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Red Machete: Neues Video zu ›Runaway‹

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Die drei Linzer haben sich fünf Jahre für ihr neues Album HIGH TENSION Zeit genommen. Am 02. Juli ist es soweit. Vorher gibt es schon jetzt den Track ›Runaway‹ zu hören, der auch als Maxi-Single zum morgigen Record Store Day erhältlich ist.

Schon am Titel zeigt sich, dass Red Machete unterbewusst gelenkt werden von Einflüssen wie Bon Jovi. Doch nicht nur das, im Studio channeln sie ihre Energie, indem sie ganz analog per Tape aufnehmen und zusammen spielen, statt jeder seine Spur aufzunehmen. Eingefangen wird diese Studio-Energie, an die sich auch der Name des neuen Albums anlehnt, auch im dazugehörigen Video.

Eigenen Angaben zufolge authentischer und mehr auf sich selbst fokussiert als auf ihrem Debüt BRIGHT LIGHTS, freut sich das Trio darauf, wieder live spielen zu können und dann auch sein neues Material auf der Bühne zu präsentieren.

The Scientists – NEGATIVITY

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Guter, alter Rock’n’Roll

Manche behaupten ja, dass Kim Salmons The Scientists den Grunge 1978 in einer alten Garage in Perth begründet haben. Man kann eine direkte Verbindung herstellen zwischen ihrem sumpfigen Blues- und Psychrock und dem entgleisten Wah-Wah der Grunge-Mentoren Mudhoney sowie den mächtigen Tropical Fuck Storm aus Melbourne. Diese neue Platte – eingespielt von einem Line-up, das zuletzt vor 35 Jahren auf einem Album zusammenwirkte – ist ein von schlechten Absichten gespeister Tumult. Songs wie ›Make It Go Away‹ und ›Naysayer‹, das an Rowland S. Howard erinnert, stolpern ins grelle Licht der Nacht. Plektren quietschen, Salmon stöhnt wie ein verstoßener Geistlicher.

Der Sound ist vor allem roh und beißend sarkastisch. Hier verstellt sich niemand, man hört lediglich den guten, alten Rock’n’Roll, dessen Ruf die Scientists in Australien zementiert haben. Man denkt an Dave Graney’s Moodists, Suicide, Jeffrey Lee Pierces bösartigen Gun Club, Sonnenbrillen nach Einbruch der Dunkelheit und beim Aufwachen im Bett. ›Seventeen‹ gibt sich eine Überdosis Feedback wie einst die Cramps zu ihren Glanzzeiten, ›The Science Of Suave‹ und das passend betitelte ›Dissonance‹ rocken einfach nur. Die Scientists sind wieder da (waren sie jemals weg?), um dich in deinen dunkelsten Albträumen zu jagen.

7 von 10 Punkten

The Scientists, NEGATIVITY, IN THE RED RECORDS

Text: Everett True

Danny Elfman – BIG MESS

Der Soundtrack-Maestro dreht durch

Schon irre: Da bringt man ein Album raus, wartet dann 37 Jahre mit dem Nachfolger – und wird in der Zwischenzeit mal eben als Komponist des „Simpsons“-Themas oder der Soundtracks für „Batman“ oder „Alice im Wunderland“ weltberühmt. Jetzt musste offensichtlich einiges raus bei Tim Burtons ewigem Komplizen Danny Elfman: Er tauschte verwunschene Streicher und fantastische Melodien gegen einen dystopischen Farbkasten und beeindruckt auf dem Doppelalbum BIG MESS mit einem dadaistischen Orchester, fiebrigen Chören, Industrial-Synthesizern, verzerrten Gitarren und mantraeskem Gesang. Rock und orchestrale Elemente kamen nun wirklich schon oft zusammen, mal mehr, oft jedoch weniger geglückt.

Eine derartige Hochzeit von Himmel und Hölle wie Elfman sie auf BIG MESS inszeniert, hat man in ihrer fordernden, metallischen, surrealen, cineastischen Art allerdings noch nicht gehört – zum Leben erweckt von Schlagzeuger Josh Freese (Devo), Bassist Stu Brooks (Lady Gaga), Gitarrist Robin Finck (Nine Inch Nails), dem Meister selbst und vielen anderen mehr. Eine kakophone Sinfonie, das Werk eines Wahnsinnigen? Ja. Zum Glück.

9 von 10 Punkten

Danny Elfman, BIG MESS, EPITAPH/INDIGO

Neuheiten: Ab heute im Plattenladen

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Zwischen Debüts von Rockstar-Kindern und 90er Trophäen wie Garbage, gibt es diese Woche auch Neues aus Bayern und besinnliche Töne von Lukas Nelson.

