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Steel Panther: Offenbach, Stadthalle (05.10.2016)

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Meiner ist größer als deiner!

Steel Panther können sich nicht entscheiden, ob sie Parodie, Satire oder Hommage sein möchten. Die 1997 in Los Angeles gegründete Glam-Metal-Revival-Band zieht bei ihrer Exzess-Show sämtliche Register: Arrogantes Posieren, exotische Garderobe sowie perfekte Stilzitate von Van Halen über Mötley Crüe bis hin zu Poison, Ratt und Cinderella lassen den Puls der zum Teil ebenso abenteuerlich kostümierten Zuschauer in ungeahnte Höhen steigen. Als egomanischer Wortführer erweist sich Gitarrist Satchel: Seine von Eddie van Halen inspirierten Soli neigen ebenso zur Überlänge wie seine sich deutlich unter der Spandexhose abzeichnende Mannespracht. Zumal Satchel auch noch ausgiebig über seinen Wonnespender prahlt.

Indes kanzelt er Vokalist Michael Starr ab, weil dessen Geschlechtsteil ja so winzig klein sei. Das zotige Wortgeplänkel, dem sich bisweilen auch der effeminierte Bassist Lexxi Foxx mit Puderquaste im Anschlag und der als Hell’s Angel ausstaffierte Schlagzeuger Stix Zadinia anschließen, dient als verbales Schmieröl zwischen selbstkomponierten Ohrwürmer mit eindeutigem Inhalt wie ›Gloryhole‹, ›Let Me Cum In‹ und ›It Won’t Suck Itself‹. In ›Asian Hooker‹ thematisiert das Quartett die Vorzüge asiatischer Prostituierter, ›Just Like Tiger Woods‹ porträtiert das heikle Intimleben einer amerikanischen Golf-Legende. Als regelrecht sexistisch erweist sich ›Community Property‹, wo sich die eigene Freundin zur Förderung des Gemeinwohls allen zur Verfügung stellen muss. Zum Höhepunkt gelangt die politisch inkorrekte Sause, als sich im Akustikteil gut zwei Dutzend willige Damen aus dem Publikum mit eindeutiger Gestik im Rampenlicht drängen.

Rückblende: Kansas – ›Carry On Wayward Son‹

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kansas leftoverture coverEin goldener Moment des Last-Minute-Songwritings, der vielleicht sogar Unterstützung von „oben“ bekam und einer dicht vor dem Erfolg stehenden Band zu großem Starruhm verhalf.

Die 1970er waren glorreiche Zeiten für AOR und Progressive Rock. Die Band Kansas war auf ihre Weise einzigartig, denn ihre Musik war eine Art Destillat aus beiden Stilen – lieblich und doch zum Mitsummen. Die Gruppe stammte aus dem kleinen ländlichen Städtchen Topeka, das in dem für sie namensgebenden US-Bundesstaat Kansas liegt. Im Jahr 1976 war für das Sextett nach drei recht gut angekommenen Alben der große Er­­folg bereits in Reichweite. Und trotzdem fühlte es sich so an, als würden die Wände näher rücken.

„Es war eine frustrierende Zeit“, meint Gitarrist und Haupt-Songwriter Kerry Livgren 2004 gegenüber CLASSIC ROCK UK. „Da wir für fast alle erdenklichen Bands die Shows er­­öffnet hatten, waren wir mittlerweile so heiß begehrt, dass niemand mehr mit uns spielen wollte. Zum Beispiel erzählte mir Mick Fleetwood später, dass Fleetwood Mac immer, wenn wir vor ihnen spielten, tausend Tode starben. Der Act nach uns hatte es schwer“.

Zu dieser Zeit waren Kansas immer noch als Album-Band bekannt – was ihnen fehlte, war eine Single, die im Radio gespielt werden würde. Als ihre vierte Platte namens LEFTOVERTURE fertig war, ließ Don Kirshner (der Entertainment-Manager, der es riskierte, Kansas unter Vertrag zu nehmen, als niemand anderes es wollte) verlauten, abgesehen von ihrem wachsenden Erfolg sei ein Radiohit für die Band eine letzte große Chance.

