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Video-Premiere: Ian Anderson über ›Locomotive Breath‹

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jethro tull ian anderson pressVor 47 Jahren haben Jethro Tull ihren vielleicht bekanntesten Song veröffentlicht. In einem neuen Video erzählt Ian Anderson, was ihm damals durch den Kopf ging.

Im vergangenen Jahr feierten Jethro Tull ihr 50-jähriges Bandjubiläum. Aus diesem Anlass sind die Rocklegenden ab August auf „Jethro Tull 50th Anniversary Tour“ in Deutschland unterwegs.

Dazu kommt im Juni die Best-of JETHRO TULL: 50 FOR 50. Darauf finden sich 50 Songs aus 50 Jahren Bandhistorie, Stücke von allen 21 Alben der Briten.

Das vielleicht bekannteste von allen natürlich auch: ›Locomotive Breath‹. Für CLASSIC ROCK sprach Mastermind Ian Anderson in einem kurzen Clip darüber, was ihn zum Song bewegte. Die Querflöte kam dabei auch zum Einsatz.

Classic Rock präsentiert: Tourdaten von Bullet, Brian Wilson, Little Steven u.v.m.!

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TOUR DES MONATS: BULLET
bulletrock.com
„Wild women, Heavy Metal, Loud Guitars, Beer, Bon Scott, Motorcycles“ nennen Bullet als ihre größten Einflüsse. Dann dürfte ja klar sein, wie ihr Musik klingt: Laut, schnell und wild!

23.05. München, Backstage Halle
24.05. Nürnberg, Der Cult
25.05. Kassel, K19
26.05. Osnabrück, Bastard Club
27.05. Hamburg, Logo

ALLMAN & BETTS
eat-music.net
Devon Allman und Duane Betts sind die Söhne der berühmten Allman Brothers und gehen mit den Songs ihrer Väter auf große Welttournee.

27.08. Hamburg, Downtown Bluesclub
28.08. Berlin, Privatclub
29.08. Köln, Yard Club
30.08. München, Backstage Club
31.08. Nürnberg, Hirsch

BIG COUNTRY
bigcountry.co.uk
Die schottischen New-Wave-und-Folk-Rocker von Big Country touren auch 2018 beharrlich weiter durch die Welt.

30.08. Dortmund, Musiktheater Piano
31.08. Hartenholm, Werner – Das Rennen
01.09. Flensburg, Roxy
02.09.-05.09. Metal Full Cruise VII

BLACKBERRY SMOKE
wizpro.com
Mit ihrem neuen Album FIND A LIGHT bekräftigen Blackberry Smoke abermals ihre Ansprüche auf den Thron des Southern Rock. Im Oktober kommen die US-Amerikaner nach Deutschland.

12.10. Frankfurt, Batschkapp
17.10. München, Tonhalle
20.10. Berlin, Huxley’s
21.10. Hannover, Capitol

BLUE POETS
thebluepoets.com
Klassischen Bluesrock mit der richtigen Menge an Virtuosität und einem Quäntchen heavy 70er-Jahre-Feeling liefern die Musiker aus Hamburg.

14. 07. München, Andechser Zelt/Tollwood
21.07. Balge, Rock das Ding
05.10. Zülpich, Live Proberaum
13.10. Esslingen, Dieselstrasse

WADE BOWEN
wizpro.com
Der texanische Musiker und Songschreiber Wade Bowen hat mit SOLID GROUND ein neues Album im Gepäck. Für Country-Fans ein Muss!

25.06. Hamburg, Nochtwache
26.06. Köln, Blue Shell
27.06. Berlin, Quasimodo

THE BRANDOS
oktoberpromotion.com
Bei den Brandos treffen CCR auf The Who, Classic Rock auf lateinamerikanische Einflüsse, Folk auf Feuer!

