0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Start Blog Seite 1358

Yoso

0

Yoso5Die Formel »Yoso = Yes + Toto« ist inzwischen den meisten Rock-Fans bekannt. Doch 2010 präsentiert sich die Band um Bobby Kimball, Billy Sherwood und Tony Kaye mit zwei neuen Mitgliedern: Drummer Scott Conner (von der Genesis-Tribute-Band Gabble Ratchet) sowie Gitarrist Johnny Bruhns (von der Yes-Tribute-Truppe Roundabout) sind fortan mit an Bord. Doch das ist nicht die einzige Neuerung im Yoso-Camp. Dieser Tage ist das erste Album der Gruppe erschienen. Es trägt den Titel ELEMENTS und spielt sich, wie nicht anders zu erwarten war, im musikalischen Spannungsfeld der beteiligten Musiker ab. So weit, so herrlich.

Doch Yoso wollen mehr. Die Musiker möchten ihr Programm, das ein Mix aus Coversongs und Eigenkompositionen ist, verstärkt live präsentieren – zwischen 27. 9. und 3.10. auch hierzulande. Die 2009er-Gigs haben die Musiker dazu gebracht, da die Reaktionen laut Kimball „bei den neuen Songs genauso euphorisch ausgefallen sind wie bei den Klassikern“.

Auch abseits von Yoso ist der Sänger emsig dabei, seine Kunst unter die Leute zu bringen. Er arbeitet mit Hochdruck an seinem neuen Soloalbum, das nun kurz vor der Vollendung steht. Zudem gibt er gerne Gastspiele bei Auftritten von befreundeten Musikern und Bands.

 

Lordi

0

LORDI_NEWSDie meisten kennen nur ihre Masken und das dazugehörige Gruselimage: Seit Lordi im Jahr 2006 mit ›Would You Love A Monsterman?‹ den Eurovision Song Contest gewonnen haben, weiß zwar selbst die Lockenwickler-Lady aus dem Erd­geschoss, dass es die finnischen Truppe gibt, doch musikalische Wertschätzung erfahren Lordi von nur wenigen eingefleischten Rockfans. Was bedauerlich ist, denn die Band um Mr. Lordi alias Tomi Putaansuu ist musikalisch weitaus vielschichtiger, als mancher (Zufalls-)Hörer so denken würde. Das be-weist auch das aktuelle Lordi-Album BABEZ FOR BREAKFAST, das am 10. September auf den Markt kommt.

Geboten wird ein klassischer Riff-Mix, der Freunden von Kiss und Alice Cooper die Freudentränen in die Augen treiben wird. Und das nicht nur, weil Lordi es verstehen, ihre Songs mit einer fetten Portion Humor und Show-Einlagen aufzuladen – musikalisch verbeugt sich die Band tiiiiief vor den Classic Rock-Legenden. Daher haben die Finnen sich auch einen Produzenten ausgewählt, der sein Handwerk versteht: BABEZ FOR BREAKFAST ist unter der Ägide von Michael Wagener (Ozzy Osbourne, Alice Cooper) in Nashville/ Tennessee entstanden. Ziel der Band war es, ihre stilistischen Wurzeln zu reaktivieren, sich dabei aber dennoch einem zeitgemäßen Sound nicht zu verschließen. Ein Ansatz, der nach Ansicht von Mr. Lordi erfolgreich umgesetzt worden ist: „Das neue Material ist rockiger und melodiöser – aber dennoch haben wir die für uns typischen Horror-Elemente nicht vergessen. Jeder Song beinhaltet eine Menge Energie, Emotionen und Entertainment. Wir freuen uns darauf, mit dem Album auf Tour zu gehen und die Fans mit neuen Songs, Tricks und Outfits zu überraschen!“

Dweezil Zappa

0

DweezilZappaDer Gitarrist will das Erbe seines Vaters über die Zeit retten.

