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Eagles – HELL FREEZES OVER

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Eagles Hell Freezes Over

14 Jahre Urlaub!

Wer träumt nicht davon? 14 Jahre Ur­­laub klingen verlockend. „Wenn die Hölle zufriert“, so stufte Don Hen­ley zwei Jahre nach der Auflösung der Eagles die Chancen einer Reunion ein. Der Country-Star Travis Tritt trägt die Schuld daran, dass Henley seine Aussage später korrigieren musste. HELL FREEZES OVER erscheint jetzt endlich wieder auf Vinyl. Nach 25 Jahren.

Ein Problem ist, wenn Musiker Versprechen abgeben, sie aber nicht einhalten können. Denn vielleicht wäre es tatsächlich besser gewesen: Etwas Entscheidendes haben die Eagles seit ih­­rer Reunion jedenfalls nicht zustande gebracht, zumindest nicht in Form von guten neuen Songs, wenn man vom Album-Opener ›Get Over It‹ vielleicht einmal absieht. Die restlichen drei da­­mals neuen Tracks hätte es jedenfalls nicht ge­­braucht. Auch wenn sich das Album allein in den USA über neun Millionen Mal verkaufte und die dazugehörige zweijährige Welttournee nicht nur außerordentlich erfolgreich (und auch wirklich gut) war: HELL FREEZES OVER kann nur be­­dingt überzeugen. Jedenfalls kann es mit der ersten Live-Compilation EAGLES LIVE aus dem Jahr 1980 nicht mithalten.

Mit ›New York Minu­te‹ ist sogar ein Track aus Don Henleys drittem und bestem Solowerk THE END OF THE INNO­CENCE zu hören. Aber alles wirkt bieder, brav, poliert und kalkuliert. Natürlich sind Songs wie ›Ta­ke It Easy‹, ›Life In The Fast Lane‹, ›Despe­rado‹ oder ›Hotel California‹ über jeden Zweifel erhaben, mehr Ecken und Kanten wären aber zwingend nötig gewesen. Die zwei 180-Gramm schweren, schwarzen LPs stecken in bedruckten Umschlägen und haben in einer gemeinsamen Hülle ihr Zuhause. Die Pressung ist vorzüglich, einen Download-Code gibt es nicht.

7/10

Eagles
HELL FREEZES OVER
GEFFEN/UNIVERSAL

Meilensteine: Gitarrenpower – The Yardbirds mit Jeff Beck und Jimmy Page

yardbirds23. September 1966: The Yardbirds feiern ihre Premiere mit dem Sologitarrenduo Jeff Beck und Jimmy Page.

Als im Sommer 1966 vor einem Gig im Queen‘s College zu Oxford Bassist Paul Samwell-Smith seinen Bandkollegen maliziös mitteilte, er verlasse die Yardbirds auf der Stelle, um eine Karriere als Produzent anzustreben, schien guter Rat teuer. Zufällig befand sich Sessiongitarrist Jimmy Page im Saal und erklärte sich spontan bereit einzuspringen. Inwieweit das tatsächlichen Fakten entsprach, bleibt einmal dahingestellt.

Schlagzeuger Jim McCarty erzählte De­­kaden später, dass die Page-Connection nicht zufällig, sondern schon im Mai 1966 bei Gitarrist Jeff Becks erster Soloaufnahme (›Beck‘s Bolero‹) unter Produzent Mickie Most zustande kam. Ohnehin rumorte es seit geraumer Zeit im Quintett: Sänger Keith Relf trank allzu heftig. Beck rang mit Gemütsschwankungen und der Entscheidung sich auf Mosts Drängen selbständig zu machen. Für die von Manager Simon Napier-Bell arrangierten Tourverpflichtungen in Europa und den USA übernahm Page den Bass.

