Will Varley ist einer jener jungen britischen Folkmusiker, die ihre ganz eigene Nische gefunden zu haben scheinen. Während Frank Turner den sympathischen Akustik-Punk gibt und Kollege Beans On Toast für humorige Grotesken verantwortlich zeichnet, gilt Will Varley spätestens seit POSTCARDS FROM URSA MINOR vor genau einem Jahr als der Stille und Empfindsame der jungen Singer/Songwriter-Riege. Diese Schublade füllt er jetzt erneut mit KINGSDOWN SUNDOWN: Seine Inhalte sind zwar weitgehend gleich geblieben, noch immer besingt Varley schmerzliche Erfahrungen und die Düsternis in seiner Seele, etwa im herausragenden ›Let Your Guards Down‹. Andererseits widmet er sich einer kritisch subversiven Verarbeitung des aktuellen Weltgeschehens, beispielsweise in ›We Want Our Planet Back‹, in dem es darum geht, unseren Globus „great again“ zu machen. Musikalisch aber geht Varley auf KINGSDOWN SUNDOWN kompromissloser als bisher vor. In einem Kellerstudio unter einem Pub nahm er lediglich sich und seine Gitarre auf – ergänzt nur um vereinzelte Akkordeonklänge, Streicherflächen und eine grollende große Trommel. Dabei entstanden elf Stücke, die einen manchmal gewollt schmerzhaft fallen lassen, wenn sie – wie ausgerechnet das Finale ›We Keep Making Plans‹ – einfach unangekündigt abbrechen.
7/10
Will Varley
KINGSDOWN SUNDOWN
XTRA MILE RECORDINGS/INDIGO
THIS HOUSE IS NOT FOR SALE ist nicht nur das erste Bon-Jovi-Studioalbum ohne Samboras Input, sondern präsentiert auch mit den „Neuzugängen“ Bassist Hugh McDonald (Sidekick seit 1994) und Gitarrist Phil X, der Richie auf der letzten Welttournee und zuvor bei diversen Unpässlichkeiten ersetzt hatte, ein neues offizielles Line-Up. Via Facebook wünschte sogar Richie Sambora der aktuellen Besetzung viel Glück und erstickte damit im Keim Gerüchte über anhaltende Animositäten. Es herrscht also eitel Sonnenschein im Bon-Jovi-Universum, und das hört man THIS HOUSE IS NOT FOR SALE auch an. Auf Radioeinsatz getrimmte Stadionhymnen wechseln sich mit ruhigen Stücken ab, die sich blendend in den bisherigen Backkatalog integrieren. Die wegfallenden Sambora-Parts kompensierte Jon, der neben seinen im Alleingang komponierten Tracks als Hauptautorenpartner Co-Produzent John Shanks und Billy Falcon listet, mit den Diensten des Hit-Songwriters Brett James (u.a. Tim McGraw, Taylor Swift). Insgesamt umfasst THIS HOUSE IS NOT FOR SALE 19 Songs in drei Albumversionen, von denen lediglich ›We Don‘t Run‹ bereits vom letztjährigen BURNING BRIDGES bekannt ist. Fans, die seine Platten ab CRUSH (2000) mögen, werden THIS HOUSE IS NOT FOR SALE sicher lieben – ewige Nörgler, die unaufhörlich ein zweites NEW JERSEY (1988) fordern, eher weniger…
Gewinnt ein großes Paket aus zahlreichen Prog-Perlen!!! Mit dabei: Steven Wilson, Pink Floyd, Porcupine Tree, Ian Anderson u.v.m.!
Kscope, das renommierte Label für Progressive-Rock, läutet das Jahresende mit einer Backkatalog-Preiskampagne ein. Vom 01.11.–31.12. wird eine große Auswahl ihrer Veröffentlichungen zu einem besonders günstigen Preis im Handel erhältlich sein!
CLASSIC ROCK verlost aus diesem Anlass ein Paket, bestehend aus einer großen Auswahl dieser angebotenen Tonträger!
Darin enthalten sind insgesamt zehn LPs und zehn CDs unter anderem von Steven Wilson, Pink Floyd, Porcupine Tree, Ian Anderson und Gazpacho. Außerdem bekommt der Gewinner zwei Tickets für eine Show nach Wahl auf der 2017er-Tournee von The Pineapple Thief!
Wenn Ihr gewinnen wollt, dann schickt uns unter dem Stichwort „Kscope“ eine Mail mit eurer Adresse an: verlosung@crmag.de.
The Pineapple Thief live 2017:
24.01. Aschaffenburg, Colos-Saal
25.01. Oberhausen, Zentrum Altenberg
26.01. Berlin, Frannz Club
28.01. Dresden, Tante Ju
29.01. Hamburg, Knust
Hinweis: Einsendeschluss ist der 21.11.2016. Der Gewinner wird per E-Mail benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Der Geist ihrer Heimat Kalifornien, der Sound der British Invasion der 60er und aktuelle Themen wie globale Erwärmung: All das findet Platz in den Songs der Allah-Las. Wir haben mit Sänger und Gitarrist Miles Michaud über das neue Album seiner Band gesprochen und darüber, inwiefern heute gerade die Hinwendung zur Musik der Vergangenheit hochmodern ist.
