Als Deep Purple noch Zukunftsmusik waren – Gillan erinnert sich an seine Jugend.
Wer sich jemals gefragt hat, was Ian Gillan eigentlich vor seiner Mitgliedschaft bei Deep Purple unternommen haben mag – und wer hätte das nicht? –, der landet bei Episode Six, wo einst auch Kollege Roger Glover mitwirkte. Und davor? Sang Gillan bei den Javelins, die Anfang der 60er zwar die Bühnen im Großraum London unsicher gemacht, aber nie eine Platte aufgenommen hatten. Bis 1994, als SOLE AGENCY AND REPRESENTATION erschien, das einen kleinen Querschnitt durchs Schaffen dieser Combo präsentierte. IAN GILLAN & THE JAVELINS ist quasi die Fortsetzung, denn damalige Bands hatten gemeinhin ein riesiges Live-Repertoire aus Standards und aktuellen Hits, um das tanzwütige Club-Volk bei Laune zu halten. Von Pop über Soul bis Blues und Rock’n’Roll ist alles dabei, natürlich ausschließlich Cover-Versionen, denn dass man Songs auch selbst schreiben kann, machte um 1963 auf der Insel erst zögerlich die Runde. Dass diese Platte erscheint, ist für Gillan-Liebhaber ein nettes Bonbon, für die Bandmitglieder – deren Karrieren nicht ganz so fulminant verliefen wie die ihres Sängers – sicher eine willkommene Aufbesserung der Rente. Und für den Rest der Menschheit? Ein kleines bisschen Oldie-Show mit Gassenhauern wie Chuck Berrys ›Rock And Roll Music‹, ›Another Saturday Night‹ von Sam Cooke, Nummern von Bo Diddley, Ray Charles, The Drifters und anderen US-Stars, die seinerzeit Britanniens Jugend verzauberten. Nett, aber nicht essenziell – im Gegensatz zu den Originalen.
6/10
Ian Gillan & The Javelins
IAN GILLAN & THE JAVELINS
EARMUSIC/EDEL
In Berlin sprach U2-Chef Bono mit Angela Merkel über Afrika – und lobte ihre Flüchtlingspolitik.
U2-Frontmann Bono hat sich am Dienstag mit Kanzlerin Angela Merkel in Berlin getroffen. Vor der Afrikareise der Regierungschefin parlierten die beiden im Kanzleramt über die dortige politische Lage und Chancen für die Entwicklung des Kontinents.
Hier engagiert sich Bono seit Jahren und hat u. a. die Hilfsorganisation „One“ mitbegründet. Merkel rief 2017 die Initiative „Compacts with Africa“ ins Leben, die afrikanischen Staaten bessere ökonomische Perspektiven eröffnen soll.
Bono über Europa
Der U2-Sänger nutzte die öffentliche Aufmerksamkeit im Rahmen der Deutschland-Tour der Band auch für Statements zu Europa. So veröffentlichte er einen Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, in dem er sich zu aktuellen politischen Strömungen des Kontinents äußerte.
Er bedauere, dass es um die europäische Idee derzeit nicht wohl bestellt ist, „obwohl es nie einen besseren Ort gegeben hat, um auf die Welt zu kommen, als Europa während der vergangenen 50 Jahre“.
Im Vorfeld hatte der Sänger auch Merkels Politik in höchsten Tönen gelobt. Er als Europäer sei stolz darauf, wie sich Deutschland in der Flüchtlingskrise verhalte. Nach dem Treffen schrieb Bono Autogramme vor dem Kanzleramt.
Was passiert, wenn man The Bangles mit Slayer mischt? Das gibt es hier zu hören…
Ein Mash-Up des Wahnsinns liefert mal wieder Mischmeister Bill McLintock. Selbiger ist bereits bekannt für seine gewagten Songmixturen, die am Ende doch irgendwie immer stimmig klingen.
Jetzt wagt sich McLintock an die Vereinigung zweier Bands, die unterschiedlicher nicht sein könnten und bringt so Slayers ›Angel Of Death‹ mit dem Mega-Pop-Hit ›Walk Like An Egyptian‹ der Bangles zusammen und nennt das Ergebnis kurzerhand ›Walk Like An Angel Of Death‹.
Im Oktober spielt Country-Star Kacey Musgraves zwei Shows in Deutschland. Mit dabei hat sie die Songs ihres neuen Albums GOLDEN HOUR.
In Country-Kreisen ist sie längst kein Geheimtipp mehr. Und das mit Recht: Glänzt Kacey Musgraves doch mit tiefgreifenden Texten und sanfter Stimme.