Als Beck in San Francisco ausfiel, sprang Page als Gitarrist ein. Wiedervereint in London, wechselte Rhythmusgitarrist Chris Dreja zum Bass und das Sologitarrendoppel Beck/Page trat seinen kurzen Dienst an. Da erst im Juni 1966 die dritte Studio-LP ROGER THE ENGINEER erschienen war, hinterließ das neue Line Up bis auf das famose Psychedelic-Artefakt ›Happenings Ten Years Time Ago‹ und einen Clubauftritt in Michelangelo Antonionis Kultfilm „Blow-Up“ nicht allzu viel.

Livemitschnitte blieben wohl auch keine erhalten, obwohl die vom Sechssaitenduo angeführten Yardbirds ihre Live-Premiere im Vorprogramm feierten: Am 23. September starteten die Rolling Stones in der Londoner Royal Albert Hall ihre UK-Tournee. Peter Whitehead filmte den Auftritt der Steine mit hysterischem Publikum für das Promovideo von ›Have You Seen Your Mother, Baby, Standing In The Shadows‹. Jeff Becks offizieller Abgang folgte am 30. November 1966.

The Yardbirds in Michelangelo Antonionis 60s-Kultfilm „Blow-Up“:

Neuheiten: Ab heute im Plattenladen

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Mötley Crüe - Shout At The Devil Innenseite KlappcoverHeute kommen nicht nur die neuen Alben von Robin Trower, Jenny Lewis und Megadeth, nein, heute ist auch Mötley-Crüe-Tag, denn an diesem Freitag erscheint sowohl das Bandbiopic „The Dirt“ als auch der zugehörige Soundtrack.

Eine coole Best-Of-Kompilation inklusive vier neuer Songs, die zeigen, dass es die Crüe auch in höherem Alter noch drauf hat:

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Zum 35. Jubiläum liefern Megadeth eine Best-Of, die einen Querschnitt ihres Schaffens liefert, der keinen Longplayer ihrer Karriere auslässt:

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Jenny Lewis findet als Songwriter immer mehr zu sich selbst. Auf ON THE LINE präsentiert die Künstlerin radiofreundlichen, aber keinen seichten, Americana:

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Mit CLOSER TO THE DAY liefert Robin Trower eine klassische Blues-Rock-Platte ohne viel Schnickschnack:

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Mötley Crüe – THE DIRT SOUNDTRACK

Mötley Crüe The Dirt Soundtrack

Hartnäckiger Schmutz.

Zum Glück untersagt der legendäre Auflösungsvertrag von Mötley Crüe nur zukünftige gemeinsame Tour­neen und keine sonstigen Kollabora­ti­onen. Denn sonst würde es THE DIRT SOUNDTRACK mit gleich vier neuen Crüe-Krachern nicht geben. Schon der Auftakt ›The Dirt (Est. 1981)‹ kommt stark daher und mündet in einen großen Refrain, der absolut als Titelthema des Biopics über die berüchtigten Rock’n’Roll-Rabauken passt. Die von Machine Gun Kelly, der im Film Tom­my Lee spielt, beigesteuerten Rap-Parts passen auch gut und verleihen dem Ganzen ein zeitgemäßes, aber auch gut zur Band-Herkunft aus Los Ange­les passendes, urbanes Flair. ›Ride With The Devil‹ groovt ebenfalls modern, aber eben auch melodisch. Cool auch die Chöre gegen Ende und das angezogene Tempo zwischendurch. ›Crash And Burn‹ hätte mit seiner finsteren Wucht auch gut auf das letzte reguläre Album SAINTS OF LOS ANGELES gepasst. Allein diese drei Nummern zeigen, dass bei den furiosen vier aus L.A. immer noch was geht. Das ab­­schließende Cover von Madonnas ›Like A Virgin‹ ist auch überraschend lässig und rockt keineswegs albern, sondern ansprechend. Die restlichen filmbegleitenden Tracks machen gerade mit frühen Num­mern wie ›Red Hot‹, ›On With The Show‹ und ›Live Wire‹ deutlich, wie herrlich räudig, aber zugleich auch catchy Vince, Nikki, Tommy und Mick in ihren Anfangstagen unterwegs waren. Dazu noch Hits wie ›Shout At The Devil‹ und ›Kickstart My Heart‹, und der Soundtrack wird dem sleazigen Quartett mehr als gerecht.

