Review: Bruce Springsteen – THE ALBUM COLLECTION VOL. 2, 1987–1996

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Review: Bruce Springsteen – THE ALBUM COLLECTION VOL. 2, 1987–1996

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Bruce Springsteen The Album Collection Vol 2

Herzschmerz und soziales Gewissen: Springsteen von den späten 80ern bis zu den mittleren 90ern.

Dem größten Erfolg wohnte auch ein Ende inne: Mit BORN IN THE USA ging 1984 das vorüber, was man die klassische Phase von Bruce Springsteen & The E Street Band nennen kann und die grob zehn Jahre dauerte. Am Zenit seines Ruhms legte der Mann aus New Jersey seine Band auf Eis, heiratete Model und Schauspielerin Julianne Phillips und schrieb das so romantische wie dunkle, von Unsicherheit getriebene Beziehungsalbum TUNNEL OF LOVE (1987). Synthesizer und Key­boards ließen die Songs modern und elegant klingen – der fantastische Titeltrack, das kraftvolle ›Tougher Than The Rest‹ oder auch das akustisch-mäandernde ›Valentine’s Day‹ machten es zu einer der besten Springsteen-Platten überhaupt.

Der Start in die 90er-Jahre glückte weniger, doch sind die beiden 1992 erschienenen Nachfolger nicht so schlecht, wie sie teils gemacht werden. Songs wie ›Cross My Heart‹, ›All Or Nothin’ At All‹ oder ›Leap Of Faith‹ überwältigen jetzt nicht, doch auf dem düsteren HU­­MAN TOUCH finden sich neben dem gleichnamigen Hit wenn auch keine Meisterwerke, so doch wieder zu Entdeckendes wie ›I Wish I Were Blind‹ oder ›Soul Driver‹. Das Frontcover des positiver gestimmten LUCKY TOWN schaut so beknackt aus, dass es schon wieder cool ist, ›If I Should Fall Behind‹ oder ›My Beautiful Reward‹ gefallen in ihrer melodischen Einfachheit. Für THE GHOST OF TOM JOAD, das letzte Studioalbum des Jahrzehnts, setzte Spring­steen auf akustische Gitarre und Keyboard, er ließ sich von John Steinbecks Literaturvorlage „Früchte des Zorns“ inspirieren und erzählte Geschichten aus dem Grenzgebiet zwischen den USA und Mexiko, von Drogenschmugglern, Grenzwächtern und Flüchtlingen, arme Hunde allesamt, die statt des ge­­lobten Lands Amerika Ausbeutung, Rassismus und Tod finden. Nicht so brillant wie das ebenfalls quasi im Alleingang aufgenommene NEBRASKA, aber ein empathischer Songzyklus und die Rückkehr als Sto­ryteller.

Neben den vier Studio-LPs finden sich die Live-EP CHIMES OF FREEDOM (1988) mit einer Fassung des gleichnamigen Dylan-Stücks und einem akustischen ›Born To Run‹ sowie das Mini-Album BLOOD BROTHERS, für das es zu einer Kurzzeit-Re­union mit der E Street Band kam. Und natürlich der MTV-Auftritt von 1992, in dem Springsteen das „un­­plugged“-Gebot unterwanderte, seine E-Gitarre einstöpselte und einen Mix aus Klassikern und neuem Material spielte. Wie schon beim ersten Teil der AL­­BUM COLLECTION ist der Sound einwandfrei, alle Tracks wurden auf 180g-Vinyl gepresst, das wiederum im originalen Artwork steckt. Im 60-seitigen Booklet gibt’s Zeitungsausschnitte aus den Jahren 1987 bis 1996, ein längeres Rolling-Stone-Interview und Fotos, besonders schön aus der TUNNEL OF LOVE-Phase. Mit Blumenstrauß und in feinem Zwirn. Ungewohnt aber gut.

8/10

Bruce Springsteen
THE ALBUM COLLECTION VOL. 2, 1987–1996
COLUMBIA/SONY

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