Review: Eagles – HELL FREEZES OVER

Eagles Hell Freezes Over

14 Jahre Urlaub!

Wer träumt nicht davon? 14 Jahre Ur­­laub klingen verlockend. „Wenn die Hölle zufriert“, so stufte Don Hen­ley zwei Jahre nach der Auflösung der Eagles die Chancen einer Reunion ein. Der Country-Star Travis Tritt trägt die Schuld daran, dass Henley seine Aussage später korrigieren musste. HELL FREEZES OVER erscheint jetzt endlich wieder auf Vinyl. Nach 25 Jahren.

Ein Problem ist, wenn Musiker Versprechen abgeben, sie aber nicht einhalten können. Denn vielleicht wäre es tatsächlich besser gewesen: Etwas Entscheidendes haben die Eagles seit ih­­rer Reunion jedenfalls nicht zustande gebracht, zumindest nicht in Form von guten neuen Songs, wenn man vom Album-Opener ›Get Over It‹ vielleicht einmal absieht. Die restlichen drei da­­mals neuen Tracks hätte es jedenfalls nicht ge­­braucht. Auch wenn sich das Album allein in den USA über neun Millionen Mal verkaufte und die dazugehörige zweijährige Welttournee nicht nur außerordentlich erfolgreich (und auch wirklich gut) war: HELL FREEZES OVER kann nur be­­dingt überzeugen. Jedenfalls kann es mit der ersten Live-Compilation EAGLES LIVE aus dem Jahr 1980 nicht mithalten.

Mit ›New York Minu­te‹ ist sogar ein Track aus Don Henleys drittem und bestem Solowerk THE END OF THE INNO­CENCE zu hören. Aber alles wirkt bieder, brav, poliert und kalkuliert. Natürlich sind Songs wie ›Ta­ke It Easy‹, ›Life In The Fast Lane‹, ›Despe­rado‹ oder ›Hotel California‹ über jeden Zweifel erhaben, mehr Ecken und Kanten wären aber zwingend nötig gewesen. Die zwei 180-Gramm schweren, schwarzen LPs stecken in bedruckten Umschlägen und haben in einer gemeinsamen Hülle ihr Zuhause. Die Pressung ist vorzüglich, einen Download-Code gibt es nicht.

7/10

Eagles
HELL FREEZES OVER
GEFFEN/UNIVERSAL

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