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Phil Campbell: Erstes Studioalbum mit seinen Bastard Sons

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Der ehemalige Gitarrist von Motörhead ist fleißig mit seiner neuen Band: Phil Campbell & The Bastard Sons veröffentlichen im Januar 2018 ihr erstes Studioalbum.

Nach dem Tod von Lemmy Kilmister gründete Phil Campbell – ehemaliger Gitarrist von Motörhead – mit seinen drei Söhnen Todd, Dane und Tyla sowie Leadsänger Neil Starr zusammen seine neue Truppe namens Phil Campbell & The Bastard Sons. Nach dem Erscheinen einer EP im Oktober 2016, erscheint nun das erste Studioalbum THE AGE OF ABSURDITY.

Zum Titel des Debüts meinte der Gitarrist: „Der Albumtitel ist inspiriert von der irren Zeit, in der wir heute leben. Die Welt scheint mir ein bisschen wie eine Theateraufführung zu sein, deswegen passt auch das Artwork einfach perfekt zu dieser Überschrift und dem ganzen dahintersteckenden Konzept.“

Phil Campbell and The Bastard Sons bringen ihr erstes Studioalbum THE AGE OF ABSURDITY heraus.

So liest sich die Tracklist von THE AGE OF ABSURDITY:

1. Ringleader
2. Freak Show
3. Skin And Bones
4. Gypsy Kiss
5. Welcome To Hell
6. Dark Days
7. Dropping The Needle
8. Step Into The Fire
9. Get On Your Knees
10. High Rule
11. Into The Dark
12. Silver Machine (nur auf der CD)

Video(s) der Woche: Fünf Cover von Fats Dominos ›Ain’t That A Shame‹

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Fats Domino performt einen seiner größten Hits ›Ain't That A Shame‹ live.In dieser Woche verstarb Pianist und Sänger Fats Domino. Die Videos der Woche zeigen im Gedenken an den Rock’n’Roll-Pionier fünf Coverversionen seines Hits ›Ain’t That A Shame‹, u.a. von Paul McCartney und Cheap Trick.

In dieser Woche gab es gleich zweimal traurige Neuigkeiten: Am 23. Oktober gaben AC/DC den Tod von George Young bekannt – der australische Produzent war der Bruder von Angus und Malcom Young – zwei Tage später folgte die Nachricht, dass Fats Domino im Alter von 89 Jahren gestorben ist.

Im Gedenken an den Vorreiter des Rock’n’Roll gibt es heute mehrere Videos der Woche zu sehen. Dass Antoine „Fats“ Domino einen ganz entscheidenden Einfluss auf die Musikwelt hatte, zeigen unter anderem die zahlreichen Coverversionen seiner größten Hits. Vor allem die Nummer ›Ain’t That A Shame‹ von 1955 wurde oft von Musikerkollegen kopiert.

Der junge Fats Domino mit ›Ain’t That A Shame‹:

Nur kurz nach Veröffentlichung des Originals coverte Schlagerstar Pat Boone als erster ›Ain’t That A Shame‹ und raubte ihm den Großteil seines Rock’n’Roll-Charmes:

Auf ROCK’N’ROLL von von 1975 zollte John Lennon musikalischen Größen aus den 50er und 60er Jahren Tribut. Klar, dass neben Buddy Holly und Chuck Berry auch Fats Domino vertreten ist:

Auch von Beatles-Kollege Sir Paul McCartney gibt es eine Version des Klassikers:

Das wohl berühmteste Cover von ›Ain’t That A Shame‹ stammt von Cheap Trick. Robin Zander & Co. hauchten der Rock’n’Roll-Seele des Songs in den 70ern nochmal ordentlich Leben ein:

Die heute nicht mehr sehr bekannten Amerikaner von Brownsville Station lieferten 1977 die härteste Version von ›Ain’t That A Shame‹:

Black Sabbath – THE TEN YEAR WAR

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Black Sabbath jungDie ersten acht Alben der Metal-Pioniere, remastered, wunderschön neu verpackt und bemerkenswert wie eh und je.

