0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Start Blog Seite 453

Cherie Currie – BLVDS OF SPLENDOR

0

Die einstige Runaways-Sängerin kommt endlich nach Hause

Ein paar wenige Glückspilze haben vielleicht schon ein gekürztes Vorabexemplar dieses Stargespickten, gelungenen dritten Soloalbums der ehemaligen Runaways-Frontfrau erwischt, das in geringer Auflage zum letzten Record Store Day erschien. Dessen wendungsreiche Entstehungsgeschichte geht aber wesentlich weiter zurück. Tatsächlich begann die Arbeit an diesen Aufnahmen (produziert von Ex-G-N’-R/Velvet-Revolver-Schlagzeuger Matt Sorum) schon 2010. Doch dann machte das Leben mit einer seiner bizarreren Wendungen der Musikerin einen Strich durch die Rechnung. Ursprünglich hatte Currie beschlossen, sich auf ihre Kettensägen-Schnitzerei (ja, richtig gelesen) zu konzentrieren. Dann bekam das 2015er Album REVERIE mit ihrem berüchtigten einstigen Mentor Kim Fowley Vorrang, da dessen gesundheitlicher Zustand Eile gebot (er verstarb Anfang 2015). 2016 fügte sich Currie dann – wer hätte es für möglich gehalten? – beim Kettensägen-Schnitzen schwere Verletzungen zu. Rückblickend ist es dennoch nur schwer nachvollziehbar, warum BLVDS OF SPLENDOR so lange auf Sparflamme vor sich hin köchelte. Denn dies ist eine Platte, die eine lodernde Feuersbrunst verdient hätte. Und auch wenn ihre Solokarriere seit ihrem Post-Runaways-Debüt BEAUTY IS ONLY SKIN DEEP von 1978 praktisch eingefroren war: Dieses Album strotzt nur so vor Selbstbewusstsein. Curries gesangliche Darbietung, die zu Runaways-Zeiten von dramatisch zu hysterisch eskalieren konnte, beeindruckt nun durch eine Kraft und Gravitas, die ihres respektierten Pionierstatus würdig sind. Und ihre Band? Lässt aufhorchen, denn hier gibt eine Riege von A-Liga-Stars ihr Bestes, darunter Billy Corgan von den Smashing Pumpkins, Slash und Duff McKagan, Brody Dalle, Juliette Lewis und The Veronicas, die den Kern aus Sorum und Curries Sohn Jake Hays flankieren. Und sie alle haben ganz eindeutig einen Höllenspaß. Die beiden
Guns-N’-Roses-Stars legen auf ›Mr. X‹ einen furiosen Start hin – BLVDS meint es eindeutig ernst –, und
dieser muskulöse Groove setzt sich auf ›Roxy Roller‹ fort (wo ›You Drive Me Wild‹-Riffs auf Suzi-Quatro-Dynamik treffen). Corgan setzt mit dem Pumpkinsesken Titelstück seine Duftmarke (emphatische Streicher, klingelnde Gitarrenharmonien, schrammelnde Akustische und mehrstimmige Refrains), ›Force To Be Reckoned With‹ stolziert mit lässigen Stooges-Klatschern und räudigen „Na-na-na“s daher, während ›Rock & Roll Oblivion‹ auf effektvolle Dramatik setzt.

Der Hörer kann sich nur wundern, warum Currie nicht seit 40 Jahren solche Platten macht. Wenig überraschend gibt es auch ein paar Coverversionen. Die emotionale Attacke auf ›The Air That I Breathe‹ ist solide, während eine „Und jetzt noch mal alle zusammen“-Interpretation des Runaways-Klassikers ›Queens Of Noise‹ mit Dalle, Lewis und den Veronicas die reinste Freude ist. Eine gebührend grandiose Rückkehr, auf die zu warten sich mehr als gelohnt hat!

8 von 10 Punkten

Cherie Currie, BLVDS OF SPLENDOR,

Five Finger Death Punch: Spenden in Höhe von 150.000 Dollar

0

five finger death punchGrundsätzlich und besonders in schweren Krisen setzen sich Five Finger Death Punch für Veteranen und Ersthelfer ein.

Schon immer setzten sich Five Finger Death Punch für Organisationen ein, die Veteranen und Ersthelfer unterstützen. Auch jetzt in der Corona-Krise macht die Band da keine Ausnahme und spendet über 150.000 Dollar an die „Gary Sinise Foundation“.

