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Marc Martel: ›Love Of My Life‹ live in Gedenken an Freddie Mercury

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Was tut man, wenn einem bei jeder Gelegenheit und von allen Seiten zugetragen wird, dass man klingt wie einst der große Freddie Mercury höchstpersönlich? Man nimmt sein Schicksal an und macht etwas daraus. Deshalb hat sich Marc Martel nach der Auflösung seiner eigenen Band Downhere bei Roger Taylor’s offizieller Tribute-Show „The Queen Extravaganza“ beworben und wurde auch prompt nach seiner Audition eingestellt.

Exklusiv für CLASSIC ROCK hat sich Marc Martel heute ans Piano gesetzt und den Song ›Love Of My Life‹ in Gedenken an den heute vor 30 Jahren verstorbenen Freddie Mercury gesungen.

https://youtu.be/qwbI8mLzmik

Mit seiner aktuellen Formation „One Vision Of Queen“ wird Marc Martel Anfang 2022 ausgiebig durch Deutschland touren und verrät schon jetzt, was die Zuschauer erwarten können: „Ich verkleide mich nicht auf der Bühne. Damals habe ich in Roger Taylors Band angefangen und er wollte auf keinen Fall, dass jemand in eine Rolle schlüpft. Er meinte: ‚Ihr sollt keine Schauspieler sein, sondern großartige Musiker.‘ Dieses Konzept habe ich beibehalten, denn ich liebe es, ich selbst auf der Bühne zu bleiben, auch wenn ich nicht meine eigenen Songs singe.

Das ganze Interview mit Marc Martel findet ihr in der aktuellen Ausgabe von CLASSIC ROCK:

ONE VISION OF QUEEN LIVE ERLEBEN:

20.01.22 Passau, Dreiländerhalle

22.01.22 Hof/Saale, Freiheitshalle Hof

23.01.22 Leipzig, Quarterback Immobilien Arena

25.01.22 Magdeburg, Getec Arena

26.01.22 Braunschweig, Volkswagen Halle

28.01.22 Lingen, Emsland Arena

29.01.22 Schwerin, Sport- und Kongresshalle

30.01.22 Oberhausen, König-Pilsener-Arena

02.02.22 Koblenz, CGM Arena

03.02.22 Kempten, bigBox Allgäu

05.02.22 CH-Dübendrof/Zürich, Samsung Hall

06.02.22 CH-Basel, St. Jakobshalle, Grosse Halle

08.02.22 Mannheim, SAP Arena

09.02.22 Köln, Lanxess Arena

11.02.22 Würzburg, S.Oliver Arena

12.02.22 Berlin, Mercedes-Benz Arena

13.02.22 Flensburg, Flens-Arena

16.02.22 Hamburg, Barclays Arena

17.02.22 Dresden, Messe Dresden Halle 1

19.02.22 Salzburg, Salzburgarena

20.02.22 A-Wien, Wiener Stadthalle Halle D

23.02.22 Ingolstadt, Saturn Arena

24.02.22 Stuttgart, Porsche Arena

26.02.22 Nürnberg, Arena Nürnberger Versicherung

27.02.22 Frankfurt, Festhalle Frankfurt

02.03.22 Dortmund, Westfalenhalle

03.03.22 Bremen, Halle 7

05.03.22 Düren, Arena Kreis Düren

06.03.22 A-Innsbruck, Olympiahalle

Meilensteine: Mott The Hoople spalten sich

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Ende November 1974: Ian Hunter und Mick Ronson verlassen Mott The Hoople.

Kaum medial verbreitet, traf die Hiobsbotschaft schwer: Im November 1974 spalteten sich Mott The Hoople in zwei Lager auf – mit Ian Hunter und Mick Ronson auf der einen, und Pianist Morgan Fisher, Bassist Pete Overend Watts und Drummer Dale „Buffin“ Griffin auf der anderen Seite. Dass der Wurm zumindest seit jener Phase an in der Band aus Hereford steckte, als Ian Hunter seinen Posten als Vokalist, Pianist, Gitarrist und Komponist bezog, wussten seinerzeit nur wenige Eingeweihte.

