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Start Blog Seite 1170

Climax Blues Band – TIGHTLY KNIT / RICH MAN / FM LIVE

climax blues bandEngmaschig gestrickt: vom Chicago Blues zum Funk Rock.

Vor einigen Monaten startete das britische Label Cherry Red die Aufarbeitung des Gesamtkatalogs der Climax Blues Band mit den ersten drei Alben. Mit einem weiteren Triumvirat setzt sich die Auswertung chronologisch fort: TIGHTLY KNIT (köstlich das Cover: ein Glatzkopf mit in den Mund gestopfter Socke!) von 1971 in Quintettbesetzung um das Frontduo Colin Cooper (Saxofon, Mundharmonika) und Pete Haycock (Gitarre) lässt sich als stilistisch offenes Übergangswerk mit geringeren Chicago-Blues-Anteilen einordnen. ›That’s All‹ erinnert in rhythmisch monotoner Machart an den Megahit ›Neanderthal Man‹ von der 10cc-Vorläufer-Formation Hotlegs aus dem Vorjahr. Progressiver Underground Rock dominiert in ›Shoot Her If She Runs‹. Zwischen Jazz und Blues oszilliert ›Bide My Time‹. ›Come On In My Kitchen‹ und ›St. Michael’s Blues‹ huldigen episch den Blues-Wurzeln. Nur noch zu viert entsteht 1972 RICH MAN, das sich, verpackt in ein uriges Comic-Strip-Cover, immerhin zehn Wochen in den US-Billboard-Charts tummelt. Der Ohrwurmhit ›Mole On The Dole‹, der funky Tanzflächenfüller ›Standing By A River‹ und der Titelsong orientieren sich nicht zufällig verstärkt an amerikanischen Hörgewohnheiten. Perfektioniert wird die US-Affinität mit FM LIVE, einem leidenschaftlichen Mitschnitt eines New Yorker Radiokonzerts mitsamt Repertoirerückblick und einigen Neukompositionen.

TIGHTLY KNIT: 7
RICH MAN: 7
FM LIVE: 7

Cheap Trick – THE COMPLETE EPIC ALBUMS COLLECTION

cheap trickLaut Billy Corgan „die coolste Band auf dem Planeten“. Recht hat er!

