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Neuerscheinungen: Ab heute im Plattenladen

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chuck prophetMit neuen Alben von Chuck Prophet, Blackfield, Thunder und Dave Hause geht’s ins Wochenende.

Chuck Prophet von Green on Red konstatiert in seiner neuen Single ein ›Bad Year For Rock And Roll‹. Der Song findet sich auf Prophets Album BOBBY FULLER DIED FOR YOUR SINS:

Hier findet ihr die Review zu BOBBY FULLER DIED FOR YOUR SINS…

Blackfield, das sind Steven Wilson und der israelische Songschreiber Aviv Geffen. Wie das Ergebnis der Zusammenarbeit klingt, verrät der Trailer zum neuen Album V:

Hier findet ihr die Review zu V…

Zwei Jahre nach WON­DER DAYS sind Thunder zurück. RIP IT UP ist ein nachdenkliches Alterswerk mit Anleihen beim Soul. Hier die Single ›No One Gets Out Alive‹:

Hier findet ihr die Review zu RIP IT UP…

Zwischen Punk, Folk und Heartland-Rock – Dave Hause fühlt sich hörbar wohl zwischen den Genres. Hier ist der Songwriter aus Philadelphia mit ›With You‹:

Hier findet ihr die Review zu BURY ME IN PHILLY…

Blackfield – V

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Blackfield vCleverer Pop-Rock mit Hitpotenzial.

In kompositorischer Hinsicht sind Blackfield, bestehend aus Aviv Geffen und Steven Wilson, bekanntlich nicht das, was man bei diesen Namen erwarten könnte. Wilson steht als Solomusiker und Porcupine-Tree-Kopf, aber auch als Produzent und Tonmischer, eigentlich für moderne Formen des Prog-Rock. Mit dem israelischen Songwriter und Musiker Geffen hat er jedoch einen Partner gefunden, der in ihm schlummernde Seiten freilegt. Blackfield orientieren sich kompositorisch eher an Bands wie Oasis, Coldplay oder Travis, sprich: Sie präsentieren modernen, von Brit-Rock inspirierten Pop, der neben starken Hooks und gemäßigten Grooves auf eingängige Gesangs­parts und griffige Texte zugeschnitten ist. Beste Beispiele sind Stücke wie ›Family Man‹, ›Lately‹, ›The Jackal‹ und ›From 44 To 48‹, die so oder ähnlich auch aus der Feder von Noel Gallagher stammen könnten. Um den Kohl richtig fett zu machen, wurde bei drei Stücken der legendäre Pink-Floyd-Produzent und Musiker in eigener Sache, Alan Parsons, beteiligt. Parsons hat in seiner Karriere mehr als einmal gezeigt, wie man aus einer verheißungsvollen Idee einen Welthit macht. Den findet man auf BLACKFIELD V zwar nicht, ansonsten hinterlässt die Scheibe aber warme Ohren und leuchtende Augen.

7/10

Blackfield
V
KSCOPE/EDEL

Thunder – RIP IT UP

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thunder rip it upNachdenklich zwischen Jugend und Alter.

Nach dem brillanten Vorgänger WON­DER DAYS (2015) waren die Er­­wartungen hoch. Haben die Bri­ten sie nun übertroffen oder nicht? Helmut Schmidt würde die falsche Fragestellung monieren: Das Quintett hat sich nie selbst kopiert, sondern immer neue Herausfor­derungen gesucht. Deshalb zeigt Studio-Album Nr. 11 zwangsläufig eine weitere Facette der Londoner. Thunder fügen ihrem bluesigen Hardrock hier und da eine gehörige Portion Soul hinzu. Das gibt einigen Songs eine teilweise dunkle Stimmung. Der Opener ›No One Gets Out Alive‹ zum Beispiel star­­tet mit der Textzeile „I‘m not gonna live forever“. Nachdem Danny Bowes in seinen jüngeren Tex­ten die eigene Jugend beschrieben hat, be­­schäftigt er sich jetzt mit dem Alter. Thunder haben ein nachdenkliches Spätwerk abgeliefert, das musikalisch an die Vielfalt Marke Led Zeppelin erinnert. Ab und zu sitzt ihnen aber auch noch der Schalk im Nacken: Das simple ›She Likes The Co­­caine‹ könnte auch von den US-Alternative- Rockern Weezer stammen. Aber selbst da haben sie es gewagt, einen Gospel-Gesang einzustreuen – der übrigens hervorragend passt.

