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Start Blog Seite 658

Jack White – BOARDING HOUSE REACH

Jack White Boarding House Reach

White gefehlt.

Okay, wir wollen keinesfalls die Verdienste von Jack White um die jüngere Rockgeschichte infrage stellen. Manchmal kommt es einem vor, als hätte der Mann fast im Alleingang die Gitarrenmusik gegen die Sturmfluten aus HipHop, EDM, Flachpop und hochtechnisiertem Zeitgeist mit einhergehenden Vorwürfen der Altbackenheit über die Jahre gerettet. Wenn er also neue Musik veröffentlicht, hat das zwangsläufig einen gewissen Event-Charakter, schließlich ist er fast der einzige Voll­blutrocker des neuen Jahrtausends, dem man noch weitreichende kulturelle Relevanz attestieren kann. Doch wo seine Zweifler schon immer sagten, er sei vor allem hochmütig, kommt man nun nicht umhin, den darauffolgenden Fall zu attestieren. Denn nein, auch nach mehreren Hör­durchläufen können wir nicht wirklich schlau werden aus BOARDING HOUSE REACH. Seine stilistische Bandbreite exerziert White überzeugend durch, wenn er Synthie-Grooves, Soul-Vibes, Rage-Against-The-Machine-Riffing oder ausgedehnte Ausflüge in sexy-staubtrockenen Funkrock zelebriert. Was aber leider fast auf der ganzen Strecke dieses Albums fehlt, ist die wichtigste Zutat von allen: griffige Songs. An ›Over And Over And Over‹ kann man sich noch festhalten, ›Connected By Love‹, ›Humoresque‹ oder ›Hyper­misophoniac‹ kann man noch schöne Melodien oder interessante Strukturen attestieren. Davon abgesehen klingt hier jedoch alles eher nach Fingerübung oder gar Demo-Skizze. Können wir nur einfach nicht den musikalischen Gedanken­gängen des Maestros folgen oder hat er sich tatsächlich in selbstverliebter Belanglosigkeit verrannt? Die Antwort darauf wollen wir endgültig erst nach dem nächsten Album geben, aber diese Platte finden wir offen gesagt verblüffend.

5/10

Jack White
BOARDING HOUSE REACH
BEGGARS/INDIGO

Monster Magnet – MINDFUCKER

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Monster Magnet Mindfucker

Hell? Yeah!

Nach dem zerebral-psychedelischen und etwas nihilistischen LAST PATROL wollte Mastermind Dave Wyndorf eigentlich mal wieder ein richtiges Partyalbum machen – Rock’n’Roll mit Eiern und nur einer Message: Lasst es krachen! Doch wie so oft im Leben machte ihm die Realität einen Strich durch die Rechnung. US-Präsident Nr. 45 und alles, was damit einhergeht, konnte nicht unkommentiert bleiben. Aber immerhin: Musikalisch hat sich an der Prämisse gar nicht so viel geändert. Monster Magnet rocken hier so ungestüm und geradeheraus wie lange nicht mehr, und auch wenn man aus den begleitenden Worten durchaus Wut, Sorge, ja gar Verzweiflung heraushören kann, fällt es doch überhaupt nicht schwer, zu diesen Songs einfach mal nur die Sau rauszulassen. Insofern also ein sehr gelungener Spagat zwischen Message und Eskapismus, und auch die altgedienten Fans werden nicht enttäuscht. Mit dem abschließenden Doppelpack ›All Day Midnight‹ und ›When The Hammer Comes Down‹ finden sich hier auch zwei Tracks, die klingen wie ein Ausflug in die Weiten des Weltalls. Nach LAST PATROL und dessen noch abgefahrenerer Neu­interpretation MILKING THE STARS hätte man vielleicht eine andere Entwicklung erwartet, doch vorhersehbar war Mr. Wyndorf schließlich noch nie. Und wenn die Welt schon untergeht, können wir genauso gut Spaß dabei haben!

7/10

Monster Magnet
MINDFUCKER
NAPALM/UNIVERSAL

Rick Parfitt – OVER AND OUT

Rick Parfitt Over And Out

Musikalisches Vermächtnis.