Das Geld nimmt die Truppe aus Vegas aus den Ticketverkäufen ihrer US-Tour im Jahr 2019 sowie aus den Einnahmen durch ihre Hit-Single ›Blue On Black‹, im Zuge derer sie mit Kenny Wayne Shepherd, Brantley Gilbert und Brian May von Queen kollaborierten.

Gitarrist Zoltan Bathory dazu: „Wir haben uns schon immer eindeutig dazu geäußert, wie wir zu Veteranen und Ershelfern stehen. Seit über zehn Jahren nutzen wir unsere Bandkanäle, um darauf aufmerksam zu machen und dieses Thema in den Vordergrund zu rücken. Während dieser Pandemie hat sich nur noch mehr herauskristallisiert, wie sehr diese Männer und Frauen unseren Respekt und unsere Unterstützung verdient haben. Sie alle sind systemrelevant und haben gerade nicht die Möglichkeit, sich zu isolieren oder diese schwierigen Zeiten einfach auszusitzen, wobei sie das eh nicht tun würden, auch wenn sie die Wahl hätten. Deswegen stehen wir als Five Finger Death Punch hinter ihnen. In diesem Rahmen würden wir uns auch gerne bei Kenny Wayne Shepherd, Brantley Gilbert und der lebenden Legende Brian May bedanken, die sich uns ohne Zögern angeschlossen haben und diese Spende möglich machen.“

Gene Simmons: Verluste durch Corona – Na und?

0

kiss gene simmonsIn einem Interview spricht Gene Simmons über die Verluste der Musikindustrie und die weitreichende Folgen für alle Beteiligten, die keine Star-Gehälter bekommen.

In einem Skype-Interview im Rahmen der Nachrichtensendung „Good Day L.A.“ äußerte sich Gene Simmons über die Corona-induzierten Verluste in der Musikindustrie und bezog sich und KISS überraschend selbstironisch in die Überlegungen mit ein: „Klar könnten wir jetzt über Zahlen sprechen und das bedeutet, dass Milliarden von Dollar verloren sind. Und zwar von den Schönen und Reichen, die lächerliche Outfits und Frisuren tragen… Milliarden von Dollar sind hier einfach im Klo hinuntergespült worden. Na und? Es geht doch um Single-Mütter und Familien, die sich von Gehalt zu Gehalt hangeln müssen. Es geht um die Leute, die von der Konzertindustrie abhängig sind: Um die Security-Leute, die Roadcrew – für die geht es ums blanke Überleben.“

Außerdem warnte Gene Simmons vor großen Zusammenkünften, z.B. in Kirchen – „Gott hört euch auch von zu Hause aus“ – ,bedankte sich bei allen, die gerade hart arbeiten, um unseren Alltag in der Krise aufrechtzuerhalten und erklärte, wie und wo er spendet.

Hier das ganze Interview:

David Coverdale: Rente mit 69 war ein Scherz

0

Whitesnake im Jahr 2014.Alles nur ein Scherz: David Coverdale denkt überhaupt nicht an einen Rückzug aus dem Musik-Business.

Kürzlich berichteten wir darüber, dass David Coverdale in einem Interview meinte, er würde vielleicht mit 69 Jahren in Rente gehen wollen.

In einem neuen Interview im Rahmen des „Appetite For Distortion“-Podcasts erklärte der Frontmann von Whitesnake seine Aussage nun genauer und beteuerte, das alles wäre lediglich ein Scherz gewesen.

Coverdale wörtlich: „Als ich ›Here I Go Again‹ kurz vor meinem 30. Geburtstag geschrieben hatte, dachte ich, die Party wäre vorbei. Ich war untröstlich. Und nun, 38 Jahre später, veröffentliche ich immer noch Alben und handle neue Deals mit den Plattenfirmen aus. Schon verrückt, wo ich doch fast 69 bin. Ob ich in meinen 70ern noch ›Here I Go Again‹ singen kann, kann ich nicht sagen. Aber wer weiß? Das Leben hat mich schon so häufig überrascht, deshalb weiß ich inzwischen, dass ihm eine gewisse Magie innewohnt.“

