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Start Blog Seite 605

AC/DC: Neues Album mit Cliff, Brian, Phil, Angus und… Malcolm!?

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Herzinfarktalarm für alle AC/DC-Fans! Scheinbar braut sich da etwas ganz Besonderes zusammen…

Vor wenigen Wochen die aufregenden Neuigkeiten: Angus Young, Stevie Young, Brian Johnson und Phil Rudd wurden alle zur fast selben Zeit auf dem Raucherbalkon der Warehouse Studios in Vancouver, Kanada gesichtet.

Jetzt gießt das Jam Magazine ordentlich Öl ins Gerüchtefeuer und behauptet, dass ein neues AC/DC-Album bevorstünde und zwar in der „alten“ Formation. So sollen Brian Johnson, Phil Rudd und auch Cliff Williams wieder dabei sein, genauso wie der verstorbene Malcolm Young.

Wie das gehen soll? Scheinbar existieren noch Hunderte von Aufnahmen, die während Jamsessions der beiden Young-Brüder entstanden sind. So sollen auf der neuen Platte alle Rhythmusgitarrenparts original von Malcolm eingespielt sein.

Wer oder was die „verlässliche Quelle“ sein soll, auf die sich das Jam Magazine beruft, ist leider bisher noch nicht geklärt…

Grateful Dead – ANTHEM OF THE SUN 50TH ANNIVERSARY DELUXE EDITION

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Grateful Dead Anthem Of The Sun

Auf ihrem zweiten Werk präsentierten sich die dankbaren Toten erstmals in Hochform.

Wie wohl keine andere Band der San-Francisco-Szene um 1965/66 verkörperten Grateful Dead die halluzinogene Haight-Ashbury-Gegengesellschaft der aufkeimenden Hippie-Bewegung. Nach dem selbstbetitelten 67er-Debüt mit reichlich Fremdmaterial koppelten sich auf dem Studio/Live-Nachfolger AN­­THEM OF THE SUN wesentlich ambitioniertere Eigenkompositionen von Jerry Garcia, Bob Weir und Co: Eine auf kauzige Art und Weise traditionsbewusste Mixtur aus Beat, Blues, Folk, Country und Psychedelic mit den langen collagenartigen Jams ›That’s It For The Other One‹, ›Caution (Do Not Stop On Tracks)‹, ›New Potatoe Caboose‹ und ›Alligator‹, die ein Konzert der Grateful Dead exakt widerspiegelten. In Bob Weirs ›Born Cross-Eyed‹ ertönten gar Mariachi-Trompeten.

Für die 50TH ANNIVERSARY DE­­LUXE EDITION von ANTHEM OF THE SUN addieren sich auf dem Doppel-CD-Set jeweils neue von David Glasser angefertigte Remasters der originalen 68er-Version mit dem bekannteren Mix von 1971. Als Bonus auf einer Extra-CD dient ein zuvor unveröffentlichter Konzertmitschnitt aus dem „Winterland“ in San Francisco vom 22. Oktober 1967. Zusätzlich lässt sich von ANTHEM OF THE SUN auch eine auf 10.000 Kopien limitierte Edition als Vinyl-Picture-Disc erwerben.

9/10

Grateful Dead
ANTHEM OF THE SUN 50TH ANNIVERSARY DELUXE EDITION
GRATEFUL DEAD/WARNER

Electric Light Orchestra – SECRET MESSAGES

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Electric Light Orchestra Secret Messages

Was lange währt, wird endlich gut: ELOs um sieben Tracks komplettiertes 10. Studiowerk.

John Lennon soll einmal gesagt haben, dass ELO in seinen Ohren so klängen wie die Beatles, wenn sie konsequent die Linie von ›Strawberry Fields Forever‹ und ›I Am The Walrus‹ beibehalten und sich nicht ge­­trennt hätten. Im Post-Beatles-Vakuum erwiesen sich ELO jedenfalls als idealer Ersatz mit hochwertigen Alben – vom selbstbetitelten De­­büt bis hin zur genialen Doppel-LP OUT OF THE BLUE (1977).