Manchmal spielt das Leben bittere Streiche: Rick Parfitt schreibt einen Song namens ›Over And Out‹ (übersetzt so viel wie: aus und vorbei oder Ende der Durch­sage) und stirbt wenig später an Heiligabend 2016 im Alter von nur 68 Jahren. Als die schreckliche Nachricht zu Weihnachten die Runde machte, wusste fast niemand, dass Rick, der sich nach einer Schulter-OP eine tödliche Infektion eingefangen hatte, zuvor im stillen Kämmerlein mit neuen Songs zugange gewesen war. Zehn davon erscheinen nun unter dem Titel OVER AND OUT, an denen die Status-Quo-Legende bis kurz vor ihrem Tod gemeinsam mit Produzent Jo Webb werkelte. ›Over And Out‹, eine ergreifende Ballade über das Ableben, die durch die realen Ereignisse für einen Klos im Hals sorgt, wurde sogar bei Ricks Beerdigung gespielt. Generell zeigt der Brite auf dieser Platte noch einmal sein komplettes Spektrum: einerseits seine sensible, ruhige Seite (Titel­track, ›When I Was Fallin’ in Love‹, ›Without You‹) andererseits seine rockigen Anwand­lungen (›Twinkletoes‹, ›Lonesome Road‹, ›Long Distance Love‹). Eines haben alle zehn Songs dieses Solowerks dennoch gemeinsam: ihre schönen Melodien. Pflichtstoff – nicht nur für Fans.

8/10

Rick Parfitt
OVER AND OUT
EARMUSIC/EDEL

L.A. Guns – MADE IN MILAN

LA Guns Made in Milan

Sleaze, Schweiß und Spaß.

Komisch am CD+DVD/CD+Blu-Ray-Package ist nur der Titel MADE IN MILAN, denn klassischerweise gehört eine Live-CD der legendären Sleazer L.A. Guns in Hollywood aufgenommen. Da die schmutzigen Rock’n’Roller um das wieder vereinigte Dreamteam Phil Lewis und Tracii Guns bei Frontiers gelandet sind und 2017 auf dem Label-Festival stark ablieferten, ergibt es aber doch Sinn. Ebenfalls wie die Setlist, in die mit Klas­sikern wie ›No Mercy‹ und ›Electric Gypsy‹ zackig eingestiegen wird. Mit „you want something loud, fast and heavy“ leitet der gut singende Lewis sogar den Speed-Kracher ›Killing Machine‹ vom 94er-Album VICIOUS CIRCLE ein. Nach der 80er-Jahre-Hymne ›Sex Action‹ gibt’s auch Songs vom neuen Album THE MISSING PEACE. Macht auf CD viel Spaß, wirkt aber noch mehr, wenn man die gutgelaunte Band um Lewis im Snakeskin-Anzug und Guns an der Gitarre dazu beobachten kann.

7/10

L.A. Guns
MADE IN MILAN
FRONTIERS/SOULFOOD

AC/DC: Angus Young nimmt angeblich Album mit Axl Rose auf

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Angus Young arbeitet an einer neuen AC/DC-Platte – zusammen mit Axl Rose. Das sagt zumindest Angry Anderson, und der will es aus erster Hand wissen.

Wie geht’s weiter mit AC/DC? Diese Frage beschäftigt sicher nicht wenige Fans der Australier. Kürzlich brachte Murray Engleheart, Verfasser der Biographie „AC/DC – MAXIMUM ROCK’N’ROLL“, das Gerücht auf, die Band werde mit Axl Rose als Sänger weitermachen.

Ganz genau so sieht das Angry Anderson, Frontmann von Rose Tattoo, jetzt in einem Interview mit „The Rockpit“. Und der Zeuge, den er dafür aufruft, ist kein Geringerer als Angus Young.

Als er im vergangenen Jahr für Guns N‘ Roses eröffnet habe, habe er sich mit Young unterhalten (der als Gastgitarrist dabei war), so Anderson: „Ich sagte zu ihm: ‚Was steht bei dir an?‘ Darauf er: ‚Kumpel, ich schreibe ein neues Album.‘ Ich dachte, ‚cool‘, also fragte ich ihn, wen er in der Band habe, und er sagte: ‚Axl‘.“

Es sei schade, dass Brian Johnson nicht mehr dabei sei, genauso Phil Rudd, Cliff Williams, Malcolm Young. Aber am Ende gehe es einzig und allein um die Songs und darum, dass die Leute auch weiterhin Musik von AC/DC hören wollten, so Anderson.

Ein Statement von Angus Young selbst gibt es bisher nicht. Es darf also weiterhin munter spekuliert werden in Sachen AC/DC.

Fest steht, dass auch Ex-Sänger Brian Johnson trotz Gehörproblemen weiterhin gern auf der Bühne steht. Zuletzt bewies er das Anfang März bei einem Auftritt in der Bar von Mick Fleetwood.