7/10

Thunder
RIP IT UP
EARMUSIC/EDEL

Dave Hause – BURY ME IN PHILLY

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dave hauseBlue-Collar-Heimatfilm.

Dave Hause, spätestens seit seinem letzten Studioalbum DEVOUR aus dem Jahr 2013 der Liebling der Punk/Singer-Song­writer-Szene, hat einen Schritt vollzogen, einen Schritt raus aus der eigenen und der gesellschaftlichen „Großen Depression“. Gleichermaßen stark von persönlicher und gemeinschaftlicher Vergangen­heits­bewältigung getrieben, rief Hause damals Heilige und Dämonen um Hilfe gegen die eigene Gebrochenheit an. BURY ME IN PHILLY ist nicht weniger mystisch oder emotional ausgefallen, doch ein besonneneres, leichteres und optimistischeres Album. Hause hat sich in den letzten Jahren zwei starke Stützen gebaut, denen er jetzt seine Songs und auch den neuen Albumtitel widmet: Hoffnung und das unerschütterliche Fundament Heimat trösten über die geplatzte Blase des „American Dream“ hinweg. Diese Erkenntnis manifestiert sich auch in der Wahl des Pro­duzenten, Hause holte nämlich einen lokalen Helden seiner Kindheit ins Studio, den aus Philadelphia stammenden Eric Bazilian von den Hooters. Was der Mixtur aus melancholischem, folkigem Punkrock und gut gelauntem, meist in den 80er Jahren angesiedeltem Radio-Heartland-Rock hörbar half. Einflüsse von Springsteen, Mellencamp, The Hooters, Bryan Adams (!), aber auch seiner Spezis von The Gaslight Anthem verschmelzen hier homogen zu einem originellen, substanzvollen Werk.

9/10

Dave Hause
BURY ME IN PHILLY
BMG RIGHTS MANAGEMENT/WARNER

Chuck Prophet – BOBBY FULLER DIED FOR YOUR SINS

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chuck prophetStoryteller-Rock mit einer Extraportion Namedropping.

Chuck Prophet hat seit seinem Debüt Anfang der 90er Jahre über ein Dutzend Platten veröffentlicht, auf denen er straighten Rock mit Blues- und Country-Einflüssen an­­reicherte. Für sein neues Album hat er sich mehr denn je nach alter Folk-Tradition dem Storytelling gewidmet. So tauchen bereits in den Songtiteln eine Menge Namen von Figuren der Zeitge­schichte auf: Unter anderem der von Popstar Bobby Fuller, der in den 60er Jahren unter mysteriösen Umständen starb, auch die Schauspielerin Connie Britton wird erwähnt sowie der von Poli­zei­­kugeln niedergestreckte Security-Mann Alex Nieto, dem Chuck, wie er selbst sagt, seinen „ersten Protest-Song“ widmet. All das ist eingebunden in das recht offene Spiel seiner Begleitband The Mission Express und mit viel Humor dargeboten. Vor allem aber ist BOBBY FULLER DIED FOR YOUR SINS trotz seines textlichen Ansatzes keineswegs eine Folkplatte, sondern vielmehr eine Huldigung an den Rock‘n‘Roll: Ein extrovertiertes Fest, zu dem ein gut gelaunter, entschlossener Gastgeber seine Hörer einlädt. Das geht oft gut, wie im mitreißenden Titeltrack oder auch dem Kla­­­ge­­gesang über den erschossenen Nieto. Manchmal, wie in ›If I Was Connie Britton‹, überschreitet Chuck Prophet leider die Schwelle zur Al­­bernheit, wenn er sich vorstellt wie es denn so wäre, im Körper der begehrten Südstaaten-Schönheit zu stecken. Letztlich ein Album, das mehr die Rock- und Blues-Fraktion unter seinen Hörern denn die ausgewiesenen Folk-Freunde ansprechen wird. Erstere werden BOBBY FULLER DIED FOR YOUR SINS umso mehr zu schätzen wissen.

