glück auch nicht das Schlechteste ist.
Neben Adele, die unter anderem in den Kategorien „Album of the Year“ und „Song of the Year“ erfolgreich war, gehörte David Bowie zu den meistdekorierten Künstlern des Abends.
Bowie gewann postum fünf Grammys, darunter den für den „Best Rock Song“ (für ›Blackstar‹) und „Best Alternative Music Album“ (BLACKSTAR).
Der Preis für „Best Rock Album“ ging an Cage the Elephant mit TELL ME I’M PRETTY, Megadeth sicherten sich die Auszeichnung für „Best Metal Performance“, Sturgill Simpson die für „Best Country Album“.
Steve Hackett über das Heilen, teure Laser und Tee.
Steve Hackett hat ziemlich viel in seine 65 Jahre gepackt. Er ist zum dritten Mal verheiratet und gehört dank einer Karriere, die in den späten 60ern begann, zu den einflussreichsten Figuren im Progressive Rock. Der gebürtige Londoner war von 1970 bis 1977 Gitarrist bei Genesis und auf bahnbrechenden Alben wie FOXTROT und THE LAMB LIES DOWN ON BROADWAY zu hören. Als Solokünstler hat er 27 Alben experimenteller Musik aufgenommen – und bezeichnet sein neuestes, WOLFLIGHT, als „eine Reise voller Überraschungen und Hinterhalte“. Hackett ist die Quintessenz des englischen Gentleman-Rockstars: Während er über seine Arbeit, sein Leben und den Sinn von allem spricht, trinkt er Tee – mit Milch und einem Stück Zucker…
Was ist überraschend an Ihrem neuen Album?
Seine schiere Verwegenheit. Es deckt das ganze Spektrum von Folk über Klassik zu Pop und Rock ab. Verschiedene Stile zu kombinieren, war schon immer mein Markenzeichen.
WOLFLIGHT – was genau bedeutet das?
Das ist die Stunde vor dem Morgengrauen, wenn Wölfe jagen. Sie ist unheimlicher als Abenddämmerung. Ich bin um 5 Uhr morgens schon auf und arbeite an meiner Musik.
Wenn Sie so früh aufstehen, kriegen Sie dann Ärger mit Ihrer Frau, wenn Sie sie aufwecken?
Nein, sie ist sehr verständnisvoll. Ich taumle aus dem Bett und in den nächsten Traum hinein. Die Logik ist zu dem Zeitpunkt noch nicht angekommen. Das ist eine magische Zeit. Leute mit übersinnlicher Veranlagung würden wohl sagen, dass man dann kanalisiert, und es scheint tatsächlich so, als würden allerlei unwahrscheinliche Dinge passieren, wenn ich offen dafür bin.
Haben Sie diese übersinnliche Veranlagung?
Ich habe mich mal mit diesen Dingen beschäftigt, aber ich hatte meine Bedenken, eine Art von Guru zu haben. Glaube ich an sowas? Glaube ich an andere Realitäten? Bin ich in dieser Hinsicht immer noch ein Hippie? Absolut, ja. Aber ich gehöre zu keinem Stamm. Ich bin mein eigener Stamm.
Glauben Sie an Gott?
Ich finde, Lennon sagte es am besten: „Wenn so etwas wie ein Gott existiert, sind wir alle Teil davon“.
Wenn Sie kein Musiker wären, was dann?
Ein gescheiterter Stricher.
Diese Antwort habe ich definitiv nicht erwartet.
Nein, ich dachte, das würde ich mal so rauslassen für einen Lacher. Ich habe in vielem versagt. Nach der Schule wurde ich aus ein Paar Jobs gefeuert – ich habe für einen Anwalt gearbeitet, einen Gutachter, in einer Fabrik…
Was kann Steve Hackett, das niemand sonst kann?
Ich bin nicht sehr praktisch veranlagt. Ich könnte keinen Schuppen bauen, der stehen bleiben würde. Aber ich kann jeden Tag über mich selbst lachen. Das ist das Gesündeste, was man tun kann – jeden Tag lachen.
Sie können Gitarre spielen. Was macht einen guten Gitarristen aus?
