Review: Muse – SIMULATION THEORY

Muse Simulation Theory

Die Richtungsfindung geht weiter.

Irgendwann konnten sie die Regler nicht noch weiter über den An­­schlag hinaus aufdrehen. Spätes­tens mit THE 2ND LAW hatten sich die Briten in eine Ecke gemalt, aus der sie mit DRONES zwar einigermaßen herausfanden, aber eher im Rückwärtsgang als mit irgendwelchen nennenswerten neuen Impulsen. Das versuchen sie nun mit SIMULATION THEORY zu än­­dern. Teils mit Erfolg, denn das neue Soundgewand verbindet Wärme mit wohldosierter Elektronik, lässt die Melodien strahlen, ohne sie in Gigan­tismus zu ersticken – nur gibt es ein paar zu wenige davon, und die „Captain Future“-Klangästhetik dürfte ebenfalls nicht nur auf offene Ohren stoßen. Dennoch: Mit ›Pressure‹, ›Propaganda‹ und ›The Void‹ setzen Matt Bellamy und seine beiden Kollegen seit Langem mal wieder richtig interessante Akzente, das Songwriting entpuppt sich mit jedem Hördurchlauf als vielschichtiger, und mit ›Get Up And Fight‹ findet sich hier auch eine mitreißende Hymne, die bei den sicher wieder anstehenden Stadionshows perfekt die bekannten Fan-Favourites ergänzen wird. Muse erfinden sich hier nicht neu, und das mussten sie auch nicht. Bei der Suche nach neuen Ansätzen tappen sie hier und da noch im Dunkeln, doch so vielversprechend klangen sie seit BLACK HOLES AND REVELATIONS nicht mehr.

7/10

Muse
SIMULATION THEORY
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