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The Jimi Hendrix Experience – ELECTRIC LADYLAND – 50TH ANNIVERSARY EDITION

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Jimi Hendrix Electric Ladyland 50th Anniversary

„A party, not a session…“

So charakterisierte Bassist Noel Redding die Aufnahmen zum dritten Experience-Al­bum, die sich über ein Jahr hinzogen. Als Mitmusiker fungierten neben Redding und Drummer Mitch Michell illustre Gäste wie Jefferson Airplanes Jack Casady, Steve Winwood, Dave Mason, Chris Wood (alle drei von Traffic), Brian Jones, Al Kooper, aber auch der spätere Band-Of-Gypsys-Drummer Buddy Miles. ELECTRIC LADYLAND ist zweifelsfrei ein Rock-Album, wenn auch Jimi Hendrix’ Rock immer bereit war, sich zu etwas anderem weiter zu entwickeln.

ELECTRIC LADYLAND ist ein Querschnitt durch sein breites Spektrum an musikalischen Talenten. Es enthält Beispiele für verschiedene Genres und Musikstile, etwa das psychedelische ›Burning Of The Midnight Lamp‹, den Blues-Jam ›Voodoo Chile‹, den R&B von Earl Kings ›Come On‹, die epische Studioproduktion ›1983…. (A Merman I Should Turn To Be)‹, den sozialen Kommentar ›House Burning Down‹ oder auch 60ies-Britpop mit Noel Reddings ›Little Miss Strange‹. Das Album präsentiert auch eine elektrische Version des Dylan-Klassikers ›All Along The Watchtower‹, die sogar vom Meister selbst gut aufgenommen wurde. ELECTRIC LA­­DYLAND war Jimi Hendrix’ erstes und einziges Nummer-1-Album und auch sein kommerziell er­­folgreichstes.

Das Anniversary-Set enthält einen neuen 5.1 Sound Surround Mix von Eddie Kramer sowie eine ausführliche Dokumentation über die Entstehung des Albums, bisher unveröffentlichte Demos und alternative Takes, ein unveröffentlichtes Live-Album, ein Booklet mit Texten und bisher nie gezeigten Fotos, erhältlich auf 3 CDs + Blu-ray sowie 6 LPs + Blu-ray. Auch das Cover ist endlich so, wie Hendrix es ursprünglich wollte: ein Foto, geschossen von Linda Eastman (McCartney). Als besondere Zugabe findet sich hier auch die hochgelobte Doku „At Last… The Beginning: The Ma­­king Of Electric Ladyland“. Ein weiterer exklusiver Bestandteil ist THE JIMI HENDRIX EX­­PERIENCE: LIVE AT THE HOLLYWOOD BOWL 8/14/68. Diese zuvor unveröffentlichte Auf­nahme aus der offiziellen Bootleg-Serie zeigt die Band bei einem Konzert, das wenige Wochen vor der Veröf­fent­lichung von ELECTRIC LADYLAND stattgefunden hatte.

9/10

The Jimi Hendrix Experience
ELECTRIC LADYLAND – 50TH ANNIVERSARY EDITION
EXPERIENCE HENDRIX/LEGACY/SONY

Metallica – …AND JUSTICE FOR ALL (DELUXE BOX SET)

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Metallica And Justice For All Deluxe

Luxus-Boxset mit elf CDs, sechs LPs und vier DVDs.

Acht Millionen verkaufte Einheiten allein in den USA notierte die Recording In­­dustry Association Of America bereits 2003 für Metallicas viertes Studiowerk …AND JUSTICE FOR ALL – mittlerweile dürften noch einige Millionen Exemplare weltweit hinzugekommen sein. Das opulent ausgestattete DELUXE BOX SET (REMASTERED), dessen Inhalt sich auf immerhin elf CDs, sechs LPs und vier DVDs verteilt, dürfte weiteren Superlativen zuträglich sein. Dabei gilt das ursprünglich mit neun Tracks bestückte erste Album mit Neuzugang Jason Newsted am Bass, der den 1986 tödlich verunglückten Cliff Burton ersetzte, als nicht unumstritten. Moniert wurde vor allem die sterile Produktion von Flemming Ras­mussen, der allerdings das finale Klangbild auf seine Abwesenheit beim Mixing zurückführt.

