Bei einem Weihnachtsessen in Kopenhagen entschlossen sich die vier Musiker Christian Buhl, Günes Kocak, Erik Jensen und Claus Nielsen dazu, eine Band zu gründen. Auch die kurz darauf folgende Pandemie sollte sie daran nicht hindern.
Innerhalb von einem Jahr schrieben Dead Star Talk 45 Songs und planten ihr Debütalbum. Mit an Bord war Produzent Flemming Rasmussen, der mit Metallicas ›One‹ bereits einen Grammy gewann. Aufgenommen in Kopenhagen, wo die Band Erfahrungen in der Musikwelt sammeln konnte, sagt Rasmussen über die 2022 erscheinende Platte: „Trotz meiner langjährigen Erfahrung passiert es eher selten, dass ich einer Band begegne, die von einer solch authentischen Liebe für starke Rocksongs getrieben wird.“
Auf der fünften Single ›My Amore‹ wirkt George Hennessey, seines Zeichens Britpop-Fanatiker, mit.
Fünf Tracks, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Eins haben sie jedoch gemeinsam: das Thema Tod und die verschiedenen Blickwinkel auf das eigene Ableben. Eingestiegen wird mit „I’m gonna, I’m gonna, I’m gonna kill myself“, das den Hörer direkt und brutal offen auf die vorherrschende Thematik von BEYOND THE DOOR einstimmt.
Für das gleichnamige Stück konnte der in Beirut lebende Multiinstrumentalist eines seiner Idole gewinnen: Alex Skolnick von Testament, welcher den Track etwas härter gestaltete als ursprünglich geplant war. Der moderne Sound der EP, der zahlreiche Genregrenzen sprengt, ist nicht nur auf Jones’ eigene Tätigkeit als Komponist und Produzent zurückzuführen, sondern auch auf die Besetzung. Neben Mixer Kane Churko, der schon mit Ozzy Osbourne und Five Finger Death Punch gearbeitet hat, sind auch Akteure mit anderem Hintergrund beteiligt: Drummer Ralph Salmins durfte schon für Lady Gaga, Madonna und ABBA trommeln, Pianist Michael Arrom spielt normalerweise für Steve Vai.
In den letzten beiden Jahrzehnten hatte Sting große Ideen und kluge Konzepte: eine Arbeit mit einem Lautenspieler, ein Werft-Musical, ein Weihnachts-, ein Duett-, ein Orchesteralbum, eine Platte mit Neuaufnahmen alter Songs (okay, nicht alle Ideen waren wirklich originell), aber neue Kompositionen vom Kaliber eines ›Roxanne‹ fanden sich darauf nicht. Auch THE BRIDGE hat einen roten Faden, denn alle Songs entstanden während des Lockdowns und beschäftigen sich – wenn auch lyrisch veredelt – mit den persönlichen wie gesellschaftlichen Verwerfungen, die eine dramatische Zeitenwende wie eine Pandemie heraufbeschwören kann. Und dieses Thema muss den 70-jährigen Ex-Polizisten wohl eindringlich inspiriert haben, denn herausgekommen sind einige Titel, die zu den besten gehören, die Sting zuletzt aufgenommen hat. Bemerkenswert dabei ist, dass THE BRIDGE (als Symbol für Verbindung und Verständigung) alles andere als ein introvertiertes Werk ist. Gleich der erste Track, ›Rushing Water‹, rockt ordentlich los, und mit Stücken wie ›If It’s Love‹ gibt es auch Songs, die mit einem fröhlichen Pfeifen Optimismus verbreiten. Dieses Mal stimmt die Mischung wieder: gutes Konzept, gute Songs, gutes Album.
Die Platinjahre mögen weit zurückliegen, doch immerhin sind die Nörgeleien, dass die Briten nur ein Scherzartikel seien, schon lange verstummt, und The Darkness konnten sich zu einer angesehenen Band mit formidabler Live-Reputation entwickeln.
