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Start Blog Seite 689

Video der Woche: Besinnlicher Adventssonntag mit Billy Idol

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Billy Idol im Video zu White Christmas.Besinnlich geht es zu im ‚Video der Woche‘. Pünktlich zum 1. Advent trällert Billy Idol, Geburtstagskind der Woche, den Weihnachtsklassiker ›White Christmas‹.

Einen besinnlichen ersten Adventssonntag allerseits!
Um die Stimmung in vorweihnachtliche Bahnen zu lenken, zeigt CLASSIC ROCK im ‚Video der Woche‘ den seit kurzem 62 Jahre alten Billy Idol beim heiteren Performen von ›White Christmas‹.

Auf seiner Compilation HAPPY HOLIDAYS hatte die blonde Ikone 2006 amerikanische Weihnachtslieder neu und mit typisch dicker Lippe interpretiert.

Hier ›White Christmas‹ von Billy Idol sehen:

Wem Herr Idol im Video ein wenig zu oft ein wenig zu selbstbewusst in die Kamera grinst, der kann auch gerne einfach nur den Song abspielen. Der sorgt nämlich tatsächlich für wohlige Adventsgefühle. Ein bisschen Kitsch gehört schließlich zum Weihnachtsfest dazu…

The Rolling Stones – ON AIR 1963–1965 LIMITED DELUXE EDITION

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Rolling Stones On Air Cover

Endlich offiziell: BBC-Sessions aus dem Präkambrium.

Seit mehr als einem halben Jahrhundert funktioniert das stets auch aufs Geld erpichte Unternehmen Rolling Stones. Umso verwunderlicher, dass die vollen Archive (prinzipiell existiert zu jedem Album ein reichhaltiger Alternativfundus!) nicht ebenso konsequent ausgewertet wurden wie bei Elvis Presley, The Beatles, Pink Floyd, Jimi Hendrix oder T. Rex. Vor allem die ersten Jahre der Stones, von 1963 bis 1971, deren Output sich einst der verhasste Manager Allen Klein mit seiner Organisation ABKCO unter den Nagel riss, sind noch für Überraschungen gut.

Eine Lücke in Sachen BBC-Sessions mit Aufnahmen mal im Studio, mal vor Publikum, schließt nun – wenn auch längst nicht komplett – ON AIR 1963 – 1965, wahlweise als Standard Version, 2-CD Deluxe Edition, Vinyl sowie als kunterbunte Special Limited Vinyl Edition. 32 Tracks versammeln sich auf der 2-CD Deluxe Edition: Als ebenso rasant wie die Debütsingle, Chuck Berrys ›Come On‹, erwies sich deren Nachfolger ›I Wanna Be Your Man‹ von den Beatles. Mit Bobby Womacks ›It’s All Over Now‹ gelang 1964 die erste UK-Nummer-1. Gleiches gelang auch der superb selbstverfassten Zeitgeistode ›The Last Time‹ (hier mit alternativem Ende) und dem ebenfalls modifizierten ›(I Can’t Get No) Satisfaction‹. Weitere frühe Exponate liefern ›The Spider And The Fly‹ und ›Little By Little‹.

Doch mehrheitlich setzte die 1962 von Gitarrist Brian Jones gegründete Truppe in jener Phase auf Blues-, Soul- und R&B-Cover-Versionen aus den USA. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf Chuck Berrys Repertoire (›Carol‹, ›Beautiful Delilah‹, ›Memphis, Tennessee‹, ›Around And Around‹, ›Roll Over Beethoven‹), dicht gefolgt von Bo-Diddley-Originalen wie ›Crackin’ Up‹, ›Cops And Robbers‹ und ›Mona (I Need You Baby)‹. Erstaunlich, wie es den Stones gelang, sich weitere R&B-Preziosen aus Übersee wie Bobby Troups ›Route 66‹, Don Covays ›Mercy, Mercy‹, Bert Russells ›Cry To Me‹, Don Rayes ›Down The Road Apiece‹, Rufus Thomas‘ ›Walking The Dog‹, Muddy Waters‘ ›I Can’t Be Satisfied‹ oder Solomon Burkes ›Everybody Needs Somebody To Love‹ so einzuverleiben, als wären es Eigengewächse. Entsprechende Liner Notes liefert das illustrierte Buch ON AIR IN THE SIXTIES. Für Vinyl-Freaks liegt eine gelbe Doppel-LP parat.

