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Black Country Communion – BCCIV

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black country communionDie Allstar-Band kehrt mit lautem Getöse zurück!

Es wäre nun wirklich zu schade gewesen, hätten sich Joe Bona­massa und Glenn Hughes nicht wieder vertragen. Okay, die Reibungspunkte waren zu of­­fensichtlich: auf der einen Seite der bodenständige Weltklassegitarrist, der nichts mehr hasst als Hybris, auf der anderen Seite eine der schillerndsten Figuren des Rock­business, eine Diva mit riesigem Ego und massenhaft Starallüren. Musikalisch passen diese gegensätzlichen Pole allerdings perfekt zusammen, denn beide Musiker lieben den Blues-getränkten Hardrock, der einst Led Zeppelin und Deep Purple groß gemacht und seither nie wieder so spektakulär geklungen hat wie bei Black Country Communion. Das vierte Album BCC IV ist also eine Rückkehr in gleich zweierlei Hinsicht: Joe Bonamassa und Glenn Hughes rauchen die Friedenspfeife – oder sollte man besser sagen: halten derzeit Waffenruhe? – und der klassische Hard­rock erlebt eine weitere Sternstunde. Das liegt allerdings auch an BCC-Schlagzeuger Jason Bonham und Keyboarder Derek She­rinian, die zweifellos weitaus mehr sind als nur ergänzendes Beiwerk. Hier waren vier absolute Könner am Werk, und genau das hört man in jeder einzelnen Note. Ich bin begeistert!

9/10

Black Country Communion
BCCIV
MASCOT/ROUGH TRADE

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Brian Wilson – PLAYBACK: THE BRIAN WILSON ANTHOLOGY

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brian wilson playbackDerzeit ist Brian Wilson auf Welttournee, um ein letztes Mal sein Meisterwerk PET SOUNDS live aufzuführen.

Doch wer dem 75-Jährigen dabei zusieht, wie Helfer ihn an sein Piano geleiten und er roboterhaft Ansagen wiederholt, kann dabei den Eindruck bekommen, dass man hier auch Zeuge eines Abschieds wird. Andererseits war er trotz seiner angegriffenen Psyche in der Lage, seit 1988 Soloalben zu veröffentlichen (wobei er vor allem in den vergangenen zehn Jahren recht pro­duktiv war). PLAYBACK ist nun die erste (!) Zu­­sammenstellung dieser Solojahre und bietet Aus­züge aus neun Alben – von BRIAN WILSON (1988) bis NO PEER PRESSURE (2015). Darunter sind Klassiker wie ›Love And Mercy‹ (der einzige Solo­song, der es in die aktuelle Setlist geschafft hat) oder unterschätzte Albumtracks wie ›Soul Searchin‘‹ plus ein ganz neuer Song, ›Run James Run‹. Sogar aus LIVE AT THE ROXY THEATRE (2000) finden sich zwei Stücke auf PLAYBACK. Dass Alben wie der dokumentarische Soundtrack I JUST WASN’T MADE FOR THESE TIMES, ORANGE CRATE ART oder WHAT I REALLY WANT FOR CHRISTMAS leer ausgingen, mag man bedauerlich finden, doch das große Manko der Zusammen­stellung ist allerdings die Tatsache, dass bis auf den bislang unveröffentlichten Song ›Some Sweet Day‹ die mythenumrankten Sessions mit Andy Paley aus den 90er-Jahren oder Musik aus dem ebenfalls un­­veröffentlichten Big-Band-Album aus den 70ern unberücksichtigt blieben. Ein Genie wie Brian Wilson hätte zumindest eine Doppel-CD mehr als verdient.

6/10

Brian Wilson
PLAYBACK: THE BRIAN WILSON ANTHOLOGY
RHINO/WARNER

Van Morrison – ROLL WITH THE PUNCHES

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van morrison roll with the punchesSouverän: Van the Bluesman.