22.09. Isernhagen, Blues Garage
24.09. Metzingen-Glems, Hirsch
25.09. Augsburg, Spectrum
02.10. Aschaffenburg, Colos-Saal
03.10. Winterbach, Strandbar 51
04.10. Bensheim, Musiktheater Rex
05.10. Dortmund, Blue Notez
08.10. Nürnberg, Hirsch
09.10. Bremen, Meisenfrei
11.10. Hamburg, Knust
12.10. Weimar, Zwiebelmarkt
13.10. Weimar, Zwiebelmarkt
16.10. Köln, Yard Club
18.10. Heilbronn, Waldhaus
19.10. Erfurt, Museumskeller
20.10. Reitwein, Live in Reitwein
21.10. Karlsruhe, Jubez

TYLER BRYANT & THE SHAKEDOWN
wizpro.com
Die vielversprechenden Rock’n’Roll-Newcomer aus Nashville haben die Bühne bereits mit Größen wie AC/DC oder B.B. King geteilt und werden auf ihrer Headliner-Tour so manche Location zum Kochen bringen.

05.07. Köln, Blue Shell
16.07. München, Backstage Club
17.07. Hannover, Lux

THE CADILLAC THREE
wizpro.com
The Cadillac Three sind die wilden Rocker im großen Country-Zirkus von Nashville und erfrischen das Genre mit einer ordentlichen musikalischen Verjüngungskur!

12.07. Nürnberg, Hirsch
13.07. Aschaffenburg, Colos-Saal

ERIK COHEN
starkult.de
Als „New Wave Of German Rockmusic“ bezeichnet der Kieler Solokünstler Daniel Geiger alias Erik Cohen seine dunklen Klänge. Der hat gerade ein neues Album im Gepäck und kann an folgenden Terminen live ausgecheckt werden:

25.10. Osnabrück, Kleine Freiheit
26.10. Leipzig, Naumanns
27.10. Nürnberg, Z-Bau
02.11. Dortmund, FZW
03.11. Köln, Gebäude 9
01.12. Flensburg, Volksbad

LUKE COMBS
wizpro.com
Singer/Songwriter und Country-Musiker Luke Combs kommt für eine exklusive Show nach Deutschland.

11.10. Berlin, Columbia

COVEN
rodeostar.de
Die Okkult- Rock-Ikone „Jinx“ Dawson kommt mit ihren legendären Coven nach Deutschland. Eine seltene Gelegenheit, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

13.06. Hamburg, Logo
14.06. Berlin, Bi Nuu
15.06. München, Backstage Halle
16.06. Lichtenfels, Paunchy Cats
18.06. Frankfurt, Das Bett

DEVIN DAWSON
wizpro.com
Country-Nachwuchs-Talent Devin Dawson aus Nashville vereint tiefgreifende Geschichten mit roh anmutenden Klängen.

24.05. Berlin, Musik & Frieden
26.04. Hamburg, Nochtspeicher

CHARLES ESTEN
wizpro.com
Ein echter Alleskönner: Charles Esten ist nicht nur Schauspieler, sondern auch begnadeter Country-Musiker. Sein Talent wird er an drei Terminen unter Beweis stellen:

13.06. Berlin, Heimathafen
14.06. Hamburg, Gruenspan
15.06. Köln, Gloria

BRIAN FALLON & THE HOWLING WEATHER
fkpscorpio.com
Bekannt geworden ist Brian Fallon durch seine Band The Gaslight Anthem, doch auch als Solokünstler beeindruckt er mit seinen lyrischen und musikalischen Fähigkeiten.

10.06. Wiesbaden, Schlachthof
20.06. Dresden, Alter Schlachthof

FISCHER-Z
assconcerts.com
Die fabelhaften Fischer-Z kommen ab Mai für ein paar zusätzliche Live-Shows zurück nach Deutschland.

29.05. Saarbrücken, Garage
30.05. Darmstadt, Centralstation
01.06. Dornstadt, Wutzdog Open Air
02.06. Brilon, Alme
03.06. Oldenburg, Kulturetage
05.06. Kaiserslautern, Kammgarn

FISH
assconcerts.com
Fish, bekannt als Sänger der Rockband Marillion, kommt ab September für einige Shows nach Deutschland. Dabei wird er sein neues, im September erscheinendes Album WELTSCHMERZ live vorstellen.

