Titelstory: Deep Purple mit TURNING TO CRIME – Eine kriminelle Hommage an den Spirit des Rock’n’Roll
Coveralbum ist nicht gleich Coveralbum. Wenn Punkbands aus der dritten Reihe aus möglichst genrefremden Klassikern Pogo-Versionen machen, dann ist das so ausgelutscht wie ein Vampiropfer. Wenn eine Formation, die selbst Musikgeschichte geschrieben hat, sich jenes Material, das sie seinerzeit zum Musikmachen animiert hat, einverleibt und zu ihrem eigenen macht, dann ist das ein schöpferischer Akt, der neue Ebenen eröffnet. Deep Purple lassen uns mit TURNING TO CRIME daran teilhaben, was passiert, wenn sich erfahrene Profimusiker in dem Moment wieder in staunende Teenager verwandeln, in dem sie sich in die Zeit ihrer eigenen Sturm-und-Drang-Phase zurückversetzen.
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AC/DC: Alles über IF YOU WANT BLOOD… und Bon Scotts letzte Tour
Am 30. April 1978 gingen AC/DC im Glasgow Apollo auf die Bühne und spielten eine der besten Shows ihrer Karriere. Daraus entstand IF YOU WANT BLOOD YOU’VE GOT IT, eines der grandiosesten Livealben der Rockgeschichte. Ein weiterer Beweis dafür, dass AC/DC sich ihren Namen als unaufhaltsamer Liveact gemacht hatten.
ZZ Top: Auf dem spielerischen Zenit mit TRES HOMBRES
Ihr Album TRES HOMBRES verwandelte ZZ Top von der „little ol’ band from Texas“ in ein Phänomen. Zudem definierten sie damit den Sound des texanischen Blues und setzten den Lone Star State so wieder auf die musikalische Landkarte.
Rush: Wenn die Chemie stimmt – HEMISPHERES
Das sechste Rush-Studiowerk ist berüchtigt als die schwierigste Platte, die sie je gemacht haben. Die faszinierenden 36 Minutensind jedoch nach wie vor ein eindeutiger Beweis für die unglaubliche Chemie innerhalb der Band. Geddy Lee erinnerte sich 2018 an die Entstehung des Albums und machte sich Gedanken über dessen Vermächtnis.
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Außerdem im Heft: The Rolling Stones, Sting, Rory Gallagher, Dion, Genesis, Carl Palmer, Volbeat, Neil Young, Black Label Society, The Darkness und viele mehr.
Wie immer mit Heft-CD mit Songs von Deep Purple, Kadavar & Elder, Laszlo Jones und mehr!
Das dritte und letzte Studioalbum der Jimi Hendrix Experience: Jimis Opus Magnum namens ELECTRIC LADYLAND, ein Kaleidoskop aus Rock, Blues, Jazz und Psychedelic, verteilt auf vier LP-Seiten.
Weil sich der Bau seines eigenen Studios verzögerte, nutzte Hendrix die damals brandneue Achtspurtechnik im frisch eröffneten New Yorker Record-Plant-Studio weidlich aus, kreierte irre Stereopanoramen, abgefahrene Klangkaskaden und fand dennoch immer wieder zum Blues zurück.
Das Artwork mit den nackten Frauen auf dem Cover wurde lediglich in Europa, nicht aber in den USA vertrieben. Hendrix selbst hatte sich von dem Cover immer distanziert, es wurde ohne sein Einverständnis benutzt.
Er selbst bevorzugte ein Artwork, das ihn, die Band und einige Kinder im Central Park in New York vor einer Alice-im-Wunderland-Statue zeigte. ELECTRIC LADYLAND wurde am 16. Oktober 1968 veröffentlicht und stand genau einen Monat später an der Spitze der amerikanischen Albumcharts.
Vor kurzem erst hat Paul McCartney die Rolling Stones als „Blues-Cover-Band“ bezeichnet, jetzt schlägt Roger Daltrey von The Who in dieselbe Kerbe und erklärt in einem jüngsten Interview mit The Coda Collection ähnliches.
Lachend meinte Daltrey wörtlich: „Mick Jagger ist die Nummer eins unter den Rock’n’Roll-Performern. Aber als Band? Wenn du vor einem Pub stehen würdest und ihre Musik von draußen hörst, würdest du dir wohl denken: Naja, das klingt nach einer mittelmäßigen Pub-Band.“
In demselben Interview sprach Daltrey außerdem über The Who, seine Social-Media-Abstinenz und erklärte, warum er das Internet in seiner Gesamtheit verabscheut.