8/10

Mötley Crüe
THE DIRT SOUNDTRACK
ELEVEN SEVEN MUSIC/SONY

Megadeth – WARHEADS ON FOREHEADS

Megadeth Warheads On Foreheads

35 Jahre Megadeth.

Ihren ersten Grammy konnten die Soldaten um Hauptmann Dave Mustaine, ehemals in Diensten von Metallica, erst 2017 für ihr fünfzehntes und bislang letztes Stu­dioalbum DYSTOPIA einheimsen – nach zuvor elf erfolglosen Nominierungen. DYSTOPIA war nach COUNTDOWN TO EXTINCTION das zweiterfolgreichste Werk der Bandgeschichte, sofern man sich an den Charts orientieren mag, und das beste seit langen Jahren. Deshalb darf man gespannt auf Album #16 sein, das noch in diesem Jahr erscheinen soll. Zunächst aber ist WARHEADS ON FOREHEADS an der Reihe, die von Mustaine höchstselbst zusammengestellte Anthologie. 35 Thrash-Metal-Klassiker aus 35 Jahren – vom allerersten Studioalbum KILLING IS MY BUSINESS… AND BUSINESS IS GOOD bis hin zum aktuellen DYSTOPIA-Langeisen wird kein Longplayer außen vor gelassen. Selbst das (zu Recht) ungeliebte RISK (1999) ist hier vertreten. Den Hauptanteil nehmen selbstverständlich die unvermeidlichen Klassiker von KILLING…, PEACE SELLS… BUT WHO’S BUYING, SO FAR, SO GOOD…SO WHAT!, RUST IN PEACE, COUNTDOWN… und YOUTH­ANASIA ein – allein 22 Tracks stammen von ebendiesen sechs Werken. Der Rest muss mit wesentlich weniger auskommen (außer DYSTOPIA) und so fehlen hier auch ein paar wirkliche Perlen (›When‹ und ›Kick The Chair‹ von THE WORLD NEEDS A HERO beziehungsweise THE SYSTEM HAS FAILED). Und dass bei der Qualität der Früh­werke auch was vom Essentiellen wegfällt, sollte allen klar sein. Aber dort, wo ›In My Darkest Hour‹, ›Hangar 18‹, ›Symphony Of Destruction‹ und ›Holy Wars‹ drauf ist, da kann man nichts verkehrt machen. Überhaupt hört man eigentlich viel zu wenig Megadeth…

9/10

Megadeth
WARHEADS ON FOREHEADS
AG RECORDS/UNIVERSAL

Jenny Lewis – ON THE LINE

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Jenny Lewis On The Line

Radiofreundliche Americana.

Rilo Kiley, die ehemalige Band von Jenny Wilson, legten ihre Karriere ausgerechnet in dem Moment auf Eis, als sich die Sache im Jahr 2007 kommerziell zu rechnen begann. Schritt für Schritt hatte sich der Emo-Indierock der Band in einen modernen Americana-Sound gewandelt, man konnte die Platten gut im Radio hören, aber auch als intensives Erlebnis auf der Couch. Sängerin Jenny Lewis benötigte danach jedoch etwas Zeit, um als Solokünstlerin ihren Weg zu finden: Mit ihrem dritten Album THE VOYAGER ging es erstmals in die Top-Ten der Albumcharts, auch künstlerisch entdeckte Lewis ganz neue Mittel und Wege, die Platte klang polierter und eleganter, die Erzählungen waren dicht, die Melodien einprägsam. Kurz: Plötzlich war Jenny Lewis ein alternativer Rockstar. Mit ON THE LINE will sie diese Po­­sition nun verteidigen, die Chancen, dass ihr das gelingt, stehen recht gut. Ein Song wie ›Red Bull & Hennessy‹ klingt wie eine Update-Version von Fleetwood Mac, Lewis’ Stimme wirkt brüchiger als zuvor, der Sound ist kompakt, dafür sorgte eine Armada an Profis im Studio, darunter Beck und Ringo Starr. Mit ›Hollywood Lawn‹ beweist Jenny Lewis dann noch ihr Gespür für die großen Dramen im kleinen Leben: Man sollte bitte weiterträumen, fleht sie zu einem langsamen Rhythmus und entlang von Blues-Akkorden, denn das wahre Elend beginne ja erst mit dem Ende aller Träume – nicht nur in Hollywood.

