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    Allah-Las: Meister der Retro-Moderne

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    Allah-Las: Meister der Retro-Moderne

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    allah las promo 2016Der Geist ihrer Heimat Kalifornien, der Sound der British Invasion der 60er und aktuelle Themen wie globale Erwärmung: All das findet Platz in den Songs der Allah-Las. Wir haben mit Sänger und Gitarrist Miles Michaud über das neue Album seiner Band gesprochen und darüber, inwiefern heute gerade die Hinwendung zur Musik der Vergangenheit hochmodern ist.

    Wie würdest du euren aktuellen Sound beschreiben? In meinen Ohren habt ihr auf CALICO REVIEW den Jingle-Jangle-Modus eurer ersten beiden Platten etwas zurückgefahren und klingt jetzt düsterer als früher.
    In dem Maß, in dem wir als Musiker und Songwriter gewachsen sind, hat sich unser Sound verzweigt und ist vielleicht ein wenig komplexer geworden. Wir haben zuletzt viel Prog-Rock gehört, das hat uns dazu geführt, experimenteller vorzugehen, was Songwriting und Produktion betrifft.

    Eure Musik wird gerne als Soundtrack zum Kalifornien der 60er Jahre gesehen. Erkennst du euch in dieser Beschreibung wieder?
    Das Kalifornien der 60er hatte seinen eigenen, gut dokumentierten Soundtrack. Wir haben natürlich eine Menge Inspiration aus dieser musikalischen Ära gezogen, doch dieses speziell kalifornische Gefühl ist für uns ganz natürlich, immerhin sind wir dort aufgewachsen. Die ursprünglichen Motive, die Kalifornien zu dem gemacht haben, was es vor 50 Jahren war, sind heute immer noch intakt. Ich kann also unmöglich sagen, ob wir der Soundtrack des Kaliforniens der 60er oder der von heute sind.

    Eure neuen Texte sind zumindest in Teilen recht dunkel. Im Eröffnungssong heißt es: „Strange heat been coming round/Set heavy on this town/Burning the land of Eden“.
    Es gab immer ein zugrunde liegendes Element der Dunkelheit in unserer Musik, sowohl was Melodien als auch Texte betrifft. ›Strange Heat‹ ist ein Stück über globale Erwärmung, besonders über den Effekt, den sie auf Los Angeles zu haben scheint. Ich denke, der Track soll nicht so sehr pessimistisch sein als vielmehr beobachtend, vielleicht sogar introspektiv.

    Im Pressetext zum Album sagt ihr: „Wir waren alle Musikfans, bevor wir Musiker wurden“. Welche Bands haben euch inspiriert?
    Wir sind alle mit einem offenen Ohr für interessante Musik aufgewachsen, das hat uns auch zusammengeführt. Gruppen wie die Stooges, Spacemen 3, Primal Scream, die Rolling Stones oder die Kinks waren der gemeinsame Nenner, als wir uns kennen lernten. Wir haben immer nach neuer Musik, neuen Sounds, neuer Inspiration gesucht. Als ich aufgewachsen bin, bin ich mit meinem Fahrrad an den Wochenenden immer zu einem kleinen Plattenladen namens Scooter‘s in die nächstgelegene Stadt gefahren, um mir CDs zu kaufen und den Besitzer nach Empfehlungen zu fragen. Sein Name ist Uncle Tim und er arbeitet heute als Radio-DJ. Er hat mich auf ältere Musik gebracht, die mir Lust gemacht hat, mich auf der Suche nach neuen Ideen durch die Vergangenheit zu graben.

    Ist eure Musik a) modern, b) retro oder c) zeitlos?
    Zeitlosigkeit ist etwas, nach dem wir streben, aber wir können unsere eigene Musik nicht ernsthaft zeitlos nennen. Seit der Ankunft des Internets ist Information so leicht zugänglich, dass es mehr jungen Leuten als je zuvor möglich ist, sich mit Kunst und Kultur der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Dieser Vorgang ist wirklich ein Kennzeichen moderner Zeiten geworden. Ich denke also, dass wir retrospektiv sind und versuchen, zeitlos zu sein, macht uns modern.

    Die Allah-Las mit ›Famous Phone Figure‹ aus ihrem aktuellen Album CALICO REVIEW:

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