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Start Blog Seite 1359

Kissin’ Dynamite – ADDICTED TO METAL

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Kissin_Dynamite - AddictedToMetalWeniger Posen, mehr Rock’n’Roll: So könnte was aus Kissin’ Dynamite werden.

Vielleicht sind es die herausgeputzten Pressefotos, der exzessive Einsatz von Haarstyling und Leder, die die blutjungen Kissin’ Dynamite um eine seriösere Betrachtungsweise bringen. Im Unterbewusstsein schwingt immer der Verdacht eines auf Heavy Metal getrimmten Ablegers von Tokio Hotel mit – schlimmer könnte das Urteil für eine ambitionierte Band wohl kaum ausfallen. Sicherlich, der Vergleich mag nicht ganz fair sein, denn Kissin’ Dynamite haben eine völlig andere Geschichte, profundere Musikalität und präsentieren sich als Band, die künstlerisch etwas zu sagen hat. Und mehr noch: Sie entwickeln sich ganz erstaunlich weiter.

Ihre zweite Veröffentlichung ADDICTED TO METAL bietet – neben einem denkbar dämlichen Albumtitel – prima eingängige Rockmusik, deren Quelle irgendwo in den Achtzigern entspringt und an frühe Judas Priest, Accept oder Bon Jovi erinnert. Es sind vor allem die cleveren Refrains, die den Zuhörer immer wieder freudig anspringen und in dieser Güte keine Selbstverständlichkeit sind. Mein Tipp: weniger am Aussehen feilen, mehr rocken!

Karma To Burn – APPALACHIAN INCANTATION

330k2b-regWie im wortkargen Western: Das Stoner-Trio redet nicht viel, sondern lässt wie immer lieber die Musik sprechen.

Nach erfolgreicher Live-Reunion und gefeierten Konzert-Auftritten kehren Karma To Burn mit dem Nachfolger zu ALMOST HEATHEN (2001) in Albumform zurück auf die dröhnende Stoner Rock-Bildfläche. Schön zu hören, dass sie auch im Studio-Segment nichts verlernt haben: Kyuss-Bassist Scott Reeder hat das Instrumental-Trio knackig und trocken in Szene gesetzt. Zudem fehlt auch auf APPALACHIAN INCANTATION der Gesangsdialog nicht: Das staubige Road Movie, das Karma To Burn mit ihrem Stoner-Score so eindringlich untermalen, lässt keine Wünsche offen – die Musik allein schafft es, sämtliche Spannungsbögen dieses dramaturgischen Pot-Plots zu tragen. Und auch wenn bei der Titelgebung weiterhin numerisches Spielen nach Zahlen ange­sagt ist, müssen doch Stücke wie der bretternde Opener› Fourty-Four‹ oder das punkige, mit Surf-Flair versehene ›Fourty-Six‹ besonders lobend erwähnt werden. Selbst wenn sich unter diesen Zahlenspielen wohl kaum jemand wirklich etwas vorstellen kann… Einen einzigen Gesangsgastauftritt gibt es dann übrigens doch noch: Bassist Rich Mullins hat Daniel Davies, den Sänger seiner Zweitband Year Long Disaster, für ›Waiting On The Western World‹ vors Mikro gezerrt, und der liefert auch in dieser Band-Konstellation ausgezeichnete Stimm­band-Arbeit inklusive mystischem Touch ab. In der raren, auf 2.000 Stück limitierten Erstauflage der Scheibe bekommen alle Die Hard-Desert Rocker neben sechs weiteren Instrumentals noch ein ganz besonderes Häppchen serviert. Das brodelnde Drogen Rock-Süppchen ›Two Times‹ wird nämlich von niemand Geringerem als dem ehemaligen Kyuss-Sänger und langjährigem Karma To Burn-Freund John Garcia gebührend gesangsveredelt. Bleibt abschließend also nur noch festzuhalten, dass Karma To Burn auch mit APPALACHIAN INCANTATION nichts von ihrer unnachahmlichen Anziehungskraft als eigentümliche Stoner-Sonderlinge verloren haben. Für eine reine Instrumental-Band dürfte daher das wohl größte Kompliment sein, dass es ihr gelungen ist, die Aufmerksamkeitsspanne auf der kompletten Albumlänge aufrecht zu er­halten. Applaus! Und den haben sich Karma To Burn redlich verdient. Erneut und wiederholt übrigens.

