Review: The Vintage Caravan – GATEWAYS

Vintage Caravan Gateways

Island macht es mal wieder vor.

Das waren durchaus mal ungewöhnliche Töne, die vor einiger Zeit durch Sigur Rós’ Sundlaugin Studio inmitten von Islands grenzenlosen Weiten ge­­weht sind. Anstelle von ätherischen, jenseitigen Sounds pumpten die Drums, blubberte der Bass und röhrten die Gitarren. Islands junge Rock-Hoffnung The Vintage Caravan suchte sich jenen besonderen Ort aber ganz bewusst für die Aufnahmen ihres vierten Albums GATEWAYS aus, man zeigte mal wieder, dass man sehr genau weiß, was man will. 2006 als Schulcombo einiger Zwölfjähriger gegründet, ist zwölf Jahre später eine Classic-Rock-Band von internationalem Format herangewachsen, eine, die ihre Hel­den Led Zeppelin, Jimi Hendrix und Deep Purple nicht mehr einfach nur nachspielt. Längst sorgen die jungen Isländer für ihre eigene Duftmarke in der Welt des klassischen Rock’n’Roll – mit Songs, die nicht vor großen Emotionen oder „Faust empor!“-Momenten zurückschrecken. Die Bande mag nach wie vor beseelt sein von den überlebensgroßen Bands der Vergangenheit. Nach alter Schule klingt auf GATEWAYS trotzdem nur sehr wenig. Insbesondere die Produktion dürfte Retro­fanatikern zu dick, zu bombastisch, zu dumpf sein, erweist sich im internationalen Vergleich aber durchaus als erfrischend. Hier traut sich eine Band, auch soundtechnisch eigene Wege zu gehen, anstatt den Klang erfolgreicher Zeitgenossen zu kopieren. Und verdammt noch mal, wann haben diese Boys eigentlich in Sachen Songwriting derart zugelegt?

8/10

The Vintage Caravan
GATEWAYS
NUCLEAR BLAST/WARNER

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