Es ist alles andere als leicht, in die Fußstapfen der Eltern zu treten. Vor allem dann nicht, wenn sie zu Ikonen geworden sind. Dweezil Zappa lässt sich davon dennoch nicht entmutigen. Er spielt nicht nur Gitarre, sondern will seinen Fans – jungen wie alten – die Künste seines Vaters nahe bringen. Das hat bislang bestens funktioniert: Mit der Live-Show „Zappa Plays Zappa“ hat er das Können des Herrn Papa auf die Bühnen dieser Welt gebracht. Nun ist es an der Zeit, dies auch auf Platte zu tun – schließlich kann auch ein unermüdlicher Saitenhexer wie Dweezil nicht überall zugleich sein. RETURN OF THE SON OF… nennt sich der (doppelte) Plattentribut an den verstorbenen Altmeister. Authentisch präsentiert Dweezil auf den Live-Scheiben, um was es seinem Vater ging: Er spielt nach, improvisiert aber stets: Musik ist für ihn keine statische Angelegenheit – was Frank sicher sehr gefallen würde. So ist RETURN OF THE SON OF… eine lebendige Angelegenheit, die ihre besten Momente hat, wenn Dweezil die Tricks und Kniffe außen vor lässt.

Hellyeah

0

HELLYEAH_TUNNELVinnie Paul hat in einer der größten Metal-Bands aller Zeiten getrommelt: Pantera. Nach deren Split war er bei Damageplan, bevor sein Bruder während eines Gigs der Truppe auf der Bühne erschossen wurde. Mit seiner neuen Band Hellyeah, bei der auch Chad Gray und Greg Tribett (Mudvayne) sowie Bob Zilla und Tom Maxwell aktiv sind, bringt er nun STAMPEDE auf den Markt. Stilistisch bewegt sich die Truppe auf ihrem Zweitwerk schwindelfrei zwischen beinhartem Metal, groovendem Rock und Southern-Flair.

Vinnie, STAMPEDE ist ein kraftvolles Album geworden, das sogar noch selbstbewusster klingt als euer Debüt.
Wir hatten viel mehr Selbstbewusstsein, kannten uns und waren gut aufeinander eingespielt. Und wir wussten auch, dass die Leute unseren Sound mögen – das Debüt steht in den USA kurz davor, eine Goldauszeichnung zu bekommen. Unser Ziel war es daher, unsere Stärken noch zu betonen und die typischen Hellyeah-Merkmale herauszuarbeiten. Außerdem wollen wir international einen Schritt nach vorne machen. In Nordamerika ist die Band bereits bekannt, aber hier in Europa ist für Hellyeah noch nicht allzu viel passiert. Das soll sich nun ändern.
Wie beschreibst du Hellyeahs Sound? Nun, unsere Alben sind zwar grundsätzlich genauso hart wie die Platten unserer früheren Bands, insgesamt aber viel melodischer. Und es hat einen starken Südstaaten-Einfluss, viel Blues, Country und auch Soul, so dass wir auch Fans für uns gewinnen konnten, die normalerweise nicht so sehr auf heftige Riffs abfahren.

Was wollt ihr mit der Band erreichen?
Ich wünsche mir, dass die Leute zumindest für eine Zeit lang all ihre Sorgen vergessen. STAMPEDE ist das perfekte Album für den Freitagabend. Es hilft den Fans, den Alltag abzuschütteln und Lust zu bekommen, rauszugehen, mit ihren Kumpels zu feiern und dabei gepflegt einen zu trinken. So soll es sein – intellektuell anspruchsvolle Texte interessieren uns weniger, der Spaß an der Sache steht im Vordergrund.

Wie schafft ihr es, das Energieniveau stets so hoch zu halten?
Nun, wir sind ja schon etliche Jahre im Geschäft. Das lernt man das. Wir sind Profis und wissen, wann wir aufdrehen müssen und wann es an der Zeit ist, auch mal einen Gang zurückzuschalten. Vor dem Gig genehmigen wir uns nur ein, zwei Drinks, um in Stimmung zu kommen – aber das ist nur zum Warmwerden, denn wir wollen die Show nicht gefährden. Nach Konzertende steigt dann aber natürlich eine fette Party!

Ihr pflegt euer Image als Musiker, die sich an ganz normale Menschen wenden. Dabei seid ihr alle seit Jahren erfolgreiche Musiker. Wie schafft ihr es, diesen Spagat hinzubekommen?
Nun, das Wichtigste ist, sich selbst treu zu bleiben. Keiner in der Band hat ein großes Ego oder schreit herum, dass dies oder jenes nicht ginge. Solchen Quatsch gibt es bei uns nicht – das war von Anfang an klar, und deshalb funktioniert es auch.