Ziemlich genau ein Jahr hat sich der nordirische Barde Zeit gelassen seit KEEP ME SINGING – um nun mit ROLL WITH THE PUN­CHES so ziemlich das Gegenstück zum Vorgänger abzuliefern. Damals war es vollmundiger, wohliger Soul, jetzt ist es elektrischer Blues. Nur fünf der neuen Stücke hat Morrison selbst geschrieben. Der Titeltrack, ›Too Much Trouble‹, ›Ordinary People‹ und ›Fame‹ sind klassischer Blues(rock) – in letzterem philosophiert der Songschreiber im Duett mit Paul Jones über die korrumpierende Wirkung von Berühmtheit und über Andy Warhols Bonmot von den 15 Minuten Ruhm für Jedermann. ›Transformation‹ dagegen ist jene hymnische Mischung aus Soul und irischem Folk, wie Morrison sie vermutlich zu jeder Tages- und Nachtzeit aus dem Ärmel schüttelt. Die übrigen zehn Songs des Albums sind Co­­verfassungen etwa von Bo Diddley & Samuel Smith (›I Can Tell‹), Little Walter (›Mean Old World‹) oder Count Basie & Jimmy Rushing (›Goin‘ To Chicago‹). Für die Aufnahmen hat sich Morrison große Namen wie Chris Farlowe, Geor­gie Fame und Jeff Beck ins Studio geladen. Wa­­rum? Weil er es kann. Und man will hier nicht das Sprichwort von den vielen Köchen in den Mund nehmen, aber bei manchen Stücken wäre etwas weniger durchaus mehr gewesen. Nicht zuletzt Sam Cookes ›Bring It On Home To Me‹ klingt zwar beseelt und feierlich, ist mit fettem Background­chor, Hammond-Orgel und Gitarrensolo aber ein wenig überladen – zumal Morrisons eigene, raumfüllende Stimme ja auch noch da ist. Natürlich ist das dennoch alles nicht schlecht, ziemlich souverän auch, und die Aufnahmen waren sicher ein großer Spaß. Hier und da hätte halt etwas mehr Leichtfüßigkeit ganz gut getan, wenn mit dem Diddley-Beat von ›Ride On Josephine‹ der Vor­hang fällt.

7/10

Van Morrison
ROLL WITH THE PUNCHES
CAROLINE/UNIVERSAL

The Killers – WONDERFUL WONDERFUL

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killers wonderfulPop-Alternative, Doppelrahmstufe.

Viel hilft viel. Wenn die Fleisch­beilage doch etwas bescheiden schmecken sollte, dann hauen wir einfach eine dominante Sah­nesoße drauf zum übertünchen. Sagte der Chefkoch. Beim neuen Killers-Album ist die Creme Double einfach eine fette Pro­duktion und radiokonformes Liedgut, das Songwriting ist meiner Meinung nach eher mittelprächtig und einen richtigen Single-Hit findet man auch nicht. Whatever… Die Killers kommen aus Las Vegas, dort sind Glitzer und Glamour und schöner Schein schließlich auch zuhause. Und das von Produzent Jacknife Lee aufwändig aufgeblasene Album passt wie Arsch auf Eimer in die Autostereoanlage, um mit dem offenen Amischlitten über die Boulevards zwischen den Spielcasinos in Vegas zu cruisen. Hier werden originelle Sounds mit sorgsam ausgearbeiteten Songstrukturen kombiniert, so etwas kannte man in den 80er-Jahren von einer Band wie Duran Du­­ran. Die beiden Vorabtracks ›Run For Cover‹ und ›I‘m The Man‹ gaben ja schon einen kleinen Vor­geschmack. Es ist definitiv auch keine Platte für Miesepeter oder Harmoniefeinde, hier ist einfach eine lebendige und kraftvolle Blaupause ihrer Sturm- und Drangzeit mit viel Feinschliff herausgearbeitet worden. Genau richtig für das singlefixierte Publikum der Digital Natives, die in ihrem Streamingkosmos in Warp 3 von Glitzersternchen zu Glitzersternchen eilen. Obenauf gibt es sogar noch etwas untypische Songs. Jacklee Knife wur­de den Killers übrigens von Bono empfohlen, Mark Knopfler durfte Gitarrenparts beisteuern, aber das nur nebenbei. P.S.: Sänger Brandon Flowers holt mit seiner charakteristischen Stimme natürlich die Kastanien aus dem Feuer.