2011 startete der Sänger der Hardcore-Institution Smoke Blow 2011 seine Zweitkarriere als Solokünstler unter der Flagge Erik Cohen. Gerade eben hat der Kieler seine neue Single ›Diamant‹ veröffentlicht.
Der zugehörige Videoclip wurde von Stefan Doerks (Illuz) animiert und illustriert.
Hier Erik Cohen 2022 live erleben:
25.02.2022 Köln, Gebäude 9
26.02.2022 Hannover, Bei Chez Heinz
11.03.2022 Münster, Sputnik Café
12.03.2022 Hamburg, Hafenklang
17.03.2022 Frankfurt, Nachtleben
18.03.2022 München, Backstage
19.03.2022 Leipzig, Naumanns
13.05.2022 Oldenburg, Cadillac (Tickets über tixforgigs)
Zum Einzug in die Rock and Roll Hall of Fame im Jahr 1995 spielten Led Zeppelin ›When The Levee Breaks‹.
Nachdem die Toxic Twins Steven Tyler und Joe Perry von Aerosmith Led Zeppelin in die Hall of Fame eingeführt hatten und mit ihnen ›Train Kept A Rollin‹, ›For Your Love‹, ›Bring It On Home‹, ›Reefer Headed Woman‹, ›Boogie Chillen‹ und ›Baby Please Don’t Go‹ gespielt hatten, war für ›When The Levee Breaks‹ Neil Young mit von der Partie und auch Sänger Robert Plant griff in die Saiten.
Den Schlagzeugpart übernahm hier John Bonhams Sohn Jason, der bereits 1985 beim Live-Aid-Konzert im Wembley-Stadium mit Led Zeppelin gespielt hatte.
Der Song stammt ursprünglich aus dem Jahr 1929. Led Zeppelin nahmen ihn für ihr viertes Album und verlängerten ihn auf sieben Minuten. Der Schlagzeug-Sound wurde in einem großen Treppenhaus in East Hampshire aufgenommen, nachdem die Band festgestellt hatte, dass die Akustik der drei Stockwerke perfekt zu dem passte, was sie sich vorgestellt hatten.
Selbst ein Duett mit Bruce Springsteen konnte den hochtalentierten New Yorker nicht aus der Geheimtipp-Ecke holen. Jetzt nimmt er mit seinem Album SAD AND BEAUTIFUL WORLD neuen Anlauf – und ist zuversichtlich, wovon wir uns im Zoom-Interview überzeugen konnten. Auch sein neues Album SAD AND BEAUTIFUL WORLD ist: super! 18 tolle Songs. Mal mit folkiger Neil-Young-Melancholie versehen, mal wird tadellos gerockt, das nächste Mal serviert der New Yorker schmissigen 80er-Pop à la Blondie. Ob so oder so: Seine Songs sind zwingend, rund und dazu makellos interpretiert. Da stellt sich die Frage: War um kennt kaum ein Mensch diesen dunkelhaarigen, schlaksigen, schlauen und schlagfertigen Kerl? Noch immer nicht? Wo doch Jesse Malin mit seinen 54 Lenzen auf sage und schreibe 42 Jahre Profi-Musikerkarriere zurückblicken kann.
„Es stimmt, was in Wikipedia über mich steht“, sagt er, in seinem mit Büchern und Schallplatten und Krims-Krams vollgepackten New Yorker Appartement sitzend bei unserem Zoom-Interview, „mit zwölf Jahren hatte ich meine erste Band: Heart Attack. Und mit 14 ging ich mit der Truppe auf Amerika-Tournee.“ Mit 14? Da durfte er doch noch nicht mal einen Live-Club betreten, und ein Bier nach dem Gig trinken schon gar nicht. „Haha, doch, doch“, schallt es aus New York, passend unter malt von einer in seine Wohnung dröhnenden, immer lauter werdenden Polizeisirene, „damals gab es längst noch nicht so viele Regeln und Verordnungen. Ich habe überall mein Bier bekommen .“ Mehr als das. Er hat schon in jungen Jahren seinen Traum des Profi-Musikers gelebt. Seine Mutter, selbst eine leidenschaftliche aber völlig erfolglose Sängerin, hat ihn dabei unterstützt.