18 Jahre nach ihrem Blockbuster-Debüt PERMISSION TO LAND und zwei Jahre nach dem gelungenen EASTER IS CANCELLED kommt nun ihr siebtes Album, das mit den üblichen Zutaten zu gefallen weiß: knackige Riffs, Justin Hawkins’ einzigartiger Gesang, wohldosierte Dramatik, ein Quäntchen Queen-Exzess und ein beeindruckendes Energielevel ohne Durchhänger. ›Welcome Tae Glasgae‹ ist dabei ein äußerst belebender Opener, das Titelstück ›Motorheart‹ überrascht mit erhöhtem Härtegrad, während ›Sticky Situations‹ und ›Nobody Can See Me Cry‹ das glückliche Händchen der Herren für emotionale Midtempo-Kracher unterstreichen.
Diese Platte als „solide“ zu bezeichnen, wäre maßlos untertrieben, denn mit seinem beständig hohen Niveau hat sich das Quartett zu einer der wichtigsten Bands unserer Zeit gemausert. Das Schönste an ihren Alben ist dabei, dass sie nicht nur mit großartigen Songs begeistern, sondern jeder einzelne davon eine Liebeserklärung an den Rock’n’Roll als solchen ist. Immer weiter so!
Nach diversen Auszeichnungen als beispielsweise „Bester deutscher Hardrock Sänger 2019“ und der Auflösung seiner Band 7 Mazes nimmt Max Roxton auf seinem Solodebüt nun wirklich alle Zügel selbst in die Hand: Jedes der Instrumente spielte Roxton selbst, das Mikrofon beherrscht er sowieso und auch für die Produktion, den Mix und das Mastering von THE VOICE WITHIN zeichnete er verantwortlich.
Musikalisch ist der Alleingang des Multitalents im Alternative einzuordnen, erstreckt sich jedoch über diverse Genregrenzen hinweg – von aggressivem Metal über tanzbare Offbeats, Rap-Anleihen oder absolute Myles-Kennedy-Vibes im Titeltrack, bis hin zu sanft-melancholischen Klängen – und besticht durch einen satten und vor allem modernen Sound. Dass der einsame Steppenwolf angesichts der Umstände thematisch tief in seine persönliche Geschichte eintaucht und in den zwölf Songs seine eigenen Charaktermerkmale, seine Höhen, Tiefen und Kämpfe der jüngsten Vergangenheit aufarbeitet, überrascht nicht bei einem Werk, das so stark auf seinen Erschaffer konzentriert ist.
Dass Brian Johnson vor seiner Karriere bei AC/DC Frontmann von Geordie war, wissen die meisten. Dass er jedoch zwischendurch auch einmal vorhatte, sich als Solo-Künstler zu versuchen, dürfte für viele eine Überraschung sein.
Auch CLASSIC ROCK wusste nichts von diesem Teil von Johnsons Vergangenheit, bis vor kurzem AndyScott von Sweet im Rahmen eines langen Interviews aus dem Nähkästchen plauderte.
Wörtlich erzählte Scott gegenüber CLASSIC ROCK: „Ich kenne Brian ja schon lange, schon seit damals, als er noch bei Geordie war. Und dann in den 80er Jahren, gerade als er bei AC/DC einstieg, war ich dabei, sein Soloalbum zu produzieren. Ich hatte ein gutes Team im Studio und Brian wollte unbedingt mit uns arbeiten, weil ja klar war, dass ab seinem Einstieg bei AC/DC solo nicht mehr viel passieren würde. Dann kam der Manager von AC/DC ins Studio und hörte sich die Platte an. Wenn er es für Mist gehalten hätte, hätte er wahrscheinlich einfach gesagt: Ihr dürft das nicht veröffentlichen, das klingt scheiße. Aber es klang wirklich gut, deswegen mussten sie Brian aus seinem Vertrag herauskaufen – zumindest sehe ich das so. Die Tapes existieren noch, aber das Album wurde nie fertiggestellt.“
Was mit den Tapes seitdem passiert ist, konnte uns Andy Scott leider nicht beantworten.
Am 19. November veröffentlichen U2 eine Neuauflage ihres Erfolgsalbums ACHTUNG BABY zu dessen 30. Geburtstag. Der Rerelease wird in einer Standard- und einer Deluxeversion auf Vinyl erhältlich sein.