Mammoth WVH: MAMMOTH WVH

„Mit seinem Debüt macht Wolfgang Van Halen alles richtig, was man mit einem der berühmtesten Nachnamen im Entertainmentbiz richtig machen kann: Er geht seinen eigenen Weg.“

Hier geht’s zur Review…

Garbage: NO GODS NO MASTERS

„Musikalisch bieten Vig & Co. wie immer ein breites Spektrum von New Wave, Punk, Pop und Rock, alles sehr elektronisch, aber dennoch mit Gefühl.“

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T. G. Copperfield: THE ELECTRIC BAND

„Die zehn, vor allem in Hinblick auf ein Hörerlebnis auf Vinyl produzierten Stücke fusionieren gekonnt seine nicht überhörbare Liebe zu den Großen der amerikanischen Musikkultur mit seinem ganz eigenen, von den Weiten Bayerns und dem Landleben inspirierten Sound.“

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Lukas Nelson & Promise Of The Real: A FEW STARS APART

„Diese elf Songs verdeutlichen, was es bedeutet, wieder nach Hause zu kommen, A FEW STARS APART ist eine Geschichte über Beziehungen und das Heimkommen.“

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Release der Woche: Black Sabbath – SABOTAGE Super Deluxe

Rechtliche Auseinandersetzungen

Es geht weiter in der Reihe der Super-Deluxe-Ausgaben der Black-Sabbath-Alben. Nach PARANOID und VOL. 4 ist nunmehr SABOTAGE an der Reihe. SABOTAGE ist irritierenderweise das Sabbath-Album unter den ersten sechs, das einen nicht so ausgezeichneten Leumund genießt. Völlig unverständlich und auch schwer falsch. Ozzy Osbourne, Tony Iommi, Geezer Butler und Bill Ward sind angefressen, als sie SABOTAGE in Angriff nehmen. Sie fühlen sich von ihrer damaligen Plattenfirma und ihrem ehemaligen Manager verschaukelt, gar sabotiert, daher auch der Albumtitel. In allem liegt aber auch eine Chance und so geht das Quartett in London und Brüssel zusammen mit Produzent Mike Butcher mit viel Frustration und Wut im Bauch ans Werk. Zwischendrin müssen sie sich immer wieder mit Anwälten treffen, die zehn Monate brauchen, um die Situation final zu klären.

Das lange experimentelle ›Megalomania‹, die beiden Heavy-Brecher ›Symptom Of The Universe‹ und ›Hole In The Sky‹ zählen zu den Tracks, bei denen Sabbath den ganzen Frust der vergangenen Monate rauslassen. Dem gegenüber stehen mit ›Thrill Of It All‹ und ›Am I Going Insane (Radio)‹ softere Experimente und die feurige Sound-Kollage ›Supertzar‹ entgegen. Als abschließendes Highlight verkündet das vorzügliche ›The Writ‹ die Zeile „Are you Satan, are you man“, verfasst von Ozzy anstelle des etatmäßigen Lyrikers der Band, Geezer Butler. Einer der besten Sabbath-Tracks im nicht gerade Höhepunkt-armen Sabbath-Kosmos. SABOTAGE ist keine Nuance schwächer als seine fünf streckenweise sehr berühmten Vorläufer.

Black Sabbath Sabotage Super Deluxe

Die essenzielle Fan-Beigabe dürfte neben einem gebundenen Buch eine rohe komplette Live-Show der „Sabotage“-Tour aus den USA sein. Von den 16 Tracks sind 13 bislang unveröffentlicht. Neben den üblichen Klassikern wie ›Black Sabbath‹, ›Paranoid‹, ›War Pigs‹, ›Iron Man‹ und ›Children Of The Grave‹, die die Band zwingend spielen muss, ist interessant, dass Sabbath nicht nur drei Tracks von SABOTAGE (›Hole In The Sky‹,›Megalomania‹ und ›Symptom Of The Universe‹), das erst wenige Tage auf dem Markt ist, in der Setlist haben, sondern mit ›Killing Yourself To Live‹, ›Sabbra Cadabra‹ und ›Spiral Architect‹ auch drei Nummern vom Vorgänger SABBATH BLOODY SABBATH, die man nur ganz selten live zu hören bekommt. SABOTAGE SUPER DELUXE gibt es als 4-fach-CD sowie als 4-LP-plus-7-Inch-Ausgabe. Dazu erhält man detaillierte Linernotes, die die Geschichte des Albums erzählen, Quotes der Bandmitglieder, rare Fotos und Presse-Ausschnitte aus jener Zeit, weiterhin ein Madison Square Garden Replika-Konzertbuch von 1975 sowie ein farbiges SABOTAGE-Tourposter.