Man muss es lieben. Manchmal wird man enttäuscht sein, Krisenmomente in seinem eigenen Spiel erleben, wenn man das Gefühl hat, sich nicht weiterzuentwickeln. Wir leiden alle an diesen Grenzen. Aber die Liebe dazu muss nie vergehen.
Haben Sie viele Drogen genommen?
Ich war ganz gut dabei. Aber ich hatte Freunde, die ihnen zum Opfer gefallen sind. Das war eine Lektion, zu sehen, wie Menschen schizophren wurden und kaputt gingen.
Gab es eine schlechte Erfahrung, die Sie zum Aufhören gebracht hat?
Ich nahm auf einer Party Kokain. Ich weiß nicht, ob es mit Heroin versetzt war, aber ich konnte spüren, dass ich fast einen Herzinfarkt hatte. Ich fasste den Beschluss, nie wieder irgendwas in meine Nase zu tun, das stärker als Erkältungstropfen ist. Ich war nie nach irgendetwas süchtig gewesen, außer Tee. Die Nazis hätten mich foltern können, nur indem sie mir meinen Tee weggenommen hätten.
Wo stehen Sie politisch?
Ich habe alle drei großen Parteien gewählt, aber heutzutage wähle ich links, denn es geht zu vielen Leuten schlecht in diesem Land.
Was war Ihre größte Geldverschwendung?
Es gab da diesen Laser, in den Genesis investierten. Er kostete 120.000 Pfund, und dann funktionierte er nicht.
Was war der Tiefpunkt Ihrer Karriere?
Als ich Genesis verließ, hatte ich ein paar Hitsingles, aber sie eroberten die Welt und ich konnte nicht mal ansatzweise mithalten. Aber mir wurde klar, dass ich einen Grund hatte, aus einer erfolgreichen Band auszusteigen. Es bedeutete, dass ich niemandem mehr verpflichtet war – außer mir selbst.
Was war die schlimmste Kritik, die Sie je einstecken mussten?
Ich habe viele gute Kritiken bekommen, aber man erinnert sich immer an die schlechten. Über [das 1979er Soloalbum] SPECTRAL MORNINGS schrieb jemand: „Niemand hört sich noch solchen Mist an“.
Was bereuen Sie am meisten?
Ich bin ich ein Heiler und wünsche mir, ich wäre besser darin.
Welche Art von Heilen praktizieren Sie?
Es geht darum, was in der Welt des Unsichtbaren passiert. Da gibt es soviel, was wir nicht wissen. Manche Menschen haben die Fähigkeit, zu heilen. Meistens sind die Leute sehr skeptisch, deswegen dränge ich es niemandem auf. Wenn irgendjemand will, dass ich helfe, werde ich das auch tun. Ich wurde auch schon geheilt. Je älter man wird, desto mehr Freunde verliert man, und Leute mit Krankheiten im Endstadium haben meine Hilfe abgelehnt – weil sie nicht von ihrem Arzt kam. Aber wäre ich an ihrer Stelle, würde ich alles versuchen.
Was ist der Sinn des Lebens?
Eine tolle Zeit zu haben und dafür zu sorgen, dass andere sie auch haben. So viele Tassen wie möglich zu trinken, ohne dass einem die Blase platzt.
Was wird auf Ihrem Grabstein stehen?
See you on the other side.
Draußen in der Kälte: 3-CD-Luxusausgabe zum 30. Jubiläum.
Eigentlich sollte das 10. Studioalbum der britischen Heavy-Metal-Ikonen Judas Priest „Twin Turbos“ heißen und als ambitioniertes Doppelwerk erscheinen. Bei den Aufnahmen zwischen Juni 1985 und Februar 1986 in den Compass Point Studios von Nassau, Bahamas, kristallisierte sich jedoch eine andere Variante heraus: Ein Einzelwerk mit eher gefälligeren Auszügen aus dem ursprünglich anvisierten Songpaket.
Inwiefern dabei die Plattenfirma Columbia Druck ausübte, lässt sich zumindest erahnen. Zumal die finalen neun in Co-Autorenschaft verfassten Songs von Vokalist Rob Halford und dem Gitarrenduo Glenn Tipton und K. K. Downing auch mit wenig goutierten Innovationen aufwarteten: Vermehrt griff die Birmingham-Gang zu damals brandneuen Gitarren-Synthesizern, um im pompös blechernen 80er-Klangdiskurs zu bestehen.
