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Neil Young + Promise Of The Real – THE VISITOR

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Neil Young The Visitor

Zwischen Protest und Selbstreflexion.

Als Neil Young am 4. Juli, dem amerikanischen Nationalfeiertag, die Single ›Children Of Destiny‹ veröffentlichte, war das eher ein gemischtes Vergnügen. Zum einen gab’s zwar kitschige, aber doch wunderschöne Passagen mit Streichern, zum anderen brachialen Rock mit Aufrüttelndem à la „stand up for what you believe“ zu hören. Das komplette Album ist jetzt deutlich weniger plakativ ausgefallen, und es ist keine reine Protestplatte, auch wenn das eröffnende ›Already Great‹ das vermuten ließe. Der Song ist ein direkter Konter auf Donald Trumps „Make America Great Again“-Slogan, mit den eröffnenden Zeilen: „I’m Canadian by the way/And I Love The USA.“ ›Stand Tall‹ fordert zu hymnischem Gitarrengepolter dazu auf, zusammenzustehen, gegen Rassismus, gegen Umweltzerstörung. Promise Of The Real, zum dritten Mal an Youngs Seite, geben sich alle Mühe, Crazy Horse würdig zu vertreten. Und sie überzeugen auch in den ruhigeren Momenten. In ›Almost Always‹ etwa, einer akustischen Ballade mit sachtem Schlagzeug und Mundharmonika. „Do I have something to say“, fragt sich Young da. „Maybe just a feeling, that things are bound to change/Or just that crazy searchlight/Lighting someone’s way.“ Ebenfalls gut: das federnd-melodische ›Change Of Heart‹. ›Carnival‹ ist ein gut achtminütiges Schelmenstück, ›When Bad Got Good‹ scheppernder Blues, ganz am Ende steht die zehnminütige Meditation ›Forever‹ – mit der Konklusion: „Earth is like a church without a preacher.“ Amen.

8/10

Neil Young + Promise Of The Real
THE VISITOR
Reprise/Warner

Whitesnake im Interview: Flächenbrand

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Whitesnake im Jahr 2014.Zum 30-jährigen Jubiläum des Erfolgsalbums 1987 veröffentlichen Whitesnake vier Sondereditionen des legendären Werks mit unveröffentlichten Live-, Studio- und Demosongs sowie remasterten Originalen. Frontmann David Coverdale schenkt CLASSIC ROCK 20 Minuten seiner Zeit, obwohl seine Umgebung in Flammen steht.

David Coverdale ist blendend aufgelegt und lacht viel, aber sein Mitarbeiter, der neben ihm am Telefon steht, achtet penibel darauf, dass das Interview keine Sekunde länger als die versprochenen 20 Minuten dauert. „Wie ist es in München?“, fragt der 66-Jährige am anderen Ende der Leitung. „Ich habe länger nicht mehr mit meiner Tochter telefoniert, die dort wohnt. Es regnet? Das ist nichts im Vergleich mit dem, was hier gerade in den USA passiert. In diesen Augenblicken, in denen ich mit dir rede, bricht hier wettertechnisch die Hölle los – überall wüten heftige Feuer. Von meinem Haus aus, in dem sich mein Büro und mein Studio befinden, in den Ausläufern der Sierra Nevada (Hochgebirge im Westen der Vereinigten Staaten, Anm. d. R.), kann ich auf das Tal und die Stadt Reno herunterblicken. Momentan ist alles von Rauch bedeckt.“

Direkte Gefahr für den Musiker und seinen Anhang besteht aber nicht. „So viel ich weiß, lodern gerade keine Brände in unmittelbarer Nähe meines Anwesens“, sagt David Coverdale. „Aber der Wind weht heftig und treibt den Rauch hierher. Vielen geht es schlechter als mir, das ist gerade eine sehr schockierende und herausfordernde Zeit hier in den Staaten für viele Menschen. Zumal ja auch noch Hurrikans anrollen und das Ganze verschlimmern. Ich lebe in einem Waldgebiet, aber zum Glück befindet sich eine Feuerwache ganz in meiner Nähe. Das beruhigt mich. Aber letzte Nacht hatte ich trotzdem Bauchschmerzen.“

