Mit seiner nach ihm benannten Band konnte Ian Thornley beachtliche Erfolge in seiner Heimat Kanada einfahren, doch künstlerische Erfüllung fand er dabei nicht. Also ließ er seine frühere Band Big Wreck wiederauferstehen, tauschte glattpolierten Radiorock wieder gegen anspruchsvollere Klänge ein – und landete noch höher in den Charts. Seine Logik: „Geld verdient man sowieso nicht mehr damit. Wenn ich also schon ständig pleite bin, dann wenigstens mit etwas, das mich glücklich macht.“ Glücklich sollte GHOSTS, das zweite Album seit dem Neustart, auch all jene machen, die auf der Suche nach dem gesunden Mittelweg zwischen verkopft und eingängig sind. Mit der Intelligenz und Komplexität des Prog, aber ohne dessen selbstverliebte Frickelei packt Thornley eine Platte an, deren wuchtige Kompositionen schnell ins Ohr gehen, ihre Geheimnisse aber längst nicht beim ersten, zweiten oder fünften Hören preisgeben. Mehr Gravitas als Pathos, mehr Gewicht als Ballast, mehr Spaß als Spinnerei – GHOSTS sollte zu den Highlights des Jahres gezählt werden.
New Light Choir – VOLUME II
Placebo-Gesang trifft auf den Spirit der 70er, sehr frühe Rush und ein wenig Punk.
Gerne kategorisiert der Mensch – und insbesondere im Musikbereich. Nur bei den beiden Musikern von New Light Choir aus North Carolina gestaltet es sich als schwieriges Unterfangen, da sie in diverse Schubladen passen und dann auch wieder nicht. Vielfältiges erklingt auf dem Zweitwerk von John Niffenegger, dem Sänger, Gitarrist und Basser in Personalunion, sowie Schlagzeuger Chris Dalton. Düsteres, Heavyness und ein wenig Morbidität können als Bindeglieder der einzelnen Nummern herhalten. ›New Light October‹ und ›Higher Fire‹ treffen rockig und schnell auf beinahe Poppiges bei ›December Flying‹ sowie auf Schwermütiges in ›All I Need‹. Über allen Titeln wabert ein wenig die psychedelische Erinnerung an die 70er Jahre. Die markante Stimme Niffeneggers die wie eine kratzende Variante des Placebo Frontmanns Brian Molko wirkt, veredelt die rauen und ruppigen Melodien zu interessanten Musikstücken. Monotonie stellt sich zu keiner Zeit ein, allerdings bekommt sie bei einer Spielzeit von knapp 35 Minuten auch keine Chance dazu.
Elvis Presley: Neues Album mit dem Royal Philharmonic Orchestra
IF I CAN DREAM: ELVIS PRESLEY WITH THE ROYAL PHILHARMONIC ORCHESTRA enthält Stücke des Kings mit neuen Arrangements. Als Gäste treten u. a. Michael Bublé und Duane Eddy auf.
Das Royal Philharmonic Orchestra hat bekannten Elvis-Songs eine neue musikalische Untermalung verpasst. Das Ergebnis ist IF I CAN DREAM, eingespielt in den legendären Abbey Road Studios. Auf den meisten Tracks sind Originalaufnahmen von Elvis zu hören. Allerdings wurden auch andere Künstler ins Studio eingeladen.
So singt der King ›Fever‹ nun im Duett mit Michael Bublé, auf ›Bridge Over Troubled Water‹ und ›An American Trilogy‹ hat Gitarrist Duane Eddy Gastauftritte. ›It’s Now or Never‹ wurde vom italienischen Opern-Trio Il Volo neu interpretiert.
IF I CAN DREAM: ELVIS PRESLEY WITH THE ROYAL PHILHARMONIC ORCHESTRA erscheint am 30. Oktober im Rahmen der Feierlichkeiten zu Elvis‘ 80. Geburtstag. Das Album kommt mit 14 Songs daher. „Für Elvis wäre ein Traum wahr geworden“, so Priscilla Presley. „Er hätte es geliebt, so etwas zu machen.“
Tracklist:
1. Burning Love
2. It’s Now or Never
3. Love Me Tender
4. Fever – Elvis Presley feat. Michael Bublé
5. Bridge Over Troubled Water
6. And the Grass Won’t Pay No Mind
7. You’ve Lost That Loving Feeling
8. There’s Always Me
9. Can’t Help Falling In Love
10. In the Ghetto
11. How Great Thou Art
12. Steamroller Blues
13. An American Trilogy
14. If I Can Dream
Keith Richards: SGT. PEPPER ist „Müll“
Für Keith Richards ist der Beatles-Klassiker eine „Ansammlung von Müll“ – ebenso wie THEIR SATANIC MAJESTIES REQUEST der Rolling Stones.