Vor allem die Rhythmussektion aus Bassist Ian Hill und Schlagzeuger Dave Holland klang nun nach gleichgeschalteter Synthese. Eingängige Pop-Hooks und Glam-Metal-Strukturen machten sich – zum Missfallen der weltweiten Anhängerschaft – verstärkt im Konzept breit. Anstatt der üblichen Sci-Fi- und Fantasy-Textinhalte transportierten nicht nur die Auskopplungen ›Turbo Lover‹ und ›Locked Inside‹ real Bodenständiges. ›Parental Guidance‹ befasste sich indes mit den komplett lächerlichen Attacken von Tipper Gores Organisation „Parents Music Resource Center“ (PMRC) gegen die Band.
Zudem spielten Rob Halfords private Katastrophen eine dominante Rolle: Begab sich der seinerzeit in Sachen Homosexualität noch ungeoutete Frontmann wegen schwerer Drogenabhängigkeit wochenlang in eine Entzugsklinik, nachdem sich kurz zuvor sein damaliger Lebenspartner vor Halfords Augen das Leben genommen hatte. Immerhin zum heimlichen Fanfavoriten avancierte das zeitlupenhafte ›Out In The Cold‹.
Für die 30TH ANNIVERSARY EDITION erhielt das auch im klassischen Vinylformat neu aufgelegte TURBO nicht nur ein aktualisiertes Klanggewand, sondern wurde auch inhaltlich adäquat aufgerüstet: Auf zwei weiteren CDs befindet sich auch ein kompletter Konzertmitschnitt mit 20 Songs vom 22. Mai 1986 aus Kansas City.
CLASSIC ROCK verlost unter allen Teilnehmern einmal das brandneue Album RIP IT UP
von Thunder in limitierter Edition.
Erst gestern veröffentlichten die britischen Rocker von Thunder ihr neues Album mit dem Titel RIP IT UP. Zur Feier des Tages verlost CLASSIC ROCK das Baby einmal als limitierte 3-Disc-Deluxe-Edition, bestehend aus der neuen Platte und 90 Minuten Live-Mitschnitten aus dem „100 Club“ in London.
Jetzt teilnehmen!
[contact-form-7 id=“55058″ title=“Gewinnspiel: Wir haben die Deluxe-Edition des brandneuen Albums von Thunder für euch!“] Hinweis: Der Einsendeschluss ist der 27. Februar 2017. Der Gewinner wird per E-Mail benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Viel Glück!
Wer nach vier Jahrzehnten Bandbestehen noch für solche Neuigkeiten sorgt, der hat einmal wieder ein „Video der Woche“ verdient. Seht hier Toto mit ›Hold The Line‹ aus dem Jahr 1978.
Toto setzten vor wenigen Tagen zu großen Geburtstagsfeierlichkeiten an, denn vor knapp vier Jahrzehnten, 1977, gründeten sie ihre Hit-Fabrik. Zum 40. Jubiläum wollen sie nun, so gab Gitarrist Steve Lukather in dieser Woche bekannt, gebührend feiern: mit einem neuen Studioalbum und einer ausgiebigen Tournee.
Aus diesem Anlass blicken wir heute weit zurück in die Geschichte von Toto. Nur ein Jahr nach Gründung der Band veröffentlichten damals Bobby Kimball, Steve Lukather, die Porcaro-Brüder Jeff und Steve, David Paich und David Hungate ihr Debüt TOTO. Schon damals auf dem Album vertreten: ihr Hit ›Hold The Line‹!
Im Video zu ›Poontang Boomerang‹ zeigen sich Steel Panther abermals von ihrer „erwachsensten“ Seite. Die auf acht Beinen wandelnde 80s-Metal-Parodie rauscht gewohnt testosterongesteuert durch ihren neuen Clip, der ein wenig an das ehemalige TV-Format „MTV Cribs“ erinnert, in dem Popstars ihre Luxusbehausungen zur Schau stellten. Hauptsächlich behandelt wird jedoch die Thematik des galanten „Wieder-Loswerdens“ einer leichtzugänglichen Sexualpartnerin – umgangssprachlich auch „Poontang“ genannt.