Als die „American Beatles“ wurde das bis heute aktive Quartett bisweilen bezeichnet, und tatsächlich: Die anglophile Truppe bedient sich auf den 14 CDs von THE COMPLETE EPIC ALBUMS COLLECTION samt rarer EP FOUND ALL THE PARTS recht häufig der typischen Gesangsharmonien aus Liverpool. Doch Gitarrist Rick Nielsen, Schlagzeuger Bun E. Carlos, Bassist Tom Petersson und Sänger/Gitarrist Robin Zander als Pilzköpfe zu titulieren, greift dann doch ein wenig hoch. Selbst wenn Smashing Pumpkins’ Billy Corgan heute noch behauptet: „Cheap Trick were the coolest band on the planet“. Purer Lokalpatriotismus. Denn das Doppelduo aus glamouröser Attraktivität und bizarrer Skurrilität stammt ebenfalls aus Illinois. Mit Rockwurzeln der 50er, britischem Pop-Appeal der Sixties und Hard Rock der 70er überzeugt 1977 das von Jack Douglas beaufsichtigte Debüt CHEAP TRICK: Atemlos verrockt vom Auftakt ›Hot Love‹ über ›Speak Now Or Forever Hold Your Peace‹ bis hin zum finalen ›The Ballad Of TV Violence‹. ›Mandocello‹ fungiert als Breitwandpopballade. Trotz des späteren Millionenhits ›I Want You To Want Me‹ sowie der potenziellen Ohrwürmer ›Big Eyes‹, ›Clock Strikes Ten‹ und ›Southern Girls‹ erweist sich das noch im gleichen Jahr um einiges gefälliger von Tom Werman produzierte IN COLOR vorerst als Ladenhüter. Gleiches gilt 1978 auch für das fabelhafte HEAVEN TONIGHT. In himmlischen Gefilden stapelt sich Infektiöses wie ›Surrender‹, ›Auf Wiedersehen‹ und ›How Are You?‹ sowie das urige Move-Cover ›California Man‹. Als über Umwege der nur für den japanischen Markt konzipierte Konzertmitschnitt CHEAP TRICK AT BUDOKAN (hier in Doppelversion THE COMPLETE CONCERT), angeschoben von den dynamischen Auskopplungen ›I Want You To Want Me‹ und Fats-Domino-Cover ›Ain’t That A Shame‹, erst in Fernost, dann in den USA eine Lawine lostritt, gibt es kein Halten mehr: Nach Dreifachplatin in den Staaten, zeigt sich auch der Rest der Welt überzeugt. DREAM POLICE 1979 läuft inklusive Titelsong nahezu über vor kantigem Power Pop der Marke ›Way Of The World‹, ›The House Is Rockin’‹, ›I Know What I Want‹ und ›Need Your Love‹. Noch auf Augenhöhe befindet sich 1980 das von Beatles-Produzent George Martin betreute ALL SHOOK UP: ›Just Got Back‹, ›Baby Loves To Rock‹, ›Love Comes A-Tumblin‘ Down‹ und ›I Love You Honey But I Hate Your Friends‹ stampfen vehement. ›Stop This Game‹, ›Everything Works If You Let It‹ und die Kuschelkissenode ›Worlds Greatest Lover‹ sorgen in Single-Form für Kaufanreize. Mit den beiden nächsten Werken, ONE ON ONE und NEXT POSITION PLEASE (siehe Vinyl-Besprechungen), stoßen Cheap Trick erst einmal an eigene Grenzen. Bassist Jon Brant ersetzt den abtrünnigen Tom Petersson auch noch, als Jack Douglas für STANDING ON THE EDGE 1985 in den Produzentensessel und das Konzept zur härteren Gangart des Debüts zurückkehrt. Doch einzig ›Little Sister‹, ›How About You‹ und ›Cover Girl‹ atmen den Geist der frühen Stunde. Noch um einiges wackeliger tönt 1986 THE DOCTOR: Synthesizer und Sequenzer flirren selbstgefällig bei ›It’s Up To You‹, ›Name Of The Game‹ und ›Good Girls Go To Heaven (Bad Girls Go Everywhere)‹ um die Wette. Fort setzt sich das Katastrophenszenario 1988 auf LAP OF LUXURY. Daran ändern weder Tom Peterssons Wiedereinstieg, noch die Überraschungsnummereins ›The Flame‹ oder die patente Version von Elvis Presleys ›Don’t Be Cruel‹ etwas. Angepasster Bombastrock mit Zuviel an Elektronik kennzeichnen auch 1990 BUSTED. Das einst so griffige Konzept ist – abgesehen von ›Rock And Roll Tonight‹ – bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt.

Frank Zappa – A TOKEN OF HIS EXTREME

zappaRarität! TV-Show von 1974, erstmals auf DVD.

Außenseiter haben’s schwer: Kein amerikanischer Fernsehsendersender wollte sich an der Produktion von Zappas TV-Special beteiligen, weshalb es Onkel Frank eben aus eigener Tasche bezahlte. Senden wollten seine Landsleute das fertige Produkt auch nicht, aber immerhin zeigte man sich in Europa gegenüber dem 90-minütigen Film deutlich aufgeschlossener: A TOKEN OF HIS EXTREME wurde seinerzeit in Deutschland, Frankreich und der Schweiz ausgestrahlt – und verschwand danach im Archiv. Zwar kursierten zeitweise Bootlegs von oft zweifelhafter Qualität, doch unter den Zappa-Fans galt die TV-Studio-Sause, umrahmt von Bruce Bickfords exzentrischen Animationen, jahrelang als verlorene Perle – glücklich war bereits, wer sie als verrauschte VHS-Kopie achter Generation zu sehen bekam. Auch der DVD-Neuauflage merkt man das Alter an, die Bildqualität ist nicht gerade HD, doch zumindest der Ton ist absolut okay. Zu hören gibt’s zeitgenössische Werke wie ›Montana‹, ›Stink-Foot‹ und ›Inca Roads‹, dargeboten von Zappa und seinen wie immer exzellenten Begleitmusikern, darunter Chester Thompson, Ruth Underwood und George Duke. Und wer meint, schnelle Filmschnitte seien eine Errungenschaft der MTV-Ära, der lernt schnell dazu: Zappa experimentierte streckenweise mit extrem hektischen Überblendungen, die damals gewiss abgefahren rüberkamen, heute aber auch ein wenig nerven können. Dennoch: für Zappa-Fans ein spät gehobener Schatz.