6/10

The Killers
WONDERFUL WONDERFUL
ISLAND/UNIVERSAL

Foo Fighters: Dave Grohl und Co. haben Spaß bei „Carpool Karaoke“

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foo fighters carIn der neuesten Episode von „Carpool Karaoke“ lassen sich die Foo Fighters von Moderator James Corden durch Los Angeles kutschieren.

Nach Stars wie Chris Martin, Adele und den Red Hot Chili Peppers haben es auch die Foo Fighters getan. Dave Grohl und seine Bandkollegen sind zu Comedien James Corden ins Auto gestiegen. Im Rahmen von dessen Serie „Carpool Karaoke“ ging’s zusammen durch die Straßen von Los Angeles.

Damit es während der Fahrt nicht langweilig wurde, stimmte man gemeinsam Foo-Fighters-Klassiker wie ›Best Of You‹ oder ›Learn to Fly‹ sowie ›Sky Is a Neighborhood‹ vom neuen Album CONCRETE AND GOLD an.

Ach ja, einen spektakulären Drumbattle zwischen Dave Grohl, James Corden und Taylor Hawkins gibt’s auch noch zu bestaunen.

Hier sind die gut gelaunten Foo Fighters mit James Corden bei „Carpool Karaoke“:

Bruce Springsteen: Neues Livealbum für Hurrikan-Opfer

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bruce springsteen houstonBruce Springsteen veröffentlicht einen Auftritt mit der E Street Band aus dem Jahr 1978 in Houston. Die Einnahmen gehen an den MusiCares® Hurricane Relief Fund.

Bruce Springsteen setzt sich für die Opfer der aktuellen Hurrikan-Katastrophe in den USA ein. So erscheint sein Konzert vom 8. Dezember 1978 in Houston – bisher nur als DVD im Jubiläums-Boxset THE PROMISE: DARKNESS ON THE EDGE OF TOWN erhältlich – erstmals separat auf CD oder als Download. Alle Einnahmen kommen dem MusiCares® Hurricane Relief Fund zugute, der „denen hilft, die von der kürzlichen Zerstörung in Texas und in Florida betroffen sind“.

Springsteens Tour von 1978 gilt als eines der Highlights seiner Karriere und als eine der besten Konzertreihen der Rockgeschichte. Auf dem Houston-Mitschnitt sind Fan-Favoriten wie ›Prove It All Night‹ samt legendärem ’78-Intro, ›Streets of Fire‹ oder die Patti Smith-Kollaboration ›Because the Night‹ enthalten.

Außerdem gibt es frühe Versionen der THE RIVER-Klassiker ›Independence Day‹, ›The Ties That Bind‹ und ›Point Blank‹ zu hören. Die Houston-Show erscheint als Download und auf CD (die ab 9. Oktober verschickt wird), über Springsteens offizielle Homepage.

Bruce Springsteen & The E Street Band mit einem epischen ›Because The Night‹ live in Houston 1978:

Iron Maiden: „The Book Of Souls“-Livealbum kommt im November

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iron maiden live 2016 press2016 und 2017 waren Iron Maiden mit ihrem aktuellen Album THE BOOK OF SOULS auf Welttournee unterwegs. Bald gibt’s das Ganze für’s Wohnzimmer.

Am 17 November veröffentlichen Iron Maiden den Konzertmitschnitt THE BOOK OF SOULS: LIVE CHAPTER. Damit dokumentieren die Briten ihre „The Book Of Souls„-Welttour, die sie durch 39 Länder führte und von zwei Millionen Fans besucht wurde.