Mit von der Partie sind dabei wie immer jede Menge Unfug, schrille Outfits und natürlich niedliche Miezen unterschiedlichster Couleur. Um genau verstehen zu können, wen oder was Sänger Michael Starr genau mit einem „Poontang Boomerang“ meint, empfiehlt es sich, das Video selbst anzusehen:
Das neue Album LOWER THE BAR kommt am 24. März 2017 auf den Markt. Außerdem werden Steel Panther auf Tour gehen. Zwischenstopps legen sie dabei beispielsweise am Nova Rock in Österreich oder am Hellfest in Frankreich ein.
Guns N‘ Roses gastieren im AC/DC-Land Australien. Da ließ es sich ihr „guter Freund“ Angus Young nicht nehmen, bei einem ihrer Konzerte in Sydney zwei seiner Klassiker mit Axl und Co. zu spielen. Seht hier den Auftritt.
Wie schon im vergangenen Jahr bei seinem Gastauftritt mit Guns N‘ Roses auf dem Coachella-Festival performte Angus zusammen mit Axl, Duff und Slash die beiden vom australischen Publikum begeistert aufgenommenen AC/DC-Kracher ›Whole Lotta Rosie‹ und ›Riff Raff‹.
Seit Axls Aushilfsjob auf der vergangenen „Rock Or Bust“-Tour von AC/DC scheint zwischen Young und den Gunnners eine ganz besondere Verbindung zu bestehen. So präsentierte sich Rose, langjähriger Fan der Aussie-Legenden, zu Beginn der beiden Songs stolz mit einer AC/DC-College-Jacke und begrüßte Angus mit den Worten: „Er trägt zwar heute seine Schuluniform nicht, dafür habe ich meine Schuljacke angezogen!“
Nach den beiden gemeinsam gespielten Nummern bedankte sich Axl bei Angus, dem „guten Kumpel und großartigen Menschenfreund“.
Rolling Stones-Frontmann Mick Jagger plaudert fröhlich im Rahmen der Ausstellung „Exhibitionism“ über die Zusammenarbeit mit Andy Warhol und die Bedeutung von Plattencovern.
Seit April 2016 gab es in London unter dem Titel „Exhibitionism“ eine Ausstellung über das Schaffen und Wirken der Rolling Stones zu sehen. Inzwischen wurde das Gesamtkunstwerk nach New York City umgesiedelt und kann dort noch bis zum 12. März bestaunt werden. Der nächste Stopp soll Sydney sein.
Innerhalb dieses Rahmens veröffentlichten The Rolling Stones, die gerade wieder mit ihrem neuen Album BLUE & LONESOME alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen, gestern ein kurzes Video. Zu sehen ist ein gut gelaunter Mick Jagger, der fröhlich aus dem Nähkästchen plaudert.
Ganz besonderen Fokus legt die schmolllippige Legende dabei auf die Bedeutung von Plattencovern: „Albumcover waren wirklich ein Riesending. Auch wenn man in der Zeit zurück geht, auch in den 50er Jahren waren sie sehr wichtig. Sie waren eine Identifikationsfläche. Diese heutige Bilderflut existierte damals noch nicht: Du sahst dir nicht jeden Tag neue Bilder auf deinem Handy an. Das Cover war sozusagen die bildliche Verknüpfung zu deiner Band oder zu deiner Sänger-Persona. Und das hat auch die Idee gefestigt, dass die Musik und das Album zusammen Teil des Erlebnisses sind.“
Über die von Andy Warhol entworfenen Stones-Cover meinte er: „Ich meine, Andys Arbeit an STICKY FINGERS war großartig. Es ist ein großartiges Cover. Und es gibt viele weitere. Das Cover von SOME GIRLS, […] auch dieses Cover ist großartig, mit seinen beweglichen Elementen und all diesen Dingen. Das war damals gar nicht so einfach umzusetzen.“
Zu den Bühnen-Outfits erklärte Gazelle Jagger, dass er in die meisten der ausgestellten Stücke wohl auch heute noch hineinpassen würde.
Seht hier den offiziellen Trailer zur Rolling Stones-Ausstellung „Exhibitionism“:
https://youtu.be/j3FfELbhd_c