Wie würdest du euren aktuellen Sound beschreiben? In meinen Ohren habt ihr auf CALICO REVIEW den Jingle-Jangle-Modus eurer ersten beiden Platten etwas zurückgefahren und klingt jetzt düsterer als früher.
In dem Maß, in dem wir als Musiker und Songwriter gewachsen sind, hat sich unser Sound verzweigt und ist vielleicht ein wenig komplexer geworden. Wir haben zuletzt viel Prog-Rock gehört, das hat uns dazu geführt, experimenteller vorzugehen, was Songwriting und Produktion betrifft.
Eure Musik wird gerne als Soundtrack zum Kalifornien der 60er Jahre gesehen. Erkennst du euch in dieser Beschreibung wieder?
Das Kalifornien der 60er hatte seinen eigenen, gut dokumentierten Soundtrack. Wir haben natürlich eine Menge Inspiration aus dieser musikalischen Ära gezogen, doch dieses speziell kalifornische Gefühl ist für uns ganz natürlich, immerhin sind wir dort aufgewachsen. Die ursprünglichen Motive, die Kalifornien zu dem gemacht haben, was es vor 50 Jahren war, sind heute immer noch intakt. Ich kann also unmöglich sagen, ob wir der Soundtrack des Kaliforniens der 60er oder der von heute sind.
Eure neuen Texte sind zumindest in Teilen recht dunkel. Im Eröffnungssong heißt es: „Strange heat been coming round/Set heavy on this town/Burning the land of Eden“.
Es gab immer ein zugrunde liegendes Element der Dunkelheit in unserer Musik, sowohl was Melodien als auch Texte betrifft. ›Strange Heat‹ ist ein Stück über globale Erwärmung, besonders über den Effekt, den sie auf Los Angeles zu haben scheint. Ich denke, der Track soll nicht so sehr pessimistisch sein als vielmehr beobachtend, vielleicht sogar introspektiv.
Im Pressetext zum Album sagt ihr: „Wir waren alle Musikfans, bevor wir Musiker wurden“. Welche Bands haben euch inspiriert?
Wir sind alle mit einem offenen Ohr für interessante Musik aufgewachsen, das hat uns auch zusammengeführt. Gruppen wie die Stooges, Spacemen 3, Primal Scream, die Rolling Stones oder die Kinks waren der gemeinsame Nenner, als wir uns kennen lernten. Wir haben immer nach neuer Musik, neuen Sounds, neuer Inspiration gesucht. Als ich aufgewachsen bin, bin ich mit meinem Fahrrad an den Wochenenden immer zu einem kleinen Plattenladen namens Scooter‘s in die nächstgelegene Stadt gefahren, um mir CDs zu kaufen und den Besitzer nach Empfehlungen zu fragen. Sein Name ist Uncle Tim und er arbeitet heute als Radio-DJ. Er hat mich auf ältere Musik gebracht, die mir Lust gemacht hat, mich auf der Suche nach neuen Ideen durch die Vergangenheit zu graben.
Ist eure Musik a) modern, b) retro oder c) zeitlos?
Zeitlosigkeit ist etwas, nach dem wir streben, aber wir können unsere eigene Musik nicht ernsthaft zeitlos nennen. Seit der Ankunft des Internets ist Information so leicht zugänglich, dass es mehr jungen Leuten als je zuvor möglich ist, sich mit Kunst und Kultur der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Dieser Vorgang ist wirklich ein Kennzeichen moderner Zeiten geworden. Ich denke also, dass wir retrospektiv sind und versuchen, zeitlos zu sein, macht uns modern.
Die Allah-Las mit ›Famous Phone Figure‹ aus ihrem aktuellen Album CALICO REVIEW:
›Atlas, Rise!‹ ist die dritte Single aus dem kommenden Metallica-Album HARDWIRED…TO SELF-DESTRUCT, das in gut zwei Wochen erscheint.
Metallica wirken gut gelaunt im neuen Clip zu ›Atlas, Rise!‹. Kein Wunder: Am 18. November kommt die erste Platte der Thrash-Legenden nach acht Jahren heraus – von ihrer Lou Reed Kollaboration LULU mal abgesehen.
Das jetzt veröffentlichte ›Atlas, Rise!‹ folgt den Singles ›Hardwired‹ und ›Moth Into Flame‹ nach. Im zugehörigen Clip sind Metallica im Studio zu sehen, samt energischer Lufttrommelaction.
Hier sind Metallica in ihrem neuen Video zu ›Atlas, Rise!‹:
CLASSIC ROCK verlost zwei Oasis-Pakete bestehend aus dem Film „Supersonic“ und dem Album BE HERE NOW!
