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Start Blog Seite 632

Film-Hereditary

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Hereditary

Sein Interesse an dunklen Familiengeheimnissen offenbarte Regisseur Ari Aster bereits in seinem Kurzfilm „The Strange Thing About The Johnsons“, dessen Kommentarbereich auf Youtube mit Publikumsreaktionen von anerkennendem Lob bis schockierter Wut gefüllt ist. Wenig verwunderlich, schließlich dreht sich Asters zum viralen Videohit avancierter Schockfilm um einen Teenager, der seinen eigenen Vater vergewaltigt und schließlich von seiner Mutter mit einem Schürhaken erstochen wird. Etwas weniger transgressiv, aber nicht weniger düster zeigt sich nun Asters Langfilmdebüt, das seit Jahresbeginn auf einigen Filmfestivals zu sehen war und per Mund­propaganda und überschwänglichen Online-Reviews vom Gruselgeheimtipp zum unbedingten Kandidaten für den Horrorfilm des Jahres heranwuchs.

Ohne zu tief in die Handlung einzusteigen – schließlich lebt „Hereditary“ ein Stück weit davon, in unvorhersehbares thematisches Terrain irgendwo zwischen „Rose­mary’s Baby“, „Der Exorzist“ und „Donnie Darko“ zu navigieren – kann man Aster zu seinem Meisterstück nur gratulieren. Nachdem mit Großmutter Ellen die Matriarchin des Graham-Clans verstorben ist, muss sich die Familie und Tochter Annie (großartig: Toni Collette) einigen mehr als unangenehmen Wahrheiten über die familiäre Vergangenheit stellen. Trauer­be­wältigung ist hier zu Beginn zwar noch der klar gesetzte emotionale Anker, an dem „Hereditary“ festgezurrt ist.

Nach wenigen Minuten Laufzeit wird zunehemend deutlich, dass Aster aus den Versatzstücken okkulten Grauens und morbider Faszination mit den Untiefen geistiger Umnachtung eine unnachgiebige Symphonie des Terrors komponiert. Dank brillantem Sounddesign, starken Bildwelten und eindringlichen Schnittfolgen, gepaart mit Asters kompromisslosem Abstieg in die düsteren Untiefen des Wahnsinns, ist „Hereditary“ die bisher positivste Überraschung des Kinojahres 2018.

Hereditary
Splendid/Start: 14.06.

Gewinnspiel: Hier das neue Album von Richie Sambora sichern!

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Richie Sambora Radio Free AmericaAuf RADIO FREE AMERICA macht Richie Sambora, ehemals Bon Jovi, gemeinsame Sache mit der australischen Gitarristin Orianthi. RSO nennt sich das gemeinsame Bandprojekt, wir verlosen drei Alben.

Hier teilnehmen:

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Black Sabbath – SUPERSONIC YEARS: THE SEVENTIES SINGLES BOX SET

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Black Sabbath Supersonic Years

Zehn auf einen Streich: Black Sabbaths 70er-Vinyl-Singles in schicker Box.

Als um 1969/70 die britische Hard’n’Heavy-Frontfraktion aus Black Sabbath, Deep Purple, Led Zeppelin und Uriah Heep musikalisches Neuland betrat, musste die einst so erfolgreiche 7-Inch-Single nach dem Willen der Bandrebellen außen vor bleiben. Fortan sollten Alben als Maßstab gelten und keine einzelnen Songs, erst recht keine Charthits. Dass die großen Vier ihre globalen Durchbrüche allesamt auch 45er-Edits verdankten, die meist vom jeweiligen Label gefordert wurden, ist allerdings historisch belegbar. SUPERSONIC YEARS: THE SEVENTIES SINGLES BOX SET nimmt minutiös die Spuren­suche auf, kompiliert chronologisch zehn Vinyl-Preziosen in internationalen Picture-Sleeves mit ausführlichem Booklet.

Mit dem selbstbetitelten Debüt im Februar 1970 legten Black Sabbath einen satten Start hin. Der Non-LP-Track ›Evil Woman (Don’t Play Your Games With Me)‹, im Original von der US-Band Crow, samt B-Seiten-Auskopp­lung ›Wicked World‹ erwies sich dennoch als La­­denhüter. Durch die Decke ging der ungestüm langhaarige Viererpack aus Birmingham ab August 1970 mit dem Last-Minute-Titelsong vom zweiten Album PARANOID und ›The Wizard‹ auf der Rückseite: Hierzulande platzierte sich der vehemente Riff-Rocker gar auf Nummer 1. Woran es lag, dass Black Sabbaths Auskopplungen erst wieder ab 1978 mit ›Never Say Die‹/›She’s Gone‹ und ›Hardrock (Single Edit)‹/›Symptom Of The Uni­verse (German Single Edit)‹ stromlinienförmige UK-Charttauglichkeit demonstrierten, weiß wohl nur Beelzebub allein.