Ob nun geglückt oder nicht, letztendlich reihte sich das komplexe Werk mit den Konzertfavoriten ›One‹, ›Harvester Of Sorrow‹ und ›Eye Of The Be­­holder‹ in den weltweit schwindelerregenden Erfolgstaumel ein, der 1991 in METALLICA mündete, dem kreativen wie kommerziellen Höhepunkt von James Hetfield, Kirk Hammett, Jason Newsted und Lars Ulrich. In der Vinyl-Ausgabe finden sich das auf vier LP-Seiten verteilte Original, eine Pic­ture-Disc mit famos balladeskem ›One‹ und einem Live-Mitschnitt von ›Seek & Destroy‹ sowie die fulminante Triple-LP LIVE – SEATTLE ’89. In der CD-Sektion reiht sich das Original an eine IN­­TERVIEWS-Scheibe und ein Doppel-Format na­­mens RIFFS, JAMS & DEMOS, gefolgt von ROUGH MIXES FROM THE VAULT mit Work-In-Progress-Auszügen. Auf jeweils Doppel-Discs breiten sich die Aufzeichnungen LIVE AT THE TROUBADOUR, WEST HOLLYWOOD, CA – MAY 24TH, 1988 (26 Tracks), LIVE AT HAMMERSMITH ODEON, LON­DON, ENGLAND – OCTOBER 10TH, 1988 + RA­­DIO EDITS (22 Tracks) und LIVE AT LONG BEACH ARENA, LONG BEACH, CA – DECEMBER 7TH, 1988 + MORE (19 Tracks) aus.

Als Fundgrube für Diehard-Fans erweisen sich die DVDs: An …AND CAMCORDERS FOR ALL & ONE schließen sich LIVE AT SHORELINE AMPHITHEATRE, MOUN­TAIN VIEW, CA – SEPTEMBER 15TH, 1989 und LIVE AT THE STONE BALLOON, NEWARK, DE – AUGUST 7TH, 1989 an. JUSTICE ON WHEELS, MASA ITO INTERVIEWS, RAW LIVE FOOTAGE klotzt mit seltenen Live-Impressionen und einem Interview-Teil.

8/10

Metallica
…AND JUSTICE FOR ALL (REMASTERED) DELUXE BOX SET
MERCURY/UNIVERSAL

Neuerscheinungen: Ab heute im Plattenladen

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Das Wochenende ist nah – hier kommt der Soundtrack dazu. Diesmal mit The Ace of Cups (auf dem Foto), J Mascis, Muse und The Pearl Hearts.

1967 fanden fünf junge Frauen in San Francisco zusammen, um ge­­meinsam zu musizieren, sie spielten im Vorprogramm von The Gra­­teful Dead und Jimi Hendrix. Erst 50 Jahre später veröffentlichen vier der heute etwas reiferen Damen als Ace Of Cups ihr Debüt:

Hier findet ihr die Review..

Es dauert, wie auf J-Mascis-Platten üblich, auch bei ELASTIC DAYS nicht lange, und der Hörer ist in der Welt des schweigsamen Nerd-Genies gefangen:

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Das neue Muse-Soundgewand auf SIMULATION THEORY verbindet Wärme mit wohldosierter Elektronik, lässt die Melodien strahlen, ohne sie in Gigan­tismus zu ersticken:

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Sarah und Kirsty von den Pearl Harts sind so etwas wie die Nach­folgerinnen der 90er-Jahre-Riot-Grrrls-Bewegung, die etwa die Babes In Toyland, Sleater-Kinney oder Bikini Kill hervorgebracht hat. Jetzt kommt ihr erstes Album GLITTER AND SPIT:

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J Mascis – ELASTIC DAYS

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J Mascis Elastic Days

Herbstlich, aber elektrisch: starkes Soloalbum des Dinosaur Jr.-Chefs.