Ab Oktober ist die US-Sängerin auf „oh, what a world: tour“ unterwegs, am 17.10. wird sie dabei in Berlin auf der Bühne stehen, einen Tag später in Hamburg – präsentiert von CLASSIC ROCK.
Kacey Musgraves live 2018:
17.10. Berlin, Columbia Theater
18.10. Hamburg, Mojo Club
Eine prominente Gäste-Schar wird auf MOORE BLUES FOR GARY – A TRIBUTE TO GARY vertreten sein. Auch Garys Söhne tragen ihren Teil bei.
Der Gary Moore-Bassist und langjährige Bandkollege Bob Daisley hat das Tribute-Album MOORE BLUES FOR GARY – A TRIBUTE TO GARY initiiert, das unter anderem Beiträge von Steve Morse(Deep Purple), John Sykes (Thin Lizzy, Whitesnake), Doug Aldrich (Dio, Whitesnake), Glenn Hughes (Deep Purple, Black Country Communion), Eric Singer (Kiss) und Steve Lukather (Toto) enthält.
Das umfangreiche Line-Up wird von einem Auftritt von Moores Söhnen Gus (Gesang) und Jack (Gitarre) auf ›This One’s For You‹ abgerundet. Das Album soll am 26. Oktober erscheinen und beinhaltet 13 Lieder aus der Karriere des Gitarristen.
Thin Lizzy – ›Don’t Believe A Word‹ :
„Als Gary 2011 starb, hat die Welt einen ihrer größten Stars verloren“, so Daisley. „Ich glaube nicht, dass zu dieser Zeit genug gesagt oder getan wurde, um das Vermächtnis eines so großartigen Musikers zu würdigen. Also nahm ich es in die Hand, dem Mann persönlich Tribut zu zollen und einige neue Versionen seiner Musik aufzunehmen, hauptsächlich aus seinem Blues-Katalog.“
Er ist der Sänger von Deep Purple, klar. Aber es gab auch eine Zeit vor der Legendenwerdung. In der spielte der Brite in kleinen Bands wie den Moonshiners, Episode Six oder den Javelins. Mit Letzteren, die ab 1962 knapp zwei Jahre lang an seiner Seite standen, hat er jetzt ein Covers-Album mit Neuinterpretationen von Songs ewiger Idole wie Chuck Berry, Buddy Holly, Sam Cooke und Howlin‘ Wolf aufgenommen. Es heißt: IAN GILLAN & THE JAVELINS.
Interview: David Numberger
Wie kam es zur Platte mit den Javelins?
Die Idee entstand vergangenen Dezember. Als ich die Jungs anrief, waren alle gleich Feuer und Flamme. Steve Morris, mein Kumpel in Liverpool und Aufnahmeleiter der Platte, spielte die Demos mit der Band ein, 16 Songs in bloß sechs Wochen. Im Mai reisten wir nach Hamburg und nahmen das ganze Ding in nur ein paar Tagen auf. Es lief fantastisch.
Hattet ihr Kontakt über die Jahre?
Nicht wirklich, bis auf die Reunion 1994 [aus der das bisher einzige Album der Band, SOLE AGENCY AND REPRESENTATION resultierte]. In den 60ern wollte ich weiter Musik machen, doch die Jungs hatten Job und Familie, sie waren keine Profis. Als ich jetzt im Kontrollraum saß, konnte ich das hören, sie haben sich nicht weiterentwickelt seitdem. Als sie loslegten, klang das genauso wie 1962 oder 63, und ich dachte mir: Wir sind nicht hier, um irgendetwas anderes zu erreichen, das hier ist echt! Mir war, als wäre ich in eine Zeitmaschine gestiegen, und ich musste lächeln. Es ist kaum möglich, so etwas künstlich zu erzeugen, und hier passierte es ganz natürlich. Aber zurück zur Frage: Wir haben uns nicht oft gesehen über die Jahre, ein Anruf hier, eine Mail da, vielleicht auch mal eine Weihnachtskarte. Aber wir haben uns auch nicht komplett verloren.
Wie fing damals in den 60ern eigentlich alles an mit euch?
Ich spielte in einer Gruppe, die sich Moonshiners nannte, doch wir hatten kaum Equipment und nur drei Songs auf Lager. Es gab also keine Zukunft. Bis dann die Javelins an die Tür klopften, da wechselte ich.
Wer waren deine größten musikalischen Helden?