Black Sabbath, SABOTAGE SUPER DELUXE, BMG/WARNER

10 von 10 Punkten

Garbage – NO GODS NO MASTERS

Sinnfindungsplatte

Neben Eurodance, Techno, Nu Metal und Grunge gab in den 90er-Jahren vor allem die Alternative-Rock-Szene mit allerlei spannenden neuen Bands wie Placebo, den Cranberries und den Smashing Pumpkins sowie Garbage den Ton an. Letztere Formation aus Wisconsin um Frontfrau Shirley Manson und Mastermind Butch Vig (der u. a. Nirvanas NEVERMIND produzierte) erreichte 1995 in den USA und dem UK mit dem Debüt-Album GARBAGE jeweils Doppelplatin und hielt sich zusammen über 200 Wochen in den dortigen Charts. Nach dem immensen weltweiten Erfolg der ersten vier Alben ließ es die Band langsamer angehen – so erschienen seit 2005 nur zwei weitere Scheiben. Jetzt kommt mit NO GODS NO MASTERS das insgesamt siebte Werk der siebenfach Grammy-nominierten Gruppe, die bisher 17 Millionen Einheiten verkaufen konnte. Das Album ist politscher als man es bisher von Garbage kannte: Die Songs behandeln den Klimawandel, globale Unruhen, die Me-Too-Thematik und Sexismus bis hin zur Black-Lives-Matter-Bewegung. „Es ist unser Versuch, einen Sinn darin zu finden, wie irre und verrückt die Welt geworden ist und in welch unglaublichem Chaos wir uns befinden“, sagt Manson dazu. Musikalisch bieten Vig & Co. wie immer ein breites Spektrum von New Wave, Punk, Pop und Rock, alles sehr elektronisch, aber dennoch mit Gefühl. Anspieltipps: ›Flipping The Bird‹, ›The Men Who Rule The World‹ und ›This City Will Kill You‹.

8 von 10 Punkten

Garbage, NO GODS NO MASTERS, BMG RIGHTS/WARNER

T. G. Copperfield – THE ELECTRIC BAND

Warmblütig

Seit 3-Dayz-Whizkey-Mastermind T.G. Copperfield solo unterwegs ist, produziert der Singer/Songwriter und Gitarrist qualitativ hochwertige Platten am laufenden Band. Auch THE ELECTRIC BAND – nach seiner Begleittruppe benannt – stellt da keine Ausnahme dar und reiht sich nahtlos in dem von ihn in kürzester Zeit erschaffenen Katalog. Die zehn, vor allem in Hinblick auf ein Hörerlebnis auf Vinyl produzierten Stücke fusionieren gekonnt seine nicht überhörbare Liebe zu den Großen der amerikanischen Musikkultur mit seinem ganz eigenen, von den Weiten Bayerns und dem Landleben inspirierten Sound. THE ELECTRIC BAND ist von Sehnsüchten getrieben.

Auch wenn diese nicht immer so herzzerreißend interpretiert werden wie im Springsteen’schen ›When The Night Is Over‹, so erzählt die Platte doch von zwischenmenschlicher Anziehung, von Liebe, von Schmerz, vom Fernweh und kleidet eben jene Erzählungen in dynamische R’n’B-Gewänder mit alternativen Americana-Sprenkeln, gefühlvollen Solo- und Slidegitarren, geschmeidigen, meist höchst tanzbaren Grooves, beschwingten Orgel- und Pianotönen und rauchigem Spelunkenflair. Aus jedem Song fließt ganz warm das viele Herzblut, das Copperfield und seine Begleiter in dieses Projekt gesteckt haben.

7 von 10 Punkten

Midnite City – ITCH YOU CAN’T SCRATCH

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Haarspray und Kopfjucken

Die junggebliebenen Herren von Midnite City haben 2017 mit ihrem selbstbetitelten Debüt ein Ausrufezeichen in der Welt des Melodic-Rock setzten können. Nachdem der Nachfolger von 2018 etwas unterging, haben sich die Briten nun dazu entschlossen, einen kleinen Reboot hinzulegen. Mit neuem Label, Management und Booker will die Band mit einer Reihe neuer Songs wieder an den Erfolg ihres Anfangs anknüpfen. Mit ITCH YOU CAN’T SCRATCH erfüllen sie dieses Versprechen zumindest teilweise.

So gibt es zwar recht einprägsame Melodien und Refrains, 80er-Gitarren mit dezenter Keyboardunterstützung und dazu glattgebügelte Vocals in einer „AO-Hairmetal“-Aufmachung, aber außer dem Song ›Atomic‹, der stark an Def Leppards HYSTERIA-Zeit bzw. an ›Pour Some Sugar On Me‹ erinnert, sticht nicht allzu viel heraus, das nachhaltig das Prädikat „überdurchschnittlich“ verdienen würde. Aber sei es drum, knapp über 40 Minuten mit „nur“ gutem Poser- Rock sind auch schon ein Spaßgarant für Fans des Genres.

7 von 10 Punkten

Midnite City, ITCH YOU CAN’T SCRATCH, ROULETTE MEDIA