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Lou Reed – TRANSMISSION IMPOSSIBLE

lou reed transmissionI wanna be black: drei Radiomitschnitte aus den 70ern vom Mann der Tausend Launen.

Es ist kein Geheimnis, dass sich von Lou Reed zig Bootlegs in 1a-Tonqualität in Umlauf befinden. Denn über Jahrzehnte hinweg schnitt bei Konzerten die eigene Roadcrew am Soundboard fleißig mit. Eine weitere Quelle erstklassiger Live-Auf­nahmen findet sich weltweit in den Archiven lokaler Radio­stationen. Auch die drei Konzerte des Triple-CD-Sets TRANSMISSION IMPOS­SIBLE: LEGENDARY BROADCASTS FROM THE 1970S lassen sich darauf zurückführen. „FM broadcast recorded at Ultrasound Studios, New York, 26th December 1971“, notiert das Booklet und verschätzt sich dabei mal eben um ein ganzes Jahr. Handelt es sich bei den elf Songs plus sarkastischem Interview doch tatsächlich um jene Auf­nahmen, die wenige Monate nach dem Er­­scheinen von TRANSFORMER am 26. Dezem­ber 1972 im Ultrasonic Recording Studio in Hempstead, New York, bei einem Konzert für den Radiosender WLIR FM entstanden sind. Als Begleiter diente Reed die ganz im effeminierten Glam-Rock-Look ausstaffierte Band The Tots. Um die Velvet-Klassiker ›Heroin‹, ›Sweet Jane‹, ›Rock’n’Roll‹, ›White Light White Heat‹ und ›I’m Waiting For The Man‹ pflanzte sich Material aus Reeds beiden Soloalben: ›Walk And Talk It‹ geriet vehementer als im Original, der Kulthit ›Walk On The Wild Side‹ tendierte hingegen ebenso deutlich zum Urban-Folk-Rock wie auch ›Satellite Of Love‹. Auf zuweilen recht jazzige Pfade inklusive dominantem Saxofon begab sich Mr. Reed am 1. Dezember 1976 im berühmten Roxy Theatre von Los An­­geles: Abgesehen von wenigen unvermeidbaren Velvet-Evergreens, mischten sich hier Tracks vom just veröffentlichten ROCK AND ROLL HEART, darunter ›Sheltered Life‹, ›Vicious Circle‹, ›Claim To Fame‹ und ›You Wear It So Well‹, mit ›Kicks‹, ›She’s My Best Friend‹ und dem Titelsong vom letztlich dann doch interessanteren LP-Vorgänger CONEY ISLAND BABY. Wesentlich rockiger geriet wiederum die Auf­­zeichnung vom 1. November 1977 im aus­tralischen Albury, konkret im dortigen The Regent Theatre: ›Banging On My Drum‹ glühte regelrecht, ›I Wanna Be Black‹ groovte und ›Street Hassle‹ geriet zur 14-minütigen atonalen Tour de Force.

8/10

Lou Reed
TRANSMISSION IMPOSSIBLE: LEGENDARY BROADCASTS FROM THE 1970S
EAT TO THE BEAT/IN-AKUSTIKL

CLASSIC ROCK empfiehlt: Sting und Bryan Adams kündigen Zusatz-Shows an!

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Zwei ganz Große des Rock-Business legen nach. Sowohl Sting als auch Bryan Adams gehen soeben mit ihren Zusatz-Shows für 2017 in den Vorverkauf. Hier findet ihr alle Infos, hier gibt es Tickets!

sting_credit-eric-ryan-anderson
STING
Mit 57TH & 9TH feierte der Brite seine Rückkehr zur härteren musikalischen Gangart und lieferte sein überzeugendstes Album der letzten Jahre ab. Im März April 2017 sollte der Police-Chef ursprünglich für drei Shows nach Deutschland kommen. Jetzt sind es sogar fünf Konzerte!

Sting live in Deutschland:
25.03. Hamburg, Sporthalle
29.03. Stuttgart, Porsche-Arena
04.04. Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle
24.06. Mönchengladbach, SparkassenPark (Zusatztermin!!!)
23.07 Open Air Künzelsau, Würth (Zusatztermin!!!)

Hier ab jetzt Tickets auch für die Zusatz-Shows sichern …

Bryan Adams Video Still 2015BRYAN ADAMS
Und auch der kanadische Hit-Rocker legt nach. Zu seinen bislang geplanten drei gewohnt mitreißenden Konzerten in Erfurt, Hannover und Würzburg gibt es jetzt noch Karten für Mönchengladbach und Offenburg

Bryan Adams live 2017:
04.02. Erfurt, Messehalle Erfurt
05.02. Hannover, TUI Arena
04.08. Würzburg, Residenzplatz
05.08. Offenburg, Messe (Zusatztermin!!!)
06.08. Mönchengladbach, SparkassenPark (Zusatztermin!!!)