Als sich Black Sabbath Ende Februar nach ihrem allerletzten Konzert widerwillig auflösten, wurden diese altgedienten Unheilsbringer und Begründer des gesamten Metal-Genres geradezu mit Lobpreisungen überhäuft. „Schier meisterhaft“, schwärmte der „Rolling Stone“ über das Finale in ihrer Hei­matstadt Birmingham. Vorherige Shows der Ab­­schiedstour waren vom „Telegraph“ und „Evening Standard“ als Triumphe gefeiert wurden, während der „Guardian“ ihren „Hardrock-Blitzkrieg“ mit vollen fünf Sternen würdigte. Aber so war das nicht immer.

Es ist keine Übertreibung, zu sagen, dass die Band Anfang bis Mitte der 70er-Jahre, als sie ihre besten, einflussreichsten Platten hervorbrachte, von der damaligen Rock­presse und der selbsternannten „Intelligenzia“ der Musikwelt absolut verachtet wurde. Zuerst verspottete Lester Bangs ihr selbstbetiteltes De­­büt im „Rolling Stone“ als „dissonante Jams“, dann wurden Black Sabbath gnadenlos niedergemacht. Nur wenige Monate nach SABOTAGE, ihrem kreativen Höhepunkt, öffnete sich der Himmel und ließ es auf John Peel herabregnen, der bei einem Open-Air-Konzert in Essex auflegte.

„Keine Sorge“, brummte er vermeintlich charmant von der Bühne, „ich habe ein paar Sabbath-Alben mitgebracht, um meine Platten vor dem Gewitter zu schützen“. Ein klassischer Diss von Peel, doch nur wenige lachten. Denn besagte Sabbath-Alben, die von den erhabenen Eliten der angesagten Medien so verrissen wurden, verkauften sich millionenfach. Black Sabbath waren eine Band fürs Volk: kein Pop, aber definitiv po­­pulär. Die urbanen Tastemaker der Glam-Ära mit ihren zarten Stimmen und noch zarteren Händen betrachteten Ozzy & Co. vielleicht als die Bar­baren vor den Toren der Stadt, aber die Fabrik­arbeiter, die die großen Hallen füllten und sich der Macht der Riffs ergaben, sahen auf der Büh­ne in Osbourne, Iommi, Butler und Ward einfach nur ihresgleichen.

Sabbath waren wie die heimischen Stooges, Riffmonster aus dem industriellen Kernland. Sie waren alles, was die Punk­horden, jene bald aufkommenden Darlings der Presse, zu sein vorgaben. Doch sie brachen mit den Regeln der elitären Rockpresse, indem sie nicht nur haufenweise Platten verkauften, sondern das auch noch ohne den Segen der Schrei­berlinge taten. Das Ergebnis: flächendeckende Verdammung und Verachtung seitens der Kritiker. In vielerlei Hinsicht war es aber genau dieser dauerhafte Hohn der Presse, der diese eiserne Loyalität erschuf, die bis heute die Metal-Gemeinde definiert. Und keine Metal-Band musste mehr davon einstecken als Sab­bath. Doch letztendlich brauchten sie die Presse nicht, denn ihre Werke definierten alle existierenden Erwartungen davon neu, wie urtümlich, kraftvoll, hart und wuchtig Rockmusik sein konnte.

Inspiriert von der damaligen Mode für diabolischen Horror à la Dennis Wheatley, machten sie sich daran, das Böse in ihrer „Teufelsmusik“ zu akzentuieren, verorteten den Tritonus, führten ihn im Titelstück ihres selbstbetitelten De­­bütalbums vor und blickten nie wieder zurück. THE TEN YEAR WAR beinhaltet ihre ersten acht Platten, ursprünglich zwischen 1970 und 1978 veröffentlicht – die Hochphase der Band. Verteilt auf acht 12“-Vinyls im Splatter-Look sowie ein paar rare 7“-Single-Reproduktionen, gehören noch ein gebundenes Buch sowie Nachdrucke des 78er-Tourprogramms und eines Posters von 1972 zum Paket.

Viel bemerkenswerter ist aber ein USB-Stick in Kruzifixform mit den acht Alben im hochwertigen MQA-Sound, den man um den Hals tragen kann, genau wie Tony Iommi das tun würde. Wer den einstöpselt und sich die Kopf­hörer aufsetzt, kann sich auf etwas gefasst machen. Knackig, mächtig und schlicht bösartig, ist der gewohnte Breitwandklang innerhalb der bekannten technischen Limitierungen jener Zeit hier so scharf wie nie, fährt eine volle Attacke auf die Gehörgänge, dass es einfach nur die reinste Freude ist.