Auf Anfang: Einen Drei-Stufen-Plan galt es abzuhaken, als sich 1966 Vokalist Stan Tippins, Gitarrist Mick Ralphs und Bassist Pete Overend Watts zur Doc Thomas Group formierten: 1. Eine eigene PA. 2. Genügend Gigs zum überleben. 3. Ein Plattenvertrag. 1968 gesellten sich Griffin und Organist Verden Allen zur Doc Thomas Group, deren Name zeitweise erst Shakedown Sound, dann Silence lautete und vergeblich Punkt 3 zu erfüllen versuchte. Guy Stevens, wegen seiner Eskapaden berüchtigt-gefürchteter Inhouse-Producer von Island Records, nahm die Band unter einer Bedingung unter Vertrag: Tippins musste dem wesentlich talentierteren Ian Hunter, ehemals bei At Last The 1958 Rock & Roll Show, weichen. Vier 1A-Alben, von Hunters Songs und Stimme dominiert, entstanden bis 1971 unter der Ägide von Stevens, die Fanbase wuchs jedoch nur mässig. Am Tiefpunkt, dramatisch illustriert in Hunters Ode ›Ballad Of Mott (March 26th ’72, Zurich)‹, trennte sich die Band gar zeitweilig.

David Bowie, als Ziggy Stardust just im Karrieraufstieg befindlich, brachte die Wende: Bowie riet zum Weitermachen, bot zuerst ›Suffragette City‹, dann ›All The Young Dudes‹ an – Bingo, der Jackpot war geknackt.

In raschen Abständen folgten mit den LPs ALL THE YOUNG DUDES (9/1972), MOTT (1973) und THE HOOPLE (1974) sowie den 45s ›Honaloochie Boogie‹, ›All The Way From Memphis‹, ›Roll Away The Stone‹ und ›The Golden Age Of Rock’n’Roll‹ Chartstürmer. Auf der Strecke blieben beim exzellenten Glam-Rock-Kurs zuerst Verden Allen, dann Mick Ralphs, Ralphs Ersatz Ariel Bender alias Luther Grosvenor und schließlich auch Hunter und Ronson.

Freddie Mercury: Wie er wirklich war…

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Hannes Rossacher, Filmemacher, Videoregisseur und Produzent aus Wien. Von Mitte der 80er bis Anfang der 90er drehte der heute 69-Jährige viele Videoclips für die britische Superband und war bis zum Ende an Freddie Mercurys Seite. In Europa zählen Rossacher und sein Partner Rudi Dolezal zu den Pionieren im Bereich Musikvideo, drehten u. a. auch mit den Rolling Stones, David Bowie, Bruce Springsteen, Rammstein, Falco, Grönemeyer, den Toten Hosen, Udo Lindenberg und den Scorpions. Für ihre Arbeiten erhielten sie u. a. den MTV Music Video Award, dreimal den Echo sowie zwei Nominierungen für den Grammy in der Kategorie „Beste Musikfilmproduktion“. CLASSIC ROCK-Autor Alex Gernandt sprach mit Rossacher über dessen Erlebnisse mit Queen.

Es war im Juli 1985, als bei mir in Wien das Telefon klingelte. Jim Beach, Manager von Queen, war auf der Suche nach einer Filmcrew und hatte sich an mich und meinen Partner Rudi Dolezal erinnert. Bis dahin hatten wir schon einige Male für deutsche TV-Sendungen mit der Band gedreht. Queen hatten soeben beim Live-Aid-Festival im Wembley Stadion allen Acts die Show gestohlen und wollten das Momentum dieses Triumphs nutzen, um im Münchner Musicland Studio eine neue Platte aufzunehmen. Wir erhielten den Auftrag, das filmisch festzuhalten. Am ersten Tag kam die Band ins Studio, um sich warmzuspielen. Sie begannen, auf das Riff von ›Start Me Up‹ von den Stones zu jammen. Nach etwa vier Stunden war daraus eine erste Rohversion von ›One Vision‹ geworden. Die Splitscreens im Video sind eine Hommage an den von Martin Scorsese geschnittenen „Woodstock“-Film.

Ich war von dieser Ästhetik als Filmemacher sehr beeinflusst. Geschnitten wurde das Video in London. Im Visions in der Dean Street gab es drei Schneideräume: Neben uns schnitten die Stones ›One Hit To The Body‹ und die Dire Straits ›Brothers In Arms‹. Eines Abends wurde beim Chinesen Essen geordert und alle haben sich gegenseitig die Videos gezeigt. Freddie war bei Queen eine Art Creative Director, hat sich umfänglich in Konzept, Look und Schnitt eingebracht. Entweder hatte er eine bestimmte Idee für die Umsetzung oder es gab im Londoner Office in der Pembridge Road ein Bandmeeting, bei dem man Konzepte besprach. Zum Song ›Invisible Man‹ machten wir zwei Vorschläge: „Junge spielt ein ,Invisible Man‘-Computerspiel“ oder „Varieté-Story mit Houdini-artiger Figur im London der Zwanzigerjahre“.