Über sein Statement zur Rente mit 69 meinte er: „Mir wurde diese Frage gestellt und ich dachte einfach, es wäre lustig diesen Satz zu sagen: Welches Rentenalter wäre wohl besser für den Sänger von Whitesnake als 69? Das war einfach nur Spaß. […]Für einen Künstler gibt es nichts erfüllenderes, als sich von einem wohlwollenden Publikum tragen zu lassen. Das ist atemberaubend. Ich hoffe wirklich, diese Erfahrung nochmal machen zu dürfen. Und wenn ich die großen Shows nicht mehr im Kreuz habe, dann mach ich eben kleinere Sachen wie „Ein Abend mit David Coverdale“, eine Mischung aus Akustik-Einlagen und Gesprächen.“

Plattensammler: Wolfgang Niedecken über fünf Lieblingsalben

0

Wolfgang Niedecken Pressebilder 2015 - CMS SourceWolfgang Niedecken (69) hat allen Grund zu feiern: Seit mehr als 40 Jahren ist er mit seiner Band BAP erfolgreich unterwegs. Hier hat uns der Songwriter seine fünf Lieblingsalben verraten.

Bruce Springsteen – BORN TO RUN (1975)

bruce springsteen born to runWürde ich einem Außerirdischen vorspielen wollen, was Rock‘n‘Roll ist, dann würde ich dieses Album nehmen. Danach wären keine Fragen mehr offen, er würde sagen: Ja, verstehe, stimmt. Die Musik rockt, sie hat Gefühl, Soul, schöne Texte, Alltagslyrik. Es sind unglaublich tolle Songs darauf, ›Thunder Road‹, ›She‘s The One‹. Wenn ich jetzt nur eine Platte hätte nennen sollen, dann wäre es ebenfalls BORN TO RUN gewesen. Ich war ja zunächst reiner Dylan-Fan, bis mein Gitarrist dahergekommen ist und meinte: Hör dir das mal an, das ist wie dein Dylan, nur geiler. (lacht)

Bob Dylan – BLOOD ON THE TRACKS (1975)

bob dylan blood on the tracksBei Dylan ist es mir unglaublich schwer gefallen, mich zu entscheiden. Schließlich habe ich BLOOD ON THE TRACKS genommen. Das Album kommt sehr rau daher, minimal arrangiert. Dylan hat die Songs geschrieben und direkt aufgenommen, mit wenig Overdubbing. Er musste die Platte am Ende sogar nochmal neu aufnehmen, da der erste Anlauf zu überhastet eingespielt worden war. Die Stücke sind während einer Ehekrise mit seiner ersten Frau Sara Lowndes entstanden, der Mutter von Jakob Dylan. Er hat alles in die Lieder reingelegt. Bitten, Betteln, Fluchen. Große Poesie und unglaublich tolle Texte.

The Rolling Stones – BEGGARS BANQUET (1968)

rolling stones beggarsAuch bei den Stones habe ich mich schwer getan, einen Favoriten zu küren. BEGGARS BANQUET erinnert mich an meine Schulzeit, an die Deutscharbeit „Welches Gedicht hat dich am meisten beeinflusst“. All die anderen Langweiler haben natürlich „Die Glocke“ oder „Die Bürgschaft“ oder etwas in der Art genommen. Ich interpretierte „Sympathy For The Devil“. Was dann natürlich großes Thema im Lehrerzimmer war. Dem ganzen Album merkt man an, dass die Stones sich zu dieser Zeit endgültig mit Dylan auseinandergesetzt hatten. ›Salt Of The Earth‹ etwa oder eben ›Sympathy For The Devil‹.

The Beatles – LET IT BE… NAKED (2003)

beatles let it be nakedEigentlich wollte ich REVOLVER nehmen, heute Morgen habe ich mich spontan umentschieden, als ich LET IT BE (NAKED) rumliegen sah. Es hat mich riesig gefreut, als das 2003 erschienen ist. Paul McCartney hat die Platte damals von Produzent Phil Spector befreit. Die Überzuckerung des ursprünglichen Albums hatte in den 60ern zu einer Zeit stattgefunden, als Lennon und McCartney nicht gut miteinander zurechtkamen. Es war Lennons Idee, Spector zu beauftragen – daher die Streicher und all die Schnörkel. Relativ unerträglich. McCartney hat für NAKED alles neu abgemischt.