Es dauert, wie auf Mascis-Platten üblich, nicht allzu lange, und der Hörer ist in der Welt des schweigsamen Nerd-Genies gelandet: ein paar eingängige Akkorde, eine süße Ge­­sangsmelodie, ein Gitarrensolo – es geht nicht besser, es ist fast immer gleich gut. Bei Dinosaur Jr. kommt noch herrlicher Krach hinzu, solo mag es Mascis dagegen herbstlicher und besinnlicher. Auf den vornehmlich akustischen Vorgängeralben fehlte die elektrische Gitarre beinahe komplett, auf ELASTIC DAYS ist sie wieder dabei, nimmt sich aber dezent zurück, denn die Stars der Platte sind eindeutig die Songs. Bei ›Web So Defense‹ zeigt Mascis sein Herz für alternative Americana und erinnert dabei an die sehnsüchtig-traurigen Scud Mountain Boys. Ein Höhepunkt des Albums ist ›Sky Is All We Had‹, bei dem Mascis mal wieder eine Indierock-Variante von Neil Young gibt. ›Give It Up‹ klingt sonnendurchflutet wie ein klarer Herbsttag in San Francisco, ›Drop Me‹ wie ein Rock-Song, dem J Mascis einfach den Krach entzogen hat, da­­mit er als Folk-Track in neuem Glanz scheint. Sowas kann der Mann: Sein Material formen, wie es ihm gefällt. Dass Mascis die Songs bis auf wenige Gaststimmen komplett alleine eingespielt hat, ge­­schieht nicht aus der Not heraus – sondern aus Lust an der Kontrolle.

8/10

J Mascis
ELASTIC DAYS
SUB POP/CARGO

The Ace Of Cups – THE ACE OF CUPS

Ace Of Cups

Wie aus einem Märchen…

1967 fanden fünf junge Frauen in San Francisco zusammen, um ge­­meinsam zu musizieren, sie spielten im Vorprogramm von The Gra­­teful Dead und Jimi Hendrix, verliefen sich dann jedoch in unterschiedliche Him­melsrichtungen. Erst 50 Jahre später veröffentlichen vier der heute reifen Seniorinnen ihr Debüt und klingen darauf so frisch, hungrig und wundervoll, als wäre das halbe Jahrhundert dazwischen nie vergangen. Omas am Werk? Fehlalarm! Diese Damen verweben (zusammen mit hochkarätigen Gästen) gekonnt Rock’n’Roll, Blues, Soul und Folk zu einer sich ins Herz eingravierenden Mixtur, betten diese sanft auf psychedelischem 60er-Bay-Area-Samt und verfeinern sie mit warmen Harmoniegesängen und gemäßigten Klangexpe­rimenten. Neue Kompositionen reihen sich an alte Motive und ergeben ein Album mit insgesamt 26 (!!) Nummern, von denen man keine einzige missen möchte. Vor allem die oftmals feminine Per­spektive wie in ›Mama’s Love‹ oder ›Macushla/Thelina‹ steht der Musik äußerst gut und fügt sich ausgezeichnet in eine Reihe pop-affiner Songs wie ›Feel Good‹ oder dem absolut McCart­ney-würdigen ›Pretty Boy‹, sowie neben Melan­cholischeres á la ›Simplicity‹ oder das zehnminütige, Led-Zeppelin-artige ›Medley‹. Sogar die An­­fangs­takte des Hip-Hop-Hits ›No Diggity‹ haben die Damen in ihr akustisch-souliges ›Grandma’s Hands‹ eingebaut. Hach, The Ace Of Cups… Danke!

8/10

The Ace Of Cups
THE ACE OF CUPS
HIGH MOON RECORDS

Muse – SIMULATION THEORY

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Muse Simulation Theory

Die Richtungsfindung geht weiter.