9/10

The Rolling Stones
ON AIR 1963–1965 LIMITED DELUXE EDITION
ABKCO/POLYDOR/UNIVERSAL

Rush: Geddy Lee und Co. als Namensgeber für Mikroben

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RushDie Kanadier von Rush sind seit Kurzem die Namensgeber einer neu entdeckten Art von Mikroben.

„P. leei“, „P. lifesoni“ und „P. pearti“ wurde ein Trio an Mikroben von Forschern der University Of British Columbia benannt. Besagte Mikroorganismen sind eine Neuentdeckung und kommen in den – Achtung, ekelig – Eingeweiden von Termiten vor.

Aufgrund ihrer „langen Haare“, dem „rhythmischen Schlängeln“ und ihrer mikroskopischen Tänze erinnerten die Kleinstlebewesen die zuständigen Wissenschaftler an die Mitglieder des kanadischen Prog-Trios von Rush.

Hier die Mikroben-Versionen von Rush sehen:

Patrick Keeling, Mikrobiologe und Verfasser der Forschungsarbeit, erklärte: „Ein spanischer Postdoc, Javier del Campo, fragte mich nach guter, kanadischer Musik und ich schlug ihm vor, sich Rush anzuhören. Er kam später wieder auf mich zu und meinte ‚Diese Mikroben haben langes Haar, genau wie die Typen auf dem 2112 Album!'“

Anfang diesen Jahres wurde bereits eine neue Art von Knallkrebsen nach Pink Floyd benannt: „Synalpheus Pinkfloydi“

Kate Bush – Remastered Part I / Part II

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Kate Bush Remastered

Kate Löwenherz: komplett-Diskografie des weiblichen Pop-Genius.

Ein Karrierestart wie im Bilderbuch: Bereits als Teenager komponierte die auf einer Farm im Nirgendwo von East Wickham heimische 16-jährige Arzttochter Kate Bush mehr als 50 Songs. Über einen gemeinsamen Bekannten erfuhr Pink Floyds David Gilmour vom Nachwuchstalent. Ein von ihm fi­­nanziertes Demo-Band führte zum Vertrag mit dem Label EMI – der Rest ist längst Popgeschichte.

Auf zwei komplett remasterten Box-Sets sowie vier Vinyl-Paketen lässt sich der weitere Werdegang der lebenslang von Lam­penfieber geplagten britischen Art-Pop-Queen nachvollziehen: CD BOX 1 deckt auf sieben Alben in Originalcovern die Jahre 1978 bis 1993 ab: Auf Anhieb erwies sich der von Andrew Powell produzierte Erstling THE KICK INSIDE mit den Charthits ›Wuthering Heights‹ und ›The Man With The Child In His Eyes‹ als weltweit platinprämiertes Durchbruchswerk. LIONHEART legte – Co-produ­ziert von Powell und Bush – noch im gleichen Jahr mit Tracks wie ›Wow‹ und ›Hammer Horror‹ ab­­solut gleichwertig nach. NEVER FOR EVER, ihre UK-Nummer-1, lieferte 1980 die Hits ›Breathing‹, ›Babooshka‹ und ›Army Dreamers‹. Als nicht ganz so erfolgreich zeigte sich Bushs erster Pro­duzentenalleingang THE DREAMING (1982) samt Auskopplungen des Titelsongs, von ›Sat In Your Lap‹, ›Suspended In Gaffa‹, ›Night Of The Swallow‹ und ›There Goes A Tenner‹. Mit Rang 3 in den UK-Charts war es dennoch kein Flop. Aber­mals die Pole Position besetzte 1985 das bis heute in England bestverkaufte Werk HOUNDS OF LOVE – angetrieben vom Duett mit Peter Ga­­briel, ›Don’t Give Up‹, und der famosen 45er ›Running Up That Hill‹. Von James Joyces „Ulys­ses“ inspirieren ließ sich Miss Bush 1989 bei THE SENSUAL WORLD, das sich – wie auch der Nach­folger THE RED SHOES (1993) – im UK auf Rang-2 platzierte und Bushs kontinuierlichen Experi­mentierwillen und ihre künstlerische Horizont­erweiterung demonstrierte.

