Review: Courtney Barnett – TELL ME HOW YOU REALLY FEEL

Courtney Barnett Tell Me How You Really Feel

Tal der Tränen.

„You know it’s okay to have a bad day“, lässt sie im missmutig ausgestatteten Opener ›Hopefulessness‹ wissen. Klar, schlechte Tage haben wir alle. Das Problem ist nur, dass die miese Stim­mung in diesem Fall das ganze Album über anhält, und das ausgerechnet nach dem Durchbruch der Künstlerin. ›City Looks Pretty‹ hört sich im ersten Moment aufgeweckt an, der Einfluss von The Velvet Underground fällt positiv auf, aber in der Zeile „Friends treat you like a stranger and strangers treat you like their best friend, oh well…“ steckt Bitterkeit. Man muss da schon sehr an ihr Vorbild Kurt Cobain denken. Den musikalischen Schwung in ›Charity‹ konterkariert sie arg mimosenhaft: „You must be having so much fun, everything’s amazing, so subservient I make myself sick, are you listening?“ Man kann manches gewiss als trockenen Humor interpretieren. Das geht aber nicht mehr, wenn der Song ›Crippling Self Doubt And A General Lack Of Self Confidence‹ heißt. Besser ist es, wenn sie wie in ›I’m Not Your Mother, I’m Not Your Bitch‹ die Biestigkeit richtig herauslässt und mit ordentlich Punk und Krawall bepackt. Mehr Ent­schlossenheit und weniger Larmoyanz würden ihr besser stehen. Cheer up, Courtney!

6/10

Courtney Barnett
TELL ME HOW YOU REALLY FEEL
MARATHON ARTISTS/KOBALT/ROUGH TRADE

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