Dass ELO hierzulande und anderswo die Pole Position erst 1981 mit TIME eroberten, heißt lediglich, dass die von Jeff Lynne ge­­führte Truppe einen Grad an Kommerzialität erreicht hatte, der manchem Fan der frühen Stunde schon ein wenig bitter aufstieß. Als 1983 SECRET MESSAGES erschien, entging aufmerksamen Zuhörern nicht, dass der künstlerische Zenit überschritten war. Vor allem die Auskopplungen ›Four Little Diamonds‹, ›Rock’­n’Roll Is King‹ und ›Secret Messages‹ klangen ein wenig formelhaft. Noch nicht ahnen konnte man, dass es das letzte ELO-Werk auf dem La­­bel Jet mit Bassist Kelly Groucutt, El Dirigente Louis Clark sowie echten Streichern sein würde. Dass die Zeichen auf Sturm standen, erfuhr der Konsument nicht. Der Jet-Vertrieb CBS/Sony teilte Lynne knapp mit, dass er sein ursprüngliches Doppelalbum auf eine eingedampfte Elf-Song-Einzel-LP runterzuschrauben hätte.

Zum 35. Jubiläum liegt SECRET MESSAGES – wie einst geplant – erstmals um sieben Tracks er­­weitert als 180-Gramm-Doppel-Vinyl auf. Er­­staunlich, dass Stücke wie das bislang unveröffentlichte ›Beatles Forever‹ sowie das als B-Sei­ten, im Boxset AFTERGLOW oder als Bonus auf dem 2001er Remaster von SECRET MESSA­GES erschienene Material (u.a. ›Hello, My Old Friend‹, ›Endless Lies‹, ›Mandalay‹) seinerzeit so schnöde gekappt wurden.

8/10

Electric Light Orchestra
SECRET MESSAGES
EPIC/SONY

The Band – MUSIC FROM BIG PINK

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The Band Music From Big PInk Jubiläum

Ein amerikanischer Klassiker: Zum 50. Jubiläum gibt’s das Debüt der einstigen Dylan-Mitstreiter in verschiedenen Ausgaben.

Nach ihrer turbulenten, elektrisch verstärkten Welttour bis 1966, auf der die Reaktionen von verzückt bis wütend (bei eingefleischten Folkies) reichten, waren sowohl Bob Dylan als auch seine Band ausgelaugt. Ersterer hatte der Legende nach einen Motorradunfall, infolge dessen er sich aus der Öffentlichkeit und nach Woodstock zurückzog. The Band verschlug es ganz in die Nähe: in ein von Wald umgebenes, lachsfarbenes Haus in West Saugerties bei New York, genannt The Big Pink. Dort entstanden mit Dylan, der oft vorbeischaute, die Stücke für dessen 1975 veröffentlichte BASEMENT TAPES, aber auch die Songs des 1968er Debüts seiner Begleit-Combo: MUSIC FROM BIG PINK (auch wenn Levon Helm, Robbie Robertson, Rick Danko, Richard Manuel und Garth Hudson die finalen Versionen in Studios in New York und Los Angeles aufnahmen).

Und eigentlich reichen schon die ersten Töne des eröffnenden, von Dylan und Manuel geschriebenen ›Tears Of Rage‹, um sich in die Platte zu verlieben. Die Gitarre, das Schlagzeug, das Piano, und wie dann die sehnende Stimme einsetzt! Was folgt, ist weder Country noch Folkrock, es ist ein urwüchsiger, ländlicher, aber nichts weniger als hinterwäldlerischer Sound, der Elemente von Rock, Country, Folk, Gospel und R&B verschmelzen lässt. „Das war unsere Musik, die in kompletter Isolation ohne Einfluss von Radio und aktuellen Trends entstanden war“, sagte Helm dazu einmal. Mit ›The Weight‹, ›This Wheel’s On Fire‹ und ›I Shall Be Released‹ enthält die Platte gleich mehrere legendäre Stücke.