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CLASSIC ROCK empfiehlt: Sting und Bryan Adams kündigen Zusatz-Shows an!

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Zwei ganz Große des Rock-Business legen nach. Sowohl Sting als auch Bryan Adams gehen soeben mit ihren Zusatz-Shows für 2017 in den Vorverkauf. Hier findet ihr alle Infos, hier gibt es Tickets!

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STING
Mit 57TH & 9TH feierte der Brite seine Rückkehr zur härteren musikalischen Gangart und lieferte sein überzeugendstes Album der letzten Jahre ab. Im März April 2017 sollte der Police-Chef ursprünglich für drei Shows nach Deutschland kommen. Jetzt sind es sogar fünf Konzerte!

Sting live in Deutschland:
25.03. Hamburg, Sporthalle
29.03. Stuttgart, Porsche-Arena
04.04. Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle
24.06. Mönchengladbach, SparkassenPark (Zusatztermin!!!)
23.07 Open Air Künzelsau, Würth (Zusatztermin!!!)

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Bryan Adams Video Still 2015BRYAN ADAMS
Und auch der kanadische Hit-Rocker legt nach. Zu seinen bislang geplanten drei gewohnt mitreißenden Konzerten in Erfurt, Hannover und Würzburg gibt es jetzt noch Karten für Mönchengladbach und Offenburg

Bryan Adams live 2017:
04.02. Erfurt, Messehalle Erfurt
05.02. Hannover, TUI Arena
04.08. Würzburg, Residenzplatz
05.08. Offenburg, Messe (Zusatztermin!!!)
06.08. Mönchengladbach, SparkassenPark (Zusatztermin!!!)

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CLASSIC ROCK empfiehlt: Luke Elliot live in Deutschland 2017

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Im Januar kommt Luke Elliot für fünf Shows nach Deutschland – präsentiert und wärmstens empfohlen von CLASSIC ROCK. Alle Infos und Tickets hier!

Er gilt als Sensation der New Yorker Songwriter-Szene und pflasterte sich mit seinem gefeierten 2015er-Debüt DRESSED FOR THE OCCASION den Weg für seine kommende Headliner-Tour durch Europa.

Bereits als Achtjähriger begann Luke Elliot, Klavier zu spielen. Mit dreizehn schrieb er seine ersten eigenen Stücke. Dabei orientiert sich der Musiker aus New Jersey bis heute an den ganz Großen der Singer/Songwriter-Tradition, von Hank Williams über Bob Dylan bis hin zu Tom Waits.

Hier seht ihr Elliots Video zur aktuellen Single ›Trouble‹…

Luke Elliot live 2017:
15.01. Hamburg, Prinzenbar
16.01. Köln, Blue Shell
17.01. Hannover, Lux
18.01. Berlin, Privatclub
19.01. München, Milla
Hier Tickets sichern …

Seht hier den Trailer zur Tour:

Nobelpreis: Patti Smith singt ›A Hard Rain’s A-Gonna Fall‹ für Bob Dylan

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dylan pressEine aufgeregte Patti Smith ehrte ihren Kollegen zum Literaturnobelpreis mit einer Cover-Version seines Songs von 1963. Dylan selbst lieferte eine Rede.

Es war sicher eine der schönsten Szenen der Nobelpreisverleihung am 10. Dezember in Stockholm: Eine sichtlich berührte Patti Smith sang vor zahlreichen Ehrengästen, darunter die schwedische Königsfamilie, Bob Dylans ›A Hard Rain’s A-Gonna Fall‹.

Smith verhaspelte sich vor Aufregung mehrmals und musste mitten während ihres Vortrags sogar eine kurze Pause einlegen. „Es tut mir leid, ich bin so nervös“, entschuldigte sich die Sängerin, die von akustischer Gitarre, Pedal Steel und Orchester begleitet wurde.

Patti Smith singt Bob Dylans ›A Hard Rain’s A-Gonna Fall‹:

Der Neu-Literaturnobelpreisträger selbst, der bereits im November angekündigt hatte, nicht zur Verleihungszeremonie erscheinen zu können, stellte eine knappe, aber schöne Rede zur Verfügung, die vom US-Botschafterin Azita Raji vorgetragen wurde.

Er fühle sich „geehrt“, einen solch „prestigeträchtigen Preis“ zu bekommen, sagt Dylan darin. Schon als Kind sei er mit früheren Preisträgern vertraut gewesen: „Kipling, Shaw, Thomas Mann, Pearl Buck, Albert Camus, Hemingway.“

Wenn ihm jemand gesagt hätte, auch nur die geringste Chance zu haben, mit diesen „Giganten der Literatur“ in einer Reihe zu stehen, dann wäre ihm das so komisch vorgekommen, wie auf dem Mond zu stehen, so Dylan.