„Ich schrieb damals vielleicht 70 Prozent jeder Scheibe und [Sänger] Steve Walsh lieferte den Rest. Am allerersten Probentag kam Steve zu mir und meinte, er habe gar nichts – nicht einen einzigen Song“, erinnert sich Livgren ungläubig und mit einem Schmunzeln. „Ich mag diese Art Druck nicht, aber rückblickend hat er echt das Beste aus mir herausgeholt“.

Livgren schrieb jede Nacht einen Song und probte ihn am darauffolgenden Morgen in einem leerstehenden Laden einer Einkaufsmeile in Topeka, den die Band und ihr Produzent Jeff Glixman unter Beschlag genommen hatten. Sieben Lieder, darunter das treffend betitelte, aus sechs Suiten aufgebaute Heldenlied ›Magnum Opus‹, das das Album letztendlich abschloss, waren ausgearbeitet, bevor die Gruppe für die Aufnahmen mitten in eine ab­­gelegene Sumpflandschaft in Louisiana um­­zog. Und dann passierte etwas Außergewöhnliches.

„Ich brachte einen Song mit, den ich in letzter Minute geschrieben hatte und sagte: ,Leute, vielleicht solltet ihr euch das anhören“, meint Livgren. „Wir packten unser Zeug zusammen und Kerry kam mit seinem Last-Minute-Zu­satz herein“, erinnert sich Schlagzeuger Phil Ehart. „Da der Song so unglaublich besonders war, schaffte er es kaum auf die Platte“.

„Als sie ihn hörten, machten alle große Augen“, fügt Livgren offenbar stolz hinzu. „Und natürlich änderte sich dank seiner alles für Kansas“.

Livgrens Last-Minute-Song ›Carry On Wayward Son‹ beginnt mit einem unwiderstehlichen A-Chapella-Chorus, ist auf einem mitreißenden Gitarren-Thema aufgebaut und Robby Steinhardts beschwingte Violine spielt ausnahmsweise eine Nebenrolle – ein Zusammenspiel von Komplexität und Melodie, womit die Gebete der Gruppe in vielerlei Hinsicht erhört wurden. Er wurde zum langersehnten Hit. „Von diesem Tag an hörten wir jedes Mal, wenn wir das Radio anschalteten, uns selbst, egal wo wir waren“, lacht Livgren.

Die Band war sehr religiös und so vermutet der Gitarrist immer noch, dass eine helfende Hand von oben eine Rolle gespielt haben könnte. „Es ist ein autobiografischer Song“, erklärt er. „Parallel zu meiner musikalischen Karriere befand ich mich immer auf einer spirituellen Reise und suchte nach Wahrheit und Sinn. Es war ein Song, der mich selbst ermutigen sollte. Ich sagte mir, wenn ich weiter suche, werde ich finden, wonach ich suche“.

›Carry On Wayward Son‹ wurde dem frühen Enthusiasmus der Band bezüglich des Songs gerecht, er schaffte es auf Platz elf in den USA und verhalf dem Vorläufer-Album LEFTOVERTURE auf Platz fünf der „Billboard Hot 100“. Jedoch hatte das scheinbare Hitsingle-Glück wie so oft letztendlich einen ne­­gativen Einfluss auf die Band. Steve Walsh, dessen Schreibblockade sich mittlerweile aufgelöst hatte, trug beträchtlich zu ihrem nächsten Album POINT OF KNOW RETURN bei, welches es tatsächlich einen Platz höher schaffte als sein Vorgänger – wobei eigentlich Livgren der Band die Hitsingle ›Dust In The Wind‹ bescherte.

Hinter den Kulissen wuchs jedoch der Neid zwischen manchen Bandmitgliedern. „Wenn die Songwriter [der Hits] auf einmal Schecks mit sehr hohen Beträgen bekommen, entsteht schnell Feindseligkeit“, gibt Gitarrist Rich Williams später zu. „Manche von uns fanden diese Situation schwierig. Bestimmte Leute fingen auch an zu sagen: ,Ich will nicht so hart arbeiten oder so viel reisen. Geld ändert alles“.