Nightwish – Imaginaerum

81VoJpbHl0L._SL1401_Bombastische Fantasiewelten.

Vor etwa drei Jahren verkündete Nightwish-Mastermind Tuomas Holopainen erstmals seine Vision namens „Imaginaerum“. Eine Idee, die weit über das gewohnte Konzeptalbum hinausgehen sollte und das nun auch ist. 2011 veröffentlichten die Finnen ihr Album IMAGINAERUM, nun folgt der Film gleichen Namens. Holopainen schrieb dabei neben der klanglichen Untermalung auch einen Teil der Handlung. Diese beschäftigt sich mit einem 75-jährigen Musiker, der an Demenz im Endstadium leidet und sich in einem komatoösen Zustand befindet. Abgeschnitten von der Außenwelt, flüchtet er sich als zehnjähriger Junge in Fantasiewelten, um der tristen Realität zu entgehen. Dabei versucht er auch, Kontakt zu seiner entfremdeten Tochter aufzunehmen. Diese befürchtet seinen nahenden Tod, doch durch seine dunklen Geheimnisse, die er ihr durch seine Traumreisen preisgibt, finden sie langsam wieder einen Weg zueinander. Erzählt wird diese Geschichte mit bombastischen und düsteren Bildern, für die Tim Burton unverkennbar Pate stand.

The Moody Blues – THRESHOLD OF A DREAM: LIVE AT THE ISLE OF WIGHT FESTIVAL

moody bluesAnno 1970: eine Nacht in weißem Satin.

Keine Frage, unter den Mitwirkenden des Inselfestivals, Jahrgang 1970, boten The Who und Jimi Hendrix sicher die spektakulärsten Shows. Ebenfalls keine Frage: Der Softrock von Moody Blues bot immer wieder Angriffsflächen, das bösartige Verdikt „Pink Floyd des armen Mannes“ hält sich bis heute. Aber packen wir den postmodernen Pop-Checker mal wieder ein und konzentrieren uns aufs Wesentliche: Die Band offerierte seinerzeit charmanten, da von Herzen kommenden Prog-Pop mit satten Melodien, kompetent in Szene gesetzt und zweifelsfrei ein Kind seiner Ära. Und genau das macht diese DVD so sehenswert: Es ist die Reise in eine Zeit, die zwar nicht besser, aber dezidiert anders war. In der ein Engtanz-Schleicher wie ›Nights In White Satin‹, umgarnt von Mellotron-Akkorden, nicht als schnulzig, sondern als romantisch betrachtet wurde – oder ganz pragmatisch als super Soundtrack zum Fummeln. Natürlich klangen die harmonischen Pop-Oden der Moody Blues naiver als der zeitgenössische Output von Pink Floyd oder King Crimson, wogegen allerdings auch nichts einzuwenden ist, wenn das Ergebnis so schön ausfällt wie ›Tuesday Afternoon‹ und ›Melan-choly Man‹. Und hey: Beim Eröffnungstrack ›Gypsy‹ spielt Justin Hayward eine heiße Gitarre, wie die neun anderen Songs (mit teils verstimmtem Mellotron) bildlich festgehalten von Dokumentarfilmer Murray Lerner. Dazu gibt’s eine 20-minütige Doku mit aktuellen Interviews sowie eine 14 Songs starke Live-CD.

Judas Priest – EPITAPH

Judas PriestVierzig Jahre und noch lange nicht müde.