Für zwölf Jahre zog sich Kate Bush ins Privatleben zurück. CD BOX 2 greift den Faden 2005 wieder auf. Gewohnt ex­­zentrisch gelingt das weltweit vergoldete Come­back AERIAL mit der herrlich versponnenen Single ›King Of The Mountain‹. DIRECTOR’S CUT, ihr erstes Werk auf eigenem Label Fish People, beinhaltete 2011 aufgepeppte Outtakes von 1989 bis 1993. Noch im gleichen Jahr folgte 50 WORDS FOR SNOW mit neuem Material: komplett Ent­schleunigtes im Ambient-Anstrich mit überlangen Tracks. Der Konzertmitschnitt BEFORE THE DAWN umfasst das Live-Comeback von 2014. Abrundung erfährt die Kollektion mit 12“ MIXES, den B-Seiten-Sammlungen THE OTHER SIDE 1 und THE OTHER SIDE 2 sowie der Cover-Ver­sionen-Kompilation IN OTHERS’ WORDS.

CD BOX 1: 10/10
CD BOX 2: 10/10
Michael Köhler

Kate Bush
CD BOX 1/CD BOX 2
PARLOPHONE/WARNER

Neuerscheinungen: Ab heute im Plattenladen

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Neil Young PressefotoDie Altmeister Neil Young und Van Morrison trumpfen heute mit neuen Alben auf, und auch der Musikernachwuchs von Jess And The Ancient Ones und Hard Action sorgt für frischen Nachschub im Plattenregal.

Keine Müdigkeit, keine Bequemlichkeit, keine Altersmilde: Auf THE VISITOR glänzt Neil Young weiterhin mit starken Stücken:

Hier geht’s zur Review…

Nach nur drei Monaten Pause bringt Van Morrison schon seine nächste Platte raus. VERSATILE verbindet eine Reihe von alten Jazzklassikern mit neuem, ebenfalls beschwingtem Material:

Hier geht’s zur Review…

Jefferson Airplane trifft auf Okkultismus: Auch auf ihrem dritten Album präsentieren Jess And The Ancient Ones diese eigensinnige, psychedelic-getriebene Mischung:

Hier geht’s zur Review…

Dreckiger Hardrock, große Melodien und ein paar Skandinavien-typische Glam-Anleihen vereinen sich auf HOT WIRED BEAT zum stimmigen Mix:

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Jess And The Ancient Ones – THE HORSE AND OTHER WEIRD TALES

Jess And The Ancient Ones The Horse And Other Weird Tales

Der böse Zwilling der Blues Pills.

Finnlands Musiker hatten immer schon ein Händchen für diese gewisse Extradosis Morbidität. THE HORSE AND OTHER WEIRD TALES klingt deswegen auch nur auf den ersten Blick wie ein Nachkomme von The Doors, Jefferson Airplane und Englands Hard-Rock-Adel. Im Subtext ihrer psychedelisch-verschrobenen Kaskaden verstecken sie aber reichlich Dunkelheit und Obskurität. Beunruhigende Samples, blubbernde Orgeln, Horrorfilm-Stimmung, wabernde Soundteppiche und Texte aus dem Jenseits bestim men das (manchmal überladene) Bild. Freie Liebe trifft auf den Sensenmann – allein ideologisch ist diese Mischung schwer zu verstehen. Atmosphärisch passt es aber auf sonderbare Weise und sorgt für ein psychedelisches Rock-Album mit Gruselnote. So würden vielleicht Jefferson Air plane klingen, wenn sie aus Finnland kämen und nicht aus San Francisco. Fragt sich nur, ob der Summer Of Love auch bei acht Grad funktioniert hätte.