Vielen gilt SGT. PEPPER’S LONELY HEARTS CLUB BAND der Beatles als eines der besten Alben der Rockgeschichte. Nicht so Keith Richards. In einem Interview mit „Esquire“ teilte der Gitarrist nun gegen die ewigen Rivalen der Stones aus. Einige Leute seien der Meinung, SGT. PEPPER sei ein geniales Werk, so Richards. „Ich denke, es ist eine Ansammlung von Müll, ähnlich wie SATANIC MAJESTIES.“ Er habe sich damals gesagt: „Oh, wenn ihr eine solche Scheiße machen könnt, können wir das auch.“
„Die Beatles klangen toll, als sie die Beatles waren. Doch ihrer Musik fehlten die Wurzeln“, so Richards weiter. „Sie haben es einfach übertrieben.“ Wenn man in den 60ern die Beatles gewesen sei, habe man sich einfach verrennen müssen. „Du vergisst dann, was du eigentlich machen wolltest.“
Auch mit den „Zumutungen“ des Star-Seins seien John, Paul, George und Ringo nicht klar gekommen. „Ein ganzes Zimmer voll Chicks, die dir zujubeln, ist nicht so übel, wenn dich ein Jahr zuvor keine angeschaut hat“, erklärte Richards. Doch die Beatles seien mit dieser Situation nicht fertig geworden. „Sie haben 1966 aufgehört zu touren – sie waren am Ende. Sie sind dann nach Indien gegangen und haben Mist gemacht.“
Kein Mist ist Richards‘ kommende Platte CROSSEYED HEART, die am 18. September erscheint und laut Presseerklärung von “Reggae, Rock, Country und Blues” beeinflusst ist. Mit ›Trouble‹ hat der 71-Jährige bereits den ersten Song daraus hören lassen. Ebenfalls im September feiert die neue Doku „Keith Richards: Under The Influence“ Premiere.
Hollywood Vampires: Cooper, Perry und Depp enthüllen Details zu kommendem Album
Alice Cooper, Joe Perry und Johnny Depp kündigen Tribute-Album mit gigantischem Gastaufgebot an.
Die Hollywood Vampires, benannt nach einem berüchtigten Rockstar-Trinker-Club aus den Siebzigern, werden am 09. September ihr selbstbetiteltes Album veröffentlichen.
Dem Club, der 1972 in einer oberen Bar des legendären „Rainbow Bar & Grill“ gegründet wurde, gehörten so namhafte Durstige wie Cooper, Jimi Hendrix, John Lennon, Keith Moon, Jim Morrison und Mickey Dolenz an. „Um dem Club beizutreten, musste man nur alle anderen Mitglieder unter den Tisch saufen„, sagt Alice Cooper, selbst Gründungsmitglied.
Neben zwei Eigenkompositionen zeigen die Hollywood Vampires ihre Versionen von Songs früherer Mitglieder, um ihren „toten Freunden und Helden“ ihre Ehre zu erweisen.
Unterstützung bekamen Cooper, Perry und Depp dabei von Produzent Bob Ezrin, Perry Farrell, Dave Grohl, Sir Paul McCartney, Joe Walsh, Slash, Robbie Krieger, Zak Starkey, Brian Johnson und Kip Winger. Auch Sir Christopher Lee, der ein Intro zu ›Raise The Dead‹ kurz vor seinem Tode eingesprochen hat, wird zu hören sein.
Tracklist:
01. The Last Vampire
02. Raise The Dead
03. My Generation
04. Whole Lotta Love
05. I Got A Line On You
06. Five To One/ Break On Through
07. One/Jump Into The Fire
08. Come And Get It
09. Jeepster
10. Cold Turkey
11. Manic Depression
12. Itchycoo Park
13. School’s Out/Another Brick In The Wall Pt.2
14. My Dead Drunk Friends
Seht hier den Trailer zu HOLLYWOOD VAMPIRES:
Die Künstler spenden alle Einnahmen der MusiCares Foundation.
Supertramp: Sänger Rick Davies an Krebs erkrankt
Supertramp-Frontmann Rick Davies leidet an Knochenmarkkrebs. Die Band hat deshalb ihre geplante Europatournee abgesagt.
