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Zeal & Ardor – STRANGER FRUIT

Zeal And Ardor Stranger Fruit

Abstrakte Kompositionen.

Wenn es in diesem Sommer ein Al­­bum gibt, bei dem der Name Pro­gramm ist, dann ist es STRANGER FRUIT! Was Manuel Gagneux mit dieser Scheibe auf den Konsu­men­ten loslässt, ist nur schwer in Worte zu fassen. Ein Boll­werk aus unterschiedlichen Stilrichtungen – mal entspannt, mal ultra-aggressiv – prasselt auf den Hörer ein, der unweigerlich in einer wilden (Klang-)Achterbahnfahrt landet. Death- und Black-Metal-Elemente treffen auf Alternative, Blues, Stoner, Gospel und Soul-Einflüsse, dazwischen zirpen Grillen oder es singt ein Chor plus Vogel­zwitschern. Für Personen, die Musik gerne in Schubladen packen, ist STRANGER FRUIT eine absolute Überforderung der Gehörgänge. Freunde abgefahrener, spannender und unvorhersehbarer Kompositionen haben aber ohne Zweifel großen Spaß mit dieser (im positiven Sinne) wirklich verrückten LP.

8/10

Zeal & Ardor
STRANGER FRUIT
MVKA/ROUGH TRADE

The Beach Boys – WITH THE ROYAL PHILHARMONIC ORCHESTRA

Beach Boys Royal Philharmonic Orchestra

Fragwürdige Ergebnisse einer orchestralen Frischzellenkur.

Ist das nun Leichenfledderei oder kreative Nachlassverwaltung? Diese Frage schwebt über allen Veröf­fent­lichungen der jüngst er­­schienenen Alben, bei denen das Londoner Royal Philharmonic Orchestra seine Arrange­ments zu den aus den Originalaufnahmen isolierten Gesangsspuren hinzugefügt hat (zuletzt durchexerziert etwa bei Elvis Presley oder Aretha Franklin). Nun sind also die Beach Boys an der Reihe und die Resultate sind hier besonders fragwürdig. Denn die Originalver­sionen der Beach-Boys-Klassiker waren in vielen Fällen ohnehin schon orchestral angelegt, da Meisterarrangeur Brian Wilson auch eine Rock­band gleichsam wie einen großen Klangkörper behandelte. Die neuen Fassungen fügen also wenig hinzu, zumal die Produzenten Nick Patrick und Don Reedman auch die Parts der Rhyth­musgruppe oft unverändert in die neuen Fas­sungen übernommen haben. Auch bei der Song­auswahl ging man komplett auf Nummer sicher, Überraschungen sucht man hier vergebens. Dass die Stücke dann doch einen gewissen Zauber entwickeln, liegt einfach an der unvergleichlichen Perfektion der originalen Ge­­sangs­har­monien. Doch wer diese pur genießen will, ist mit dem Album STACK-O-TRACKS von 1968 oder den A-cappella-Fassungen auf den PET-SOUNDS-Boxen wesentlich besser bedient.

6/10

The Beach Boys
THE BEACH BOYS WITH THE ROYAL PHILHARMONIC ORCHESTRA
CAPITOL/UNIVERSAL

Refuge – SOLITARY MEN

Refuge Solitary Men

Ein Hoch auf die guten alten Zeiten.

Refuge? Der aufmerksame Metalfan erinnert sich: Richtig, das Rage-Lineup der Jahre 1988 bis 1993 wirbelte vor vier Jahren mit einem Live-Auftritt als Tres Hombres viel Staub auf – und brachte die Gründung von Refuge auf den Weg. Es folgten Festival-Auftritte der Herren Peavy Wagner, Manni Schmidt und Christos Efthimiadis und sogar Shows in Japan. Die überwältigenden Reaktionen auf das gespielte Rage-Material übertraf die kühnsten Erwartungen des Trios. Die logische Folge: Ein neues Album – das erste seit 25 Jahren in dieser Besetzung. Rage, ähem, Refuge haben es geschafft, auf SOLITARY MEN das Feeling vergangener Tage perfekt einzufangen. Ist es Speed-Metal, ist es Thrash, oder einfach nur gut ge­­schmiedeter Teutonen-Stahl? Egal, Refuge beherrschen das ruppige Riffing (›From The Ashes‹) genauso wie die melodische Hardrock-Nummer (›Waterfalls‹). Die selbst produzierte und von Dan Swanö gemixte Scheibe überzeugt mit genau den eigenständigen und abwechslungsreichen Kompositionen, die dem Ruhrpott-Dreier einst einen festen Platz in der deutschen Szene be­­schert hatten.

7/10

Refuge
SOLITARY MEN
FRONTIERS/SOULFOOD

Text: Matthias Bossaller

Dave Grohl: Gemeinsame TV-Serie mit Mutter Virginia

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Dave Grohl TV Show Virginia GrohlDave und Virginia Grohl produzieren eine Doku über die Mütter von Popstars. Das Projekt heißt „From Cradle to Stage“.