Ozzys außergewöhnlicher gequälter Gesang, Iommis vernichtende, gnadenlose und typisch metallische Riffs, Geezer Butlers schwingend testosterongetränkter Bass und Bill Wards kolossal donnernde Schlagzeuggewalt harmonieren wie eine sehr gut geölte Maschine. Und bei jenen Songs, auf denen sie alles richtig machten – die karrieredefinierenden Titelstücke von BLACK SABBATH und PARANOID (beide 1970), ›Children Of The Grave‹ von MASTER OF REALITY (1971), ›Tomorrow‘s Dream‹ von VOL. 4 (1972), die glorreiche Schizophrenie von ›Sabbath Bloody Sabbath‹ (1973) und so ziemlich alles auf SABOTAGE (1975) – kann ihnen einfach niemand das Wasser reichen.

Hört man sich sämtliche dieser Alben am Stück an, ist der plötzliche qualitative Absturz von TECHNICAL ECSTASY und NEVER SAY DIE leider unüberhörbar. Aufgenommen 1976 respektive 1978, sind sie keine schlechten Platten, aber dieser erlauchten Gesellschaft nicht wirklich würdig. Doch egal welche Kritik man an ihren späteren Werken auch äußern mag, gleicht die unbeschreibliche Qualität der ersten sechs Al­­ben das alles mit Leichtigkeit aus. THE TEN YEAR WAR ist jedenfalls der unumstößliche Beweis, dass Black Sabbath nicht nur die ersten Vertreter des Heavy-Metal-Genres waren, sondern fünf Jahre am Stück auch die besten.

9/10

Black Sabbath
THE TEN YEAR WAR
BMG RIGHTS MANAGEMENT

A.R. & Machines – THE ART OF GERMAN PSYCHEDELIC 1970–1974

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Art Of German PsychedelicEin Mann, seine E-Gitarren und das Akai X330: Achim Reichels kosmische Alleingänge.

Achim Reichel? Ein norddeutscher Tausendsassa mit einem Werdegang, wie es ihn in der deutschen Rockhistorie wohl kein zweites Mal gibt. Gestartet in den frühen 60ern, währt die Langzeit­karriere bis heute: Erst gab er den exaltierten Frontmann der deutschen Beat-Combo The Rattles, dann im Gespann mit Frank Dostal das Chefduo der Pop-Psychedeliker Wonderland. Als Solointerpret machte er den KLABAUTERMANN mit rustikalem DAT SHANTY ALB’M, kredenzte lyrisch die REGENBALLADE und BLUES IN BLOND, schwang sich UNGESCHMINKT auf den NACHTEXPRESS, war EINE EWIGKEIT UNTER­WEGS und fabulierte zwischen MELANCHOLIE & STURMFLUT über FLEDERMAUS, WAHRE LIEBE und GROSSE FREIHEIT.

Doch dass sich der 1944 im schleswig-holsteinischen Wentorf geborene Musiker 1971 entspannt auf DIE GRÜNE REISE begab, dem ECHO (1972) lauschte, sich einer AUTOVISION (1974) hingab, um ERHOLUNG (1975) zu suchen, daran erinnern sich nur noch wenige. Allzu lange her, dass fünf Stu­dioalben und ein Live-Werk des mit zahllosen Ham­burger Szenemusikern umgesetzten offenen Projektes A.R. & Machines wegen mangelnder Publikumsresonanz von der Plattenfirma gestrichen wurden. Dabei erwies sich Achim Reichel mit meditativen Klanglandschaften seinerzeit als ebenso experimentell wegweisend wie die als Krautrockpioniere gepriesenen Kollegen von Can, NEU!, Faust, Kraftwerk, Amon Düül II und Tangerine Dream. Lag es daran, dass die Zeit noch nicht reif war, oder aber, dass man dem Beat-Ära-Veteranen eine so radikale Runderneuerung nicht zugestehen wollte?

