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Jack White – BOARDING HOUSE REACH

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Jack White Boarding House Reach

White gefehlt.

Okay, wir wollen keinesfalls die Verdienste von Jack White um die jüngere Rockgeschichte infrage stellen. Manchmal kommt es einem vor, als hätte der Mann fast im Alleingang die Gitarrenmusik gegen die Sturmfluten aus HipHop, EDM, Flachpop und hochtechnisiertem Zeitgeist mit einhergehenden Vorwürfen der Altbackenheit über die Jahre gerettet. Wenn er also neue Musik veröffentlicht, hat das zwangsläufig einen gewissen Event-Charakter, schließlich ist er fast der einzige Voll­blutrocker des neuen Jahrtausends, dem man noch weitreichende kulturelle Relevanz attestieren kann. Doch wo seine Zweifler schon immer sagten, er sei vor allem hochmütig, kommt man nun nicht umhin, den darauffolgenden Fall zu attestieren. Denn nein, auch nach mehreren Hör­durchläufen können wir nicht wirklich schlau werden aus BOARDING HOUSE REACH. Seine stilistische Bandbreite exerziert White überzeugend durch, wenn er Synthie-Grooves, Soul-Vibes, Rage-Against-The-Machine-Riffing oder ausgedehnte Ausflüge in sexy-staubtrockenen Funkrock zelebriert. Was aber leider fast auf der ganzen Strecke dieses Albums fehlt, ist die wichtigste Zutat von allen: griffige Songs. An ›Over And Over And Over‹ kann man sich noch festhalten, ›Connected By Love‹, ›Humoresque‹ oder ›Hyper­misophoniac‹ kann man noch schöne Melodien oder interessante Strukturen attestieren. Davon abgesehen klingt hier jedoch alles eher nach Fingerübung oder gar Demo-Skizze. Können wir nur einfach nicht den musikalischen Gedanken­gängen des Maestros folgen oder hat er sich tatsächlich in selbstverliebter Belanglosigkeit verrannt? Die Antwort darauf wollen wir endgültig erst nach dem nächsten Album geben, aber diese Platte finden wir offen gesagt verblüffend.

5/10

Jack White
BOARDING HOUSE REACH
BEGGARS/INDIGO

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