28.09. Köln, Kantine
29.09. Hannover-Isernhagen, Blues Garage
11.10. Hamburg, Fabrik
12.10. Oldenburg, Kulturetage
14.10. Berlin, Kesselhaus
30.10. Bochum, Zeche
31.10. Osnabrück, Rosenhof
01.11. Aschaffenburg, Colos Saal
03.11. Erfurt, Stadtgarten
04.11. Augsburg, Spectrum
08.11. Bensheim, Musiktheater Rex
09.11. Karlsruhe, Substage
11.11. München, Backstage
12.11. Nürnberg, Hirsch
14.11. Saarbrücken, Garage

FOO FIGHTERS
fkpscorpio.com
Zu den Foo Fighters braucht man nicht mehr viel zu sagen, sie sind inzwischen legendäre Helden der zeitgenössischen Rockmusik. Bei ihrer exklusiven Einzelshow in Hamburg werden sie von Wolf Alice und The Kills unterstützt.

10.06. Hamburg, Trabrennbahn Bahrenfeld

FOREIGNER
wizpro.com
Zur Feier ihres 40-jährigen Bühnenjubiläums kommen Foreigner nochmal nach Deutschland und präsentieren ihre größten Evergreens in einer exklusiven Liveshow.

23.05. Baden-Baden, Festspielhaus

FUCK YEAH
fkpscorpio.com
Fuck Yeah aus München vermischen Post-Punk, Glam und Indie mit viel Underground. Prädikat: hörens- und sehenswert!

17.05. Hamburg, Nochtwache
22.05. Köln, Blue Shell

THE HOOTERS
assconcerts.com
Die Hooters gehen auf große „Give The Music Back“-Tour und werden nicht mit Hits wie ›All You Zombies‹ oder ›Johnny B‹ geizen.

07.07. Bensheim, Musiktheater Rex
08.07. Ritterhude, Forum Ritterhude
16.07. Köln, Kantine
17.07. Bochum, Zeche
18.07. Berlin, Columbia Theater
19.07. Nürnberg, Hirsch
21.07. Büren, Almeauen Park (Open Air)
23.07. Aschaffenburg, Colos Saal
24.07. Aschaffenburg, Colos Saal
26.07. Freiburg, ZMF
27.07. Braunschweig, Wolters Hof (Open Air)
28.07. Neuler, Gruabarock
29.07. Seebronn, Rock Of Ages
01.08. Augsburg, Spectrum

Jeff Beck – STILL ON THE RUN – THE JEFF BECK STORY

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The Jeff Beck Story

DVD: Ein nonkonformistischer Gitarrenvirtuose blickt zurück.

Freunde, Kollegen und Wegbegleiter von Jeff Beck finden sich eine ganze Menge in Regisseur Matthew Long­fellows 108-Minuten-Dokumentation STILL ON THE RUN – THE JEFF BECK STORY. Zwischen rarem Archivmaterial kommen David Gilmour, Jan Hammer, Joe Perry, Beth Hart, Slash sowie die Mitglieder aus der aktuellen Formation des achtfachen Grammy-Gewinners zu Wort. Auch Rod Stewart und Ron Wood, Becks Sidekicks von 1967 bis 1969, ließen sich vor die Kamera locken. Mit Schmun­zeln erinnert sich Wood daran, dass der Chef ihn zwischen den Alben TRUTH und BECK-OLA sowie nervenaufreibenden US-Tourneen immer wieder mal feuerte, nur um ihn wenig später erneut anzuheuern. Ähnlich hart aber herzlich ist auch Becks Verhältnis zu den ebenfalls interviewten Jugendfreunden Jimmy Page und Eric Clapton. Als letzterer bei den Yardbirds ausstieg, ersetzte ihn Beck, der wiederum nach kurzem Doppel-Gitarren-Gespann mit Page diesen als seinen Nachfolger installierte.

Während Page und Clapton zu Superstars avancierten, blieb der passionierte Hot-Rod- und Sportwagenliebhaber Beck ein wagemutiger Grenzgänger und experimentierfreudiger Innovator mit Hang zu Exotischem von Jazz Fusion bis Fifties-Rock’n’­Roll. Aber auch ein Exzentriker, dessen diverse Beset­zungen der Jeff Beck Group oder der Versuch mit Beck, Bogert & Appice eine Supergroup zu etablieren jeweils nur kurz währten. Dennoch überwiegen bei Becks Nonkonformismus die Vorteile: Bis in die Gegenwart gelang es dem ungebrochenen Virtuosen nicht nur seine Jugendlichkeit zu konservieren, er konnte sich auch die Neugierde bewahren über den Tellerrand zu blicken, um unbekanntes Terrain zu erforschen, wie aktuelle Veröffentlichungen und stets hochspannende Konzerte beweisen. Als Bonus hängen fünf bislang unveröffentlichte Mitschnitte vom Montreux Jazz Festival 2007 an.