Die Band wählte die Variante „Computerspiel“, weil gerade der Kinofilm „War Games“ populär war. Mitte der 80er-Jahre lebte Freddie in München. Hier hatte er im Gegensatz zu London nicht ständig Paparazzi vor der Nase. Seinen 39. Geburtstag feierte er 1985 im Nachtclub Mrs. Henderson im Glockenbachviertel. Der plüschige Laden mit viel rotem Samt wurde nach Freddies Vorstellungen komplett in Schwarzweiß umdekoriert. „Black & White“ war das Motto seiner Party, in Anlehnung an den berühmten „Black & White Ball“ von Truman Capote im New York der 60er- Jahre. Aus London ließ Freddie Freunde mit einer Boeing 737 einfliegen, dazu waren Münchner Szenetypen und seine Freundin Barbara Valentin eingeladen. Es wurde wild gefeiert, getrunken und geflirtet. Freddie war in seinem Element. Und wenn er schon so viel Geld für die Party ausgab, wollte er den Event auch professionell auf Film festhalten. Als Freddie unser Filmmaterial sichtete, entschied er, die Partyszenen auch für ein Video zu seiner Solosingle ›Living On My Own‹ zu nutzen.

Queen waren immer sehr generös, was Partys anging, und feierten gern mit ihrer Roadcrew. 1986 mussten wir eine Party für sie in Wien organisieren: Jerry Stickels, ihr Tourmanager, hatte Geburtstag. Also musste her, was Engländer für eine Rock’n’Roll-Party brauchen: Penthouse-„Pet of the Year“ Brigitta Cimarolli (auch in Falco-Videos zu sehen) entstieg einer Geburtstagstorte, dazu Stripperinnen und eine Domina. Passend zum Bandnamen plante ich, das Wiener Animierlokal Queens Club zu mieten. Leider kam der Besitzer mit völlig überzogenen finanziellen Vorstellungen, als er hörte, wer da feiern wollte. Schließlich ging es ins Café Seinerzeit, welches – praktischerweise für die Roadies – über den Hof einen direkten Zugang zu einem Bordell hatte.

Queen waren sehr anspruchsvoll, was die Videos anging, und willens, auch finanziell großen Aufwand dafür zu treiben. Ideale Verhältnisse für einen Videoregisseur. Zwischen 1985 bis 1992 haben wir so viel für die Band gearbeitet, dass eine Art freundschaftliches Verhältnis entstand. Besonders Freddie, der ja einer der letzten Rockstars war, der sich eine Entourage hielt, war ein großzügiger Gastgeber. Wenn wir in London zu tun hatten, lud uns Freddie wiederholt zu sich nach Hause ein. Mal lag er eingerollt auf der Couch und guckte einen alten Hollywood-Streifen auf BBC2, ein anderes Mal gab er ein Dinner und spielte anschließend den Gästen im Wohnzimmer vor, wie er mit der Opernsänger in Montserrat Caballé in Barcelona für einen Auftritt probt. Alle lagen am Boden vor Lachen. Er konnte wahnsinnig lustig sein und auch über sich selbst lachen.

Wie Freddie das Thema seiner HIV-Erkrankung mit seiner Familie und seinen Bandmitgliedern besprochen hat, dazu kann ich nichts sagen und es zu deuten steht mir nicht zu. 1991, bei den Videodrehs zu Songs des Albums INNUENDO, war es offensichtlich, dass gesundheitlich etwas nicht mit ihm stimmte. Er wirkte schwach und zerbrechlich. ›These Are The Days Of Our Lives‹ war das schließlich letzte Video, das wir mit Freddie drehten, in den Pinewood Studios bei London. Die Stimmung war gedämpft. Allen war bewusst, dass es Freddie nicht gut geht. Er war gezeichnet von der Krankheit und hatte Schwierigkeiten zu stehen. Er lag meist in der Garderobe und trat immer nur kurz für seine Szenen vor die Kamera.