 

Oceansize

0

Oceansize-1Wenn Progressive-Sympathien auf die Liebe zum Alternative Rock treffen, geht das nicht immer gut aus. Denn die meisten Musiker scheitern. Und zwar keineswegs deshalb, weil die Stilrichtungen nicht kompatibel wären, sondern schlicht und einfach daran, dass sie an die Grenzen ihrer eigenen Virtuosität stoßen. Ganz anders ist das im Fall von Oceansize. Die Briten um Sänger und Gitarrist Mike Vennart zählen seit Jahren zu Recht als eines der größten Talente in diesem Sektor – selbst wenn es für den großen Durchbruch bislang noch nicht gereicht hat. Sie haben Respekt in der Szene, aber eben noch kein Massenpublikum. Doch das soll (und wird sich hoffentlich) nun ändern: Die Truppe aus Manchester wird Anfang September ihr viertes Studioalbum veröffentlichen. Das Werk vereint erneut Einflüsse von Pink Floyd, The Verve, Nine Inch Nails, Tool, Porcupine Tree, Black Sabbath, aber auch Jane’s Addiction oder Biffy Clyro. Mühelos und völlig ungezwungen übrigens.

Weniger mühelos als das Zuhören ist jedoch das Merken des Albumtitels. Der lautet nämlich: SELF PRESERVED WHILE THE BODIES FLOAT UP. Doch davon sollte sich bitte auf gar keinen Fall irgendjemand abschrecken lassen…

 

Negative

0

Negative_2010 @ Ville Juurikkala (1)Wer wird denn immer so negativ sein? Negative sind es, der Bummelwitz sei uns verziehen, jedenfalls nicht. Obwohl die Finnen sich auch auf ihrem neuen Album dem düsteren Rock verschrieben haben, stecken sie keineswegs den Kopf ins Glas oder verlassen nur nach Sonnen­untergang das Haus – wie auch das Foto beweist. Die vor wenigen Tagen erschienene Platte heißt zwar NEON, ist aber durchaus tauglich fürs Tageslicht. Was gut ist in Zeiten, in denen Festivals oft die beste Mög­lichkeit bieten, sich neuen Fans zu präsentieren. Und das können, sollen, müssen Negative dringend tun. Denn die Truppe um Sänger Jonne Aaron täte gut daran, sich auch außerhalb der Finstergemeinde einen Ruf zu erspielen. Ihr Rock schlägt nämlich nur zum Teil in dieselbe Kerbe wie der der Kollegen von HIM & Co. – Negative lassen auch den klassischen Rock nicht außen vor. Hooks? Gebongt. Eine Prise Glam? Auch das. Aerosmith und Guns N’Roses? Idole, klar! Brav. Und schwarze Klamotten? Wenn es sein muss. Muss es aber nicht immer. Damit kann man arbeiten.

Tarja Turunen

0

A 261192Macht als klassische geschulte Sängerin Karriere im Metal und wird mit der Band Nightwish zur Ikone. Seit 2005 wandelt sie auf Solopfaden und bringt nun ihr zweites Album WHAT LIES BENEATH heraus.

Es zählt zu den Binsenweisheiten, dass große Künstler eine spezielle, elek­trisierende Aura besitzen. Die finnische Sängerin Tarja Turunen verfügt über solch eine Ausstrahlung – und zwar im Gigawattbereich. Jede Bewegung pure Eleganz, ihr Lächeln ein Sonnenstrahl und jeder ernste Blick lässt die Stirn runzeln. Dieses magische Charisma entfaltet nicht nur in der Lobby eines Londoner Hotels seine Wirkung auf die Anwesenden, sondern zieht auch auf den Bühnen der Welt alle Augen auf die Frontfrau.

Die Erfolgskurve der Finnin weist zunächst steil aufwärts. Mit Nightwish macht Tarja eine Blitzkarriere. Die finnische Metal-Band erobert nach ihrem Debütalbum ANGELS FALL FIRST aus dem Jahr 1997 mit jedem Schritt mehr Zuschauerherzen; das fünfte Studiowerk ONCE (2004) heimst Edelmetallauszeichnungen in ganz Europa ein – und zu Nightwish-Konzerten kommen bis zu 10.000 Fans. Tarja ist der umjubelte Star im Zentrum aller Aufmerksamkeit. Dabei handelt es sich bei der Finnin um eine Seiteneinsteigerin. Mit ihrer klassisch ausgebildeten Stimme macht sich Tarja nicht nur Freunde. Besonders die konservative und männlich dominierte Metal-Szene schmäht den sinfonischen Stil der Gruppe zunächst als Opernmetal.

