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Start Blog Seite 979

Eagles Of Death Metal – ZIPPER DOWN

eagles of death metalÜberraschungen aus der Wüste.

Dass diese Band mehr als ein kurzfristiges Spaßprojekt werden würde, ließ sich schon nach dem ersten Album PEACE, LOVE, DEATH METAL aus dem Jahr 2004 erahnen. Trotzdem sind die Eagles Of Death Metal immer noch augenzwinkernd unterwegs. Das ändert sich auch mit Album Nummer vier nicht. Nach wie vor ist dieser Garagen-Fun aus der Wüste ziemlich einzigartig. Ob es an der Hitze in der kalifornischen Wüste liegt? Trocken bleibt hier allerdings selten etwas. Angefangen beim großartigen Cover bis zu den Texten – Jesse Hughes und Josh Homme haben Spaß daran, die gängigen Klischees aufs Korn zu nehmen. Dabei (er)finden sie immer neue Wege, ihre kruden Ideen umzusetzen. Diesmal hetzen sie in knapp 35 Minuten durch einen Mix aus Garagen-Rock, Punk, Rock und sogar Pop. Denn mit dem ›I Love You All The Time‹ oder dem eigenständigen Duran-Duran-Cover ›Save A Prayer‹ beweisen sie erneut, wie man sich 2015 vom Rest des Rock-Zirkus absetzen kann. Die Mini­malisten aus Palm Desert überraschen den Hörer immer wieder. Und daran ist nun gar nichts auszusetzen.

Clutch – PSYCHIC WARFARE

clutchDie Hausmarke bitte!

Clutch sind einzigartig, darüber sollte Konsens herrschen. Wenn man sich dann noch die diversen Kritiker-Einschätzungen in den vergangenen 15 Jahren im Überblick ansieht, könnte man meinen, diese Leute hätten alle jeweils eine andere Band gehört. Und vielleicht ist auch genau das das Geheimnis und die Absicht des Quartetts aus Mary­land – nicht nur Fans und Fachleute, sondern auch sich selbst immer wieder zu überraschen. Mit Album Nummer zehn verhält es sich nicht anders: Schon der Schnelldurchlauf macht Lust auf mehr, weil es so viel zu entdecken gibt. Welche ernstzunehmende Rock­band traut sich schon, in einem Text (›Sucker For The Witch‹) Stevie Nicks zu erwähnen, weil es sich gar so schön reimt? Clutch können alles. Sie sind schon eine Marke für sich und präsentieren ein Juwel, das Jägern und Sammlern nicht durch die Lappen gehen sollte. Denn diese alte Band neu zu entdecken funktioniert eigentlich immer.

Queensrÿche – CONDITION HÜMAN

queensrycheRichtig gut. Ganz ehrlich.

Hoppala, was ist denn mit denen passiert? Queensrÿche reißen wieder mit – man soll die Hoffnung ja nie aufgeben! Wenig erwartet, als CONDITION HÜMAN erstmals lief, unterschwellig zufrieden mitgewippt, beim zweiten Durchlauf erstaunt aufgehorcht – und beim dritten Mal realisiert, dass dieses Al­­bum richtig gut ist! Über 30 Millionen Platten in mehr als 30 Jahren Bandgeschichte lügen eben doch nicht: Diese Band besitzt außergewöhnliche Fähigkeiten. Das wird schon bei der geradlinigen Eröffnungsnummer ›Arrow Of Time‹ klar, die eine gewisse Nähe zu Iron Maiden nicht verleugnen kann und über enormes Hit- und Mit­singpotenzial verfügt. Überhaupt herrscht auf dem von Zeuss (Rob Zombie, Hatebreed) produzierten Album eine Hitdichte vor, wie man sie seit vielen, vielen Jahren nicht mehr von dieser Band gehört hat. Da schmerzt es auch nicht, dass statt Originalsänger Geoff Tate ein anderer Mann (Todd La Torre) vorm Mikro steht. Der macht seine Sache nämlich genauso gut. Anspieltipp: alles.

Demon Incarnate – DEMON INCARNATE

demon incarnateÜberzeugender Occult Rock aus dem Saarland.

Okkulter Rock mit hypnotisierendem Frauengesang ist Ende 2015 mit Vorsicht zu genießen. Zu viele gute und noch mehr weniger gute Vertreter gibt es mittlerweile in dieser Zunft, wieder einmal wurde ein Trend von sich selbst eingeholt. Demon Incarnate gehen trotzdem selbstbewusst an den Start. Fünf Jahre haben sich die Saarländer für ihr Label-Debüt Zeit genommen – Jahre, die dem Zusammenspiel und der Chemie hörbar gutgetan haben. Hier spielen keine Newcomer zusammen, hier hat sich eine Band bereits gefunden, geht druckvoll als Einheit zu Werke. Black Sabbath und The Obsessed können auch für DEMON INCARNATE als grobe Marschrichtung gelten, vermengt mit ein wenig Gruftatmosphäre, orientalischen Flüchen und Hexenzirkelstimmung dürfen auch mal Blood Ceremony als Vergleich herhalten. Liegt natürlich auch an Sängerin Lisa, die das Timbre der Verlorenen durchaus beherrscht. Sie singt weniger, als dass sie unheilige Mantren herunterbetet, in ihrer Stimme liegt die nötige hypnotische Kraft, um über die eine oder andere nichtssagende Melodie hinwegzutäuschen. Das reicht für einen gelungenen Einstand mit metallischem Beigeschmack, der sich jedoch noch nicht vollständig in den voll belegten Grabkammern der okkulten Rock-Musik behaupten kann.