Wie dem Theatermann Shakespeare sicher auch, sei ihm nie die Frage in den Sinn gekommen, ob seine Arbeit Literatur sei, schrieb Dylan weiter: „Deshalb danke ich der schwedischen Akademie, diese Frage gestellt und eine so wunderbare Antwort gegeben zu haben.“

Hier Bob Dylans komplette Nobelpreisrede lesen…

 

Alice Cooper: Die Lebensweisheiten des Schockrockers

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alice-cooperEr liebt Groucho Marx, hasst Badehosen an Menschen mit „unpassendem Körperbau“ und findet, dass Lemmy am Mount Rushmore verewigt werden sollte. Präsidentschaftskandidat Alice Cooper beglückt uns mit seinem Manifest für ein besseres Leben.

Rockstars und Politik gehören nicht zusammen

Wieso sollte man einen Rockstar fragen, wen man wählen soll? Glaub‘s mir, wir sind dümmer als alle anderen da draußen. Warum, glaubst du, sind wir wohl Rockstars geworden? Nur weil wir einen Song schreiben oder singen können, heißt das noch lange nicht, dass wir mehr wissen als irgendjemand sonst. Es gibt diesen Mythos, dass wenn du ein Schauspieler oder Rockstar bist, dir die Welt eröffnet wurde und du einen Zugang zu all diesen Informationen hast, der anderen verschlossen bleibt. Das ist un­­wahr. Eigentlich ignorieren wir die Politik mehr als alle anderen. Alice hasst Politik.

Präsidentschaftskampagnen sind gut für den Merch-Verkauf

Mir wurde schon vor langer Zeit klar, dass ich nicht wirklich Präsident der Vereinigten Staaten sein will – ich will nur T-Shirts verkaufen. Das ist der ehrliche Ansatz. Wir haben all diese „Alice For President“-T-Shirts und wollen sie verkaufen. Der beste Weg das zu erreichen, ist er­­neut anzutreten. Ich weiß nicht, warum ir­­gendjemand US-Präsident sein möchte. Es ist absurd. 1972, als wir mit der Sache anfingen, war ich in den Augen der amerikanischen Bevölkerung der absurdeste Mensch auf dem Planeten, also war [Präsident Richard] Nixon wohl der perfekte Gegner. Und was passierte dann? Du sitzt auf all diesen T-Shirts, die du nun verkaufen musst. Deswegen trete ich wieder als Präsidentschaftskandidat an.

Gib den Leuten immer das, was sie wollen

Ich sage, „keine Bleistifte mehr, keine Schulbücher“. Die Schule sollte für immer aus sein. Alle hassen die Schule, also verlasse ich mich auf Sachen, die funktionieren. Jeder Politiker weiß doch, dass man den Leuten das sagen muss, was sie hören wollen. Das klappt natürlich nur, wenn Schulkinder wählen dürfen, also sage ich: Lasst Kinder wählen! Ich finde auch, das Wahlrecht sollte den Leuten ab einem bestimmten Alter entzogen werden. 30 wäre gut.

Zwei Köpfe sind besser als einer

Donald Trump oder Hillary Clinton? Sie sollten beide gewinnen. Und zwar deshalb: Lasst Donald das Finanzielle regeln. Damit verdient er seinen Lebensunterhalt. Hillary war Außenministerin, nehmt ihr also ihr Handy weg und lasst sie sich um Außenpolitik kümmern. Warum sollten wir nicht beide haben? Lasst den einen tun, was er am besten kann, und die andere, was sie am besten kann. Da hast du deine Lösung. Und wenn dann eine Entscheidung gefällt werden muss, brauchen sie einen Dritten, dem es vollkommen egal ist. Dafür sollten sie mich einstellen. Jedes Mal, wenn etwas entschieden werden muss, können sie sich an mich wenden und ich werde sagen: „Ist mir egal. Whatever … Hey, kauft ein T-Shirt.“ Das ist die Gene-Simmons-Methode des Präsidentseins.