Sein Dad: war nie da. Er hatte freie Bahn. Und so gründete der New Yorker Knirps eine Band nach der anderen, spielte hier und da, freundete sich mit ruhigeren Folk-Klängen an und gründete eine Band mit seinem Kumpel Ryan Adams. Trotzdem: der große Wurf wollte sich ums Verrecken nicht einstellen. Kommt da nicht Frust auf? „Ehrlich gesag t bin ich zunächst einmal total dank bar für mein Leben: Ich habe tolle Phasen in meiner Karriere erlebt, ich habe treue Fans, ich muss mich nicht in einem nine-to-five-Job verbiegen. Ich kann Musik machen, kann die Welt bereisen und bekomme über all Freibier, so schlecht ist das nicht“, lacht er auf, um nach ein paar nachdenklichen Momenten auch die Kehrseite seiner Vita nicht zu verschweigen: „Ich fühle mich immer noch als Newcomer, der es beweisen muss. Mit jeder neuen Platte. Manchmal habe ich schon Tage, da denke ich mir, ich suche mir einen Job als Gebrauchtwagenverkäufer. Aber ich glaube, jeder hat seine tristen Montage.“ Er hatte aber auch ein paar ganz fantastische Samstage und Sonntage. Einen davon erlebte er im Jahr 2007, als er – unglaublich, aber wahr – ein Duett mit dem Boss , mit Bruce Springsteen einsang. Noch unglaublicher ist die Entstehungsgeschichte dieses Duetts: „Bruce hat mein Album THE FINE ART OF SELFDESTRUCTION gehört und mich angerufen. E s hat i hm gefallen und er hat gesagt : ,Wenn du bei deiner nächsten CD etwas mit mir machen möchtest, dann melde dich‘.“
Hat er gemacht. Und der Boss hat Wort gehalten. Ergebnis ist die schöne, Malins verstorbener Mutter gewidmete Ballade ›Broken Radio‹. Im Video, das auf YouTube immer noch fleißig gestreamt wird, geben Jesse Malin und Bruce Springsteen ein großartiges, prima harmonierendes Zweigespann ab. „Das war schon toll , ein echter Samstag-Plus-Tag“, erinnert er sich. Mit Springsteen sei er immer noch in Kontakt. Sporadisch. Erst kürzlich hätten die zwei telefoniert. Wer weiß, vielleicht kommt es ja zu einem weiteren Duett. Und vielleicht startet Jesse Malin ja doch nochmal durch. Verdienen würde er es, so viel steht fest.
Früher waren sie verbitterte Konkurrenten. Dann verschwand der eine in der Versenkung, der andere wurde zum Superstar. Doch dann machten Elton John und Leon Russell plötzlich gemeinsame Sache – als das seltsamste Männerpärchen seit Bugs Bunny & Duffy Duck. Mindestens.
Dabei konnte Russell einem fast ein bisschen leid tun: Schon mit 68 war er ein alter, kranker, weißhaariger Mann, der an den Rollstuhl gefesselt war, eine schwere Gehirn-OP hinter sich hatte und wie ein Schatten seiner selbst wirkte. Nicht zu vergleichen mit dem einstigen Rockgott am Klavier, der skurrile Hüte und Glitzeranzüge trug, ein absoluter Frauenschwarm war und in den Sechzigern und Siebzigern für Phil Spector, Sinatra und diverse Ex-Beatles spielte, Joe Cockers legendäre „Mad Dogs And Englishmen“-Tour organisierte und nicht nur als Solist von sich Reden machte (›A Song For You‹, ›Tight Rope‹), sondern auch als Studio- und Plattenfirmenboss sowie nicht zuletzt als Barbesitzer. „Ich schätze, ich war so etwas wie der erste Mogul der Musikgeschichte“, kicherte er später hinter seiner verspiegelten Sonnenbrille hervor. „Ich habe Tausend Sachen gleichzeitig gemacht, hatte berühmte Freunde und jede Menge Geld. Keine Ahnung, wo das alles geblieben ist, aber es ist definitiv nichts übrig. Und die letzten Jahre waren hart, verdammt hart sogar.“
Eben mit permanentem Tingeln durch winzige US-Clubs, fast 200 Shows pro Jahr, selbst produzierten Alben auf obskuren Indie-Labels und einer zusehends schlechteren Gesundheit. „Ich hatte eigentlich schon überlegt, ob ich mir einen Revolver besorge oder nach Südamerika abhaue“, sagte er nicht wirklich scherzhaft. „Doch dann bekam ich im letzten Herbst diesen Anruf, der mein Leben komplett verändert hat.“ Denn wie aus dem Nichts meldete sich plötzlich Elton John bei ihm – in den frühen Siebzigern Leons ärgster Konkurrent um den Thron des besten Pop/Rock-Pianisten und bei ihrem letzten Zusammentreffen noch dessen hoffnungsvoller Support-Act. „Klar war er gut. Aber ich hätte doch nie gedacht, dass er mal so erfolgreich wird – also so viel erfolgreicher als ich. Aber es ehrt ihn, dass er sich nach all den Jahren noch an mich erinnert, dass er mich als sein Idol bezeichnet und mir mit diesem Album aus der finanziellen Patsche hilft.“