Am 3. Dezember erscheint dann noch das digitale Boxset, das 50 Tracks umfasst. Vor 30 Jahren beschrieb Sänger Bono die Platte als „den Sound von vier Männern, die JOSHUA TREE zusammenschneiden.“
Das Album wurde im Hansa Studio in Berlin aufgenommen und gewann damals nach Veröffentlichung einen Grammy in der Kategorie „Best Rock Performance“.
Nach dem Slade-typischen, an ihren Midlands-Dialekt angelehnten Titel ›Cuz I Love You‹ blickten den jungen Mannen glorreiche Zeiten entgegen. In den folgenden Jahren sollten allein in den UK all ihre Singles die Top 20 erreichen, sechs davon auf Platz 1 klettern. Mit den stampfenden Rhythmen, Noddy Holders (N) röhrendem Gesang und einer für damalige Zeiten unsagbaren Lautstärke hoben sich Slade von der Masse ab und schafften den Spagat zwischen gut gelaunten Hit-Maschinen und ernstzunehmenden Album-Künstlern. Trotz ihres extravaganten Auftretens, Noddy mit seinem berühmten Spiegel-Zylinder und Dave Hill (D) mit dem kurzen Pony und in teilweise aberwitzigem Glitzerfummel, waren Slade keine weichgespülten Bubblegum-Buben.
Diese vier Männer kamen aus der Arbeiterklasse, sie hatten Biss und Format. Ihre unterschiedlichen Charaktere – das Musikverständnis von Jim, der Unterhaltungswert von Noddy, die liebenswürdige Exzentrik von Dave und die coole Art von Schönling Don – verschmolzen zu einer unnachahmlichen Mischung. Und vielleicht am allerwichtigsten: Sie waren eine unglaubliche Live-Band. Ein Fakt, den das Album SLADE ALIVE! von 1971 für immer und ewig in die Annalen der Musikgeschichte meißelte.
Ihr hattet dann eine unglaubliche Serie an Chart-Platzierungen am Laufen… N: Wir waren ja auch ständig am Arbeiten. Das Label und Chas drängten uns dazu. Wir sollten jährlich ein Album heraus bringen, dazu noch mindestens drei Singles. Und auch wir selbst wollten immer weiter machen, unser Ego beflügelte uns. Wir wollten diesen Erfolg nicht loslassen. Das einzige Problem war wirklich die Koordination zwischen den Aufnahmen und dem Touren. Die Hits waren für Slade das I-Tüpfelchen, aber unsere LiveShows waren schlichtweg am Wichtigsten.
Bis heute seid vor allem ihr beide für eure Outfits im kollektiven Musikgedächtnis verankert. Wie kam es zu diesen verrückten Klamotten? N: Es gibt ja Leute, die finden, dass das alles von der Musik ablenkte. Aber ich und Dave waren uns schon immer einig. Jede Band, die wir mochten, hatte immer ein gewisses Image oder einen Look. Und wir wollten für Slade von Anfang an dasselbe. Wir wurden immer bunter und größenwahnsinniger im Fernsehen, weil die Leute am nächsten Tag in den Pubs über uns sprachen. Egal ob sie uns mochten oder hassten, sie redeten über uns. D: Was in den 70ern für uns und speziell für mich ausgezeichnet war: Dass das Farbfernsehen aufkam. Ich trug all diese ausgefallenen Klamotten und erst mit dem Farbfernsehen kam der ganze Effekt richtig rüber. In den 60ern war alles schwarz-weiß, aber in den 70ern ging es um Slade und Farben und Marc Bolan und Rod Stewart und all diese Künstler, die sich ihre Sporen in den 60ern verdient haben. Wir hatten großartige Songs und mit den Outfits konnte man dieses Paket abrunden. Auf der Platte war natürlich immer wichtig, wie gut ich Gitarre spiele, wie Nod singt, wie die anderen ablieferten. Aber visuell gesehen erinnern sich die Leute, bei allem Respekt den anderen gegenüber, immer an Nod und mich. Viele erzählen uns, dass sie „Top Of The Pops“ nur ansahen, weil sie wissen wollten, was ich tragen würde.
Unsere ganze Titelstory über die Geschichte von Slade lest ihr hier.