Ein amerikanischer Klassiker, der zum 50. Jubiläum in einem anhand der originalen Masterbänder klanglich restaurierten Stereomix auf CD und Vinyl erscheint, mitsamt sechs Outtakes bzw. alternativen Fassungen (wobei die Songs an sich schon bekannt sind). Ungleich mehr Extras hält da die Super Deluxe Edition bereit, die zusätzlich unter anderem eine Reproduktion der 7”-Single ›The Weight‹ (mit ›I Shall Be Released‹ als B-Seite) enthält sowie ein Fotobuch samt Essay des US-Musikjournalisten David Fricke.

9/10

The Band
MUSIC FROM BIG PINK
Capitol/universal

Neuerscheinungen: Ab heute im Plattenladen

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Ian Gillan Javelins InterviewZum Wochenende gibt’s was von Rock-Urgestein Ian Gillan und seinen Javelins zu hören. Seine Liebe für amerikanischen Soul, Rhythm & Blues ebenso wie Skiffle und frühen Rock’n’Roll ist bekannt. Dazu kommen neue Alben von den Morlocks, The Vintage Caravan und Alice Cooper.

Ian Gillan lädt zur Oldie-Show mit Gassenhauern wie Chuck Berrys ›Rock And Roll Music‹, ›Another Saturday Night‹ von Sam Cooke, Nummern von Bo Diddley, Ray Charles, The Drifters und anderen US-Stars, die in den 60ern Britanniens Jugend verzauberten:

Hier geht’s zur Review…

Morlocks-Sänger Leighton Koi­zumi hat für BRING ON THE MESMERIC CONDITION eine Art Supergroup zusammengestellt, in der u.a. ehemalige Mitglieder der Fuzztones, von Link Wray und der niederländischen Ikone Q-65 tätig sind:Hier geht’s zur Review…

The Vintage Caravan wurde 2006 als Schulcombo einiger Zwölfjähriger gegründet – zwölf Jahre später sind sie auf GATEWAYS zu einer Classic-Rock-Band von internationalem Format herangewachsen:Hier geht’s zur Review…

Paris im Jahr 2017. Ein ausgewählter Kreis an ergebenen Fans darf die letzte Tournacht im ed­­len Olympia Theater mit Alice Cooper verbringen. Jetzt gibt’s die Live-Platte dazu:Hier geht’s zur Review…

(Text: Michael Wolf)

The Morlocks – BRING ON THE MESMERIC CONDITION

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Morlocks Bring On The Mesmeric Condition

It’s only Rock’n’Roll – and we love it!

Mit dem Garagen-Punk verhält es sich wie mit dem Blues: Wenn er von Stu­dio-Schöngeistern produziert wird, die fetten State-Of-The-Art-Wohl­klang für ein Zeichen notwendiger Modernität halten, ist es nur der halbe Spaß – und manchmal nicht einmal das. Diese Musik muss kesseln, rumpeln, knallen und manchmal auch wehtun, nicht zwangsläufig aus nostalgischen Gründen, um den Vorbildern aus den Sixties möglichst nahe zu kommen, sondern aus rein künstlerischen Erwägungen – wenn Songs und Soundästhetik nicht zusammenpassen, klingt es schlichtweg falsch. The Morlocks, einst Mitte der 80er und nun seit 2001 wieder aktiv, haben das kapiert und machen demnach alles richtig. Was in Anbetracht des Line-ups aber auch nicht weiter verwunderlich ist, denn Sänger und Chef Leighton Koi­zumi hat für BRING ON THE MESMERIC CONDITION eine Art Supergroup zusammengestellt, in der u.a. ehemalige Mitglieder der Fuzztones, von Link Wray und der niederländischen Ikone Q-65 tätig sind. Sound und Einstellung stimmen also, aber was dem Ganzen das lysergische Sahnehäubchen aufsetzt, sind die zehn Kompositionen. All killers, no fillers. Sie haben es sicher schon bemerkt: Der Autor dieser Zeilen ist begeistert.