Am 11. November erscheint die gefeierte Oasis-Dokumentation „Supersonic“ über den kometenhaften Aufstieg der beiden Gallagher-Brüder und ihrer Band in den Neunzigern.
Mit etwas Glück, könnt ihr schon bald den Film bei euch im Wohnzimmer genießen, denn CLASSIC ROCK verlost zwei Oasis-Pakete bestehend aus dem Film „Supersonic“ (einmal auf DVD sowie einmal auf Blu-ray) und dem dritten Studiowerk von Oasis BE HERE NOW, das erst kürzlich in einer Neuauflage erschien, auf CD!
Jetzt teilnehmen:
[contact-form-7 id=“50287″ title=“Oasis“]Hinweis: Einsendeschluss ist der 21.11.2016. Der Gewinner wird per E-Mail benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
1. November 1982: Blondie geben ihre offizielle Trennung bekannt.
Als archetypisch fotogenen Aushängeschildern der Punk- und New-Wave-Bewegung gelang der Formation Blondie der Aufstieg von der New Yorker Szeneband aus dem CBGBs-Umfeld zu internationalem Starruhm. Im Karrierezenit von 1978 bis 1980 mit den US-Nummer-1-Hits ›Heart Of Glass‹, ›Call Me‹, ›The Tide Is High‹ und ›Rapture‹ sowie dem Multiplatin-Albumtriptychon PARALLEL LINES, EAT TO THE BEAT und AUTOAMERICAN galten Blondie als absolutes Nonplusultra.
Inflationär häufig prangte das Antlitz der platinblonden Frontfrau Deborah Harry auf Magazincovern. Ebenso fixierten sich bei TV-Auftritten die Kameras über Gebühr oft auf die damals 33-jährige Sängerin mit wesentlich jüngerem Erscheinungsbild, deren Sangeskarriere schon 1968 mit der Hippie-Band Wind In The Willows gestartet war und sich jeweils kurzfristig mit den Stilettoes und Angel And The Snake fortgesetzt hatte. Bald schon galt die eigentlich kumpelhafte, jedoch als Marilyn Monroe des New Wave überstilisierte Harry als das Synonym für den Gruppennamen Blondie.
Was fatale Folgen nach sich zog. Kriselte es doch im Inner Sanctum der von Harry und Lebensabschnittspartner Gitarrist und Komponist Chris Stein gegründeten Band. Unmut über die permanente Fokussierung auf Harry führte zur Zersplitterung: Gitarrist Frank Infante und Bassist Nigel Harrison, ohnehin ganz unten in der Bandhierachie, frönten dem hedonistischen Lifestyle.
1981 veröffentlichte Keyboarder Jimmy Destri das Solowerk HEART ON A WALL, Harry das von den Chic-Kollegen Nile Rodgers und Bernard Edwards produzierte KOOKOO. Schlagzeuger Clem Burke fungierte als diplomatischer Vermittler.
Als 1982 das sechste Blondie-Album THE HUNTER weit hinter den Erwartungen zurückblieb, finanzielles Missmanagement offenkundig wurde, die geplante Welttournee aufgrund zu geringer Ticketnachfrage zusammengestrichen werden musste und zudem Stein an einer Autoimmunstörung erkrankte, zogen Blondie die Reißleine. Am 1. November 1982 gab das Sextett seine offizielle Trennung bekannt.
Die spektakuläre neue Besetzung des Gitarristen begeistert auch auf der Bühne.
Es gab Jahre, in denen Carlos Santana mit der Hinwendung zum Mainstream einige seiner Fans der ersten Stunde fast vergrault hätte. Wie man’s besser macht, bewies er später mit Alben wie SUPERNATURAL (1999) und CORAZON (2014), auf denen er massentauglichen Pop und rhythmisch anspruchsvollen Latin Rock kombinierte. Dass der Amerikaner mit mexikanischem Migrationshintergrund in der Zwischenzeit sogar tief in seine eigene Geschichte zurückkehren und die wichtigsten Protagonisten der vier ersten Scheiben zurückholen würde, hat selbst Fachleute überrascht. In Las Vegas, im „House Of Blues“, präsentierte Santana im März 2016 diese erstklassige Besetzung, aus der vor allem Neal Schon, Greg Rolie und Michael Shrieve herausragten. Geboten wurden Klassiker wie ›Soul Sacrifice‹, ›Evil Ways‹, ›Jingo‹, ›Black Magic Woman‹ oder ›Samba Pa Ti‹ und Stücke der aktuellen Scheibe SANTANA IV, die weniger jazzrockig ausgefallen ist als es Anhänger des grandiosen CARAVANSERAI (1972) sicherlich gehofft hatten, aber dennoch zu den musikalischen Höhepunkten des Jahres gehört. Diese DVD bestätigt den glänzenden Eindruck und punktet zudem mit interessanten Interviews aller Beteiligten.
7/10
Santana IV
LIVE AT THE HOUSE OF BLUES, LAS VEGAS
Eagle Vision/Edel