Vergangenes Jahr veröffentlichte Virginia Hanlon Grohl ein Buch mit dem Titel: „From Cradle to Stage: Stories from the Mothers Who Rocked and Raised Rock Stars“. Dafür sprach sie mit den Müttern von beispielsweise Pharrell Williams, Adam Levine und Tom Morello.

Wie „Variety“ berichtet, soll es bald eine TV-Serie zum Buch geben, produziert von Virginia und ihrem Sohn, Foo Fighters-Sänger Dave Grohl.

„Ich freue mich darauf, der Öffentlichkeit die starken, liebenden Frauen vorzustellen, die die großen Träume ihrer musikalischen Söhne und Töchter unterstützt haben“, so Virginia Grohl.

„Es ist mehr als aufregend, beim nächsten Schritt im Projekt meiner Mutter dabei zu sein, in dem sie die Geschichten von anderen Musikern erforscht, die dasselbe Glück hatten wie ich und von so fantastischen Frauen erzogen wurden“, sagt ihr Sohn. „Außerdem…schulde ich ihr was.“

Hier stellt Virginia Grohl ihr Buch im US-Fernsehen vor:

Film-Marvel’s Iron Fist – Staffel 1

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Marvel's Iron Fist

Mit den beiden Netflix-Serien „Daredevil“ und „Jessica Jones“ deutete sich vor drei Jahren an, dass man bei Marvel die Zeichen der Zeit richtig gedeutet hatte: Keine glamourösen Supermenschen standen hier im Mittelpunkt, sondern jene Figuren aus der zweiten Heldenreihe, die in Comic­form von Autoren wie Brian Michael Bendis, Roger McKenzie und Frank Miller für die Exploration dunklerer, doppelbödiger Themen und experimenteller Erzählper­spektiven genutzt wurden. Das Versprechen radikal neuer Blickwinkel auf Superheldentum lösten die Serien zunächst teilweise ein. Der Netflix-Strategie, vielversprechende Storyideen in überlangen Serienquark breitzutreten, fielen in Folge jedoch sowohl „Luke Cage“, „The Punisher“ und die Folgestaffeln der oben genannten Marvel-Titel zum Opfer. Mangelnder erzählerischer Fo­­kus und eine mäandernde Dramaturgie sind nur einige der Verfehlungen, die nun in bisher eklatantester Form „Marvel’s Iron Fist“ zeigt und die das Marvel-Netflix-Serienuniversum nach starkem Beginn vor drei Jahren endgültig in Richtung austauschbarer Belanglosigkeit abrutschen lässt.

4/10

Marvel’s Iron Fist – Staffel 1
Disney

Guns N‘ Roses: Die Setlist und Fan-Videos vom Konzert in Dänemark

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Guns N Roses liev in DänemarkIn Odense spielten Guns N‘ Roses erstmals seit 31 Jahren wieder ›Shadow Of Your Love‹. Außerdem gab’s einige Coverversionen, darunter erneut ›Slither‹ von Velvet Revolver.

Die Europa-Tour 2018 von Guns N‘ Roses ist in die zweite Runde gegangen: Nach ihrer Show in Berlin am vergangenen Sonntag (3. Juni) standen Axl Rose und Kollegen gestern Abend im dänischen Odense auf der Bühne.

Und dort gab’s eine echte Rarität zu hören. Erstmals seit 1987 stand ›Shadow of Your Love‹ auf dem Programm. Der Song, der im Zuge der Aufnahmen zu APPETITE FOR DESTRUCTION entstanden ist, dient als Single zur Jubiläums-Edition des Albums, die Ende Juni erscheint.

Neben vielen Gunners-Klassikern (siehe Setlist unter den Videos) gab’s wie schon in Berlin mehrere Coverfassungen, darunter ›Slither‹ von Velvet Revolver, Glen Campbells ›Wichita Lineman‹ und ›Wish You Were Here‹ von Pink Floyd.

Fan-Videos von Guns N‘ Roses in Dänemark:

Die Setlist:

It’s So Easy
Mr. Brownstone
Chinese Democracy
Welcome to the Jungle
Double Talkin‘ Jive
Better
Estranged
Live and Let Die
Slither
Rocket Queen
You Could Be Mine
New Rose
This I Love
Shadow of Your Love
Civil War
Slash Guitar Solo
Speak Softly Love (Love Theme From The Godfather)
Sweet Child O‘ Mine
Coma
Wichita Lineman
Wish You Were Here
November Rain
Black Hole Sun
Knockin‘ on Heaven’s Door
Nightrain

Zugabe:
Don’t Cry
The Seeker
Paradise City

Dave Grohl: Inszenierter Sturz von der Bühne

Dave Grohl liveDave Grohl war schon immer ein spaßiger Zeitgenosse. Kürzlich veräppelte er sein schwedisches Publikum bei einem Konzert…

Dave Grohl ist bekannt dafür, ein lustiges Kerlchen zu sein. Seinen Sinn für Humor stellte der Chef der Foo Fighters vor kurzem bei einem Konzert in Göteborg am 05. Juni wieder mal unter Beweis.