Vier Dekaden besteht die Band um Frontmann Rob Halford nun schon. Dabei hat sie über die Jahre so einige Hochs und Tiefs durchlebt. Zwischen 1992 und 2004 stieg Halford aus und wurde – zum Glück sehr erfolgreich – von Tim „Ripper“ Owens ersetzt. 2008 erlebten die Briten eine neue Hochphase durch ihr gefeiertes Konzeptalbum NOSTRADAMUS. 2011 erfolgte dann ein weiterer Tiefschlag: Gründungsmitglied und Gitarrenvirtuose K.K. Downing verließ die Band. Doch davon ließen sich die übrigen Musiker nicht beirren und begaben sich mit ihrem neuen Gitarristen Richie Faulkner auf die große „Epitaph World Tour“. Die vorliegende DVD wurde am 26. Mai 2012 im Londoner HMV Hammersmith Apollo aufgenommen und zeigt die alten Herren in Bestform. Halford dirigiert die begeisterte Menge und Faulkner tritt souverän in die riesigen Fußstapfen, die sein Vorgänger hinterlassen hat. Judas Priest schmettern Hits wie ›Breaking The Law‹, ›Painkiller‹, ›Turbo Lover‹ und ›Living After Midnight‹ – so vergehen die knapp zweieinhalb Stunden wie im Flug. Schade nur, dass keine Extras auf der DVD zu finden sind. Ein kleiner Bonus hätte das Konzerterlebnis gewiss noch abgerundet.

Dio – FINDING THE SACRED HEART – LIVE IN PHILLY 1986

dioDer Tanz mit dem Drachen.

Ronnie James Dio, der am 16. Mai 2010 an Darmkrebs starb, zählte zu den größten Rocksängern seiner Gene-ration. Mit der Band Elf machte er erstmals von sich reden und sang viele Jahre für Ritchie Blackmore’s Rainbow. In den achtziger Jahren übernahm er Ozzy Osbournes Posten bei Black Sabbath. Doch auch mit seiner eigenen Band Dio konnte er große Erfolge verbuchen. Ihr Debüt HOLY DIVER (1983) zählt heute zu den wichtigsten Alben im Heavy-Metal-Bereich. 1985 veröffentlichten sie SACRED HEART. Die DVD FINDING THE SACRED HEART – LIVE IN PHILLY 1986 zeigt erstmals das vollständige Konzert der Band im „The Spectrum“ in Philadelphia mit remastertem Sound und restauriertem Bildmaterial. Das Konzert ist bombastisch mit Lasershow, Pyrotechnik und einem elektronisch animierten, riesigen Drachen. Dio selbst ist perfekt bei Stimme und auch seine Mitmusiker in Bestform – inklusive 80er-Jahre-Windmaschinen, wie es sich gehört. Das Bonusmaterial besteht aus Interviews mit Ronnie James Dio und seinem neuen Gitarristen Craig Goldy, in denen sie auf die Songs und die Musik der Band näher eingehen. Zusätzlich gibt es noch das charmant kitschige Video zum Song ›Rock’n’Roll Children‹ und Behind-The-Scenes-Material von der Tour. FINDING THE SACRED HEART ist sicherlich keine unverzichtbare DVD, aber sehr schön anzusehen und für Fans und Dio-Nostalgiker auf jeden Fall gute Unterhaltung.

Paul McCartney & Wings – ROCKSHOW

McCartney & WingsEin netter Abend in Seattle.

Bislang war der Mitschnitt vom Herbst 1975 nur auf Betamax und Laserdisc erhältlich. Dabei dokumentiert er eine der besten Phasen von Maccas Post-Beatles-Band: Das Line-up um Denny Laine, Jimmy McCulloch und Joe English, das von 1975-77 hält, die Alben VENUS AND MARS und WINGS AT THE SPEED OF SOUND einspielt und extensiv tourt. Zu Recht, wie der restaurierte Film beweist. Denn im Rahmen des zweistündigen Sets erweisen sich die Wings als homogene Einheit, in der auch McCulloch/Laine singen, Ansagen machen und ihren Spaß haben. Zudem hängt man dank Hits wie ›Live And Let Die‹, ›Band On The Run‹, ›Let ‚em In‹ und ›My Love‹ auch nicht vom Katalog der Fab Four ab – selbst, wenn der weiterhin bedacht wird. Kurzum: Ein netter Abend mit akustischem Interim, Gästen wie Ringo Starr, Elton John und Cher sowie der Erkenntnis: Macca ist der wahre Erfinder des Vokuhila!