Der große Durchbruch

Wie ein Flächenbrand breitete sich vor 30 Jahren auch das legendäre Whitesnake-Album 1987 aus, das einige Riesenhits abwarf und die Truppe um den smarten Briten und ehemaligen Deep-Purple-Sänger endgültig zum globalen Phänomen machte. Fast jeder über 40 verbindet etwas mit diesen Songs. Ein Beispiel: Als die Platte im April 1987 erschien, war der Autor dieser Zeilen gerade mal 15 Jahre alt und zum ersten Mal richtig verknallt – selbstverständlich unglücklich. Da kamen Songs wie ›Is This Love‹ und vor allem ›Here I Go Again‹ gerade recht, erfüllten sie doch das Bild des leidenden, verschmähten Lovers, der wie ein einsamer Wolf durch die Wälder streift, für immer und ewig dazu verdammt, allein zu bleiben. „Ich schrieb ›Here I Go Again‹, als die Ehe mit meiner ersten Frau in die Brüche ging – Julia, eine Deutsche, Mutter meiner Tochter Jessica“, blickt der Mittsechziger zurück. „Wir lebten da­­mals in London, aber ich war viel unterwegs, mal in den USA, mal in Frankreich. Einmal verschlug es mich an die Algarve in Portugal in ein kleines Dörfchen, wo ich das Lied schrieb. Ich fühlte mich furchtbar, weil etwas Großartiges zerbrochen war.“

Versagt die Stimme?

Aber auch gesundheitlich lief es im Vorfeld von 1987 alles andere als glatt. „Die ersten Songs für die Platte verfassten wir bereits 1985“, holt der Brite aus. „Dann ging es nach Los Angeles, wo ich verschiedene Drummer ausprobierte. Den Großteil des Jahres 1986 verbrachte ich dann allerdings damit, mich von meiner Operation zu er­­holen. Ich erinnere mich noch, dass ich im Dezember 1985 nach Weihnachten mit meiner Tochter von München nach Los Angeles flog und eine furchtbare Grippe mitschleppte. Nach diesem Flug wartete in meiner Hotel-Suite in Los Angeles eine Audiokassette auf mich. Aber statt mich auszuruhen und zu erholen, sang ich dummerweise dazu – das klang total beschissen. In diesen Augenblicken dachte ich, mein Leben sei vorüber.“ Aus der Grippe entwickelte sich eine üble Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung), die auch die Stimme von Coverdale angriff und sie schließlich fast für immer verstummen ließ. Der Musiker musste unters Messer, wobei es keine Garantie gab, dass er jemals wieder richtig singen könne. Die Ärzte hatten noch nie eine derartige Entzündung gesehen und waren skeptisch. „Das war eine echt miese Zeit für mich“, blickt er zurück. „Aber im Nachhinein scheint es so, als habe sich Gott zu mir umgedreht und gesagt: Mach dir keine Sorgen, deine Leiden sind nicht umsonst – es kommen auch wieder bessere Zeiten. Der Erfolg des Albums war überwältigend“, lacht er laut.

Nur die Liebe zählt

Dass es mal das Klassikerwerk von White­snake werden könnte, ahnte David Coverdale damals nicht. „Mein Ansatz war und ist immer noch, das Vorgängeralbum zu übertreffen“, sagt er, „bessere Songs, bessere Produktion. Ich stamme aus einer Musikergeneration, für die es künstlerisch essenziell war, sich weiterzuentwickeln. Es gehörte zum guten Ton, progressiv zu sein. Blues, Soul und Rock haben mich immer inspiriert, ebenso wie die Suche nach dem Sinn des Lebens.“ Und natürlich die Liebe, von der ja auch die damaligen Hitsingles handeln. „Auch heute, in fortgeschrittenem Alter, finde ich Liebeslieder noch genauso faszinierend wie damals mit 20 oder 30. Es ist nicht so, dass ich unbewusst vor mich hinlebe, ganz im Gegenteil. Ich achte stark auf meine Umwelt und bin auch po­­litisch sehr interessiert. Aber ich werde ge­­wiss keine Zeit damit ver­­geuden, einen Song über den aktuellen US-Präsidenten zu schreiben. Mir geht es ums Feiern der Liebe, um diese erstaunliche Flut an Gefühlen.“ Womit wir wieder bei ›Here I Go Again‹ wären, das ur­­sprünglich aus dem Jahr 1982 stammt und schon einmal auf SAINTS & SINNERS erschienen war. „Es war nicht meine Idee, die Nummer noch einmal aufzugreifen“, so Mr Coverdale. „Sie stammte von David Geffen von Geffen Records. Er schlug vor, das Stück erneut für den amerikanischen Markt herauszubringen. Wir arbeiteten damals gerade an einer symphonischen Version von ›Crying In The Rain‹ (ebenfalls 1982 auf SAINTS & SINNERS erschienen, Anm. d. R.), da ich mit dem Original nie so recht glücklich war. Der Deal be­­stand darin, beide Nummern abermals aufzunehmen. Zum Glück wurde es der erfolgreichste Whitesnake-Hit von allen!“