9/10

The Morlocks
BRING ON THE MESMERIC CONDITION
HOUND GAWD/ROUGH TRADE

The Vintage Caravan – GATEWAYS

Vintage Caravan Gateways

Island macht es mal wieder vor.

Das waren durchaus mal ungewöhnliche Töne, die vor einiger Zeit durch Sigur Rós’ Sundlaugin Studio inmitten von Islands grenzenlosen Weiten ge­­weht sind. Anstelle von ätherischen, jenseitigen Sounds pumpten die Drums, blubberte der Bass und röhrten die Gitarren. Islands junge Rock-Hoffnung The Vintage Caravan suchte sich jenen besonderen Ort aber ganz bewusst für die Aufnahmen ihres vierten Albums GATEWAYS aus, man zeigte mal wieder, dass man sehr genau weiß, was man will. 2006 als Schulcombo einiger Zwölfjähriger gegründet, ist zwölf Jahre später eine Classic-Rock-Band von internationalem Format herangewachsen, eine, die ihre Hel­den Led Zeppelin, Jimi Hendrix und Deep Purple nicht mehr einfach nur nachspielt. Längst sorgen die jungen Isländer für ihre eigene Duftmarke in der Welt des klassischen Rock’n’Roll – mit Songs, die nicht vor großen Emotionen oder „Faust empor!“-Momenten zurückschrecken. Die Bande mag nach wie vor beseelt sein von den überlebensgroßen Bands der Vergangenheit. Nach alter Schule klingt auf GATEWAYS trotzdem nur sehr wenig. Insbesondere die Produktion dürfte Retro­fanatikern zu dick, zu bombastisch, zu dumpf sein, erweist sich im internationalen Vergleich aber durchaus als erfrischend. Hier traut sich eine Band, auch soundtechnisch eigene Wege zu gehen, anstatt den Klang erfolgreicher Zeitgenossen zu kopieren. Und verdammt noch mal, wann haben diese Boys eigentlich in Sachen Songwriting derart zugelegt?

8/10

The Vintage Caravan
GATEWAYS
NUCLEAR BLAST/WARNER

Alice Cooper – A PARANORMAL EVENING AT THE OLYMPIA PARIS

Alice Cooper Olympia Paris

Paranormale Live-Erfahrungen.

Paris im Jahr 2017. Ein ausgewählter Kreis an ergebenen Fans darf die letzte Tournacht im ed­­len Olympia Theater mit Alice Cooper verbringen. Das nimmt der Maestro gleich mal als Anlass, um eine weitere Veröffentlichung in die Traditionslinie seiner Live-Alben einzufügen. Mit seiner überragenden Band im Rücken startet er die Soiree zu ›Brutal Planet‹ und liefert eine einwandfreie Show – wie immer halt. Natürlich ist das Feh­­len der optischen Komponente bei einem Ali­ce-Cooper-Konzert schade, aber der Sound ist top und die Stimmung kommt auch akustisch zur Geltung, es wird geklatscht und gefeiert. Diversen Unterhaltungs-Tand wie übergroße Frankensteinpuppen und dergleichen mehr muss man sich eben zu den passenden Songs dazu denken… Bei der hier vertonten paranormalen Erfahrung wechselt Alice volatil zwischen eisernen Klassikern, „Killersongs“, verborgeneren Schätzchen wie ›Pain‹ oder ›Wo­men Of Mass Distraction‹ und ›Paranoiac Per­sonality‹ vom jüngsten Album, dirigiert seine Musiker mit strenger Hand – „jetzt Roxy, jetzt Hurricane!“ – und präsentiert sich stimmlich kraftvoll und so gar nicht wie ein 70-jähriger Senior. Beim abschließenden ›School’s Out‹ hört man sogar die Konfettibomben platzen und bekommt direkt ein bisschen Fernweh. Paris wäre vielleicht mal wieder was…

7/10

Alice Cooper
A PARANORMAL EVENING AT THE OLYMPIA PARIS
EARMUSIC