Doch Nightwish machen aus dem Schimpfwort ihr Markenzeichen – und der Erfolg gibt ihnen recht. Am 21. Oktober 2005 erreicht die Sängerin beim triumphalen Abschlusskonzert der ONCE-Tournee den Gipfel ihrer Laufbahn. Umso härter fällt der Absturz aus. Am Tag danach wird Tarja mit einem öffentlichen Brief gefeuert, in dem sie sowie ihr Ehemann und Manager Marcelo Cabuli persönlich angegriffen werden. Die Finnin fühlt sich gedemütigt, und nach anfänglichem Schweigen entwickelt sich eine kurze aber heftige Schlammschlacht. „Ich blicke nicht zurück, weil da zu viel Schmerz auf mich lauert“, seufzt Tarja. „Aber natürlich bin ich dankbar für alles, was ich in diesen Jahren gelernt und erreicht habe.“

Was bleibt, ist zunächst die ungewöhnliche Liebe einer klassischen Sängerin zu Rock und Metal. „Ich bin inzwischen in der Rockmusik zuhause“, lacht die finnische Schönheit. „Darüber musste ich keine drei Sekunden nachdenken, als ich vor der Frage stand, wie meine Solokarriere aussehen sollte.“ Die Diva gibt zwar auch klassische Konzerte, doch die sind eher selten.

Nach ihrer unsanften Kündigung stellt sich Tarja in kürzester Zeit auf eigene Beine, sucht erfolgreich Musiker für eine eigene Band so-wie ein neues Label und bringt bereits im Jahr 2007 ihr erstes Soloalbum MY WINTER STORM heraus. Die Reaktionen fallen durchwachsen aus, aber bei jedem Konzert stehen mehr alte, aber auch neue Anhänger vor der Bühne. Die Magie der charmanten Frontfrau wirkt noch immer. „Ich wusste schon genau, was ich wollte, aber noch nicht, wie ich es bekomme“, lächelt Tarja. „Plötzlich war ich für alles alleine verantwortlich, und jeder erteilte mir gute Ratschläge.“ Mittlerweile vertraut sie lieber auf ihre eigenen Instinkte sowie auf ihre Band. Die enge Bindung zu ihren Musikern ist der Sängerin besonders wichtig. Der ehemalige Farmer Boys-Gitarrist Alexander Scholpp, Schlagzeuger Mike Terrana (Axel Rudi Pell), der von Apocalyptica zu Hevein abgewanderte Cellist Max Lilja sowie Schiller-Keyboarder Christian Kretschmar und Bassmann Doug Wimbish zählen zu Tarjas engsten Vertrauten. „Der Rückhalt und Zuspruch meiner Band haben mir den Mut gegeben, jetzt nur noch mein eigenes Ding durchzuziehen“, betont sie selbstsicher. „Mit meinem neuem Album habe ich endlich die richtige Mischung aus Rock, Metal, Klassik und Filmmusik gefunden, die mir von Anfang an vorschwebte.“

Tatsächlich wirkt ihr aktuelles zweites Album WHAT LIES BENEATH in allen Belangen ausgereifter, druckvoller und spannender als sein Vorgänger. „Ich habe mir neue Produzenten gesucht, die wirklich etwas von Rock und Metal verstehen“, gibt Tarja abschließend zu Protokoll. „Keiner redet mir jetzt mehr rein – und Weichspüler kann ich nicht brauchen!“ Ungewohnt angriffslustige Töne kommen da aus dem Mund der einst so schüchternen Finnin. Doch das vor wenigen Tagen erschienene Werk WHAT LIES BENEATH rechtfertigt ihr neues Selbstbewusstsein – von Anfang bis Ende.