Aber er wollte das durchziehen. Und alle haben sich bemüht, dies in einem würdigen Rahmen zu gestalten. Zum finalen Video ›The Show Must Go On‹ wurde eine Kollage aus bestehenden Queen-Sequenzen erstellt. Freddie war mittlerweile zu schwach zum Drehen. Aber singen konnte er erstaunlicherweise noch immer. Noch kurz vor seinem Tod war er im Studio, um letzte Takes einzusingen. Das zu tun, war für ihn wichtig und rückblickend ist schön zu wissen, dass ihn seine einmalige Stimme trotz der schweren Krankheit nie verlassen hat.

Freddie Mercury war ein außergewöhnlicher und reizender Mensch mit einem unglaublichen, persönlichen Lebensweg von Sansibar bis an die Spitze der internationalen Charts. Aber dieses Schicksal war sicher kein „bed of roses“, wie er selbst in ›We Are The Champions‹ singt. Um Freddie Mercury zu verstehen, muss man sich eigentlich nur ›Bohemian Rhapsody‹ anhören – darin erfährt man alles über ihn. Besser kann man ihn nicht beschreiben. Wir haben unvergessliche Zeiten mit ihm erleben dürfen. Er war ein einzigartiger Künstler, sprühte wie eine Wunderkerze. Bis zu seinem tragischen Ende hat er nie aufgegeben, kämpfte bis ganz zum Schluss – eben wie ein echter Champion.

David Bowie: Neue Dokumentation in Planung

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Ein neuer Dokumentarfilm über David Bowie ist in der Mache. Der Streifen wurde von seinen Erben abgesegnet und soll „tausende von Stunden“ an bisher ungesehenem Videomaterial des Künstlers zur Verfügung haben.

Als Regisseur ist Brett Morgen an Bord, der sich bereits für „Montage Of Heck“ über das Leben von Kurt Cobain verantwortlich zeigte. Außerdem wird Tony Visconti mit von der Partie sein.

In einem Interview mit Variety gab der Regisseur zu Protokoll, dass er bereits seit vier Jahren an dem Film arbeitete und unzählbares Material von späten Live-Performances von Bowie gesammelt hat.

Wann der Streifen erscheinen wird, ist bisher noch unklar.

Max Roxton: Schubladenspringer

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Auch wenn Max Roxton sich selbst nicht gern in Schubladen stecken lässt – wer tut das auch gern? –, springt er auf seinem ersten Soloalbum THE VOICE WITHIN elegant zwischen verschiedenen Genres hin und her. Das ist auch der Grund, warum sich seine vorherige Band 7 Mazes aufgelöst hat. Roxton wollte sich nicht länger auf ein Genre festlegen, ist seit seinem sechsten Lebensjahr Pianist und fand über Rapper Eminem seinen Weg zu Rage Against The Machine und die Welt des Rock und Metal.

Als Alternative Rock würde er seine eigene Musik beschreiben, für die er sich diesmal ganz allein verantwortlich zeigt. Nicht nur Schlagzeug, Gitarre, Bass und Gesang bestreitet der Niedertaufkirchener ganz allein, auch das Songwriting und die Produktion hat er selbst übernommen. Gänzlich neu ist das
aber nur in Teilen, denn das Schreiben hat er schon immer lieber allein getan: „Es ist meiner Erfahrung
nach sehr selten, dass du mit Musikern komplett auf einer Welle schwimmst, und dann hängt man sich im Kollektiv manchmal an sehr viel Schmarren auf.“

Beim Schreiben im stillen Kämmerlein kann der Songwriter erst einmal sammeln und den sogenannten „Schmarren“ dann aussortieren: „Wenn du etwas gut Klingendes haben möchtest, dann muss erst mal der ganze Müll aus dem Kopf raus.“ Das Einzige, was er beim Einspielen vermisst hat, war die Gruppendynamik und damit einhergehende Motivation. Trotz Trennung hat der Sänger ein musikalisches Erbe von 7 Mazes mitgenommen: Der erste und letzte Track auf THE VOICE WITHIN stammen aus Bandzeiten. Insbesondere ›Now I Understand‹, der bei einem Songwriting-Camp in Essen entstand, beschäftigt sich retrospektiv mit der Geschichte der Band. „Es ist dieser Wandel, der mich durch das Album begleitet hat, das war für mich ein sehr langer Prozess“, erklärt er und fügt an: „Diese zwölf Songs sind eigentlich zwölf Emotionen, zwölf verschiedene Facetten von mir.“ Eine dieser Facetten zeigt auch den Rap-Einfluss seiner Jugend.