Neil Young & Crazy Horse – RUST NEVER SLEEPS (1979)

neil young livealbumBei Neil Young hätte ich viel nehmen können. Aber RUST NEVER SLEEPS ist wohl doch meine Lieblingsplatte von ihm. ›Thrasher‹ wiederum ist mein Lieblingssong. Mit einem tief gehenden Text, aus der Seele heraus, wie eine Beichte, eine Rechtfertigung, ein Dank auch. Er lässt ganz viel offen, gerade was die Interpretation betrifft. Mein zweiter Favorit ist ›Pocahontas‹. Toll ist natürlich auch der Zweiklang aus ›My My, Hey Hey‹ und ›Hey Hey, My My‹. Ein unglaubliches Powerstück, erdig, ehrlich und unverstellt. Generationen von Punk- und Grungebands haben sich daran orientiert.

The Beatles: Mitsing-Version des ‚Yellow Submarine‘-Films

0

Ringo Starr Yellow Submarine Ansage 2020Morgen gibt’s ein Karaoke-Angebot der Extraklasse. Mit den Beatles auf Youtube.

„Für alle, die es vermissen, gemeinsam zu singen, habe ich gute Neuigkeiten“, kündigt Ringo Starr in einem Video an. Am morgigen Samstag um 18 Uhr wird auf dem Youtube-Kanal der Beatles eine spezielle Mitsing-Version des Films ‚Yellow Submarine‘ zu sehen sein.

„Für alle Kinder und die, die es im Herzen immer noch sind“, so Starr. Seht hier Ringos ganze Videobotschaft und achtet dabei unbedingt auf seinen Pullover:

Luke Elliot – THE BIG WIND

0

Opulente, dunkle Songs, die nicht verstören

Eine Sturmflut, die 1839 über Irland hereinbrach, hat Songwriter Luke Elliot zum Titel seines zweiten Albums THE BIG WIND inspiriert. „The dogs they cry as the water reaches the ceiling under you/…/The kids are praying under the bed/But God’s off someplace else instead“, singt er im gleichnamigen Track, der die Stimmung des Albums vorgibt – auch wenn es ansonsten mehr um Beziehungs- als um Naturereignisse geht. Ein Gefühl der Vergänglichkeit liegt über all diesen Liedern, selbst wenn durchaus unterschiedliche Emotionen in ihnen hochkommen. Manches hört sich melancholisch an, anderes ist dunkel-beschwörend und erinnert dabei bisweilen an Nick Cave, nur ist es wohltemperierter, zugänglicher. ›Paradise‹ klingt nach irischer Folklore, ›Never End Up‹ ist eine waidwunde Klavierballade. Die meisten Stücke sind relativ reich orchestriert, mit eben Klavier, Streichern, Chorgesängen, perlender Gitarre und Saxofon. Die Drums wirken öfter mal elektronisch, was zurzeit in Mode ist, um Singer/Songwritern einen modernen Touch zu geben.

THE BIG WIND ist feierlich, beseelt, düster, aber es irritiert nicht, es verstört nicht. Es hat bei aller Ähnlichkeit nie die Wucht, das Drama, die Genialität eines Albums von Nick Cave. Da zieht Elliot aber ganz sicher nicht als einziger den Kürzeren.

7 von 10 Punkten

Luke Elliot, THE BIG WIND, FERRYHOUSE/ROUGH TRADE

999 – BISH! BASH! BOSH!

Melodie-Punk-Mitläufer hauen wieder auf den Putz

Vor 43 Jahren änderte Keith Lucas, ehemals Gitarrist bei Kilburn And The High Roads, seinen Namen in Nick Cash und gründete mit seinem Bruder Gary Days die neue Band 999. Die hob sich durch ein ausgeprägtes Melodiegespür vom ranzig-zähen Brei der meisten Punkgruppen ab, ebenso wie durch eine gewisse manische Fröhlichkeit, belegt in Songtiteln wie ›Emergency‹ und ›Homicide‹. Nach einer nicht unbedingt von Charterfolgen gekrönten Hochphase vergaßen sie, sich aufzulösen, veröffentlichten immer wieder mal manisch-fröhliche Platten und nahmen Arturo Bassick, Bassist von Pinpoint und den Lurkers, in ihre Reihen auf. Jetzt kehren sie nach fast einem Jahrzehnt mit BISH! BASH! BOSH! zurück, einem Album voller Hooks, Witz und Dynamik.

Von Stampfern wie ›Psycho Man‹ bis zum auf ihre Karriere zurückblickenden ›The Pit And The Pentagon‹ ist dies ein Werk, das 999 an jedem Punkt in ihrer Laufbahn hätten machen können – und von dem sich mehrere Bands wünschen, dass sie es auch so draufhätten.

8 von 10 Punkten

999, BISH! BASH! BOSH!, CLEOPATRA/MEMBRAN