 

Titelstory: Gary Moore (04.04.1952–06.02.2011)

Gary MooreUnd die Welt war um ein musikalisches Genie ärmer: Einer der einflussreichsten Gitarristen der vergangenen Jahrzehnte würde der Szene fortan fehlen. Gary Moore verstarb in der Nacht zum 6. Februar 2011 im südspanischen Urlaubsort Estepona in seinem Hotelzimmer. CLASSIC ROCK fragte damals nach den Gründen für das plötzliche Ableben des 58-jährigen Briten, bat Kollegen darum, ihre Trauer zum Ausdruck zu bringen, und ließ Gary Moore zudem in einem Interview aus dem Jahr 2009 noch einmal selbst zu Wort kommen. In unserer Rubrik „Lebenslinien“ sprach der Saitenkünstler über seine eigenen Idole und verriet Details der spannenden Begegnungen, die er in seiner Musikerkarriere erleben durfte.

Ein Beitrag aus CLASSIC ROCK #06

Der Schock saß tief: In der Nacht zum 6. Februar starb Gary Moore im Hotelzimmer eines Feriendomizils an der spanischen Costa Del Sol. Die Ursache für das Ableben des nordirischen Rockgitarristen ist zunächst unklar. Inzwischen geht man von einem natürlichen Tod nach einem Herzinfarkt aus – doch zwischenzeitlich gibt es Gerüchte, die besagen, dass der Musiker an seinem Erbrochenen erstickt sei, nachdem er am Abend zuvor in der Bar des Kempinski Hotels in Estepona größere Mengen Alkohol getrunken habe. Ein Hotelbediensteter erzählt nämlich, dass Moore und seine Freundin am Samstag ursprünglich im Restaurant des Hotels essen wollten, dann jedoch – weil das Lokal bereits geschlossen war – Sandwiches und eine Flasche Champagner in der Bar bestellten. Später am Abend soll das Paar ein paar Brandys getrunken und die Bar um 23.00 Uhr gut gelaunt verlassen haben. Am Sonntagmorgen gegen vier Uhr ruft Moores Freundin Hilfe – denn ihr Partner liegt leblos im Hotelzimmer. Die eilig herbeigerufenen Ärzte können bei dem Musiker jedoch nur noch den Tod feststellen.

Mit Gary Moore verlässt uns einer der wichtigsten und einflussreichsten Gitarristen der Rockgeschichte. Ein Musiker, der sich stilistisch nie endgültig festgelegt, sondern in den Bereichen Blues, Hard Rock, Fusion, aber auch in moderneren Spielweisen eine exzellente Figur gemacht hat. Moore spielte eine fesselnde Sologitarre und verfügte zudem über eine markante Stimme, die vor allem in seinen ruhigeren Stücken ihre volle Pracht entfaltet.

UMZUG FÜR DEN ROCK-RUHM
Die musikalische Laufbahn von Robert William Gary Moore, der am 4. April 1952 im nordirischen Belfast zur Welt kam, beginnt 1963 mit seiner ersten Akustikgitarre, einer Framus mit Cello-Korpus. Das Instrument ist eigentlich zu groß für den Knirps und hat zudem Stahlsaiten, die der junge Gary kaum herunterdrücken kann. Mit 14 erhält er eine Original-Fender Telecaster und gründet kurz darauf seine erste Schulband. „Als Kind musste ich immer herhalten, wenn es darum ging, jemanden zu ärgern“, erzählte Moore, „doch mit der Gitarre trat etwas in mein Leben, das gut für mich war. Fortan spielte ich nicht mehr draußen, sondern saß zu Hause und übte.“ 1969, Moore ist noch keine 17 und gerade nach Dublin gezogen, stößt er zur Band Skid Row, bei der ein gewisser Phil Lynott singt. Nach der Veröffentlichung zweier Alben (SKID, 1970 und 34 HOURS, 1971) formiert Moore zunächst die eigene Gary Moore Band, folgt jedoch nach nur einer Scheibe (GRINDING STONE, 1973) dem Ruf seines ehemaligen Mitstreiters Lynott und geht zu Thin Lizzy.

Mitte der Siebziger holt ihn schließlich Jon Hiseman zu Colosseum II – ein Schritt, den er schnell bedauert: „Wir suchten mehr als anderthalb Jahre lang einen Keyboarder und einen Bassisten, veranstalteten unzählige Auditions und spielten immer die gleichen drei Songs. Als wir die Platte endlich aufnahmen, konnten Hiseman und ich diese drei verdammten Tracks nicht mehr hören“, erinnert sich Moore später. „Wir produzierten sie zwar trotzdem, doch keiner wollte sie hören. Es war generell eine miese Zeit damals: Ich besaß kein Geld, Jon gab mir immer nur so viel, dass ich mir das Ticket für die Fahrt zum Proberaum leisten konnte. Ich nahm also meine Les Paul unter den Arm und fuhr jeden Tag mit dem Bus zu Jon. Man muss sich das mal vorstellen: Das war schon in den Siebzigern, und ich hatte schließlich bereits in mehreren Bands gespielt. Und nun musste ich wieder ganz von vorne anfangen.“

