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Start Blog Seite 1360

Glyder – YESTERDAY, TODAY AND TOMORROW

Glyder_Yesterday_Today_and_Tomorrow_Front_1200x1200Gewöhnungsbedürfig, aber dennoch gut bis mutig.

Das dritte Album der Iren im Thin Lizzy-Fahrwasser bewegt sich in seichten Gewässern. So richtig will der Rock-Funke bei der Indie-orientierten, modernen Pop-Produktion zunächst nicht springen. Schließlich will man als Hörer nicht wahrhaben, dass hier wirklich Phil Lynotts Andenken durch Mando Diao-Manierismen besudelt wird. Doch hat man sich einmal vom bisher geschätzten Glyder-Sound gedanklich verabschiedet, erschließen sich tatsächlich ganz neue Wertschätzungsdimensionen. David Menikettis (Y&T) geniales Gitarrensolo-Gastspiel auf dem Titeltrack, der Pink Floyd und die Beatles gleichermaßen zitiert, ist neben dem weiterhin exzellenten Songwriting nur eines der positiven Elemente. Vermutlich ist die Generalüberholung des Glyder-Sounds somit letzten Endes ein für die Band längst überfälliger Schritt – denn an Thin Lizzy-Hommagen versuchen sich derzeit ja nicht gerade wenige Bands. Und mit einem schielenden Seitenblick auf diese andere große irische Band, die es inzwischen zu exorbitantem Weltruhm geschafft hat, tun Glyder vielleicht sogar gut daran, sich eher auf den rockigen Pop Mar(k)t zu konzentrieren…

Fozzy – CHASING THE GRAIL

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Fozzy CdAlternative Metal-Match.

WWE-Wrestler Chris Jericho weist berufsbedingt nicht nur einen durchtrainierten Körperbau auf, sondern hängt auch in Sachen Stimmbänder alles andere als schlapp in den Seilen. Zusammen mit Stuck Mojo-Gitarrist Rich Ward legt der Sänger nun das vierte Album ihres gemeinsamen Alternative Metal-Projekts vor. Irgendwo zwischen Ozzy, modernem US-Rock-Radio-Hits, balladeskeren Tönen (›Broken Soul‹) und dem progressivem 14-Minuten-Rauswerfer ›Wormwood‹ angesiedelt, ist Fozzys Spiel generell nicht un­charmant. Unterm Strich kann die CLASSIC ROCK-Ringrichterin bei den zwölf Tracks aber keinen einzigen Hit-Sieger küren.

Foals – TOTAL LIFE FOREVER

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Foals_cdEin musikalisches Coming Of Age: Den Briten gelingt die Neuorientierung.

Es war einmal in einem Land vor unserer Zeit, da flammte kurz der Afro-Beat in der Indie-Szene auf. Ein bis eineinhalb Bands entfachten den ganzen Trubel. Im Gegensatz zu den hauptverantwortlichen Vampire Weekend inkorporierten die Foals eine saftige Portion Mathrock in ihren Sound, den sie für ihren Zweitling gehörig umgekrempelt haben. Aus den ungestüm dahin galoppierenden Rennpferden sind grazile Dressurrösser geworden. Der Opener ›Blue Blood‹ überrascht mit einem Intro, das auch von Fleet Foxes hätte stammen können; und immer wieder – sei es bei ›Miami‹ oder ›This Orient‹ – fällt der Einfluss von Arcade Fire – sowohl gesanglich als auch instrumental – auf. Aber keine Angst: Die Fohlen sind immer noch die Fohlen. Die Oxforder haben ihr Markenzeichen, die unvergleichlich Unruhe stiftenden Bässe, weiterhin an Bord und auch weiter kultiviert. TOTAL LIFE FOREVER ist das Ergebnis einer beeindruckenden Evolution von verkopftem Konzept-Rock hin zu bauchgesteuertem und Herzen gewinnendem Indie-Pop.

The Fabulous Penetrators – WITH LOVE

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fabulous penetrators, the_cdIn der Zeitschleife gefangen: ein Herz für alte Helden.

Dass The Fabulous Penetrators auf ihrer MySpace-Seite unter der Rubrik „Einflüsse“ eine Latte von sage und schreibe 127 Idolen auflisten, zeugt nicht von Größenwahn, sondern ist angesichts der zitatreichen Arbeitsmethode dieser Band durchaus einleuchtend. Das Quintett aus East London hat die Rockgeschichte von Chuck Berry über die Cramps bis hin zu den Pogues drauf und verdichtet diese auf dem starken Debütalbum WITH LOVE zur wilden, schweißtreibenden Partymucke. Die Band um den singenden Backenbart Liam Casey spielt einen erfreulich rohen Rock’n’Roll im Geist der fünfziger und sechziger Jahre, weiß aber anscheinend ganz genau, dass es seither auch Punk, New Wave, Psychobilly und viele andere Spielarten mehr gegeben hat. Die Kick-Ass-Songs landen mit ihren scharfen Riffs (›On My Soul!‹), ihren kraftvollen, explosiven Rhythmen (›Dixiefied‹) und geschossartigen Gute-Laune-Refrains (›Send In The Clones‹) jedenfalls punktgenau im Ziel. Eigentlich erstaunlich, dass diese treffsicheren Newcomer ohne Waffenschein rumlaufen dürfen.

Drive-By Truckers – THE BIG TO-DO

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drive-by-truckers_cdVollreifer Southern Rock.