Er schickte einen als Grohl verkleideten Stuntman auf die Bühne, der einen fiesen Sturz vom Steg herunter vortäuschte. Hintergrund der Aktion war der echte Sturz bei einer Show in der gleichen Arena, bei dem sich der Frontmann vor einigen Jahren das Bein brach.

Nach einigen Schreckenssekunden erschien schließlich der echte Dave völlig gesund und die Show ging los.

Dave Grohls inszenierter Sturz:

Steve Vai – Spirituelles Genie

Er hat sich mit Frank Zappa, David Lee Roth oder David Coverdale die Bühne geteilt. Heute zählt er selbst zu den ganz Großen. Deswegen möchte er lieber mit seinem eigenen Namen glänzen als mit einer Supergroup. Mit STORY OF LIGHT geht er seinen eigenen Weg.

Es gibt Dinge im Leben von Steve Vai, die bedürfen offensichtlich keiner Fortsetzung. Als Mitglied der Band von Frank Zappa erfuhr der seinerzeit blutjunge Vai, was es bedeutet, einem genialen Denker und exzentrischen Zeitgenossen folgen zu müssen. Später bei David Lee Roth, der kurz zuvor die amerikanische Startruppe Van Halen verlassen hatte, lernte er das grelle Rockstar-Leben kennen und wie man sich mit einer launischen Diva arrangiert. Diese Lektion konnte er anschließend auch bei Whitesnake gut gebrauchen, denn dort hatte er es nicht nur mit dem Lust & Libido-Vokalisten David Coverdale zu tun, sondern musste allabendlich den Hauptspot der Scheinwerfer auch mit dem holländischen Gitarrenkollegen Adrian Vandenberg teilen. Das Ergebnis: ein wahrer Clash der Titanen, mit großen Gesten, schrillen Klamotten und einem erbitterten Bühnengerangel um Aufmerksamkeit und musikalische Vorherrschaft.

Das alles brauche er heute nicht mehr, erklärt Vai und erteilt damit jeglichen Gerüchten eine Absage, er wolle demnächst – Joe Satriani und Chickenfoot haben es vorgemacht – seine bisherigen Soloambitionen um eine Allstar-Truppe erweitern. „Der Unterschied zwischen Joe und mir ist: Ich hatte das alles bereits, die ganz große Showbühne mit Zappa, Roth und Whitesnake. Joe dagegen war bislang überwiegend Solokünstler und hat sich mit Chickenfoot einen Traum erfüllt. Toll für ihn, aber für mich sind heute andere Dinge entscheidend.“

Zum Beispiel künstlerische Vielfalt und die Möglichkeit, hemmungslos zu experimentieren. „Ich war immer schon fasziniert von guten Kompositionen“, erklärt er, „ich schrieb bereits kleinere Werke, bevor ich überhaupt Gitarre spielen konnte.“ Sein neuestes Soloalbum THE STORY OF LIGHT, das auf seinem eigenen Label Favored Nations erscheint, ist voll mit dem, was für Vai echte Kompositionen ausmacht. „Mein Stil ist etwas bizarr, ich weiß das“, gibt er unumwunden zu und umreißt die Parameter des typischen Vai-Sounds mit „kein Mainstream, sondern eine Mischung aus Rock, Blues, Jazz und Klassik. Mir ist wichtig, dass die Leute sagen: ,Dieser Song klingt wie Steves Art, Blues zu spielen. Oder Rock. Oder Jazz. Egal welche Richtung er einschlägt, aber es ist immer typisch Steve Vai.‘“

Bei zwei Nummern auf THE STORY OF LIGHT stellt sich der Gitarrenvirtuose dennoch ins zweite Glied: Die Nummer ›John The Revelator‹ wur-de von der „The Voice“-Finalistin Beverly McClellan eingesungen, die Vai bei einer Veranstaltung der amerikanischen Musikindustrie-Organisation NARAS kennenlernte. Text, Melodie und Gesang zum Song ›No More Amsterdam‹ wiederum stammen von Aimee Mann. Mann und Vai kennen sich seit Jahren: „Aimee ist eine gute Freundin meiner Ehefrau, die zwei haben zusammen studiert und im Studentenwohnheim Tür an Tür gewohnt. Als ich bei einem Song, für den ich Gesang vorgesehen hatte, nicht so recht weiter kam, schlug meine Frau vor, Aimee anzurufen und sie um Hilfe zu bitten. Es war die goldrichtige Idee.“

THE STORY OF LIGHT ist also eine Art Zwitter, mit überwiegend instrumentalen Werken und wenigen Gesangsnummern, eine davon übrigens von Vai selbst eingesungen. „Der jeweilige Song gibt vor, welcher Sänger zu ihm passt“, behauptet der 52-Jährige, „als Komponist hat man letztendlich kaum Einfluss darauf.“ Schwer vorzustellen, außer man pflegt einen Hang zum Spirituellen. Und den besitzt Vai ohne Zweifel: „Ohne meine metaphysische Ader wäre ich als Künstler sicherlich kaum existent“, erklärt er – und erinnert damit indirekt an das Motto eines seiner bekanntesten Songs: ›For The Love Of God‹.