Hazy Malaze – CONNECTIONS

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hazy_malaze_cdGitarrist Neal Casal nutzt die Pause der Cardinals zur Reformierung seiner Ex-Band.

Es war nur eine Frage der Zeit: Zu viel Alkohol und Drogen sowie zu viele Albumveröffentlichungen und Tourneen hatten Ryan Adams, das Wunderkind des Americana, 2009 zum Rückzug gezwungen. Was auch das Aus für seine Backing-Band, die Cardinals, bedeutete. Deren Mitglieder versuchen sich nun an Nebenprojekten – wie Gitarrist Neal Casal, der Hazy Malaze wiederbelebt. Was aber zeitlich begrenzt sein dürfte. Denn obwohl das Trio handwerklich begabt ist und sämtliche Spielarten beherrscht: Wirklich originell ist ihr Songwriting nicht. Egal, ob dreckiger Garagenrock, elektrifizierter Blues, soulige Balladen, Westcoast-Sounds oder Power-Rock der siebziger Jahre – die zehn Songs bedienen sich zu sehr bei AC/DC, den Stones, Cream und Jackson Browne, um je über das Stadium der Bars und Jugendzentren hinauszukommen. Dort sorgen sie zwar mit Sicherheit für gute Unterhaltung, doch ob man das auch auf einem ganzen Album braucht, ist eine Frage, die angesichts viel kompositorischen Durchschnitts mit einem klaren Nein beantwortet werden muss.

Taylor Hawkins & The Coattail Riders – RED LIGHT FEVER

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Hawkins Taylor_cdCharmanter Glam-Ritt, der zu träumerischen Ausflügen an die nächste Bar verleitet.

Und zum zweiten Mal lädt uns der niedliche Drummer-Sunnyboy der Foo Fighters zu einem Ausritt mit seinen Recken ein. Dieser Trip macht a) Spaß und ist b) ungefähr so cool wie ein sonniges Schirmchengetränk an der Poolbar. Dessen Mix geht so: ein Schuss Slade, ein Schuss The Sweet, eine Maßeinheit Mott The Hoople, etwas ELO obendrauf – und dann alles mit Seventies-Songwriter-Sahne garnieren und mit einem Lächeln servieren! Da kann man ja gar nicht Nein sagen, auch wenn der Ausritt rein von der Spielzeit her doch nur ein kurzer Ausbruch aus dem grauen deutschen Alltags-Areal bleibt. Musikalisch allerdings umkreist Hawkins jedes Stadion, es könnte schließlich eine mögliche Spielstätte sein. Und selbst bei einem anfänglichen Foo-Feinfühler wie ›Hell To Pay‹ fällt er nicht vom Gaul. Der Mann hat’s drauf, das mit dem Reiten.

Halestorm – HALESTORM

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cover with nameFrontfrauen-Sturm auf den Modern-Rock-Thron.

Auf Kuhglocke den ersten Song seines Debütalbums einzuzählen, ist für heutige Verhältnisse schon eine ziemlich coole Aktion. Aber auch der Röhren-Charme von Sängerin Elizabeth „Lzzy“ Hale auf ›It’s Not You‹ hat das gewisse Etwas der alten Hard Rock-Schule.

Was nicht bedeuten soll, dass Halestorm altbacken klingen. Nein, im Gegenteil, diese Band bringt frischen Wind in die Modern Rock-Szene. Lzzy versucht gar nicht erst, blödes Betroffenheitsgeheule im Gothen-Gewand an den Mann zu bringen, sondern beherrscht vom niedlichen Wimpern-Klappern bis hin zum energischen Aufstampfen so ziemlich alle Ausdrucksformen einer zeitgemäßen Rock-Frontfrau. Dazu gibt es wahlweise wunderschöne, energiegeladene oder schlicht sympathische Songs – und fertig ist das weiblich geführte und gefühlte Gegenstück zu Three Days Grace.

Zukünftige Duett-Zusammenarbeit? Durchaus denkbar und mehr als erwünscht! Und Apocalyptica könnten hier übrigens gerne auch mal ein Auge und/oder Ohr riskieren.

Steve Hackett – OUT OF THE TUNNEL’S MOUTH

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Hackett steve_CDDas gute Gewissen von Genesis beeindruckt seine Hörerschaft mit einem opulenten Spätwerk.

So, genau so versenkt man ein Album: OUT OF THE TUNNEL’S MOUTH gibt’s netzweise zwar schon seit vergangenem Oktober, erst jetzt aber haben sich ein Label und ein Vertrieb für das physische Produkt gefunden. Ein solches Schattendasein im Maschinenraum des Rock-Business ist für ehemalige Genesis-Mitglieder nichts Ungewöhnliches. Anthony Philipps, der hier auch mitmusiziert, geht es ähnlich, Leute wie John Silver oder Chris Stewart haben die Kurve gekriegt und arbeiten heute als TV-Produzent in London oder Landwirt in Spanien. Hackett hingegen hielt zwischen 1970 und 1977 die Gitarre, also während der ergiebigsten Schaffensphase der gerne als „gymnasial“ geschmähten Progrocker. Zwar stahlen ihm damals Schlagzeuger Phil Collins und Peter Gabriel am Mikrofon die Show, aber das Talent zur extrovertierten Bühnenshow ist vielleicht das Einzige, was dem Musiker Hackett fehlt.

Musikalisch hat er die Kollegen jedenfalls überragt und tut es noch heute, während sich Gabriel durch Cover-Versionen knödelt und Collins lieber Klangkleister für Disney-Musicals produziert. Hacketts hohe Ansprüche jedenfalls trieben ihn nach Trick Of The Tail aus der Band und sind hier in voller Pracht zu genießen – wenn man denn ein Liebhaber ausgereifter Rock-Etüden mit Hang zu Überlänge, Synthesizern und Ethno-Einsprengseln ist. Anders als bei dem berückenden SKetches Of Satie beschränkt sich unser Gitarrenheld diesmal nicht auf das Nachgniedeln klassischer Klavierstücke, sondern entrollt das gesamte Panorama seines Könnens. Im finalen Schlüsselstück ›Last Train To Istanbul‹ brandet hier und da sogar ein orientalisches Orchester auf, seufzt die Flöte, meckert die Sitar und klagt die Violine. An anderer Stelle kommt dann noch der alte Chris „Donnerdaumen“ Squire von Yes zum Einsatz. Ein Album alter Freunde für alte Freunde einer alten, längst untergegangen und doch eigentlich sehr freundlichen Musik.

Glyder – YESTERDAY, TODAY AND TOMORROW

Glyder_Yesterday_Today_and_Tomorrow_Front_1200x1200Gewöhnungsbedürfig, aber dennoch gut bis mutig.

Das dritte Album der Iren im Thin Lizzy-Fahrwasser bewegt sich in seichten Gewässern. So richtig will der Rock-Funke bei der Indie-orientierten, modernen Pop-Produktion zunächst nicht springen. Schließlich will man als Hörer nicht wahrhaben, dass hier wirklich Phil Lynotts Andenken durch Mando Diao-Manierismen besudelt wird. Doch hat man sich einmal vom bisher geschätzten Glyder-Sound gedanklich verabschiedet, erschließen sich tatsächlich ganz neue Wertschätzungsdimensionen. David Menikettis (Y&T) geniales Gitarrensolo-Gastspiel auf dem Titeltrack, der Pink Floyd und die Beatles gleichermaßen zitiert, ist neben dem weiterhin exzellenten Songwriting nur eines der positiven Elemente. Vermutlich ist die Generalüberholung des Glyder-Sounds somit letzten Endes ein für die Band längst überfälliger Schritt – denn an Thin Lizzy-Hommagen versuchen sich derzeit ja nicht gerade wenige Bands. Und mit einem schielenden Seitenblick auf diese andere große irische Band, die es inzwischen zu exorbitantem Weltruhm geschafft hat, tun Glyder vielleicht sogar gut daran, sich eher auf den rockigen Pop Mar(k)t zu konzentrieren…

Fozzy – CHASING THE GRAIL

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Fozzy CdAlternative Metal-Match.

WWE-Wrestler Chris Jericho weist berufsbedingt nicht nur einen durchtrainierten Körperbau auf, sondern hängt auch in Sachen Stimmbänder alles andere als schlapp in den Seilen. Zusammen mit Stuck Mojo-Gitarrist Rich Ward legt der Sänger nun das vierte Album ihres gemeinsamen Alternative Metal-Projekts vor. Irgendwo zwischen Ozzy, modernem US-Rock-Radio-Hits, balladeskeren Tönen (›Broken Soul‹) und dem progressivem 14-Minuten-Rauswerfer ›Wormwood‹ angesiedelt, ist Fozzys Spiel generell nicht un­charmant. Unterm Strich kann die CLASSIC ROCK-Ringrichterin bei den zwölf Tracks aber keinen einzigen Hit-Sieger küren.