Nathaniel Rateliff & The Night Sweats: München, Muffathalle (21.03.2018)

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Nathaniel Rateliff live

Triumphaler Tourneestart

Wenn’s mit rechten Dingen zugehen würde, dürften Nathaniel Rateliff und seine Mannen kaum noch aus den Augen schauen können. Nach einer umfänglichen Tour durch die USA und einem großen Abschluss-Konzert in Austin, Texas, stehen sie gerade mal zwei Tage später in der randvollen Münchner Muffathalle, um die Europatournee zum neuen Album zu eröffnen. Von Müdigkeit, Jetlag und Reisestress ist zumindest musikalisch keine Spur. Trocken grooven sich Nathaniel Rateliff & The Night Sweats in ein wahrhaft schweißtreibendes Set, das dicht an dicht Songs vom nagelneuen Album TEARING AT THE SEAMS an die vom Debüt-Album und der Nachfolge-EP reiht. Letztere erscheinen mittlerweile wie Klassiker aus den Anfangstagen jenes Labels, bei dem die achtköpfige Band aus Denver, Colorado, zuhause ist: Stax.

Wenngleich mit passablen Deutschkenntnissen ausgestattet, beschränkt sich der Frontmann, Songwriter und Gitarrist bei seinen Ansagen aufs Nötigste und lässt lieber die Musik die Geschichten erzählen. Erfreulicherweise tut sie das auch, schließlich kommt Nathaniel Rateliff aus dem klassischen Songwriter-Fach und darf bereits auf eine bemerkenswerte Karriere vor seiner aktuellen musikalischen Laufbahn mit den fabelhaften Nightsweats blicken. So toll die robusten Songwriter-Nummern zwischen Folk, Americana und Gospel auch sein mögen: Erst ihre Verbindung mit gnadenlos dichtem Rhythm’n’Blues macht sie richtig genial. Sie sind tanzbar und doch so vielschichtig, dass man sich dran festhören kann.

Auch die etwas ruhigeren, aber nicht weniger groovenden Retro-Soul-Nummern vom neuen Album machen eine gute Figur, weil sie für Abwechslung sorgen und Rateliffs Talent fürs Songwriting wieder in den Vordergrund rücken. Sie zünden vergleichsweise zwar eher mittelbar, was ihrer Qualität aber keinen Abbruch tut. Leider endet der Abend viel zu früh – man hätte es gern noch ein wenig ausgehalten in der restlos ausverkaufen Halle. Noch lange singen die Fans den Hook der bislang unübertroffenen Durchbruch-Single ›S.O.B.‹, wohl wissend, dass sie gerade eins der heißesten Eisen erlebt haben, das man momentan live sehen kann.

Text: Christoph Ulrich

Judas Priest: Glenn Tipton spielt drei Songs bei Live-Show

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Nach der traurigen Nachricht vom krankheitsbedingten Rückzug von Glenn Tipton folgte der Gitarrist seiner Band gestern für drei Songs auf die Bühne.

Kurz vor dem Release von FIREPOWER gaben Judas Priest bekannt, dass Glenn Tipton aufgrund seiner Parkinsonerkrankung fortan nicht mehr live mit ihnen spielen könne.

Letzte Woche äußerte sich der Gitarrist nochmal zu seinem Rückzug: „Ich bin wirklich überwältigt von der Unterstützung von allen Seiten. Ich werde immer noch schreiben und aufnehmen können, an guten Tagen vielleicht sogar ein paar Songs live spielen. Mit meinen neuen Medikamenten und den dadurch erzielten Fortschritten weiß keiner sicher, was die Zukunft bereit hält.“

Schon gestern, am 20. März, setzte Glenn Tipton seine Worte in die Tat um und spielte zusammen mit Judas Priest live die Songs ›Metal Gods‹, ›Breaking The Law‹ und ›Livin‘ After Midnight‹ bei einer Show in New Jersey.

Hier den Auftritt von Glenn Tipton sehen:

Top 10: Die wintertauglichsten Acts der Musikgeschichte

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Am 20. März ist kalendarischer Frühlingsanfang. Man erwartet erste wärmende Sonnenstrahlen, vielleicht sogar ein paar Blümchen. Doch dann schaut man aus dem Fenster und denkt sich: Äh, wie jetzt…?

Angesichts der Schneegestöber und kalten Temperaturen, die draußen wüten, ist es kein Wunder, dass die Gemüter so kurz vor Ostern noch immer auf Eis liegen. Passend zum verpönten anhaltenden Arktis-Wetter präsentiert CLASSIC ROCK heute die zehn wintertauglichsten Acts der Musikgeschichte. Vielleicht wird einem ja wenigstens vom Schmunzeln ein bisschen warm ums Herz.

10. Bei den amerikanischen Metalheads von Iced Earth ist zu jeder Jahreszeit Eiseskälte angesagt:

09. Trotz ihrer anheimelnden Pop-Melodien haben sich die Briten von Coldplay die Kälte in den Bandnamen graviert:

08. Wenigstens vertreibt bei den Arctic Monkeys ihr tanzbarer Indie Rock arktische Gefühlslagen:

07. Fröstelig ging es auch bei den Extreme Metallern von Celtic Frost her:

06. Schnee Patrouille… Komischer Name, aber immerhin schaffen es Snow Patrol so in unsere Liste: