Bon Jovi sind zurück in Europa: Im Juli spielen die US-Rocker in Düsseldorf und München. Special Guests sind Def Leppard.
Die Superstars sind im Anmarsch: Nach Mark Knopfler und Fleetwood Mac haben jetzt Bon Jovi Deutschland-Konzerte angekündigt. Die Band um Frontmann Jon Bon Jovi wird im Juli 2019 in Düsseldorf und München zu Gast sein.
Laut Veranstalter gebe es bei den Konzerten – neben Klassikern wie ›You Give Love A Bad Name‹, ›It’s My Life‹ und ›Livin‘ On A Prayer‹ – zahlreiche Songs zu hören, „die Bon Jovi groß gemacht haben“. Die Set-List soll an jedem Abend eine andere sein.
Tickets für die beiden Konzerte – bei denen übrigens Def Leppard als Special Guests dabei sein werden – gehen am 2. November um 10 Uhr in den allgemeinen Vorverkauf. Neben den beiden Auftritten in Deutschland sind Konzerte in der Schweiz und Österreich geplant.
Bon Jovi live 2019:
03.07. Düsseldorf, Merkur Spiel-Arena
05.07. München, Olympiastadion
10.07. Zürich, Stadion Letzigrund
17.07. Wien, Ernst-Happel-Stadion
19.07. Klagenfurt, Wörthersee Stadion
Weggefährte Bob Daisley hat eine Platte zu Ehren von Bluesrock-Ikone Gary Moore aufgenommen. Darauf spielt er Songs des Gitarristen, zusammen mit Gästen wie Steve Lukather, Don Airey oder Glenn Hughes. Wir verlosen MOORE BLUES FOR GARY dreimal auf CD.
Diesmal sollte alles anders werden – doch wieder steht der empfindsame Songschreiber mit einer Herzschmerzplatte da. Warum das so ist, hat er uns erzählt.
William Fitzsimmons möchte im Schatten sitzen. Als er mit Gitarrenkoffer und seinem charakteristischen Vollbart im vereinbarten Café im Münchner Süden ankommt, erfüllt spätsommerliche Hitze die Luft. Er bestellt Cappuccino, zündet sich eine Zigarette an und ist gut gelaunt. Dazu hat er einerseits allen Grund, schließlich kommt mit MISSION BELL sein erstes Studioalbum seit drei Jahren heraus. Die Umstände von dessen Entstehung waren allerdings weniger erfreulich.
Eigentlich hätte MISSION BELL schon vor einem Jahr erscheinen können. Im Sommer 2017 hatte Fitzsimmons in seinem Heimstudio eine erste Fassung des Albums aufgenommen, zusammen mit einem Freund und ehemaligen Mitglied seiner Band, dessen Namen er im Gespräch kein einziges Mal erwähnt. Jedenfalls: Die Musik war im Kasten, der Freund war weg. „Nach ein paar Tagen erzählte mir meine Frau, dass sie ein Verhältnis mit ihm gehabt hatte, während wir gearbeitet haben“, erinnert sich Fitzsimmons. Seitdem lebt er getrennt von ihr. Dass er sich die fertigen Songs nie mehr würde anhören können, sei ihm sofort klar gewesen: „Sie waren wie eine verrottete Frucht, eine schwarze Banane.“
„Ich will, dass alle okay sind, meine Kinder, meine Frau und ich, aber ich weiß nicht, wann das sein wird.“
Der aktuell in Nashville lebende, 1978 geborene Fitzsimmons ist bekannt für ebenso intimen wie eingängigen Folk und Songwriter-Pop, Lieder von ihm wurden in US-Fernsehserien wie „Grey’s Anatomy“ oder „Family’s Greek“ gespielt, was ihn in den USA, aber auch international bekannt machte. Seine Stücke drehen sich oft um vergehende Liebe, und gefragt, ob es sich bei MISSION BELL um eine Trennungsplatte handelt, muss er fast lachen. Er habe schon gefühlt 20 davon gemacht, eigentlich habe er diesmal etwas ganz anderes im Sinn gehabt, man wolle schließlich nicht der Typ sein, der nur eine Sache drauf hat. „Ich dachte, ich mach mal was Neues, lese Bücher, schaue Filme und lasse mich davon inspirieren.“ Wohin das hätte führen können, zeigt der Song ›Lovely‹. Darin geht es um den ungeklärten Mord an der Nonne Catherine Cesnik, die ihre Schülerinnen vor sexueller Belästigung schützen wollte – erzählt aus der Perspektive eines der Mädchen, für die sich Cesnik eingesetzt hatte. Den Fall kennt Fitzsimmons aus der Netflix-Dokuserie „The Keepers“.