9/10

Jeff Beck
STILL ON THE RUN – THE JEFF BECK STORY
EAGLE VISION/UNIVERSAL

John Mellencamp – PLAIN SPOKEN: FROM THE CHICAGO THEATRE

John Mellencamp Plain Spoken From The Chicago Theatre

DVD: Storytelling im Fokus.

PLAIN SPOKEN: FROM THE CHI­CAGO THEATRE wurde im Oktober 2016 in der Windy City aufgezeichnet und liefert einen auf die Quint­essenz eines jeden Konzerts reduzierte Sichtweise auf sechzehn Kompositionen aus John Mellencamps reichhaltigem Backkatalog. Optisch und soundtechnisch gibt es während des gesamten Konzertfilms keine übertriebene Effekt­hascherei, sondern einen stilsicher in Szene ge­­setzten Auftritt des 1951 in Seymour, Indiana ge­­borenen Singer-/Songwriters und seiner hervorragenden Band. Die DVD kann in zwei verschiedenen Versionen genossen werden: Entweder mit Mellencamps Kommentaren, die nicht wie üblich einfach über die Aufnahmen gelegt wurden, sondern erheblich zum Gesamterlebnis beitragen. Ohne Johns weise Worte ist PLAIN SPOKEN: FROM THE CHICAGO THEATRE aber immer noch weit weg von einer normalen Live-DVD, denn durch den fantastischen Lightjob ergibt sich trotz des intimen Rahmens eines Theaters eine unglaubliche Tiefe – und die rückt den Protagonisten und seine Mitstreiter einzigartig in den Fokus des Ge­­schehens. Als Bonus ist der DVD der komplette Gig als Audio-CD beigelegt.

8/10

John Mellencamp
PLAIN SPOKEN: FROM THE CHICAGO THEATRE
EAGLE ROCK ENTERTAINMENT/UNIVERSAL MUSIC

JOEY RAMONE – Die Antwort lautet: Rock’n’Roll

joey ramoneAls die Ramones 1974 zusammenfanden, hauchten sie der fett und selbstgerecht gewordenen Rock-Kultur neues Leben ein. Die Band ist längst Geschichte, doch ihr Credo hat noch heute Bestand.

Allem Anfang wohnt ein Zauber inne. Manchmal aber auch ein kleines Missverständnis, zumindest was die wohl einflussreichste Punk-Band aller Zeiten betrifft: Denn als Joey, Johnny, Dee Dee und Tommy 1974 im New Yorker „Performance Studio“ erstmals aufeinander trafen, war der Genre-Begriff „Punk“ noch gar nicht erfunden. Was die vier jungen Männer aus Queens einte, war vor allem zweierlei: Unzufriedenheit und Lust. Erstere bezog sich auf die zeitgenössische Rockmusik, etwa auf das protzige Superstar-Gehabe von Bands wie Led Zeppelin und Pink Floyd, die mit tonnenschwerem Equipment Virtuosität und Kunstfertigkeit zelebrierten, sich dabei von der Essenz des Rock’n’Roll aber mehr oder minder weit entfernt hatten. Lust verspürten sie darauf, genau jene Essenz in die Gegenwart zu retten.

Die Frage, ob Kunst etwas mit Können zu tun haben sollte, ist ein ewiger Streitpunkt. Aber seien wir ehrlich: Das Faszinierende an Rock’n’Roll im unverfälschten Sinne ist die Pose, die richtige „Attitude“, die raue Energie, der Mut zur scheinbaren oder echten Trivialität. Elf Minuten lange Songs mit gloriosen Soli und trickreichen Tempowechseln mögen große Kunst sein, doch der Rock’n’Roll ist dazu in der Lage, alles, was gesagt werden muss, in 150 Sekunden zu sagen. Zwei, drei Akkorde reichen mitunter völlig. Die Ramones wählten genau diesen Ansatz, zitierten die Garagen-Bands der Sixties, ergänzt um den Trash-Faktor des Bubblegum-Pop – keine Musik für Schöngeister, sondern derbes Uptempo-Amüsement für abenteuerlustige Teenies, die einfach nur die Sau rauslassen wollen. Dass sie mit diesem Konzept erst zu den Lieblingen der New Yorker Hipster-Szene aufstiegen und kurz darauf als Urväter des Punk gerühmt wurden, war 1974 nicht ansatzweise absehbar.