Gelangten mit ›Iron Man (Single Edit)‹/›Electric Funeral‹ (1970), ›To­­mor­row’s Dream‹/›Laguna Sunrise‹ (1972), ›Sabbath Bloody Sabbath (Edited Version)‹/›Changes‹ (1973) und ›Am I Going Insane (Radio Edit)‹/›Hole In The Sky‹ (1975) doch durchweg Sabbath-Klas­siker auf kleine Scheiben. Hingegen schwächelten die Auskopplungen ›Gypsy‹/›She’s Gone‹ und ›It’s Alright‹/›Rock’n’Roll Doctor‹ vom ohnehin mediokren 76er-Werk TECHNICAL ECSTASY mehr oder minder stark.

10/10

Black Sabbath
SUPERSONIC YEARS: THE SEVENTIES SINGLES BOX SET
RHINO/WARNER

Eric Clapton – LIFE IN 12 BARS

Eric Clapton Life in 12 Bars

Ein Leben in mehr als zwölf Takten: Soundtrack-Doppel-CD zur gleichnamigen Kinodoku.

In den Mittsechzigern stand auf einer Londoner Mauer „Clapton Is God“ gepinselt. Ein ebenso plakativ unsinniger wie für den angeblich Geehrten gefährlicher Slogan. Wie sehr der britische Gitarrenvirtuose und manische Blues-Enthusiast nach dem weltweiten Durchbruch im Trio Cream außer Balance geriet, dürfte hinlänglich im kollektiven Pop-Bewusstsein gespeichert sein: Jahre­langer schwerer Heroinabhängigkeit folgte eine ebenso herbe Alkoholsucht. Dass seine Musik ihm immer wieder als Therapie bis zur endgültigen Genesung diente, grenzt an ein Wunder angesichts diverser Freunde und Wegbegleiter, denen das nicht vergönnt war.

Die Doppel-CD LIFE IN 12 BARS, der Sound­track zu gleichnamiger Kinodoku von Regis­seurin Lili Fini Zanuck, versammelt auf 32 Tracks, davon fünf bislang unveröffentlicht, die Essenz des Meisters. Blues von den Origi­nalen Muddy Waters und Big Bill Broonzy liefert den Einstieg. Danach folgen sämtliche Stationen in Chronologie bis zum Jahre 1974: Eric Claptons Snobismus ließ ihn rasch von der R&B-Combo The Yardbirds (›I Wish You Would‹, ›For Your Love‹) zu John Mayalls pu­­ristischen Bluesbreakers (›Steppin’ Out‹, ›All Your Love‹) wechseln. Als Beispiele für die gigantomanische Cream-Ära dienen Studio­versionen (›I Feel Free‹, ›Strange Brew‹, ›Sun­shine Of Your Love‹, ›Badge‹) sowie die Live­mitschnitte ›Crossroads‹, ›Spoonful‹ und ›White Room‹. Den Sessionmusiker Clapton gibt es auf Aretha Franklins ›Good To Me As I Am To You‹ sowie ›While My Guitar Gently Weeps‹ von den Beatles und George Harri­sons ›My Sweet Lord‹ zu hören.

Es folgen die Intermezzi mit Blind Faith (›Presence Of The Lord‹) und Delaney, Bonnie & Friends (›Co­min’ Home‹), bevor Clapton sowohl als Solist wie auch bei Derek And The Dominos (insgesamt sieben Studio- und Live-Tracks) zum ur­­eigenen, seither nur noch wenig variierten, mehrheitlich von Amerikanismen geprägten Stil findet. Nach Junkie-Durchhängern in den frühen 70er-Jahren folgte 1974 das fulminante Comeback 461 OCEAN BOULEVARD. Da findet sich auch die bis dato unveröffentlichte Full-Length-Version von Bob Marleys ›I Shot The Sheriff‹.

9/10

Eric Clapton
LIFE IN 12 BARS
UNIVERSAL

Der Trailer zur Doku „Life In 12 Bars“:

Video der Woche: Deep Purple 1974 mit ›Burn‹

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Beim berüchtigten California Jam von 1974 rockten neben Gruppen wie Black Sabbath oder Earth, Wind & Fire die Herren Deep Purple als Headliner.

Und irgendwo hinter’m Regenbogen… spielten sich einst Deep Purple die Seele aus dem Leib. Nämlich beim berühmten California Jam im Jahre 1974.