Es ist eines der ganz wenigen Stücke, die aus dem Kontext des Albums fallen. Ansonsten erzähle das „die Geschichte eines Mannes und seiner Frau“. Es handle davon, auf welche Weise die Leute einander verletzen können, und vom Schmerz, den man dabei spüre. „Where did we go wrong“, fragt Fitzsimmons im eröffnenden ›Second Hand Smoke‹. „I was overwhelmed with sadness/When I heard what you’d become“, klagt er in ›Never Really Mine‹, ›Angela‹ thematisiert seine Furcht vor Einsamkeit: „I never said I was scared of eventually dying/My only fear is I might have to do it alone.“
MISSION BELL endet mit den Zeilen: „Heaven adore you/I will look for you/In the afterlife.“ Ein Wiedersehen, Versöhnung nach dem Tod also. „Ich will, dass alle okay sind, meine Kinder, meine Frau und ich, aber ich weiß nicht, wann das sein wird“, so Fitzsimmons, der sich selbst als religiös bezeichnet. „Aber ich sage mir: ‚Fuck, zumindest nachdem wir tot sind, wird alles gut sein.‘“ Dass man diesen Gedanken auch als niederdrückend empfinden kann, dessen ist er sich bewusst. Aber um das „schöne lustige Ende einer Sitcom, wo sich alle umarmen“, gehe es ihm natürlich nicht. „Es ist komplizierter“, sagt er. „Aber es gibt Hoffnung.“
Alles nur geklaut? 60 R&B-Originale, an denen sich Plant, Page und Co. genüsslich labten.
Keiner klaute so gezielt, gekonnt, konsequent und mit Vorsatz wie die britischen Hartmetall-Giganten Led Zepplin: In ihrer zwölfjährigen Karriere spielten Robert Plant, Jimmy Page, John Paul Jones und John Bonham diverse Stücke ein, deren Konsistenz, Struktur, Inhalt, Melodie oder Text entweder zum Teil oder auch in Gänze von schon existenten Songs stammte. Manchmal gab es für die Originalautoren Credits, zumeist jedoch nicht. Dann stand da eben „Page, Plant, Jones, Bonham“ anstatt irgendeines in die Jahre gekommenen Blues-Pioniers aus dem Mississippi-Delta.
Für solcherlei Frevel wurde die vom skrupellosen Peter Grant vollumfänglich gemanagte Gang zigmal verklagt. Mitunter sogar mit Erfolg, und plötzlich stand dann bei der x-ten Pressung eines der Multipatin-Werke ein zuvor nicht erwähnter Name unter einem Song. Auf dem 3-CD-Set WHEN THE LEVEE BREAKS – 60 SONGS THAT INFLUENCED LED ZEPPELIN findet sich einer der bekanntesten Fälle gleich zum Einstieg: ›You Need Love‹, getextet von Willie Dixon, erschien 1962, interpretiert von Chess-Kollege Muddy Waters über einen schon existenten Instrumentaltrack von Earl Hooker. Drei Jahre später griff sich die Londoner Mod-Band The Small Faces den Song, um ihn in ureigener Version als ›You Need Loving‹ für ihr LP-Debüt einzuspielen. Diese Version diente dann auch als Fundament für ›Whole Lotta Love‹ von LED ZEPPELIN II (1969).
Noch mehr Beispiele gefällig? Blind Willie Johnsons ›Jesus Make Up My Dying Bed‹ endete bei Zep als ›In My Time Of Dying‹, bei Kansas Joe McCoys ›When The Levee Breaks‹ und abermals Blind Willie Johnsons ›Nobody’s Fault But Mine‹ gab es nicht mal eine Titeländerung. Little Richards’ signifikantes Schlagzeug-Intro von ›Keep-A-Knockin’‹ zeigte sich fast identisch mit dem von ›Rock And Roll‹, dessen Restaufbau sich aus Chuck Berrys typischem Gitarren-Style zusammensetzt. Weitere 56 Beispiele finden sich hier fein säuberlich aufgereiht. Nur einer fehlt: Über ›Stairway To Heaven‹, das Randy Californias Instrumental ›Taurus‹ vom 68er-Debüt der Band Spirit verblüffend ähnelt, befand 2016 ein Bundesgericht in Los Angeles, es sei kein Plagiat.
9/10
Various Artists
WHEN THE LEVEE BREAKS – 60 SONGS THAT INFLUENCED LED ZEPPELIN
BIG 3/H’ART
Frontmann Scott Weiland hypotisierte viele Frauen mit seinen schwingenden Hüften. Heute auf den Tag genau wäre er 51 Jahre alt geworden.
In diesem „Video der Woche“ gibt es eine berauschende Zugfahrt mit Scott Weiland, Slash, Duff McKagan und Matt Sorum zu sehen. Als Velvet Revolver mischten die Jungs ganz schön auf und neben ihrer Ballade ›Fall To Pieces‹ ist ›Dirty Little Thing‹ ein weiterer Hit, der heute noch viele Fans begeistert.
Das mag auch zum Teil am eindrucksvollen Musikvideo liegen, das einen Mix aus wilder Zug-Party und Zeichentrick-Action im Stile von „Heavy Metal“ zeigt:
Velvet Revolver – ›Dirty Little Thing‹
Weiland starb am 3. Dezember 2015 im Alter von 48 Jahren an den Folgen eines Drogencocktails aus Crack, Ecstasy und Alkohol. Er wurde kurz vor einem Auftritt in Bloomington, Minnesota in seinem Tourbus tot aufgefunden
Einst mehrheitlich ignoriert, heute ein unbestrittener Klassiker: Sonderedition zum 50. Geburtstag.