The Delta Saints: München, Garage Deluxe (23.09.15)

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delta saintsFreude am Musizieren.

Ein Mittwochabend, in München zeitgleich mit einem gewissen Volksfest: unangenehm! Klar freut man sich, wenn man als aus Nashville stammender junger Mann diesem Touri-Magneten so nahe kommt. Aber doch bitte nicht, wenn man mit seiner Band sein aktuelles Album – in diesem Fall das zweite der Delta Saints namens BONES – unter die Leute bringen will. An den widrigen Umständen gemessen ist die Größe des Publikums, (etwa die Passagierzahl eines großen Kettenkarussells) zum Glück keine Enttäuschung. Ben Ringel führt seine Band durch ein zweistündiges Set, das durch eine Besonderheit, die heute zur Seltenheit geraten ist, bestimmt wird. Bei den Delta Saints gibt es keine Show, sondern fünf Musiker, die an einem oder mehreren Instrumenten auf höchstem Niveau miteinander spielen. So schaffen sie auch live ihre nahtlose Verbindung verschiedenster Stile – in Worten: Soul-Groove, Jazz-Soli, Country-Twang, 70s- und Southern-Rock-Stampf und sensibler Blues. Und so stehen da fünf junge Kerle während des Oktoberfests auf einer kleinen Club-Bühne barfuß oder mit Sandalen, Truckercap, Hippiemähne und klingen wie eine Südstaaten-Version von Jamie Cullum, wie ein Mississippi-Bruno-Mars, ja wie ein Santana mit Stetson. Und dabei lachen sie einander an und tun das, was sie am besten können: gerne musizieren.

The Waterboys: München, Freiheiz (01.10.15)

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Mike Scott (The Waterboys). Potraits in Dublin, Ireland by Dara Munnis.
Mike Scott (The Waterboys). Potraits in Dublin, Ireland by Dara Munnis.
Grandioser Southern-Groove-Jungbrunnen.

Mike Scott zählt zu den großen Originalen der britischen Musikszene. Und einige seiner Alben, etwa THIS IS THE SEA und FISHERMAN’S BLUES, haben den Sprung ins Zeitlose geschafft. Seit 2013 verfügt er wieder über ein stabiles Waterboys-Line-up und er macht reichlich Gebrauch davon. Im Frühling unternahm die Band eine ausgedehnte US-Tour, seit dem Spätsommer bereist sie Europa, vorgesehen hat der Tourplan mehr als 60 (!) Konzerte. Scott, inzwischen 56 und jaggeresk wie eh und je, versorgt das mäßig gefüllte Münchener Freiheiz mit den erwarteten Klassikern. Gut die Hälfte des knapp zweistündigen Sets aber bestreitet er mit den Songs des neuen Albums MODERN BLUES, darunter der dynamische Opener ›Destiny Entwined‹, das nostalgisch-bittere ›Nearest Thing To Hip‹ und der schwere Bluesrock von ›Still A Freak‹. Überhaupt der Blues: Die drei neuen Bandmitglieder – Steve-Cropper-Schüler Zach Ernst, der agile Hammond-Wizard „Brother Paul“ Brown und David Hood himself, inzwischen 72 Jahre alt und Bass-Urgestein der legendären Muscle Shoals Rhythm Section – tauchen den Waterboys-Folk in einen deftigen Southern-Groove-Jungbrunnen. Finaler Höhepunkt: das zehnminütige Monument ›Long Strange Golden Road‹. Dann noch ›Fisherman’s Blues‹ und Abgang. Grandioser Abend!

The B52’s & The Psychedelic Furs: Los Angeles, Hollywood Bowl (11.09.15)

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Rock Lobster Trifft 80-köpfiges Orchester.