Was zu einem weiteren Streitpunkt führt, nämlich der Frage, wer den Punk denn nun erfunden hat. Auf der britischen Insel pflegt man sich diesen Orden ans Revers zu heften, woraufhin Kenner der US-Szene gemeinhin nur mit vier Buchstaben antworten: CBGB. Denn so hieß der New Yorker Club, in dem die Ramones, Richard Hell und Johnny Thunders schon Punk unters Volk streuten, als Johnny Rotten noch John Joseph Lydon hieß und beim Hackney Technical College den Unterricht schwänzte. Formal betrachtet spielten schon Iggy & The Stooges und die MC 5 Punk, Ende der Sechziger also, und wer will, kann die Wurzeln sogar bis Mitte des Jahrzehnts zurückverfolgen, als US-Garagenbands den Proto-Punk zusammenhämmerten. Wer’s nicht glaubt, sollte sich einmal ›Riot On Sunset Strip‹ anhören, 1967 aufgenommen von den Standells. Doch seien wir salomonisch: Die Yankees haben’s erfunden, aber die Briten – respektive Malcolm McLaren – haben daraus einen Trend gezimmert, ein Pop-Phänomen, eine Mode.

Apropos: Modisch betrachtet, entsprachen die Ramones zu keinem Zeitpunkt all den späteren Punk-Klischees. Keine grün gefärbten Iros. Keine Sicherheitsnadeln. Vier Typen in engen Jeans und mit langen Haaren, die rein optisch wohl auch als gestandene Bluesrocker durchgegangen wären. Anarchie? Revolution? Königinnenmord? Bei den Ramones kein vordergründiges Thema. Stattdessen gab es comichaft überzeichneten Sarkasmus á la ›Blitzkrieg Bop‹, makabren Psycho-Punk wie ›Cretin Hop‹, ›Teenage Lobotomy‹ und ›I Wanna Be Sedated‹. Ganz zu schweigen von komplett apolitischem Teenie-Futter der Sorte ›Do You Wanna Dance?‹: 1958 von Bobby Freeman geschrieben und sieben Jahre später von den Beach Boys popularisiert, ließ die siebte Single der Ramones den ironiefreien Polit-Punk anno 1978 vermutlich das durchstochene Näschen rümpfen. Dürfen die das?

T.G. Copperfield: Neue EP in Gedenken an seinen Vater

T.G. Copperfield schwelgt schon seit längerem in einer hochproduktiven, kreativen Phase. Erst kürzlich hat der Künstler eine neue EP veröffentlicht.

Mitte 2016 startete der Regensburger T.G. Copperfield, Mitglied der Rhythm’n’Blues-Band 3 Dayz Whizkey, seine Solokarriere. Seitdem hat der Gitarrist und Sänger bereits zwei Platten veröffentlicht.

Nach seinem Debüt von Januar 2017 und dem im Dezember 2017 erschienenen Konzeptalbum THE WORRIED MAN legt der Künstler jetzt eine neue EP nach.

TUNES FOR GEORGE heißt das gute Stück, ist Copperfields verstorbenem Vater gewidmet und enthält sechs sehr persönliche und bewegende Songs. Die EP ist am 11. Mai – einen Tag nach Vatertag – erschienen.

Bruce Springsteen – THE ALBUM COLLECTION VOL. 2, 1987–1996

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Bruce Springsteen The Album Collection Vol 2

Herzschmerz und soziales Gewissen: Springsteen von den späten 80ern bis zu den mittleren 90ern.

Dem größten Erfolg wohnte auch ein Ende inne: Mit BORN IN THE USA ging 1984 das vorüber, was man die klassische Phase von Bruce Springsteen & The E Street Band nennen kann und die grob zehn Jahre dauerte. Am Zenit seines Ruhms legte der Mann aus New Jersey seine Band auf Eis, heiratete Model und Schauspielerin Julianne Phillips und schrieb das so romantische wie dunkle, von Unsicherheit getriebene Beziehungsalbum TUNNEL OF LOVE (1987). Synthesizer und Key­boards ließen die Songs modern und elegant klingen – der fantastische Titeltrack, das kraftvolle ›Tougher Than The Rest‹ oder auch das akustisch-mäandernde ›Valentine’s Day‹ machten es zu einer der besten Springsteen-Platten überhaupt.