Livgren, der seit ihrer Gründung ein On-/Off-Mitglied der Band war und mit ihr durch gute und schlechte Zeiten gegangen war, verließ Kansas scheinbar endgültig, nachdem er 2000 deren Album SOMEWHERE TO ELSEWHERE schrieb und produzierte und auch auf ihm zu hören war. 2009 erlitt er einen Schlaganfall, er­­holte sich aber seitdem wieder ausreichend, um an einigen Projekten zu arbeiten. Als er fast eineinhalb Jahre danach Kansas auf der Bühne begleitete, erntete er vom Publikum Standing-Ovations.

Vier Jahrzehnte später ist ›Carry On Wayward Son‹ sogar noch berühmter geworden als die Band, die diesen Song damals eingespielt hatte. Er war 1995 der am zweithäufigsten und 1997 der am häufigsten gespielte Song im amerikanischen Classic-Rock- Radio, erschien in TV-Comedy-Shows und Filmen, wie „South Park“ und „Anchorman: The Legend Of Ron Burgundy“, und wurde im digitalen Zeitalter mehr als zwei Millionen Mal heruntergeladen. „Für mich ist es in keiner Weise herabwürdigend, dass er [der Song] mit [in solche anspruchslosen Produktionen] einbezogen wird – es ist mir eine Art Ehre“, meint Ehart. „Wir schauen auf alles, wenn Anfragen dieser Art kommen. Auch wenn wir unsere Musik ernst nehmen, haben wir nichts dagegen, wenn sich über uns ein wenig lustig gemacht wird. Wir lieben es, über uns selbst zu lachen“.

Selbst nach so vielen Jahren spielen Kansas den Song, der ihnen endgültig den Durchbruch beschert hatte, noch immer gerne live. „Es gibt kein Publikum, das nicht verrückt wird, wenn dieser A-Capella-Gesang erklingt“, sagt der Schlagzeuger über ›Carry On Wayward Son‹. „Er ist inspirierend für die Fans und auch für uns“.

In Momenten des Selbstzweifels versucht Ehart nicht darüber nachzudenken, was passiert wäre, wenn Livgren sein Meisterstück, das es immerhin fast nicht auf LEFTOVERTURE geschafft hätte, nicht geschrieben hätte.

„Ohne ›Carry On Wayward Son‹ hätten wir auf ›Dust In The Wind‹ warten müssen – wenn wir so weit gekommen wären“, meint er. „Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass Don Kirshner nicht ein fünftes Album von uns herausgebracht hätte. Es hätte alles ganz anders kommen können.“

SIXX:A.M.: Seht das Video zu ›We Will Not Go Quietly‹

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sixxDer neue SIXX:A.M.-Clip zeigt einen „Show-Tag im Leben der Band“. Der zugehörige Song ›We Will Not Go Quietly‹ stammt vom Album PRAYERS FOR THE BLESSED.

Die kommende SIXX:A.M.-Platte erscheint am 18. November und trägt den Zusatz VOL. 2, denn sie ist als Fortsetzung des jüngsten Albums PRAYERS FOR THE DAMNED gedacht.

Der nun veröffentlichte Song daraus, ›We Will Not Go Quietly‹, reflektiere „die rohe Leidenschaft, mit der die Menschheit dagegen ankämpft, dass einige unserer grundlegenden Menschenrechte verloren gehen“, erklärt Sänger James Michael. Die Band hoffe, diejenigen Menschen zu inspirieren, die die Welt zu einem besseren Ort machen wollen.

Im Video zum Track sind SIXX:A.M. bei Proben und live vor Publikum zu erleben. Ein „Show-Tag im Leben der Band“, wie es in der Pressemeldung zum Clip heißt.

Hier sind SIXX:A.M. mit ›We Will Not Go Quietly‹:

Die Songs auf PRAYERS FOR THE BLESSED:
1. Barbarians (Prayers For The Blessed)
2. We Will Not Go Quietly
3. Wolf At Your Door
4. Maybe It’s Time
5. The Devil’s Coming
6. Catacombs
7. That’s Gonna Leave a Scar
8. Without You
9. Suffocate
10. Riot In My Head
11. Helicopters

Video der Woche: Status Quo – ›Roadhouse Blues‹

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status-quo-roadhouse-bluesIn unserem „Video der Woche“ seht ihr einen TV-Auftritt der jungen Status Quo mit ihrem Cover des The-Doors-Songs ›Roadhouse Blues‹.