Brian Eno jedenfalls erkannte das Potenzial von A.R. & Machines und benannte 1975 sein drittes Studiowerk ANOTHER GREEN WORLD. Mit dem opulenten 10-CD-Box-Set THE ART OF GERMAN PSYCHEDELIC 1970 – 1974 gewährt Reichel Einblick in jene verkiffte Ära, als er per Zufall das Wunder von Delay und Loops entdeckte: Er wollte lediglich ein Gitarrenriff auf der neu erstandenen Bandmaschine Akai X330 einspielen – und erhielt ein Gitarrengroßorchester. A.R. & Machines‘ zwischen Ausflippen, Abheben, Abdriften, Introspektion und Entschweben angelegte Studioalben DIE GRÜNE REISE, ECHO, A.R.3, A.R.IV und AUTOVISION ergänzen sich mit Bonustracks und Live-Mitschnitten (ER­­HOLUNG, KÖLN 25.04.73, KREFELD 16.09.73).

Im Privatarchiv fand Reichel fast fünf Stunden bislang un­­veröffentlichtes Material jener Phase, das sich auf weitere drei CDs verteilt. VIRTUAL JOURNEY übt gar den Schulterschluss zwischen Vergangenheit und Gegen­wart. Im 96-seitigen Hardcoverbuch „Die Autobiografie – Die A.R. & Machines Story“ erläutern kluge Texte und rare Fotos die Jahre von der Bewusstseinswerdung bis zur Bewusstseinserweiterung.

8/10

A.R. & Machines
THE ART OF GERMAN PSYCHEDELIC 1970–1974
BMG/TANGRAM

Neuerscheinungen: Ab heute im Plattenladen

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wolfgang niedecken 2015Wolfgang Niedecken versammelt auf seinem neuen Album alte Klassiker rund um das Thema Familie. Auch von den Stereophonics, Jared James Nichols und Bootsy Collins gibt es heute Frisches aus dem Presswerk.

Wolfgang Niedecken – echte Kölsche Jung und Frontmann von Bap – hat ganz tief in seiner Vergangenheitskiste gekramt und die Fundstücke für sein REINRASSIJE STROOSSEKÖÖTER-FAMILIENALBUM neu aufgenommen. Einzige Neukomposition ist der Titeltrack:

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Das inzwischen zehnte Studioalbum der britischen Stereophonics verspricht ein abwechslungsreiches musikalisches Potpourri: Emotionale Balladen, fröhliche Rocknummern, Gospel-Einflüsse – auf SCREAM ABOVE THE SOUNDS ist all das zu finden:

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Bootsy Collins ist zurück! Nach sechs Jahren Pause bringt der P-Funk-Mann nun seine neue Platte WORLD WIDE FUNK unter die Leute und wird damit bestimmt für bebende Dancefloors sorgen:

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Obwohl Bluesrock-Gitarrist und Sänger Jared James Nichols auf seinem jüngsten Werk den Sound aufs Wesentliche reduziert hat, geht es auf BLACK MAGIC ganz schön druckvoll zu. Das beweist auch die Single ›Last Chance‹:

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Wolfgang Niedecken – REINRASSIJE STROOSSEKÖÖTER – DAS FAMILIENALBUM

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Wolfgang Niedecken FamilienalbumIntrospektive und private Rückschau des Kölschrockers.

Man kennt das: Eines Tages stößt man mehr oder minder zu­­fällig auf einen alten Karton voller Fotos, und schon im nächsten Moment befindet man sich auf einer Zeitreise in die eigene Vergangenheit. Auch Wolfgang Niedecken geht das so. Und da der Mann immer schon die Familie auch als künstlerischen Humus betrachtet hat, lag es auf der Hand, die vielen Lieder, die er im Laufe der Jahre rund um dieses Thema geschrieben hat, noch einmal neu aufzunehmen und in einen eigenen Zusammenhang zu stellen. Zu diesem Zweck reiste der BAP-Chef mit Freund und Produzent Julian Dawson nach New Orleans und spielte dort mit einer hochkarätigen Band 14 Songs ein, darunter Repertoire-Klassiker wie ›Chlodwigplatz‹, ›Chippendale Desch‹ und ›Bahnhofskino‹, nicht zuletzt auch ›Et ess lang her‹, eine Meditation über die Ent­stehung des wohl bekanntesten BAP-Songs ›Verdamp lang her‹. Lediglich den Titeltrack schrieb er extra für dieses Projekt neu. Der Ton dieses Familienalbums bleibt introspektiv und entspannt, lediglich ›Et ess wie et ess‹, ein Ständchen für Gattin Tina, und der ›Je­­bootsdaachspogo‹ fallen etwas lebhafter aus – unterm Strich die absolut passende Tonalität für das Anliegen dieser Song­sammlung: stille Meditation und nachdenkliche Reflexion. Es ist ein leises, aber eindringliches Album, gewiss un­­verzichtbar für BAP-Fans und eine lohnende Entdeckung für alle anderen.