Schwierig fand der Sänger die Sprünge zwischen den Schubladen nicht: „Ich bin prinzipiell ein sehr rhythmischer Mensch, auch an der Gitarre. Dementsprechend liegt mir auch rhythmischer Gesang, da ergibt sich das fast von allein.“ ›Masquerade‹ heißt der Track, bei dem auch ein Solo von Gitarrist Aaron Buchner zu hören ist. Auf die Bewertung des Ergebnisses angesprochen, lacht Roxton bescheiden: „Ob es gut ist, dürfen andere beurteilen.“ Der Wandel vom Bandmitglied zum Solokünstler, der Roxton als roter Faden der Platte dient, kam ganz intuitiv. Deshalb bezeichnet er auch die Stimme aus dem
Inneren nicht als Gewissen oder Bauchgefühl, sondern als Intuition. Die hilft nicht nur bei schwierigen Entscheidungen im eigenen Leben, sondern auch beim Schreiben von weiteren Songs.

Max Roxton The Voice Within_Album Cover

Video der Woche: The Allman Brothers Band mit ›Whipping Post‹

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The Allman Brothers Band zählt zu den Speerspitzen des Southern Rock. Heute wäre ihr Gründungsmitglied Duane Allman 75 Jahre alt geworden.

1969 gründeten die Brüder Gregg und Duane Allman die Allman Brothers Band. Noch im selben Jahr veröffentlichten sie ihr selbst betiteltes Debüt mit sieben Songs – mit dabei ›Whipping Post‹, ein kreativer Selbstläufer aus der Feder Gregg Allmans.

Die Muse küsste Gregg so unmittelbar, dass der Song auf dem Bezug eines Bügelbretts niedergeschrieben wurde. „Das geschah so schnell, dass ich es nicht mal mehr schaffte, ein Blatt Papier zu holen. So entstehen die wirklich guten Songs. Sie überrollen dich einfach,“ erinnerte sich Gregg.

Live war ›Whipping Post‹ ein fester Bestandteil fast jedes Sets und avancierte bald zu einem der Publikumsfavoriten. Wirkliche Bekanntheit erlangte er jedoch erst durch ihr Live-Album AT FILLMORE EAST aus dem Jahr 1971, auf dem eine beinahe ausufernde Version zu finden ist.

Unser Video der Woche zeigt einen Auftritt der Allmann Brothers Band ein Jahr vor den legendären Aufnahmen im Fillmore East.

Flashback: Frank Zappas JOE’S GARAGE

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Im Januar 1979 flohen Schah Reza Pahlavi und Kaiserin Farah aus Teheran und dies war ihr endgültiger
Abschied aus dem Iran. Acht Jahre zuvor feierte der Schah noch das 2.500-jährige Gründungsjubiläum des persischen Reiches mi einem pompösen Festakt. Nun begann ein neues Zeitalter, denn Ajatollah Ruhollah Chomeini rief in diesem Teil von Vorderasien die Islamische Republik aus. Und diese wurde
von ihm, einem schiitischen Geistlichen, mit sehr viel Strenge, Pathos und Patina geführt.

Als Herrschaftsfundament setzte Chomeini nicht nur auf die Islamisierung der Republik,
sondern auch auf einen aggressiven Anti-Amerikanismus. So wurde die Stimmung gegen das Land mit den „unbegrenzten Möglichkeiten“ gezielt geschürt. Auch Frank Zappa verfolgte mit kritischem Auge die Vorgänge der islamisch geprägten Revolution, als er im März 1979 mit den Arbeiten an dem Album JOE’S GARAGE begann. Mit pointierten Texten und vielschichtiger Musik ersann er eine Art Rockoper (sie erscheint auf drei Alben mit insgesamt 19 Stücken) mit einem Protagonisten, der in einer faschistoiden
USA-Gesellschaft lebt, die dem Chomeni-Regime nicht ganz unähnlich ist. Westliche Wertevorstellungen sind verpönt, intellektuelle Freizügigkeiten sogar verboten.

Bei den Texten ließ sich Zappa neben der islamischen Revolution von dem Roman „1984“ von George Orwell beeinflussen. Die Hauptfigur Joe ist ein Jugendlicher, der eine Garagenband gründet. Bei Frauen hat er kein Glück und sein Geld wirft er einer fadenscheinigen Religionsgemeinschaft in den Rachen. Außerdem entwickelt Joe eine sexuelle Vorliebe für einen „Sy Borg“, eine Kreuzung aus einem Staubsauger und einem Schwein, welcher im Laufe eines sadomasochistischen Liebesakts versehentlich zerstört wird. Schließlich landet Joe im Gefängnis, wo auch andere Musiker und frühere Musikproduzenten einsitzen. Dort wird er von den Mitgefangenen unterdrückt und gequält. Als er wieder freigelassen wird, sieht er sich mit einer Gesellschaft konfrontiert, in der Rockmusik verboten worden ist – also fast so wie im Iran.