Robert Plant & The Sensational Space Shifters: Glasgow, SEC Armadillo (27.11.2017)

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Mr. Zep verbindet Vergangenheit und Gegenwart.

Seine Rückkehr nach England scheint ihm frischen Wind gegeben zu haben – der Golden God gibt zu, dass er es leid geworden war, „Rockaday Johnny in Amerika“ zu sein. Nun wabert der Duft von Räucherstäbchen durch die ersten Reihen, wo ein jubelndes Publikum die Anweisungen der Ordner, sich hinzusetzen, geflissentlich ignoriert.
Der Opener ›New World‹ bereitet uns passend vor auf ein Set, das die mystischeren Folk-Elemente von Led Zeppelin wie ›That‘s The Way‹ mit neuerem Material von Plants Sensational Space Shifters verbindet. Justin Adams, Plants „Schiffskapitän“, stolziert über die Bühne und steht breitbeinig da, während er Vollgas-Blues und nordafrikanische Rhythmen auf ›Turn It Up‹ darbietet.
Vor ›Gallows Pole‹ nimmt der Frontmann Bezug auf „rotgesichtige schottische Cousins“ in den Südstaaten. Seth Lakemans Geige verwandelt unterdessen ›Misty Mountain Hop‹ in einen berauschenden Ruf vom Berg. Skin Tyson wiederum geht ebenfalls in die Vollen, wenn er sich eine Les Paul Signature von 1972 umschnallt und wunderschöne Klänge aus ›What Is And What Should Never Be‹ herausholt. Die Chemie zwischen den beiden Gitarristen ist die reine Freude. An anderer Stelle be­­schwört ›Carry Fire‹ eine längst vergangene Energie herauf, mit der Plant seine Geister exorziert. Als die Fans dann bei ›Whole Lotta Love‹ Richtung Bühne stürmen, greift das Sicherheitspersonal etwas harsch ein. Doch Plant nickt ihnen zu und bald werden die Zuschauer in Ruhe gelassen. Ein Mann in einem „Jimmy Page Changed My Life“-T-Shirt genießt den Moment noch lange, nachdem Plant die Bühne verlassen hat.

Text: Richard Purden

AC/DC: Malcolm Young in Sydney beerdigt

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Am 28. November fand in Sydney die offizielle Trauerfeier für Malcolm Young statt. Nicht nur Angehörige und Bandkollegen, sondern auch Fans verabschiedeten sich vom AC/DC-Gitarristen.

Malcolm Young ist in Sydney beigesetzt worden. Australischen Medienberichten zufolge wurde die Trauerfeier um 10:00 Uhr Ortszeit in der St. Mary’s Cathedral abgehalten.

Neben seiner Familie erschienen auch zahlreiche Fans und Freunde des AC/DC-Gitarristen, darunter seine Bandkollegen Brian Johnson, Cliff Williams und Phil Rudd sowie „Angry“ Anderson von Rose Tattoo.

Während des Gottesdienstes wurde Youngs geliebte Gretsch-Gitarre, die den Kosenamen „The Beast“ trägt, auf seinen Sarg gebettet.

Nach der Andacht prozessierten die Angehörigen entlang der College Street und wurden dabei von einer Dudelsack-Kapelle begleitet, die unter anderem Teile des AC/DC-Klassikers ›It’s A Long Way To The Top‹ spielte.

Der australische Nachrichtensender ABC-News hat heute morgen ausführlich über die Beerdigung berichtet.