Elvis, Little Richard, Buddy Holly, Rhythm & Blues, Howlin‘ Wolf, Little Walter, Chuck Berry. Später fragten mich in Amerika alle, woher ich all den Blues kannte. Der Grund ist: In den USA gab es Rassentrennung, weiße Jungs sollten keine schwarzen Sender hören. Wir in England dagegen wuchsen mit Bo Diddley und Sam Cooke auf. Mein allererstes Lieblingslied war ›Heartbreak Hotel‹, damit begann alles für mich.
Warum explodierte der Rock’n’Roll in England gerade zu der Zeit, als es auf die Mitte der 60er zuging, und was faszinierte die britischen Teenager damals so sehr an amerikanischer Musik?
Eine große Frage: Ein Grund ist, dass unsere Eltern und Großeltern nicht lange zuvor durch die Hölle gegangen waren. Alle waren froh, Freiheit und Glück zu finden und am Leben zu sein. Die einzige Musik, die man damals hören konnte, war lange Zeit BBC, wo sie nur Sachen wie Frank Sinatra, Dean Martin oder Perry Como spielten. Bis dann das Transistor-Radio erfunden wurde, ab da hörten die Teenager Radio Luxemburg, dazu kamen die Piraten-Sender. Amerikanische Musik war ein echtes Underground-Ding, und sie wurde kopiert: von den Beatles, von den Stones und, ja, auch von den Javelins. Alle fingen so an. Zeitgleich explodierten die Mode, der Film, die Kultur allgemein, die ersten Independent-Labels entstanden. All das wirkte zusammen.
Wie sahen eure Konzerte mit den Javelins damals aus?
Wir traten in Pubs, Schulen oder kleinen Hallen auf, meist vor 25 bis 60 Leuten. Es war aufregend, obwohl wir kaum Equipment hatten und alles nicht besonders professionell ablief. Meine erste professionelle Tour hatte ich mit Dusty Springfield. Wir waren einer von acht Acts und eröffneten die erste Hälfte des Abends mit sieben, die zweite mit vier Minuten, Dusty spielte als Hauptact. Nun ja, um es kurz zu machen: Die Javelins waren alles andere als Profis.
Was hast du in den zwei Jahren mit der Band gelernt?
Nun, jeder sollte sich weiterentwickeln. Als Maler lernst du, mit den Farben umzugehen, als Schreiber verbesserst du dich sprachlich und grammatikalisch, als Wissenschaftler lernst du, Forschungen anzustellen. Als Sänger schulst du deine Stimme, indem du deine Vorbilder kopierst, von Elvis über Sam Cooke bis Marvin Gaye. Bei mir kam noch eine gewisse musikalische Prägung von Familienseite hinzu: Mein Großvater, mein Onkel, meine Großmutter, alle spielten sie Instrumente, zu Hause liefen Tschaikowski, Mozart und Jazz. Was ich bei den Javelins lernte, war, vor Publikum zu singen. Meine wahre Stimme, mein wirkliches Ich fand ich erst 1969 mit Deep Purple. Ich machte den Mund auf und es war da. Das klappte, weil ich Marvin Gaye, Sam Cooke und all die anderen durch jahrelanges Training in mir hatte.
Was sagten deine Eltern zu deinen rockmusikalischen Ambitionen?
Mein Vater fand’s okay, meine Mutter nicht so. Für sie war es eine Phase, das wächst sich schon raus, dachte sie. (lacht)
Hast du bei deinen frühen Bands nebenbei noch gearbeitet?
Oh ja. Von 1962 bis 1965 habe ich in einer Fabrik, im Büro, im Supermarkt gejobbt. Aber ich bin einfach während der Arbeit eingeschlafen, weshalb ich überall gefeuert wurde. Daytime-Jobs waren nichts für mich. 1965 habe ich mich dann als Musiker professionalisiert.
Zurück zum neuen Album: Warum seid ihr denn für die Aufnahmen nach Deutschland gegangen?
Nun, das hat den einfachen Grund, dass unsere Plattenfirma in Hamburg ist. Und die hat alles bezahlt, also haben wir dort aufgenommen.
Sehr pragmatisch. Es gibt aber eine tiefere Verbindung zwischen dir und Deutschland, oder? Du hast mal einige Zeit hier verbracht.
Stimmt, 1965 war ich in Köln, in Frankfurt und in München. Es war weniger eine Frage, ob man dorthin wollte, es gab in England einfach kaum Clubs. Die Zeit in Deutschland bedeutete harte Arbeit, fünf Sets pro Abend, acht Sets am Samstag und am Sonntag. Aber du konntest spielen, und am Ende hast du vier Mark pro Tag gekriegt. (lacht) Der Krieg lag nicht lange zurück und unsere Eltern sagten: Geht dahin, seid glücklich. Es war eine großartige Zeit, bis heute habe ich Freunde in all diesen Städten.