In der MK3-Besetzung mit David Coverdale, Glenn Hughs und Orgelgenie Jon Lord, der heute übrigens Geburtstag feiern würde, spielte die Truppe damals auch ihren jüngsten Hit ›Burn‹ vom gleichnamigen Album.

Deep Purple mit ›Burn‹

Rob Halford: Zusammenarbeit mit Tobias Forge von Ghost

Rob Halford spricht in letzter Zeit oft von Kooperationen. Jetzt würde er sich gerne mit „Cardinal Copia“ von Ghost zusammentun…

Kürzlich erzählte Rob Halford von Judas Priest in einem Interview mit der Phoenix New Times, dass er gerne mit „Cardinal Copia“ zusammenarbeiten würde: „Ich war in der Garderobe zusammen mit Tobias Forge von Ghost und wir sprachen über diverse Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Musikern kann es sehr viel Spaß machen, in die Welt des anderen einzutauchen. Das ist wie mit verschiedenen Fußballmannschaften: Du betreibst den selben Sport, aber in einem anderen Spiel. Mich würde einfach interessieren, wie ich mich dort mit meiner Stimme einfügen könnte.“

Anfang dieses Jahres hatte Halford bereits davon gesprochen, ein Black Metal Projekt mit Künstlern wie beispielsweise Nergal von Behemoth in Angriff zu nehmen.

Außerdem würden er und Kollege Tony Iommi schon lange darüber sprechen, endlich einmal gemeinsame Sache zu machen. Kürzlich hatte Halford mit Baby Metal und Five Finger Death Punch kollaboriert.

Neuerscheinungen: Ab heute im Plattenladen

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the-beach-boys with the royal philharmonic orchestreEndlich wieder Freitag, endlich wieder (fast) Wochenende und vor allem: Endlich wieder neue Perlen, um das Plattenregal zu bestücken. In dieser Woche gibt es Neuheiten von den Beachboys, Refuge, Zeal & Ardor und The Wood Brothers.

Die Verbindung von Orchestern und Pop- bzw. Rockbands ist nicht neu. Auch Beach Boys-Klassiker gibt es jetzt auf THE BEACH BOYS WITH THE ROYAL PHILHARMONIC ORCHESTRA als neue Arrangements zu hören:

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Refuge, ehemals Rage, aus Herne wissen, wie man eine ordentliche Mische aus Thrash-, Speed Metal und Hard Rock in Albumform giesst. Den Beweis liefert SOLITARY MEN:

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Mit STRANGER FRUIT liefern Zeal & Ardor ein breitgefächertes Hörerlebnis, das aufgrund seiner vielen Elemente in keine Schublade zu packen ist:

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Funk, Blues, Folk und Gospel treffen bei der Neuen ONE DROP OF TRUTH der Woodbrothers auf Roots Rock, nachdenkliche Texte und die Umweltproblematik:

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The Wood Brothers – ONE DROP OF TRUTH

The Wood Brothers One Drop Of Truth

Ein Muster an Zuverlässigkeit.

Sie hätten sich bei der Entstehung dieses Albums freier und unabhängiger gefühlt, sagen Chris und Oliver Wood sowie ihr Stammpartner Jano Rix. In Eigenregie konnten sie nämlich machen, was sie wollten. Variation kann für sie aber unmöglich ein Fremdwort sein, wenn man an LOADED oder THE MUSE zurückdenkt. Strikt nach einer Methode läuft es bei ihnen nicht ab. In ›River Takes The Town‹ knöpfen sie sich jetzt das Um­­weltproblem vor, berichten sie über brechende Dämme und endlose Fluten und versetzen das mit Klängen aus Jazz und Gospel. ›Happiness Jones‹ wirkt im Vergleich dazu sorgloser und ausgelassener, nicht zuletzt wegen eines fabelhaften Funk-Grooves. ›Strange As It Seems‹ ist eine wunderbar spartanisch arrangierte Folk-Ballade und in ›Sky High‹ stecken hitziger Blues und Soul mit Louisiana-Tönung. Zum Schluss obsiegt erneut der Ernst des Lebens, es geht um die Härte des Südstaatenlebens mit Waffenwahnsinn an der Spitze. „You can try but you can’t look away“, resümieren die Brüder. Ihren Gedanken kann man ohne Probleme folgen. Ihrer Musik auch. Klar, zuerst hatte man leichte Zweifel. Ihr letztes Album PARADISE klang schon etwas verbissen. Jetzt nehmen die Woods es lockerer und zeigen, wie vital und kontrastreich Roots-Rock 2018 sein kann.

9/10

The Wood Brothers
ONE DROP OF TRUTH
THIRTY TIGERS/ALIVE