CLASSIC ROCK empfiehlt: Jeff Lynne’s ELO live sehen

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Jeff Lynnes ELO liveNächstes Jahr kommt Jeff Lynne’s ELO für mehrere Konzerte nach Deutschland. Jetzt gibts Tickets für die Shows.

Jeff Lynne ist eine der ganz großen Figuren der Rock- und Popmusik. Nicht nur ist er Gründer und kreativer Kopf des Electric Light Orchestra, er produzierte auch Alben für Tom Petty, Randy Newman oder Roy Orbison und war Mitglied der Traveling Wilburys.

Im September 2018 kommt Lynne mit Jeff Lynne’s ELO nach Deutschland und Österreich.

Jeff Lynne’s ELO live:

18.09. Hamburg, Barclaycard Arena
19.09. Berlin, Mercedes-Benz Arena
21.09. München, Olympiahalle
23.09. (AT) Wien, Wiener Stadthalle
25.11. Mannheim, SAP Arena
Tickets gibt’s hier…

(The) Sweet – SENSATIONAL – CHAPTER ONE: THE WILD BUNCH 71-78

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Sweet Sensational

Opulente 9-CD-Werkschau – vom ›Lollipop Man‹ bis zu ›Love Is Like Oxygen‹

Wer um 1970 in Bubblegum-Pop machte, saß ein für allemal fest in der Stilschublade, ge­­brandmarkt als Nichts-könner. Spielten doch bei den Stu­dioaufnahmen stets andere Musiker als die auf Platten-covern und im TV gezeigten Teenie-Idole. Lange Zeit kämpften auch die 1968 in Hayes, Middlesex, gegründeten The Sweet mit dem Stigma der Frühzeit: vier Bubblegum-Singles. Auszugsweise finden sich diese gar nicht mal so schlechten Ergüsse (›Lollipop Man‹, ›All You’ll Ever Get From Me‹) als Teil der BBC Sessions auf der finalen Disc des 9-CD-Boxsets SENSATIONAL – CHAPTER ONE: THE WILD BUNCH 71 – 78.

Ein kompletter Rundumschlag, der sämtliche LP-Originale ebenso miteinschließt wie zahlreiche Bonustracks (Demos, Alternativ-Versionen etc.), einen kompletten Livemitschnitt von 1973 sowie sämtliche A- und B-Seiten der von 1971 bis zum Ende des Jahrzehnts europaweit erfolgreichen Band. Mit Kraftanstrengung gelang es Sänger Brian Connolly, Bassist Steve Priest, Gitarrist Andy Scott und Schlagzeuger Mick Tucker das Image der Marionet­tenband abzulegen, erst als bis unter den Nabel geschminkte Glamrock-Truppe, danach als ganz in Leder gekleidete Hardrock-Combo. Frühe Charthits, Cover-Versionen (›Reflections‹ der Supremes, Lovin‘ Spoonfuls ›Daydream‹) zierten das Debüt FUNNY HOW SWEET CO CO CAN BE (1971). Auf SWEET FANNY ADAMS (1974) agierte das Ensemble zum letzten Mal unter der Regie von Produzent Phil Wain­man. Sechs von neun verrockten Tracks (u.a. ›Set Me Free‹, ›Rebel Rouser‹, ›AC-DC‹, ›Sweet F.A.‹) waren Eigenkompositionen.

Das Songwriter-Team Nicky Chinn und Mike Chapman waltete final auf DESOLATION BOULEVARD (1974), mit dem in den Münchner Musicland Studios selbstproduzierten GIVE US A WINK legten Sweet 1976 die Meister­prüfung ab: ›Action‹, ›Healer‹, ›Cockroach‹ oder ›4th Of July‹ galten Protagonisten der New Wave Of British Heavy Metal stets als heilig. Umso unverständlicher, dass sich Sweet auf Druck der Platten­firma mit dem Nachfolger OFF THE RECORD (1977) abermals aufs Kommerzterrain begaben. Ein Wechsel zu Polydor lieferte 1978 das seltsam softe LEVEL HEADED mit dem finalen Top-Ten-Hit ›Love Is Like Oxygen‹.

8/10

(The) Sweet
SENSATIONAL – CHAPTER ONE: THE WILD BUNCH 71-78
RCA/SONY

Video der Woche: AC/DC mit ›Stiff Upper Lip‹ live in München

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Mit dem „Video der Woche“ gedenkt CLASSIC ROCK dem verstorbenen Malcolm Young und zeigt einen Ausschnitt des legendären Münchenkonzerts von AC/DC aus dem Jahr 2001.