7/10

Jess And The Ancient Ones
THE HORSE AND OTHER WEIRD TALES
SVART RECORDS/SOULFOOD

Hard Action – HOT WIRED BEAT

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Hard Action Hot Wired Beat

Rotzige Melodien aus Helsinki.

Skandinavische Bands erkennt man schon nach den ersten Takten. Hard Action bilden da keine Ausnahme. Die vier Finnen mögen ihren Rock rotzig, lieben aber auch Melodien. Und lösen diesen scheinbaren Widerspruch auf, indem sie den traditionellen Ansatz der Hellacopters (frühe Kiss) mit den punkigen Glam-Elementen von Hanoi Rocks verknüpfen. Das funktioniert auf dem zweiten Album so gut wie auf SINISTER VIBES, dem Debüt von 2015. Wenn dann wie in ›The Losing Side‹ oder ›May‹ noch richtiges Songwriting hinzukommt, ist man auf der sicheren Seite. HOT WIRED BEAT mit seinen neun Songs ist ein knackiges Statement, das beweist, wie sehr die Backyard Babies, Gluecifer, The Hives oder auch Turbonegro zusammen mit den erwähnten Hellacopters Anfang des Jahrtausends die nächste Generation beeinflusst haben. Gynter Kivioja (Gesang, Gitarre), Ville Valavuo (Gitarre), A. P. Heinola (Bass) und Markus Hietamies (Schlagzeug) haben ihre Hausaufgaben ordentlich gemacht. Wie auch auf allen anderen Ebenen kennt Skandinavien auf dem Rotzrock-Sektor keine Nachwuchsprobleme. Kann jemand schnell eine gemeinsame Tour mit Audrey Horne und Dead Lord buchen?

7/10

Hard Action
HOT WIRED BEAT
SVART/CARGO

Van Morrison – VERSATILE

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Van Morrison Versatile

Beschwingter Jazz vom großen nordirischen Barden.

Genau wie Kollege Bob Dylan auf dessen jüngsten Alben zieht es Van Morrison zurück in vergangene Zeiten. Hatte er sich auf ROLL WITH THE PUNCHES vor nur drei Monaten auf seine Blueswurzeln besonnen – und Songs von Idolen wie Little Walter, Bo Diddley oder Sam Cooke gecovert – so nimmt er sich jetzt den Jazz vor. Nicht von ungefähr: Schon frühe Meisterwerke wie ASTRAL WEEKS oder MOONDANCE waren davon beeinflusst. Dylan wandelte auf TRIPLICATE zuletzt auf den Spuren von Frank Sinatra und Billie Holiday, sein teils fast verstörender Vortrag war voll verzweifelter Hoffnung und dunkelster Melancholie. Bei Morrison geht’s leichtfüßiger und auch wohltemperierter zu. Hier ein elegantes Saxofonsolo, da perlendes Klavier, wärmende Bläserparts und wie nebenbei hingeworfene Gitarrenklänge. Sehr sophisticated klingt das, beschwingt – und Morrison selbst ist natürlich die vollendete Souveränität. Singen kann er halt einfach. Vor allem gibt’s Standards von Größen wie George und Ira Gershwin (›A Foggy Day‹, ›They Can’t Take That Away From Me‹), Cole Porter (›I Get A Kick Out Of You‹) und Walter Donaldson und Gus Kahn (›Makin‘ Whoopee‹) zu hören, dazu sechs Eigenkompositionen – die sich gut zwischen die zeitlosen Klassiker einfügen und jedenfalls nicht negativ auffallen. Ein Herzensprojekt, ganz klar.

7/10

Van Morrison
VERSATILE
Caroline/Universal