7/10

Text: Sascha Seiler

Chuck Prophet
BOBBY FULLER DIED FOR YOUR SINS
YEP ROCK RECORDS/H‘ART

Top 10: Die zehn bizarrsten Songtitel!

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Ob nun Drogen, ein wirrer Geist, unbändige Kreativität oder all diese Faktoren zusammen dahinter stecken: Verrückter als die Namen dieser 10 Songs geht’s einfach nicht!

10. ›Jesus Chrysler Drives A Dodge‹ (Screaming Blue Messiahs)

09. ›The Great Spontaneous Apple Creation‹ (The Crazy World Of Arthur Brown)

08. ›They Ain‘t Makin‘ Jews Like Jesus Anymore‹ (Kinky Friedman)

7. ›Invocation & Ritual Dance Of The Young Pumpkin‹ (The Mothers Of Invention)

6. ›Several Species Of Small Furry Animals Gathered Together In A Cave And Grooving With A Pict‹ (Pink Floyd)

Spinal Tap: Legendäre Filmband kämpft für ihre Rechte

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Spinal Tap schließen sich im Kampf gegen die Abzocke des Medienkonzerns Vivendi zusammen und verklagen diesen auf 400 Millionen Dollar.

Die drei Co-Erschaffer der persiflierenden Dokumentation „This Is Spinal Tap“ vereinigen sich im Kampf gegen den französischen Medienkonzern Vivendi, die Muttergesellschaft von Universal Music.
Initiiert wurde die Klage von Harry Shearer, einem der Autoren und Hauptdarsteller des Films. Er mimte damals den schnauzbärtigen Bassisten Derek Smalls. Ursprünglich verklagte Shearer den Konzern im letzten Jahr auf 125 Millionen US-Dollar. Seinen Anschuldigungen nach hätte Vivendi Profit in Millionenhöhe zurückgehalten, seit die Firma im Jahr 1989 die Rechte an dem Streifen erworben hat.

Jetzt sind auch Christopher Guest und Michael McKean, die im Film als Gitarrist Nigel Tufnel und Frontmann David St. Hubbins auftraten, zusammen mit Regisseur Rob Reiner der Klage beigetreten. Diese Reunion der etwas anderen Art hat die geforderte Summe nun auf 400 Millionen Dollar hochgetrieben.

In der Original-Anklageschrift steht geschrieben, dass die kreativen Köpfe der „Mockumentary“ zwischen 1989 und 2006 lediglich 98 Dollar für Soundtrack-Tantiemen ausbezahlt bekommen haben, während die Erlöse aus den Merchandise-Verkäufen sich zwischen 1984 und 2006 auf „stattliche“ 81 Dollar beliefen. Geteilt durch vier, wohlgemerkt.