Rick Davies, Sänger und Mitbegründer von Supertramp, ist an Knochenmarkkrebs erkrankt. Dies teilte die Gruppe über ihre offizielle Website mit. Der 71-Jährige befinde sich bereits in Behandlung. Die Band bittet darum, Davies‘ Privatsphäre zu wahren, weitere Statements werde es vorerst nicht geben.
Zugleich haben Supertramp ihre geplante Tournee abgesagt. Davies meldete sich persönlich zu Wort: „Ich habe mich wirklich darauf gefreut, nach Europa zurückzukehren.“ Es tue ihm sehr leid, all die zu enttäuschen, die sich um die kommende Tour bemüht hätten. „Leider haben mich gesundheitlichen Probleme aus der Bahn geworfen. Ich muss jetzt all meine Energie darauf konzentrieren, gesund zu werden“, so Davies.
Die unter dem Motto „Supertramp Forever“ avisierte Konzertreihe sollte am 3. November in Porto beginnen und wäre seit fünf Jahren die erste Europatour der Briten gewesen. Von der Absage sind auch die Auftritte in Oberhausen, Frankfurt, München und Hamburg betroffen.
The Dead Daisies: Supergroup veröffentlicht Kuba-Doku
The Dead Daisies veröffentlichen einen 15-minütigen Dokumentarfilm namens „Revolución“ über den historischen Kuba-Besuch der Band.
Im vergangenen März reisten David Lowy (Mink), Richard Fortus (Guns N‘ Roses), Dizzy Reed (Guns N‘ Roses), Brian Tichy (Billy Idol, Ozzy Osbourne u.v.m.), Marco Mendoza (Thin Lizzy) und Neuzugang John Corabi (Mötley Crüe) gemeinsam mit den Rolling Stones-Mitgliedern Daryl Jones und Bernard Fowler als The Dead Daisies nach Kuba. Nachdem die USA ihre Handelsbeziehungen zu Kuba wieder aufgenommen hatten, besuchten sie als erste westliche Rockband den Karibikstaat.
Der Film, der exklusiv auf Twitter präsentiert wurde, zeigt die Rockstars auf Kennenlernkurs mit der kubanischen Kultur. Sie jammen mit Musikern, besuchen eine Musikschule und schließen ihr Gastspiel mit einem Auftritt beim „Roc Por La Paz“-Konzert („Rock für den Frieden“) vor über 6.000 Zuschauern ab.
Während ihres Aufenthaltes begannen The Dead Daisies außerdem mit den Arbeiten an ihrem zweiten Album, das ebenfalls REVOLUCIÓN heißt. Seht hier das Video zur daraus stammenden Single ›Mexico‹.
Seht hier die Dokumentation „Revolución“:
.@TwitterAU presents Revolución! The Daisies in #CUBA ft. members from #GunsNRoses, #TheRollingStones & #MotleyCrue! https://t.co/HOBgFzmkPO
— The Dead Daisies (@TheDeadDaisies) 1. August 2015
Im Mai durfte CLASSIC ROCK die Daisies einen ganzen Tag auf dem Rockavaria Festival begleiten. Hier geht’s zum vollständigen Bericht inklusive Galerie …
Scorpions: Neue Doku feiert 50 Jahre Bandgeschichte
„Forever And A Day“ zeigt die Scorpions auf ihrer „Farewell Tour“ und bietet bisher unbekanntes Archivmaterial aus den Anfangszeiten der Gruppe.
Am 14. August werden die Scorpions mit „Forever And A Day“ eine neue Banddoku vorlegen. Filmemacherin Katja von Garnier hat Klaus Meine, Rudolf Schenker, Matthias Jabs, James Kottak und Pawel Maciwoda auf ihrer 18-monatigen „Farewell Tour“ bis zum abschließenden Gig im Dezember 2012 in München begleitet.
Uns erwarten „großartige Bilder der Live‐Shows, in denen die Zuschauer die Atmosphäre ‚on the road‘, die Spannung vor dem Auftritt und die Spielfreude einer Rockband miterleben“ können, wie es in einer Presseerklärung heißt. Der Film feiere 50 Jahre Bandgeschichte.
In Interviews kommen Weggefährten wie der kürzlich verstorbene Scorpions‐Manager Peter Amend zu Wort, ebenso wie prominente Fans wie Michail Gorbatschow, Wladimir Klitschko oder Paul Stanley. Dazu gibt’s unveröffentlichtes Archivmaterial, das bis in die 60er und 70er zurückreicht.
Im Februar haben die Scorpions ihr jüngstes Album RETURN TO FOREVER veröffentlicht. Das offizielle Video zu ›We Built This House‹, einem der Songs daraus, könnt ihr euch hier anschauen.