Wenn sich Wertschätzung in schierer Masse ausdrückt, dann gibt’s für die Fans der Kinks einen Grund zum Jubeln: Während das einst exakt zeitgleich erschienene THE BEATLES zum runden Geburtstag als „Super Deluxe Edition“ mit maximal sieben Scheiben gefeiert wird, erscheint THE KINKS ARE THE VILLAGE GREEN PRESERVATION SOCIETY auch als noch dickere Kiste mit fünf frisch remasterten CDs, drei LPs und ebenso vielen Singles, ergänzt um ein Buch, Postkarten und allerlei weitere Memorabilia.
Dabei hatte es das Konzeptalbum übers ländliche Leben und seine mehrheitlich skurrilen Bewohner im Jahr 1968 wirklich nicht leicht – dem durchschnittlichen Rock-Hörer stand der Sinn wohl eher nach revolutionärem Barrikadenkampf im sexuell befreiten Afri-Cola-Rausch, da wirkten nachdenkliche Reime über Dorfvereine oder ›Johnny Thunder‹, den ortsansässigen, rebellischen Motorrad-Einzelkämpfer, über die letzte Dampflok, den weiten Himmel und das elterliche Fotoalbum ja fast schon reaktionär. Nur: Damit tut man dem Werk absolut Unrecht. Ganz im Gegenteil: Ray Davies war eben schon, ob bewusst oder unbewusst, einen Schritt weiter.
Denn immerhin stand im vormals strikt konsumistisch geprägten Wirtschaftswunderwesten die große Zeit beschaulicher Landkommunen unmittelbar bevor, weshalb Stücke wie ›Sitting By The River‹, ›Animal Farm‹ und ›All Of My Friends Were There‹ schon bald nicht mehr nach nostalgisch idealisierter Rückschau, sondern nach progressivem Alltag klangen. Apropos: ›Do You Remember Walter?‹ Nicht? Ist wenigstens die Erinnerung an ›Monica‹ noch lebendig und ›Wicked Annabella‹ ein Begriff? Auch nicht? Dann wird’s aber allerhöchste Zeit die Erinnerungen aufzufrischen. Das funktioniert natürlich auch mit der remasterten Einzel-CD für den schmaleren Geldbeutel.
10/10
The Kinks
THE KINKS ARE THE VILLAGE GREEN PRESERVATION SOCIETY
BMG SANCTUARY/WARNER
Heute erscheint ein neues Tributalbum für Gary Moore, auf dem ihm seine Kollegen und Fans ihre Ehrerbietung erweisen. Dazu gesellen sich die neuesten Werke von Viva Death, David Crosby und The Blue Stones.
Joe Lynn Turner, Glenn Hughes, Steve Lukather, Eric Singer, Doug Aldrich und viele mehr erweisen dem großen Gary Moore auf diesem Tributalbum ihre Ehrerbietung:
Hier geht’s zur Review…
Eine schwer zu fassende Mischung aus Post-Punk, Glam, Alternative und düsterer Atmosphäre präsentieren Viva Death auf ihrem vierten Werk:
Auch mit 77 Jahren denkt David Crosby noch lange nicht ans Aufhören und veröffentlicht mit HERE IF YOU LISTEN sein viertes Studioalbum innerhalb von fünf Jahren:
Tony Joe White, bekannt für Songs wie ›Polk Salad Annie‹ und ›Willie And Laura Mae Jones‹, ist am Mittwoch in Tennessee gestorben.
Tony Joe White ist tot. Der US-Sänger und -Songwriter wurde 75 Jahre alt, er starb bereits am 24. Oktober in seinem Zuhause in Leipers Fork, Tennessee, Medienberichten zufolge an einem Herzinfarkt.
White war am 24. Juli 1943 zur Welt gekommen. Er wuchs als jüngstes von sieben Kindern auf einer Baumwoll-Farm in Louisiana auf. Nach seinem Umzug nach Nashville veröffentlichte er 1969 sein Debüt-Album BLACK AND WHITE.
Mit seinem satten, erdigen, auch souligen Swamp-Rock-Sound gilt der Sänger als einer der Vorläufer des Southern Rock, zu seinen bekanntesten Songs zählen ›Polk Salad Annie‹ und ›Willie And Laura Mae Jones‹.
Whites Songs wurden von verschiedensten Künstlern gecovert, darunter Elvis Presley, Willie Nelson, Tina Turner, Joe Cocker und Dusty Springfield. Das von ihm geschriebene ›Rainy Night in Georgia‹ wurde 1970 zu einem Pop-Hit für Brook Benton.
2014 war White in einem seiner späten Fernsehauftritte zu Gast in der „Late Show With David Letterman“. Dort spielte er zusammen mit den Foo Fighters seine wohl berühmtestes Lied.
Tony Joe White mit den Foo Fighters und ›Polk Salad Annie‹…