In dieser Woche gab Status-Quo-Gitarrist Rick Parfitt bekannt, dass er nicht mehr zu seiner Band zurückkehren werde. Mit einem weinenden Auge wollen wir deshalb etwas weiter – in die glorreichen Zeiten der Frantic Four – zurückblicken.

Seht in unserem „Video der Woche“ Status Quo mit ihrem 1970er Auftritt in der Show „Doing Their Thing“ des englischen Senders Granada TV. Darin covern sie ›Roadhouse Blues‹, den damals noch ganz frischen Opener des The-Doors-Albums MORRISON HOTEL.

Seht hier die Frantic Four 1970 mit ›Roadhouse Blues‹:

The Doors: Früheste, bislang unbekannte Live-Aufnahmen werden veröffentlicht!

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the-doors-portrait-1811-photocredit-wme-px900Ein bislang unbekannter Live-Mitschnitt aus den Anfangszeiten der Doors erscheint im Dezember unter dem Namen LONDON FOG 1966!

Noch bevor The Doors zu Weltruhm gelangten, traten Jim Morrison, Ray Manzarek, John Densmore und Robby Krieger regelmäßig in der Bar „London Fog“ auf dem Sunset Strip in Los Angeles auf, so auch an einem Abend im Mai 1966. Bis vor Kurzem war nicht bekannt, dass davon ein Mitschnitt existiert. Nun wird dieses neu entdeckte historische Tondokument unter dem Titel THE DOORS – LONDON FOG 1966 veröffentlicht.

Das ursprünglich mit einer Viertelzoll-Bandmaschine aufgezeichnete Set umfasst insgesamt sieben Stücke – die zwei späteren Doors-Klassiker ›You Make Me Real‹ und ›Strange Days‹ sowie fünf Interpetationen von Standards von Muddy Waters, Big Joe Williams, Wilson Pickett und Little Richard, die die oft verkannte, tiefe Verwurzelung der Doors im Blues und Rhythm’n’Blues verdeutlichen.

Am 09. Dezember wird THE DOORS – LONDON FOG 1966 nun in Form einer auf 18.000 Exemplare limitierten Sammlerbox mit einer CD und einer Vinyl in der Optik einer Testpressung plus einigen 8×10-Zoll-Abzügen nie gezeigter Fotos und Nachdrucken von Erinnerungsstücken erscheinen.

Tracklist:
01. Rock Me (Muddy Waters)
02. Baby, Please Don’t Go (Big Joe Williams)
03. You Make Me Real
04. Don’t Fight It (Wilson Pickett)
05. I’m Your Hoochie Coochie Man (Muddy Waters)
06. Strange Days
07. Lucille (Little Richard)

So wird LONDON FOG 1966 aussehen:
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Utopia – Staffel 1 & 2

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utopia
Haarsträubend hanebüchen, unglaubwürdig in ihrer konstruierten Verschachte­lung und nicht besonders furchteinflößend wirken die meisten Verschwörungen, mit denen sich Heldinnen und Helden in Kino und Serie herumplagen müssen. Vor allem im Serienbereich sind Konspirationen meist nur Hilfsmittel, um a) die Benennung eines klaren Antagonisten zu Gunsten einer diffusen Bedrohungskulisse zu vermeiden, b) die inhärente Ungreifbarkeit des Geg­ners als erzählerische Fluchttüre zur Erklärung un­­wahrscheinlicher Plotpunkte zu nutzen oder c), um mit ermüdenden Klischees zu spielen. Ausnahmen gibt es wenige, zuletzt fiel „The Honourable Wo­­man“ als authentisch wirkender Poltithriller mit er­­staunlich glaubhafter Geheimdienstkabale ins Auge. Die wohl verstörendste fiktive Verschwörung zeichnet Serienschöpfer Dennis Kelly mit „Utopia“: Einerseits fest im Terrain des Fantastischen verortet – es geht um ein Comic mit verschlüsselter Bot­schaft, um eine Gruppe zusammengewürfelter Außenseiter im Kampf gegen übermächtige, bestens vernetzte Gegner –, ist „Utopia“ andererseits provokant paranoid in der Thematisie­rung konsequent fortgedachter Wirklichkeit. Mit dabei: versteckte Genmanipulation, unsichtbare Instrumente zur Bevölkerungskontrolle, allgegenwärtige Total­überwachung und beklemmende Ohnmacht ge­­genüber den Herrschenden. Inhaltlich eine Aus­nahmeerscheinung, machen brillante visuelle In­­szenierung, gekonnte narrative Taktung, großartige Charaktere und die meisterhaft gesetzten Ge­­waltspitzen „Utopia“ zu einer der besten Serien der letzten Jahre. Nach zwei Staffeln beendet und dank erwähnter Eigenheiten sicher nicht jedermanns Sache, ist es ein radikales Serienjuwel, das wirkt, als hätten David Lynch, Gaspar Noe und Edward Snowden „Akte X“ als bösen Acid-Trip verfilmt.