Reiner äußerte sich dazu wie folgt: „Faire Entlohnung für künstlerische Bemühungen steckten lange Zeit diejenigen ein, die am falschen Ende der Gleichung saßen. Was diesen Fall allerdings so ungeheuerlich macht, ist das anhaltende und ausgeklügelte Unterschlagen des Profits und die absichtliche Manipulation und Verteilung von Einkünften auf verschiedene Vivendi-Tochtergesellschaften. Ganz zu schweigen von der Schädigung der kreativen Talente hinter Band und Film. Solche wettbewerbsverzerrenden Praktiken müssen offengelegt werden. Ich hoffe, dieser Prozess geht bis 11!“

Außerdem fügte McKean hinzu: „‚This Is Spinal Tap‘ war das Ergebnis harter Arbeit von vier sehr sturen Typen, die etwas Neues unter der Sonne erschaffen wollten. Wir sind sehr stolz auf den Einfluss, den dieser Film auf die letzten drei Jahrzehnte der Comedy-Geschichte hatte. Aber der Rubel hörte immer irgendwo kurz vor Rob, Harry, Chris und mir auf, zu rollen. Es ist Zeit für die Abrechnung. Es ist einfach gerecht.“

Mit seinen alten Gefährten im Rücken ist Shearer nun überzeugt: „Ihre Beteiligung wird es einfacher machen, die nebulösen und irreführenden Handlungsweisen bei diesem Fall offenzulegen. Jetzt sind wir eins lauter!“

„This Is Spinal Tap“ wurde 1984 mit einem Budget von 2,2 Millionen Dollar produziert und zählt bis heute als alberner Filmklassiker unter Musikliebhabern.

Findet hier unsere Story über 99 weitere der wichtigsten Rockfilme …

Guns N‘ Roses und Angus Young: Dicke Freunde auf Lebenszeit

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Angus Young begrüßte Guns N‘ Roses persönlich am Flughafen in Sydney. Bekleidet war der Leadgitarrist von AC/DC dabei mit einer orangen Security-Weste.

Guns N‘ Roses landeten gestern in Australien, um ihre große „Not In This Lifetime“-Tour in Sydney fortzuführen. Gerade als die Band aus dem Flugzeug aussteigen wollte, kam es aufgrund eines angeblichen Sicherheits-Checks zu Verzögerungen. Der wahre Grund hierfür war jedoch kein Geringerer als Gitarren-Derwisch Angus Young leibhaftig, der es sich nicht nehmen ließ, seine neuen besten Freunde persönlich willkommen zu heißen.

Bassist Duff McKagan musste dieses Ereignis umgehend auf Twitter teilen: „Wurden letzte Nacht in Sydney dazu aufgefordert, noch im Flugzeug zu bleiben. ‚Sicherheits-Check‘ hieß es. Wir warteten. Dann kam Angus Young in einer orangen Warnweste.“

Fernando Lebeis, ein Mitglied des Tour-Managements der Gunners, postete später ein Foto auf Instagram. Es zeigt einen Blumenstrauß, den Angus Young und seine Frau Ella der Band geschenkt hatten.

I have missed these two, Angus and Ella. AC⚡️DC Family.

Ein von Fernando Lebeis (@flebeis) gepostetes Foto am

Guns’N Roses werden kommendes Wochenende zweimal nacheinander das ANZ Stadium in Sydney befeuern. Die Spekulationen darüber, ob Angus Young der Band für ein paar Nummern auf die Bühnenbretter folgen wird, häufen sich nun natürlich. Vor allem nach der galanten Begrüßungsgeste am Flughafen.

Erst im April letzten Jahres startete die geschichtsträchtige AXL/DC -Kollaboration auf dem Coachella Festival, als Angus Young Guns N‘ Roses bei den Songs ›Riff Raff‹ und ›Whole Lotta Rosie‹ unterstützte. Kurz darauf folgte die „Rock Or Bust“-Tournee von AXL/DC, bei der Axl Rose AC/DC-Frontman Brian Johnson aufgrund dessen Hörverlusts auf der Bühne vertrat. Gipsbein inklusive.

Seit dieser intensiven Zusammenarbeit scheint das Band zwischen der Gunners- und der AC-Front immer stärker zu werden.

Nachdem sowohl Brian Johnson als auch Bassist Cliff Williams AC/DC verlassen haben, gestalten sich Zukunftsprognosen über das Fortbestehen der legendären Rock’n Roll-Lokomotive schwierig.