Irgendwann konnten sie die Regler nicht noch weiter über den An­­schlag hinaus aufdrehen. Spätes­tens mit THE 2ND LAW hatten sich die Briten in eine Ecke gemalt, aus der sie mit DRONES zwar einigermaßen herausfanden, aber eher im Rückwärtsgang als mit irgendwelchen nennenswerten neuen Impulsen. Das versuchen sie nun mit SIMULATION THEORY zu än­­dern. Teils mit Erfolg, denn das neue Soundgewand verbindet Wärme mit wohldosierter Elektronik, lässt die Melodien strahlen, ohne sie in Gigan­tismus zu ersticken – nur gibt es ein paar zu wenige davon, und die „Captain Future“-Klangästhetik dürfte ebenfalls nicht nur auf offene Ohren stoßen. Dennoch: Mit ›Pressure‹, ›Propaganda‹ und ›The Void‹ setzen Matt Bellamy und seine beiden Kollegen seit Langem mal wieder richtig interessante Akzente, das Songwriting entpuppt sich mit jedem Hördurchlauf als vielschichtiger, und mit ›Get Up And Fight‹ findet sich hier auch eine mitreißende Hymne, die bei den sicher wieder anstehenden Stadionshows perfekt die bekannten Fan-Favourites ergänzen wird. Muse erfinden sich hier nicht neu, und das mussten sie auch nicht. Bei der Suche nach neuen Ansätzen tappen sie hier und da noch im Dunkeln, doch so vielversprechend klangen sie seit BLACK HOLES AND REVELATIONS nicht mehr.

7/10

Muse
SIMULATION THEORY
WARNER

The Pearl Harts – GLITTER AND SPIT

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Pearl Harts Glitter And Spit

Wut ist kein guter Rat- und Taktgeber.

Shirley Manson von Garbage ist ein großer Fan der beiden britischen Mä­­dels. Das wundert einen nicht, denn Sarah und Kirsty sind so etwas wie moderne Riot Grrrls, also die Nach­folgerinnen jener 90er-Jahre-Bewegung, die Babes In Toyland, Sleater-Kinney oder Bikini Kill hervorbrachte. Hierzulande kamen etwa die Berliner Lemonbabies dieser neuen Spielart weiblichen Rocks nahe. Keine Kompromisse, sowohl musikalischer als auch textlicher Natur – das steht auch bei den beiden Britinnen ganz oben auf der Agenda. Gitarre und Schlagzeug allerdings limitieren das Ganze ein wenig, und deshalb klingen Songs wie ›Black Blood‹ oder ›The Rush‹ wie halbherzige Rage-Against-The-Machine-Kopien. Das Duo wird immer dann richtig gut, wenn es weniger Wut und mehr Gefühl in die Stücke packt. ›Lost In Time‹ ist eine tolle Ballade, die durchaus Charme und das Potenzial zum Underground-Hit hat. Strecken­weise erinnern die beiden mit ihrer Rotzigkeit an The Last Internationale; es fehlt bloß das Filigrane, die Arbeit an den Kleinigkeiten. Feinjustierung nennt man das wohl. Aber dafür ist das Ganze ja auch DIY.

6/10

The Pearl Harts
GLITTER AND SPIT
MOTÖR MUSIC/EDEL

Doyle Bramhall II: Schattenmann

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Doyle Bramhall InterviewEr war mit Roger Waters auf Tour und liefert sich Gitarrenduelle mit Eric Clapton. Jetzt kommt mit SHADES sein fünftes Soloalbum. Über einen Musiker, der den Großteil seiner Karriere im Hintergrund verbracht hat.

Direkt vor meinem Interviewtermin im Aufenthaltsraum eines Hotels in München werde ich von wartenden Touristen gefragt, wer denn der lockige Mann sei, der da schon seit einiger Zeit mit Journalisten spreche. Das ist Doyle Bramhall II. Ratlose Gesichter. Nun ja, der Gitarrist von Eric Clapton und der Boyfriend von Renée Zellweger. Ah ja, klar, die kennt man.

Es ist so ein bisschen das Schicksal des Mannes aus Texas. Er steht im Schatten. Ob es nun seine Freundin oder seine Mitmusiker sind: Alle sind bekannter als er selbst. Ob ihn das groß bekümmert? Zumindest im Ge­­spräch macht er einen entspannten und gelösten Eindruck. Und ganz davon abgesehen, ob das jetzt fair ist oder nicht – er hat sich das ja irgendwie auch selbst zuzuschreiben.