Wobei Eltons Vorschlag, ein gemeinsames Album aufzunehmen, natürlich nicht ganz uneigennützig war. Der exzentrische Brite durchlief seit längerem eine kreative Durststrecke, lebte vor allem von seinen Musicals nebst Greatest Hits und brauchte dringend Inspiration. Die er sich dann von und durch Leon holte – als Piano-Duo in bester Bugs Bunny/Duffy Duck-Manier, das zwischen Seventies-Rock, Soul, Gospel und Country & Western pendelte, mit selbstironischen Texten über Alter, Cowboystiefel und Männerfreundschaften glänzte, und nicht zuletzt eine imposante Liste an Gastmusikern auffuhr: Brian Wilson, Neil Young, Paul McCartney oder auch Grace Jones, die es Leon besonders angetan hat: „Eine echte Rassefrau. Sie hat sich sofort auf meinen Schoss gesetzt – und einen alten Mann sehr, sehr glücklich gemacht.“
Genau wie Elton, der für 2011 eine Welttournee mit seinem Buddy plante und auch dessen vergriffenen Backkatalog neu auflegen wollte. „Ich kann mit einigem Stolz behaupten, dass meine Rente nun gesichert ist“, kicherte Leon damals. „Und das ist mehr, als ich mir in meinen kühnsten Träumen erhofft hätte. Meine Frau, meine Kinder und meine Bank werden dir auf immer dankbar sein, Elton.“
Zuletzt hatten Blue Öyster Cult 2001 ein Album herausgebracht und es danach mit Neuveröffentlichungen erst mal für 19 Jahre sein lassen. CURSE OF THE HIDDEN MIRROR erwies sich damals als Ladenhüter und ließ die legendäre Truppe als Folge für fast zwei Dekaden einen großen Bogen um jegliche Aufnahmestudios machen und ihren Schwerpunkt aufs Live-Geschäft legen. Im Jahr 2019 schließlich fand diese Abstinenz endlich ein Ende und die Originalmitglieder Eric Bloom und Buck Dharma machten sich zusammen mit ihren jüngeren Austernkult-Kollegen Richie Castellano, Danny Miranda und Jules Radino an ihr 14 Lieder umfassendes 14. Projekt namens THE SYMBOL REMAINS. Im Interview erzählt ein entspannter Buck Dharma davon, warum er letzten Endes doch wieder ins Studio wollte, wie viel Druck das eigene musikalische Vermächtnis ausüben kann und warum Blue Öyster Cult die verflixte Cowbell wieder eingebaut haben.
Warum habt ihr euch nach all den Jahren dazu entschlossen, dieses Album zu machen? Unsere Konzerte liefen sehr gut und das derzeitige Line-up von Blue Öyster Cult ist nun seit einer Dekade beständig. Deswegen hatten wir das Gefühl, dass die Band in dieser Formation aufgenommen werden musste. Wir waren einfach zu gut, um keine Platte zu machen.
Wie habt ihr euch vorbereitet? Die Songs stammen von jedem aus der Band, arrangiert und geübt haben wir sie alle dann letztes Jahr als Einheit. Gott sei Dank hatten wir die Basics schon vor der Corona-Pandemie aufgenommen! Das Album kann als Errungenschaft der gesamten Band bezeichnet werden und klingt genau so, wie Blue Öyster Cult im Jahr 2020 klingen sollen.
War es schwer, sich nach CURSE OF THE HIDDEN MIRROR an ein Album zu wagen? Nach den enttäuschenden Verkäufen dieser Platte dachten wir lange gar nicht mehr ans Aufnehmen. Wir haben schließlich viele Werke, aus denen wir unser Live-Set zusammenbauen können. Aber an einem gewissen Punkt beschleicht einen das Gefühl, dass man neue Lieder braucht, ansonsten kann man irgendwann aufhören. Also haben wir das in Angriff genommen.
Wie hat die Kollaboration mit deinem Sohn bei ›Train True‹ funktioniert? Ach, das war ehrlich super! (lacht) Meinem Sohn Zeke geisterte dieser Song schon seit seiner College-Zeit im Kopf umher – heute ist er Vater dreier Kinder. Die Geschichte hat er letztes Jahr fertiggestellt und ich habe ihm etwas mit der Musik geholfen, aber größtenteils ist dieses Stück wirklich Zekes Idee gewesen. Wir hatten einen Haufen Spaß damit!