Das Album versammelt Aufnahmen von verschiedenen Stationen der Tour, etwa aus Sydney, Tokyo, Rio de Janeiro oder Wacken. Bassist Steve Harris: „Wir haben sehr viel Zeit in die Arbeit an diesem Werk gesteckt, weil ich es so nah wie möglich an Maidens Live-Erlebnis haben wollte und weil es unsere Fans aus verschiedensten Teilen der Welt repräsentieren soll.“

iron maiden live

Iron Maidens THE BOOK OF SOULS: LIVE CHAPTER:
1. If Eternity Should Fail – Sydney, Australia
2. Speed of Light – Cape Town, South Africa
3. Wrathchild – Dublin, Ireland
4. Children of the Damned – Montreal, Canada
5. Death or Glory – Wroclaw, Poland
6. The Red and the Black – Tokyo, Japan
7. The Trooper – San Salvador, El Salvador
8. Powerslave – Trieste, Italy
9. The Great Unknown – Newcastle, UK
10. The Book of Souls – Donington, UK
11. Fear of the Dark – Fortaleza, Brazil
12. Iron Maiden – Buenos Aires, Argentina
13. Number of the Beast – Wacken, Germany
14. Blood Brothers – Donington, UK
15. Wasted Years – Rio de Janeiro, Brazil

ZZ Top – LIVE FROM TEXAS

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zz top live texasSharp-dressed men: auf 500 Stück limitierte Doppel-LP-Neuauflage eines Live-Mitschnitts von 2007.

Im Juni 2008 erschien LIVE FROM TEXAS, die Aufzeichnung eines Heimspiels von ZZ Top im Nokia Theatre in Grand Prairie vom 1. No­­vember 2007 auf DVD/Blu-ray. Später im gleichen Jahr folgte zuerst eine CD, dann mit einigem Abstand auch noch eine Vi­­nylausgabe. Beide Formate waren allerdings um die Songs ›Pincushion‹ und ›Heard It On The X‹ gekürzt. Beide Tracks fehlen nun auch auf der auf 500 Stück limitierten Doppel-LP-Neuauf­lage in silberfarbenem Vinyl. Zähneknirschend verschmerzbar.

Denn die drei bärtigen Herren in schicken Anzügen von Nudie’s Rodeo Tailors befanden sich an jenem Abend nicht nur in ausgezeichneter Spiellaune, sondern konzentrierten sich im Set weitgehend auf ihre Sturm- und Drangzeit, etwa mit dem Auftakt ›Got Me Un­­der Pressure‹ und der unverwüstlichen Rifforgie ›Tush‹ als Schlusslicht. Dazwischen reihen Bas­sist Dusty Hill, Schlagzeuger Frank Beard sowie Sänger und Gitarrist Billy Gibbons einen Klas­siker an den anderen: Vom infektiösen ›Waitin‘ For The Bus‹ mit der Überblendung in ›Jesus Just Left Chicago‹ über die stark an Fleetwood Macs Ur-Gitarrist Peter Green angelehnte Zeitlupen-Ode ›Blue Jean Blues‹ inklusive elegantem ›Blues Intro‹ bis hin zu passionierten Rockkrachern im Turbomodus wie ›Legs‹, ›I‘m Bad, I‘m Nationwide‹, ›Gimme All Your Lovin’‹, ›Sharp Dressed Men‹ und ›Tube Snake Boogie‹.

Dazwischen gibt es Perlen wie das Slide-Gitar­ren-Feuerwerk ›Just Got Paid‹, die majestätische Midtempo-Ballade ›Rough Boy‹ und das augenzwinkernde ›Pearl Necklace‹. Anlässlich des Finales, konkret bei der kraftvoll-temporeichen Boogie-Blues-Hurenhaus-Ode ›La Gran­ge‹, kocht der Saal vor Hysterie dann regelrecht über.

9/10

ZZ Top
LIVE FROM TEXAS
EAGLE ROCK/CARGO