10/10

Utopia – Staffel 1 & 2
Polyband/VÖ: 28.10.

Neuerscheinungen: Ab heute im Plattenladen

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THE ANSWERNoch neue Musik für’s Wochenende gefällig? Wir empfehlen diesmal: The Answer, The Brian Jonestown Massacre, Testament und Cody Jinks.

Ein „zeitlos spannendes, episches Prachtstück“ nennt unser Rezensent das neue The-Answer-Werk SOLAS. Hier ist das Video zum Titeltrack:

Hier findet ihr die Review zu SOLAS…

So klingen die Psychedelic-Rocker The Brian Jonestown Massacre im Jahr 2016:

Hier findet ihr die Review zu THIS WORLD PYRAMID…

Testament setzen weiter auf Qualitätsarbeit in Sachen Thrash. Hier seht ihr das Lyricvideo zu ›Brotherhood of the Snake‹:

Hier findet ihr die Review zu BROTHERHOOD OF THE SNAKE…

Einst Metal-Anhänger, jetzt Country-Storyteller. Cody Jinks hat eine ordentliche Wandlung hingelegt. Das Ergebnis hört sich so an:

Hier findet ihr die Review zu I‘M NOT THE DEVIL…

The Brian Jonestown Massacre – THIS WORLD PYRAMID

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brian jonestown massacreRückkehr zur alten Form.

Die psychedelische Reise des Anton Newcombe geht weiter. Zuletzt war sein Kollektiv The Brian Jonestown Massacre mutwillig vom Weg abgekommen. Es gab Musik für einen Film, der gar nicht existierte, dazu Kooperationen und zuletzt ein wirres Minialbum mit osteuropäischen Einflüssen. Alles interessant, aber eben auch unfokussiert. THIS WORLD PYRAMID ist daher genau das, wonach sich die Freunde der Band sehnen: Ein konzentriertes Album, bei dem sich The Brian Jonestown Massacre auf ihre Stärken besinnen. Was nicht heißt, dass der Psych-Rock hier nur nach Formel gespielt wird. ›Oh Bother‹ zum Beispiel marschiert mit stolzer Brust von Kalifornien aus in Richtung Mexiko. Soll Trump seinen wirren Fans doch seine Mauer versprechen: Die Musik dieser Band kennt keine Grenzen. ›Don‘t Get Lost‹ erinnert an den Song, der Newcombes Band seinerzeit berühmt gemacht hat: ›Straight Up And Down‹, das Stück aus dem Vorspann der HBO-Serie „Boardwalk Empire“ mit Steve Buscemi. Das Titelstück zeigt die Affinität der Band zum Shoegaze-Rock, die Single ›The Sun Ship‹ entführt die Beatles weiter ins rätselhafte Land der Halluzinogene. Der beste Beweis für die Rück­kehr zur alten Stärke ist das längste Stück: Der ›Assignment Song‹ läuft fast zehn Minuten, beginnt wie ein taumelnder Weltraumwalzer, kommt zwischendurch beinahe zum Erliegen, um nach sechs Minuten wie ein kosmisches Ballett wieder aufzustehen. Es gibt nicht viele Bands, die diese Mischung aus Trip und Songwriting so exzellent hinbekommen.

7/10

The Brian Jonestown Massacre
THIS WORLD PYRAMID
A RECORDINGS/CARGO