Warum sind denn nun gerade diese 16 Stücke auf IAN GILLAN & THE JAVELINS?
Nun, es sind die Songs, die wir in den 60ern sangen, wir hatten keine anderen. Die Melodien und die Akkorde sind wunderbar, die Lieder atmen die Ära, aus der sie stammen, sie sind fantastisch, aufregend und kommen ohne Komplexität aus. Die damals aufgenommenen Platten klingen komplett anders als die heutigen, man hört den Klang der Räume, das Atmen des Sängers, alles ist unmittelbar und unperfekt. Der Gesang ist lauter, bei Harmonien konnte man jede einzelne Stimme hören. Man kann mit den heutigen technischen Mitteln viele tolle Sachen anstellen, aber das hat eben auch seine Nachteile.
Es finden sich viel Soul und R&B auf dem neuen Album, Lieder von Sam Cooke, Ray Charles und Bo Diddley. Was zieht dich speziell daran an?
Die Geschichten, die sie in ihren Songs erzählen, haben Patina, sie wurden über Generationen hinweg weiter gegeben. Beim Blues riechst du die Zigaretten, du schmeckst den Whiskey, du bekommst mit, wenn ein Stuhl knarzt, du hörst, wie die Instrumente im Raum angeordnet sind. Es war damals alles sehr intim, das ist heute anders.
Tante Alices Industrial-Metal-Horror-Schock-Szenarien: von häuslicher Gewalt bis Amoklauf an der High School.
Zum Start der „Classics“-Kampagne des Labels EarMusic mit 30 Live- und Studioalben auf Vinyl plus Bonus-CD darf es richtig laut werden: Alice Cooper, ob noch als Vincent Furnier in Quintett-Urbesetzung oder aber seit WELCOME TO MY NIGHTMARE (1975) als Solo-Entertainer mit stets wechselnder Musikerschar, zählte ja nun nie zu den Leisetretern. Doch auf BRUTAL PLANET, dem 21. Studiowerk aus dem Jahr 2000 mit einer Länge von knapp 50 Minuten, toppte sich Mr. Cooper selbst: Sinistrer Industrial à la Nine Inch Nails umtost die unter der Ägide von Bassist, Keyboarder und Produzent Bob Marlette eingespielten elf Tracks. Zusätzlich ließ sich Cooper von Gitarrist Ryan Roxie und Schlagzeuger Eric Singer assistieren.
Inhaltlich ging es wie gewohnt ans Eingemachte: Düstere Sozialfiktionen über häusliche Gewalt (›Take It Like A Woman‹), böse Vorurteile (›Blow Me A Kiss‹), Fresssucht (›Eat Some More‹), Psychopathentum (›It’s The Little Things‹), Krieg (›Pick Up The Bones‹) und einen Amoklauf (›Wicked Young Man‹) dominieren den Themenkreis um die sieben Todsünden. Trotz Alice Coopers Verneinung halten sich noch immer die Fake News, BRUTAL PLANET sei der zweite Teil einer vom Vorgängerwerk THE LAST TEMPTATION und dem Nachfolger DRAGONTOWN komplettierten Trilogie.
Der ehemalige Pantera-Drummer starb im Juni mit 54 Jahren. Jetzt steht seine Todesursache fest.
Die Todesursache von Vinnie Paul steht fest. Wie „TMZ“ berichtet, starb der ehemalige Pantera-Schlagzeuger an einer koronaren Herzkrankheit. Der zuständige Gerichtsmediziner erklärte demnach im Original die Todesursache als „dilated cardiomyopathy – an enlarged heart – as well as severe coronary artery disease – a heart condition.“ Paul starb also unter natürlichen Umständen.
Pauls Tod bestätigten Pantera auf Facebook wie folgt: „Vincent Paul Abbott alias Vinnie Paul ist verstorben. Paul ist am besten für seine Arbeit als Schlagzeuger in den Bands Pantera und Hellyeah bekannt. Zu diesem Zeitpunkt sind keine weiteren Details verfügbar. Die Familie bittet darum, ihre Privatsphäre während dieser Zeit zu respektieren.“
Beisetzung neben verstorbenen Bruder
Inzwischen wurde der Metal-Musiker neben seinem bereits verstorbenen Bruder Darrell „Dimebag“ Abbott in einem Kiss-Sarg beerdigt, den Frontmann Gene Simmons der verbliebene Familie schenkte. In einem ähnlichen Sarg wurde bereits sein Bruder beigesetzt, nachdem er im Jahr 2004 bei einem Bühnenauftritt erschossen wurde.