Kramt man das Zappa-Zitat „Politik ist nur die Unterhaltungsabteilung der Wirtschaft“ in diesem Kontext noch einmal hervor, bekommt es in der Rückschau einen ganz neuen Drive. Oder, wie Zappa es einmal selbst in einem Interview auf den Punkt brachte: „Wir Amerikaner denken ja immer, wir seien der ,hot shit‘, aber das einzige, was wir anderen Ländern voraus haben, ist dass wir total bescheuert sind“. In
den zeitkritischen Lyrics zu JOE’S GARAGE basiert alles auf dem Prinzip der „totalen Kriminalisierung“, wo die Regierenden mit harter Hand ihre Bevölkerung in einem totalitären Staat an der kurzen Leine halten. Für die Durchsetzung der Gesetze in diesem Staat ist eine Art Zensurbeauftragter zuständig (der „Central Scrutinizer“), der auch jeden Schritt von der Hauptfigur Joe beobachtet und kontrolliert. Am Ende schwört Joe der Musik ab und arbeitet als Bäckergehilfe.

Zappa mixt sein Wissen über totalitäre Staatsformen mit seiner grenzenlosen Phantasie und Einflüssen aus Science-Fiction-Filmen – und reichert seinen Plot mit einer Vielzahl an vulgären Obszönitäten, Überzeichnungen und Parodien an. Musikalisch wird diese dreiteilige Parabel flankiert von grenzenlosen Einflüssen aus Jazz, Reggea, DooWop, Psychedelic, Blues, Funk, E-Musik-Avantgarde, Art-Rock und Fusion. Über sein Selbstverständnis sagte Zappa gern: „Sex ist richtig, Drogen sind falsch und hinter
Rock’n’Roll steht immer ein großes Fragezeichen. Denn an Rock’n’Roll ist nichts echt – es ist eine Scheinwelt“. Mit JOE’S GARAGE gelingt Zappa und seinen Mitmusikern ein „hidden champion“ innerhalb seiner 33 Studioalben: Dieses Werk hatte genug musikalische Vision und scharfen, prophetischen Weitblick, dass es noch heute wie ein schillerndes Rock-Theater mit Ewigkeitsanspruch wirkt.

Denn gegenwärtig – also über vierzig Jahre später – stellen wir fest, mit wie viel reaktionärer Demagogie und mit was für neuen Ungeheuerlichkeiten unsere Welt immer wieder um die Ecke kommt – sowohl in Persien, als auch in den Vereinigten Staaten.

Neuheiten: Ab heute im Plattenladen

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In dieser Woche mit den neuen Longplayern von den Größen The Darkness und Sting, einem Solo-Debüt von Hardrock-Gesangswunder Max Roxton und einer tödlichen EP von LASZLO JONES.

Max Roxton: THE VOICE WITHIN

„Musikalisch ist der Alleingang des Multitalents im Alternative einzuordnen, erstreckt sich jedoch über
diverse Genregrenzen hinweg – von aggressivem Metal über tanzbare Offbeats, Rap-Anleihen oder
absolute Myles-Kennedy-Vibes im Titeltrack, bis hin zu sanft-melancholischen Klängen – und besticht
durch einen satten und vor allem modernen Sound.“

Hier geht’s zur Review…

The Darkness: MOTORHEART

„Knackige Riffs, Justin Hawkins’ einzigartiger Gesang, wohldosierte Dramatik, ein Quäntchen Queen-Exzess und ein beeindruckendes Energielevel ohne Durchhänger.“

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Sting: THE BRIDGE

„Gleich der erste Track, ›Rushing Water‹, rockt ordentlich los, und mit Stücken wie ›If It’s Love‹ gibt es auch Songs, die mit einem fröhlichen Pfeifen Optimismus verbreiten.“

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Laszlo Jones: BEYOND THE DOOR

„Fünf Tracks, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Eins haben sie jedoch gemeinsam: das
Thema Tod und die verschiedenen Blickwinkel auf das eigene Ableben.“

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