7/10

Jenny Lewis
ON THE LINE
WARNER

Robin Trower – COMING CLOSER TO THE DAY

Ribin Trower Coming Closer To The Day

Trotz kleinerer Schwächen: reife Scheibe einer Bluesrock-Ikone.

Gemeinsam mit Billy Gibbons von ZZ Top gehört Robin Trower wohl zu den coolsten Socken der Blues­rock-Historie. Seit den späten 60er-Jahren, als seine Karriere mit Procol Harum erstmals klare Konturen annahm, lieben seine Fans die staubtrockenen Klänge seiner Fender Stratocaster. Interessanterweise hat sich diese Coolness mittlerweile ebenso auf seine Stimme gelegt. Denn wie auch bei Gibbons bilden beim 73-jährigen Trower die Songs, sein Gitarren­spiel und seine Stimme eine Einheit, wie man sie nur durch Lebenserfahrung und künstlerische Rei­fe bekommt. Zudem ist auch bei ihm eine Ent­wicklung zu verzeichnen, die bei vielen Bluesrock­musikern ab einem gewissen Alter zu erkennen ist: Sie kehren zu ihren musikalischen Wurzeln zurück. Diese sind bei Trower unverkennbar die Blues-Kings Albert, B.B. und Freddie, dazu noch Muddy Waters, Jimi Hendrix, Eric Johnson und auch ein wenig Cream und Clapton, wenn man genau hinhört. COMING CLOSER TO THE DAY erklärt im Titel bereits alles, was Trower mitteilen möchte: Wer weiß, wie lange es mich noch gibt, also lasst uns die Gegenwart feiern und der Vergangenheit huldigen! Kleines Manko der Scheibe und einziger Unterschied zur Musik von Rauschebart Gibbons: Die Zukunft spielt hier keine Rolle.

7/10

Robin Trower
COMING CLOSER TO THE DAY
MASCOT/ROUGH TRADE

Woodstock 50: Diese Künstler sind dabei

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Jetzt ist es fix: Das Line-up des Wooodstock-Jubiläumsfestivals reicht von Robert Plant und John Fogerty bis Jay Z und Miley Cyrus.

Festival-Organisator Michael Lang hatte von einem „generationenübergreifenden“ und „eklektischen Programm“ gesprochen, mit Künstlern aus den Bereichen HipHop, Rock und Pop.

Jetzt, wo das Line-up von Woodstock 50 feststeht, kann man sagen: Lang hat Wort gehalten. So werden Rocklegenden wie Robert Plant, Santana, John Fogerty und David Crosby ebenso auftreten wie rockferne Musiker wie die Pop-Stars Miley Cyrus und Halsey oder die Rapper Jay Z, Vince Staples und Chance The Rapper.

Außerdem dabei: Die Greateful-Dead-Nachfolgeband Dead and Company, Greta Van Fleet, The Killers, die Rival Sons, Gary Clark Jr. und die Black Keys.

Das vollständige Line-up findet sich unten, Tickets für das Festival vom 16. bis zum 18. August 2019 in Watkins Glen, New York sind voraussichtlich ab dem 22. April erhältlich. Weitere Infos gibt es auf der offiziellen Homepage von Woodstock 50.

Woodstock 2019 Lineup