Doch der Reihe nach: 1968 in Austin als Sohn von Drummer Doyle Bramhall geboren, hing Bramhall II seine Jugend über mit Jimmie und Stevie Ray Vaughan ab. Jimmie sei wie ein Onkel für ihn gewesen, verrät er, Stevie Ray wie ein älterer Bruder. „Ich bin dabei gesessen, wenn er in seinem Zimmer gespielt hat. Stevie ermutigte mich, zu üben und selber zu schreiben.“ Als er sechs war, beherrschte er das Schlagzeug, mit elf den Bass und mit 14 die Gitarre – sein Stamminstrument, das er ähnlich wie Jimi Hendrix verkehrt herum hält. Nach Banderfahrungen bei den Fabulous Thunderbirds und den Arc Angels veröffentlichte Bramhall II in den späten 90ern seine ersten beiden Soloplatten. Die dritte folgte 2001, dann gab es 15 Jahre lang gar keine.

„Eric Clapton hat mich einfach aus dem Nichts heraus angerufen. Er sagte, er habe mein Album JELLYCREAM drei Wochen am Stück gehört und sei ein Fan.“

Seine Soloambitionen stellte er bis auf weiteres zugunsten von Kollaborationen zurück. Von 1999 bis 2000 war er mit Roger Waters auf Tour, bereits währenddessen klopfte ein anderer ganz Großer an. „Eric Clapton hat mich einfach aus dem Nichts heraus angerufen“, erinnert er sich. „Er sagte, er habe mein Album JELLYCREAM drei Wochen am Stück gehört und sei ein Fan.“ Der Brite engagierte seinen jüngeren amerikanischen Kollegen für seine B.B. King-Zusammenarbeit RIDING WITH THE KING und coverte darauf zwei seiner Songs: ›Marry You‹ und ›I Wanna Be‹. Es war so etwas wie der Ritterschlag. Clapton sei „unglaublich bescheiden und kein bisschen abgehoben“, sagt Bramhall II.

Seitdem ist er regelmäßig mit der Musikikone auf Tour und gastierte auf mehreren Studiowerken, jüngst auf HAPPY XMAS. Im Gegenzug spielt Clapton Gitarre auf dem SHADES-Track ›Everything You Need‹. Darauf frönt Bramhall II seiner Liebe zu Funk und Soul. Doch die ist nur eine Facette seines Schaffens. Auf der Ballade ›Searching For Love‹ lässt er Norah Jones singen, im emotionalen ›Break Apart Just To Mend‹ weiß er von verlorenen Wegen und neuen Anfängen zu berichten. Rauer und bluesiger ist das eröffnende ›Love And Pain‹. Der Song sei eine Reaktion auf den Anschlag auf ein Country-Festival in Las Vegas 2017, erklärt der US-Musiker. Damals kamen fast 60 Menschen ums Leben, mehrere Hundert wurden verletzt. Dass so etwas passieren könne, liege auch an den laschen Waffengesetzen in den USA. „Jeder, ob er Terrorist ist oder ein Highschool-Kid mit psychischen Problemen, das sich umbringen will und beschließt, 50 Leute mit sich zu nehmen, kann an eine Waffe kommen.“ Auf seinen Präsidenten angesprochen, muss Bramhall II lachen. Es sei derzeit vielleicht das Beste für Amerikaner, Amerika zu verlassen.

Er selbst geht da mit gutem Beispiel voran. Kommendes Jahr möchte er auf Europatour sein, dazu stehen Konzerte mit Eric Clapton auf der ganzen Welt an. Für weitere Studioaufnahmen soll auch noch Zeit sein. Und ob nun sein Name in Zukunft mehr Leuten ein Begriff sein wird oder nicht: Auf sein Dasein als Solokünstler wird sich Bramhall II auch weiterhin nicht beschränken, da ist er sich sicher: „Ich will das Beste aus beiden Welten!“