Moore veröffentlicht dennoch drei Alben mit Colosseum II (STRANGE NEW FLESH, 1976; ELECTRIC SAVAGE, 1977; WAR DANCE, 1977), kehrt aber schließlich zu Thin Lizzy zurück, um mit Lynott das Album BLACK ROSE: A ROCK LEGEND (1979) einzuspielen.

Doch auch in dieser Phase, in der Alben entstehen, die heute als die be-sten der glorreichen Band gelten, läuft nicht alles glatt für Moore: „Thin Lizzy waren eine tolle Band, aber Phil hatte eben auch negative Seiten, mit all seinen Drogen und dem ganzen Scheiß.“ Noch während der Aufnahmen zum Lizzy-Opus unterschreibt Moore deshalb einen Solo-Plattenvertrag. BLACK ROSE und sein eigenes Album BACK ON THE STREETS mit dem legendären ›Parisienne Walkways‹ kommen fast zeitgleich auf den Markt. Anschließend gründet er die kurzlebige Formation G-Force und spielt auf zwei exzellenten Alben der Greg Lake Band (GREG LAKE, 1981 und MANOEUVRES, 1983), zudem erscheint das 1982er-Japan-Album GARY MOORE.

EIGENINITIATIVE ALS ERFOLGSPRINZIP
Anfang der Achtziger schließt Moore schließlich einen neuen Vertrag als Solokünstler ab und zwar mit Virgin Records. Als erste Produkte dieser mehr als 15 Jahre anhaltenden Kollaboration erscheinen CORRIDORS OF POWER (1982), die drei Live-Alben LIVE AT THE MARQUEE (1983), WE WANT MOORE! (1984) und ROCKIN’ EVERY NIGHT – LIVE IN JAPAN (1986), außerdem die Studiowerke VICTIMS OF THE FUTURE (1984) und DIRTY FINGERS (1984). Allerdings ist Moore mit den jeweiligen Sängern dieser Werke nicht zufrieden, sodass er nach der Zusammenarbeit mit Glenn Hughes (ehemals Deep Purple) auf dem 1985er-Werk RUN FOR COVER den Entschluss fasst, sich fortan selbst hinters Mikro zu stellen: „Es nervte immer, wenn ich es mit so genannten ‚großen Sängern‘ zu tun hatte. Ich wartete stundenlang im Studio auf sie. Als sie dann endlich da waren, hoffte ich, nun endlich die großartigsten Gesangseinlagen hören zu können. Doch dann hatten die Leute irgendwelche Wehwehchen und schafften gerade mal eine einzige Zeile.“

RUN FOR COVER avanciert zum weltweiten Erfolgsalbum, speziell aufgrund der Songs ›Empty Rooms‹ und ›Out In The Fields‹. Letzteres Stück ist Moores finale Kooperation mit Phil Lynott, der am 4. Januar 1986 stirbt. Und sie beschert dem Gitarristen sogar einen Top-Ten-Hit. RUN FOR COVER stellt gemeinsam mit dem nachfolgenden Werk WILD FRONTIER (1987) Moores endgültigen Durchbruch als Rockgitarrist dar. Von WILD FRONTIER, einer Platte mit starken keltischen Einflüssen, erschienen gleich fünf Single-Auskopplungen, darunter ›Friday On My Mind‹, eine kraftvolle Version des Easybeats-Klassikers. „WILD FRONTIER ist ein tolles Album, und diese Ära war generell eine überaus ereignisreiche Zeit für mich: Mein erster Sohn wurde geboren, Phil Lynott schied aus dem Leben, und ich war kurz zuvor wieder in meiner Heimatstadt gewesen. Ein Auf und Ab. Alle diese Eindrücke spiegeln sich auf WILD FRONTIER wieder. Es hat auch die stärksten traditionellen Einflüsse aller meiner Veröffentlichungen, wie man vor allem in ›Over The Hills And Far Away‹ oder auch ›Johnny Boy‹ hört.“