8/10

Wolfgang Niedecken
REINRASSIJE STROOSSEKÖÖTER – DAS FAMILIENALBUM
VERTIGO/Universal

Bootsy Collins – WORLD WIDE FUNK

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Bootsy Collins World Wide FunkBrothers‘n‘Sistas: die geballte Ladung P-Funk.

William Earl Collins hat sich rar ge­­macht. Einerseits, weil er inzwischen auch schon 66 Jahre alt ist, einen desaströsen Ausflug in die Gastronomie hinter sich und das weite Feld des Funk derart intensiv beackert hat, dass es nur noch wenig Neues zu entdecken gibt. Das unterstreicht auch WORLD WIDE FUNK, das zwar ein überzeugendes Bootsy-Album ist, aber eben auch zeigt, dass er sich musikalisch im Kreis dreht, immer dieselbe Mischung aus Funk, Soul und schwülstigen Beischlaf-Hymnen serviert, darin wahlweise liebeshungrige Nymphomaninnen, die eigene Potenz oder die Magie der Black Music be­­schwört, und auf eine opulente, völlig überladene Patchwork-Produktion setzt. Gleichzeitig, und das muss man dem langjährigen Sidekick von James Brown und George Clinton zugutehalten, hat er aber auch noch ziemlich coole Ideen. Etwa Iggy Pop ein grandioses Intro sprechen zu lassen („Bootsy wurde in einer Dinosaurier-Höhle unter dem Ohio-River geboren“), sich Beistand bei Altmeistern wie Buckethead, Eric Gales, Stanley Clarke oder Chuck D zu holen und ein ganzes Heer an talentierten Nachwuchskünstlern zu rekrutieren. Bootsylicious!

7/10

Bootsy Collins
WORLD WIDE FUNK
MASCOT/ROUGH TRADE

Jared James Nichols – BLACK MAGIC

Jared James Nichols Black MagicStraighter No-nonsense-Rock.

Jared James Nichols teilte sich in der Vergangenheit die Bühnen­bretter mit Legenden der Größen­ordnung ZZ Top, Lynyrd Skynyrd oder Blue Öyster Cult und verdiente sich in deren Vorprogramm ordentlich Bonus­sporen unter den Rockfans rund um den Globus. Den auf diesen Konzertreisen eingesammelten Spirit versprüht nun auch sein durch die Bank tadellos komponiertes Zweit­werk BLACK MAGIC. Aufgenommen u.a. in Johnny Depps Heimstudio (Los Angeles) und dem Aerosmith‘schen The Boneyard in Boston, fliegt der transparente Southern-Classic-Rock-Sound des 1989 in Waukesha, Wisconsin geborenen Vollblutgitarristen extrem lässig aus den Boxen. Dabei bleiben Nichols und seine beiden Bandkollegen Erik Sandin (Bass/Gesang) und Dennis Holm (Schlagzeug) stets zeitlos frisch und lassen in keinem Moment des Albums Retro-Mief aufsteigen. Ein wichtiger Aspekt dieser gelungenen Gratwanderung sind Jareds aufs Wesentliche reduzierten Gitarrenarrangements inklusive der knackigen Soli. Diese von ihm angewendete „Weniger ist mehr“-Devise geht voll auf und lässt so manches überfrachtetes Konkurrenzprodukt im Herbst 2017 in einer Staubwolke hinter sich verschwinden.

7/10

Jared James Nichols
BLACK MAGIC
LISTENABLE RECORDS/EDEL