Sie hatten ihre Ups und Downs, sie gingen durch die Band-üblichen Konflikte konkurrierender Egos und drehten unablässig am Personalkarussell. Im 14. Bandjahr haben Patterson Hood und seine Kollegen jetzt endlich zu mehr Stabilität und Verlässlichkeit gefunden. Die Arbeiten an ihrem achten Studioalbum verliefen jedenfalls – in gefestigter Besetzung – harmonischer denn je, die Musik klingt entsprechend ausgewogen. Diesmal haben die Südstaatler aus Athens/Georgia ihre Lieder hauptsächlich mit Figuren aus dem Malochermilieu bevölkert, die nicht anders können, als sich in Verbrechen, Schuld und Sühne zu verstricken. Dazu spielen sie ihren knarzigen Gitarrenrock in der Tradition von Neil Young & Crazy Horse, der Allman Brothers und Lynyrd Skynyrd. Nicht gerade neu das Ganze, in seiner Ehrlichkeit aber recht sympathisch. Das Resultat ist ein Album wie eine alte, narbige Baumrinde: Sie ist von Rissen überzogen, riecht schon etwas modrig und hat genau deshalb wesentlich mehr Charakter als so mancher Steckling frisch aus der Baumschule.

Danko Jones – BELOW THE BELT

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81KKsIb00EL._SL1500_Hit-Treffer! Sowohl ober- als auch unterhalb der Gürtellinie.

Schon auf NEVER TOO LOUD flirtete Danko vor zwei Jahren verstärkt mit Siebziger-Klängen, kräftigen Kiss-Verweisen und mehr Melodie. BELOW THE BELT drückt diesen Stil-Stiefel noch weiter durch. Schon der Opener ›I Think Bad Thoughts‹ rockt sich klassisch und schnurstracks in Bein und Hirn und wartet textlich mit einer lustigen Kiss-Anspielung auf. ›Active Volcanoes‹ ist dann die ultimative Thin Lizzy-trifft-Cheap Trick-Huldigung mit einer Prise Danko-Witz und einem Phil Lynott-Gedenk-Solo obendrauf – toll!

So reiht sich ein flott-flockiger Feger an den nächsten. Sei es ›Tonight Is Fine‹ mit seinem AC/DC-›Hells Bells‹-Refrain, ›Had Enough‹ mit seiner Misfits-Melodie oder ›The Sore Loser‹ mit seinem gönnerhaften Gene Simmons-Charme. Noch nie waren Dankos Songs in Folge so griffig, eingängig und voll Harmonien wie auf BELOW THE BELT. Und das, ohne dabei auch nur im Entferntesten in die Überzuckerungsfalle zu tappen! Egal wie oft man auch schon den Standardspruch gehört hat, dass das neueste Album von Künstler Wurststrauß sein absolut Bestes sei – im Falle von Danko Jones’ siebtem Album stimmt er ausnahmsweise tatsächlich. Exzellente Arbeit!

Coheed & Cambria – YEAR OF THE BLACK RAINBOW

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Coheed_and_Cambria_-_Year_OCoheed & Cambria geben dem Progressive Rock eine tiefere Bedeutung.

Wer kurzweilig unterhalten wer­den möchte, ohne sich dabei auf Musik oder Texte konzentrieren zu müssen, ist bei Coheed & Cambria an der ganz falschen Stelle. Der Musik der amerikanischen Band zu folgen ist schon kein leichtes Unterfangen, ihre Texte zu verstehen sogar nahezu unmöglich. YEAR OF THE BLACK RAINBOW ist das letzte Werk einer in chronologisch umgekehrter Reihenfolge erzählten fünfteiligen Story und soll nun Licht in die wirre Weltraum-Saga bringen. Schafft sie es? Nein! Mag man sich diese ungewöhnliche Prog-Rock-Scheibe dennoch gerne anhören? Ja, absolut! Denn sie bietet allerlei Dinge, die man heutzutage nur noch selten findet: Einzigartigkeit, Mut, Innovation, Begabung. Um die Musik dieser Band genießen zu können, sollte man sich mit ihr intensiv beschäftigen, man muss in sie eintauchen und wirklich gewillt sein, ihrem Hintersinn auf die Spur zu kommen. Wer sich darauf einlässt, wird ähnlich reich belohnt wie bei Queensryches AMERICAN SOLDIER. Für die Freunde kalorienärmerer Kost gibt es in der Prog Rock-Szene ja genug Alternativen.

Civil Twilight – CIVIL TWILIGHT

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Civil-Twilight-Deluxe-Edition-coverEin Hybrid aus Coldplay, Radiohead und U2.

Manche Plattenfirmen-A&Rs gehören auf den Mond geschossen. Vor allem solche, die lieber Bands unter Vertrag nehmen, die exakt kopieren, was derzeit angesagt ist, statt etwas wirklich Frisches und Neues zu liefern. Bestes Beispiel: Civil Twilight. Ein Trio aus Südafrika, das nach Nashville emigriert ist, um es dort „zu schaffen“. Und das wie ein kalkulierter Mix aus Coldplay, Radiohead, Muse und U2 klingt, mit weinerlich-schmachtendem Gesang in der Schnittmenge von Thom Yorke, Matthew Bellamy und Bono. Mit den Gitarren-Riffs von The Edge und Jonny Greenwood sowie jeder Menge Drama und ungeniertem Bombast. Mal verpackt in große, hymnische Rocksongs, dann wieder in getragenes Midtempo oder schwelgerische Balladen. Wobei die Drei nie verbergen können, wer ihre Vorbilder sind, und wie sehr es ihnen an Eigenständigkeit und Klasse fehlt. Civil Twilight – die Band wie das Album – sind zweite Bundesliga. Nichts, was man sich merken oder unbedingt antesten müsste. Die Originale sind ja alle noch aktiv. Zum Glück.