Der Start in die 90er-Jahre glückte weniger, doch sind die beiden 1992 erschienenen Nachfolger nicht so schlecht, wie sie teils gemacht werden. Songs wie ›Cross My Heart‹, ›All Or Nothin’ At All‹ oder ›Leap Of Faith‹ überwältigen jetzt nicht, doch auf dem düsteren HU­­MAN TOUCH finden sich neben dem gleichnamigen Hit wenn auch keine Meisterwerke, so doch wieder zu Entdeckendes wie ›I Wish I Were Blind‹ oder ›Soul Driver‹. Das Frontcover des positiver gestimmten LUCKY TOWN schaut so beknackt aus, dass es schon wieder cool ist, ›If I Should Fall Behind‹ oder ›My Beautiful Reward‹ gefallen in ihrer melodischen Einfachheit. Für THE GHOST OF TOM JOAD, das letzte Studioalbum des Jahrzehnts, setzte Spring­steen auf akustische Gitarre und Keyboard, er ließ sich von John Steinbecks Literaturvorlage „Früchte des Zorns“ inspirieren und erzählte Geschichten aus dem Grenzgebiet zwischen den USA und Mexiko, von Drogenschmugglern, Grenzwächtern und Flüchtlingen, arme Hunde allesamt, die statt des ge­­lobten Lands Amerika Ausbeutung, Rassismus und Tod finden. Nicht so brillant wie das ebenfalls quasi im Alleingang aufgenommene NEBRASKA, aber ein empathischer Songzyklus und die Rückkehr als Sto­ryteller.

Neben den vier Studio-LPs finden sich die Live-EP CHIMES OF FREEDOM (1988) mit einer Fassung des gleichnamigen Dylan-Stücks und einem akustischen ›Born To Run‹ sowie das Mini-Album BLOOD BROTHERS, für das es zu einer Kurzzeit-Re­union mit der E Street Band kam. Und natürlich der MTV-Auftritt von 1992, in dem Springsteen das „un­­plugged“-Gebot unterwanderte, seine E-Gitarre einstöpselte und einen Mix aus Klassikern und neuem Material spielte. Wie schon beim ersten Teil der AL­­BUM COLLECTION ist der Sound einwandfrei, alle Tracks wurden auf 180g-Vinyl gepresst, das wiederum im originalen Artwork steckt. Im 60-seitigen Booklet gibt’s Zeitungsausschnitte aus den Jahren 1987 bis 1996, ein längeres Rolling-Stone-Interview und Fotos, besonders schön aus der TUNNEL OF LOVE-Phase. Mit Blumenstrauß und in feinem Zwirn. Ungewohnt aber gut.

8/10

Bruce Springsteen
THE ALBUM COLLECTION VOL. 2, 1987–1996
COLUMBIA/SONY

Neuerscheinungen: Ab heute im Plattenladen

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Joe Bonamassa liveJoe Bonamassa wird einfach nicht müde, zügig neue Alben zu veröffentlichen und auch Courtney Barnett, Michael Rault und Stephen Malkmus & The Jicks haben brandheiße Werke am Start, die ab heute in den Läden stehen.

Wunderknabe Joe Bonamassa würdigt auf BRITISH BLUES EXPLOSION LIVE seinen größten Vorbildern, namentlich Jeff Beck, Jimmy Page und Eric Clapton:

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Auf ihrer neuen Platte TELL ME HOW YOU REALLY FEEL kann Courtney Barnett ihrer Umwelt nicht so recht etwas Positives abgewinnen. Missmut und depressive Anklänge dominieren die Atmosphäre:

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Obwohl Michael Rault eindeutig Einflüsse wie Badfinger, die Beach Boys und auch die Beatles in seinen Sound flicht, erschafft der Musiker mit viel Gefühl für schöne Melodien moderne und eingängige Songs.

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Pavement-Mastermind Stephen Malkmus setzt auf SPARKLE HARD zusammen mit The Jicks neben Country und Indie auch gerne mal auf proggige, komplexe Klänge:

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