Wenn du mit Autoren wie John Shirley arbeitest: Wer richtet sich da nach wem? Meistens läuft es so, dass Shirley einen Text hat und ich dazu die Musik schreibe. Einzig bei ›Florida Man‹ lief es anders, da habe ich John schon vorher ein paar Ideen gegeben, dann haben wir das Stück gemeinsam fertiggestellt.
Im Video zu ›That Was Me‹ hat Albert Bouchard einen kleinen Auftritt mit Cowbell … Ja, und er hatte große Lust darauf! Für unsere Platte hat er seine Vocals und die Cowbell in seinem eigenen Studio aufgenommen, weil das gerade zur Zeit des Lockdowns war. Bei uns lief es ähnlich: Mittendrin mussten wir aufhören, gemeinsam aufzunehmen. Also haben wir unsere Parts zu Hause eingespielt und via Videokonferenz alles besprochen. Das war nicht ganz so gemeinschaftlich wie sonst, aber praktisch war es allemal und funktioniert hat es am Ende auch. Es ist gut, dass all diese Werkzeuge heute existieren.
Verspürst du noch Befriedigung beim Aufnehmen einer neuen Platte? Auf jeden Fall. Vor allem, wenn ich fühle, dass ein starkes Werk dabei rauskommt, so wie es bei THE SYMBOL REMAINS der Fall war. Während der Aufnahmen dachten wir schon, dass das Album wirklich solide werden würde, aber die ganze Wirkung entfaltete sich erst, als wir alles im Kasten hatten.
Wann genau wart ihr fertig? Unsere Arbeit war Ende Mai getan, dann wurde alles von dem berühmten Toningenieur Tom Lord-Alge gemischt. Auch er hat von zuhause aus gearbeitet. Er mischte einen Song fertig, schickte ihn an uns, wir machten Vorschläge, er besserte nach, und so weiter. Als wir seine Mixe hörten, wurde uns klar, dass wir hier etwas Besonderes erschaffen hatten.
Habt ihr daran gedacht, den Release zu verschieben? Nein, denn die Fans wollen das Ding bestimmt hören, auch wenn wir gerade nicht touren können. Ich glaube sogar, dass das Label das Album früher veröffentlichen wollte. Aber wir brauchen eben so lange, wie wir brauchen.
Das Artwork von THE SYMBOL REMAINS war nicht dein Favorit, oder? Es gab ein paar andere, die mir besser gefallen haben. Aber der Rest der Band und das Label haben sich dafür entschieden, auf Social Media waren die Leute auch positiv gestimmt, also soll es mir recht sein. Der Künstler Stan Decker hatte noch eine Idee, wo unser Logo in einem Kunstmuseum ausgestellt wurde. Das fand ich ungewöhnlich, deswegen hätte ich mich für diese Version entschieden. Aber wir haben demokratisch abgestimmt.
So ist es jetzt halt ein recht eindeutiges Statement. (lacht) Ja, es hat eine eher klassische HeavyMetal-Note. Was ja aber gar nicht so schlecht passt, schließlich sind auch einige Metal-orientierte Nummern vertreten.
Musikalisch ist das Album aber breit gefächert – kann bei euch jeder treiben, was er will?
Wie viel Druck verspürt man, wenn man mit seinem eigenen massiven Erbe mithalten muss? Das spielt schon eine große Rolle für uns: Als wir dieses Projekt angingen, herrschte Konsens darüber, dass die neue Musik von der Qualität her wenigstens vergleichbar mit unserem klassischen Katalog sein müsse. Das hat die Latte natürlich hoch gesetzt, aber anders wäre es nicht gegangen.
Lässt THE SYMBOL REMAINS vermuten, dass das die letzte BÖC-Platte ist? Nicht zwingend. Jetzt schauen wir erst mal, ob sich irgendwer für das Album interessiert. Je mehr Leute dieses Werk kaufen, desto wahrscheinlicher wird es, dass wir noch eine weitere Platte machen. Gerade bin ich einfach sehr froh darüber, mich und mein musikalisches Schaffen weiterhin durch Blue Öyster Cult ausdrücken zu können.
Bist du eigentlich selbst Musikkonsument? Ich versuche zumindest, ein wenig up-todate zu bleiben, indem ich neue Musik auf Spotify anhöre. Ich klicke mich durch die Top 50 und gebe jedem Song genau 30 Sekunden. Manchmal bleibe ich bei etwas hängen, aber das passiert nicht allzu oft. Ich mag eben Musik mit Gefühl, vielleicht, weil ich alt werde. (lacht) Energie und Wut geben mir heute nicht mehr viel. Nicht, dass moderne Musik nicht gut wäre, ich weiß das Handwerk dahinter zu schätzen, aber die Ausdrucksweise erreicht mich irgendwie nicht.