2000 veröffentlichten AC/DC ihr Album STIFF UPPER LIP und gingen anschließend auf ausgiebige Welttournee. Dabei machten sie am 14. Juni 2001 im Münchener Olympiastadion Halt und lieferten vor 67.000 Menschen ein ausverkauftes und legendäres Konzert, dessen Mitschnitt später auf DVD veröffentlicht wurde.

Damals war die Band noch fast in „Originalbesetzung“ (mit dem Bon Scott-Nachfolger und langjährigen Sänger Brian Johnson) und Malcolm Young in bester Verfassung.

2014 wurde bei dem Gitarristen Demenz diagnostiziert. Die Band gab in einem Statement bekannt, dass Malcolm bis auf weiteres nicht mehr Teil der Band sein könne. Sein Neffe Stevie Young übernahm fortan den Rhythmusgitarren-Part des berühmten Onkels.

Am 18. November verstarb Malcolm Young im Alter von 64 Jahren. Er war der Gründer und Haupt-Songwriter von AC/DC.

Hier den Opener ›Stiff Upper Lip‹ von 2001 sehen:

Auf der DVD-Veröffentlichung des Konzertes befindet sich zusätzliches Material, das die sympathische Band hinter den Kulissen und kurz vor ihrem Auftritt zeigt.

Damals erzählte Malcolm Young vor der Kamera: „Wir wollen nicht aufhören, wir machen das zu unserem Vergnügen, weißt du. Wir machen das schon so lange, wir haben genug Geld. Deswegen geht es hier um unser Handwerk, weißt du, darum, die Besten darin zu sein. Das ist alles, was wir versuchen.“

Electric Light Orchestra – OUT OF THE BLUE

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ELO Out Of The Blue

Limitierte Picture-Disc-Auflage zum 40. Jubiläum.

Bewunderung ließ Randy Newman 1979 dem neun Jahre zuvor im britischen Birmingham von Roy Wood und Jeff Lynne aus den Ruinen von The Move entstandenen Projekt Electric Light Orchestra angedeihen: ›The Story Of A Rock And Roll Band‹ war eine heiße Liebeserklärung mit der Kernzeile „I love that ELO“. Seinerzeit dachten viele Zeit­genossen, Newmans Widmung sei die bitterböse Ironie eines gewohnt sarkastischen Ex­­zentrikers – doch weit gefehlt.

Zwei Jahre zuvor hatte der seit der Trennung von Wood 1972 als alleiniger Chef fungierende Lynne ELOs Opus Magnum präsentiert: das Doppelalbum OUT OF THE BLUE, komponiert von Lynne in dreiwöchiger Klausur in seinem Chalet in den Schweizer Alpen. Wie schon die Vorgänger FACE THE MUSIC (1975) und A NEW WORLD RECORD (1976) wurde es unter seiner Ägide als Produzent in den Münchner Musicland Studios aufgezeichnet, die Arbeit daran dauerte von Mai bis August 1977. Über zehn Millionen Exemplare ließen sich weltweit vom 17 Tracks umfassenden Werk ab­­setzen, erfolgreich angeschoben durch die Charthits ›Mr. Blue Sky‹, ›Turn To Stone‹, ›Wild West Hero‹, ›Sweet Talkin’ Woman‹ und ›It’s Over‹.

Es war ELOs finale Scheibe mit symphonischen Obertönen in Form der vierteiligen Suite ›Concerto For A Rainy Day‹ auf Seite drei, unterfüttert durch Wetterimpressionen eines verregneten Sommers in der bayerischen Landeshaupt­stadt. Inspiriert gleichermaßen von den Beatles, Bee Gees, Beach Boys sowie J.S. Bach und in Shusei Nagaokas legendäres Artwork verpackt, fasst die Picture Disc im Doppelformat zum 40. Jubiläum den stilistischen Werdegang von ELO seit dem selbstbetitelten Debüt von 1971 zusammen. Ab DISCOVERY (1979) widmeten sich ELO dann weitaus kommerzielleren Pop-Klängen.

9/10

Electric Light Orchestra
OUT OF THE BLUE
EPIC/SONY