In Deutschland füllen sie Clubs, in den USA dagegen sind die New-Wave-Pioniere der B-52s eine echte Institution, die jedes Jahr 50 bis 60 Gigs bestreitet und auch ohne neues Album (das letzte liegt sieben Jahre zurück) ganz locker die majestätische Hollywood Bowl füllt. Und das gleich drei Abende hintereinander, vor insgesamt 52.000 Zuschauern, mit einem kompletten Sinfonieorchester, Feuerwerk plus einem kongenialen Support-Act: The Psychedelic Furs. Die 80er-Helden um Frontmann Richard Butler genießen das Meer aus Streichern, Bläsern, Pauken sowie den spektakulären Rahmen denn auch sichtlich, liefern ein Greatest-Hits-Set aus ›Pretty In Pink‹, ›Heaven‹, ›Heartbreak Beat‹, ›Love My Way‹ und ›The Ghost In You‹ ab und werden mit tosendem Applaus bedacht. Nicht weniger gelungen der Auftritt von Kate Pierson, Fred Schneider und Cindy Wilson, die ihr Hauptset lediglich mit einer super-tighten Band um Drummer Sterling Campbell (u.a. Bowie) sowie Neu-Gitarrist Nick Lashey bestreiten, aber das Publikum sofort im Griff haben. Eben mit einem glasklaren Sound, einer witzigen Performance und mehrstimmigen Gesangseinlagen, die so keine andere Formation hinbekommt. Zudem gehen sie weit in die inzwischen 39-jährige Bandgeschichte zurück: ›Lava‹, ›Mesopotamia‹, ›Dance This Mess Around‹, ›Party Out Of Bounds‹ und ›Strobe Light‹ sind der etwas andere Soundtrack zum 11. September – und einer, der so witzig, so verspielt, so überdreht und so farbenfroh erscheint, dass er einen wohltuenden Gegenpol zum patriotischen Sermon dieses Tages darstellt. Motto: Hier wird gefeiert und getanzt statt getrauert. Und diese Botschaft ist geradezu ansteckend. Im Zugabenteil dann doch noch die sinfonische Untermalung und ein Block aus ›Planet Claire‹, ›Love Shack‹ und ›Rock Lobster‹, den es so noch nie zu hören gab: klassisch intonierter New Wave – ein Sound zum Verlieben, der in einem gigantischen Leuchtraketen-Spektakel gipfelt. Eine absolute Sternstunde!

Bryan Ferry: Frankfurt, Alte Oper (18.09.15)

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Bryan Ferry 2007 @ Julian Broad (1) 1Nur an den Schläfen ergraut.

Ein wenig zu groß wirkt das Sakko zur Hose in gedeckten Farben. Zumal der einstige Inbegriff von elegantem Schick sein Hemd ohne Krawatte trägt. Einen Hauch zu nachlässig frisiert der nunmehr an den Schläfen ergraute, noch immer volle Haarschopf. Wieder intakt sind Bryan Ferrys Stimmbänder, die vergangenen Herbst den Abbruch der Europatournee herbeiführten. Alles wieder paletti für den 70-jährigen Briten. Einzig die Fangemeinde signalisiert Widerspruchsgeist, teilt sich die Anhängerschaft, seit Ferrys Solokarriere ab Mitte der achtziger Jahre mit dem Platinwerk BOYS AND GIRLS eine Wende zum Gefälligeren nahm, doch in zwei Lager: Auf der einen Seite stehen die Befürworter von Roxy Musics experimenteller Frühphase, auf der anderen die Wohlklangfanatiker, die erst in der Yuppie-Ära Zugang zum ehemaligen Kunstlehrer fanden. Roxy Musics dunkle Art-Rock-Hymne ›Ladytron‹ von 1972 lässt in notengetreuer Wiedergabe mit Ferrys Einsatz am E-Piano noch immer Avantgarde-Bewusstsein erkennen. ›Slave To Love‹ wiederum von 1985 besitzt außer glattem Ohrwurmgewese nichts, was auf Tiefgründigkeit schließen ließe. So oszilliert Ferry, der mit zwei Songs von der aktuellen CD AVONMORE den aufgeweckten Karrierequerschnitt startet, und zwei weitere später folgen lässt, zwischen beiden Polen. Als Ausnahmen, die die Regel bestätigen, nehmen sich Interpretationen seines Komponistenfavoriten Bob Dylan aus. Sowohl bei ›Bob Dylan’s Dream‹ als auch bei ›Don’t Think Twice, It’s All Right‹ greift Ferry zur Mundharmonika. Da liegt ein Hauch von Schwitzigkeit in der Luft. Zumal das exzellente zehnköpfige Begleitensemble Kantenlosem wie ›Bête Noire‹ (’87) ein etwas ausgeprägteres Profil verleiht. Davon profitiert auch das seichtere Spätwerk von Roxy Music wie ›Avalon‹ und ›More Than This‹ (’82). Doch gelingt es erst den auf Glam Rock geeichten Frühwerken mit der Diskothekengranate ›Love Is The Drug‹ als Startsignal im letzten Konzertdrittel, das Publikum aus der Reserve zu locken. John Lennons balladeskes ›Jealous Guy‹ sorgt noch einmal für Besinnlichkeit. Mit ›Virginia Plain‹, ›Do The Strand‹ und finalem ›Editions Of You‹ von 1972/73 unterstreicht Bryan Ferry in vehementer Wucht noch einmal seine Stärken.