Flugzeugsitze brauchen Cupholder

Jedes Mal, wenn man in ein Flugzeug steigt, klappt man den Tisch herunter und er ist glatt. Das ist doch unlogisch. Wenn man da ein Loch reinbohrt, in das ein Becher passt, verschüttet man auch nichts. Ist wirklich noch niemand auf diese Idee gekommen? Das ist wie bei „Star Trek“, wo sie offenbar noch nie von Gurten gehört haben. Jedes Mal, wenn sie ein bisschen in Weltraumturbulenzen geraten, purzeln sie alle wie wild durch die Gegend. Sie haben all diese tolle Technologie, aber keine Gurte. Manchmal ist es, als sähen wir den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Lemmys Gesicht gehört auf den Mount Rushmore

Lemmy würde da super aussehen. Jeder liebte ihn und er starb so, wie er es wollte. Das Letzte, was er je zu mir sagte, war [in total unpassendem Adligen-Britisch]: „Alice, Darling, ich habe aufgehört, Whisky zu trinken“ – das war etwa eine Woche vor seinem Tod – „und da­­mit angefangen, Wodka zu trinken“. Als ob das für seine Leber einen Unterschied ge­­macht hätte. Also sagte ich: „Rede dir nur ein, dass das eine gute Idee ist.“ Lemmy war immer im Rainbow, wo die Hollywood Vampires [der berüchtigte Prominenten-Säuferclub der 70er und heute Alices Rock-Supergroup] abhingen. Das war unsere Stammkneipe. Wäre er am Leben geblieben, wäre er auch Teil der Vampires geworden, denn er war definitiv ein Gründungsmitglied.

(weiter geht es auf Seite 2)

Alice Cooper – ›Poison‹

Video der Woche: Emerson, Lake & Palmer – ›Lucky Man‹

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greg-lakeIn unserem „Video der Woche“ seht ihr Greg Lake mit seinem wundervollen Song ›Lucky Man‹.

Am vergangenen Mittwoch, den 07. Dezember, starb Emerson, Lake & Palmer- und King Crimson-Gründungsmitglied Greg Lake an einem Krebsleiden.

Unser „Video der Woche“ zeigt ihn, wie er 1974 eine wundervolle Live-Version von ›Lucky Man‹, das Lake bereits mit unglaublichen 12 Jahren geschrieben hatte, darbot.

RIP, Greg Lake.

Seht hier Greg Lake live 1974 mit ›Lucky Man‹:

Bob Dylan: Literaturnobelpreis! Yeah … oder?

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bob dylan writingSeit Jahren war darüber spekuliert worden, jetzt ist es so weit: Bob Dylan bekommt als erster Songschreiber den Nobelpreis für Literatur. Ist das nun gut oder schlecht – oder am Ende gar vollkommen egal?

Lange hat kein Literaturnobelpreisträger ein solches Echo ausgelöst wie Bob Dylan. Endlich mal einer, den man kennt, war zu hören. Und ja, die Leute diskutierten über die Wahl der Nobeljury, in der Arbeit, auf der Straße und vermutlich auch zuhause. Wann gab’s das zuletzt schon mal? Im Zug bemerkte eine Frau neben mir, sie habe bei Dylan ja eigentlich nie auf die Texte geachtet. Das mag bei einem Songwriter, der für seine Lyrics gefeiert wird, zunächst etwas kurios wirken – dabei ist es das gar nicht so sehr. Doch dazu später.

Ob Dylan nun die wichtigste literarische Auszeichnung der Welt verdient, darüber jedenfalls herrschte Uneinigkeit. In den meisten Medien wurde die Entscheidung positiv aufgenommen, und auch viele Künstler waren begeistert. Salman Rushdie twitterte: „Dylan ist der geniale Erbe der Bardentradition. Großartige Wahl.“ Seit seiner Schul­­zeit sei er Fan. Wolf Biermann gestand seinem amerikanischen Kollegen zu, er sei der „Poet dieser Zeit“.

Etwas anders sah das zum Beispiel „Druckfrisch“-Moderator und Literaturkritiker Denis Scheck. Der nannte die Auszeichnung des Sängers ein „Späßken“ der Akademie und einen „Witz“. Gut, könnte man sagen, Scheck redet viel, wenn der Tag lang ist. Doch andere sahen es ähnlich. Der rumänische Autor Mircea Cărtărescu ge­­stand zwar zu, Dylan sei ein „großer Dichter“, doch tue es ihm leid um die „wahren Schriftsteller, Adonis, Ngugi, DeLillo, die den Preis beinahe in der Tasche hatten“. Autorin Sibylle Berg scherzte, ihre Chancen, den Nobelpreis in Physik zu bekommen, seien gerade dramatisch gestiegen. Ja was denn nun, möchte man sagen, verdient Dylan den Nobelpreis nun, oder verdient er ihn nicht?

Unstrittig dürfte seine Bedeutung für Ge­­sellschaft und Kultur des 20. Jahrhunderts sein: Der heute 75-Jährige ist der wichtigste Solokünstler der Rockmusik. Punkt. Als er Mitte der 60er seine Gitarre unter Strom setzte, änderte das alles – so wie Elvis’ erste TV-Auftritte gut zehn Jahre zuvor. Während Letztgenannter dem Rock’n’Roll Körperlichkeit, rohe Energie und Sex beigebracht hatte, lehrte Dylan ihn intellektuelle Durchschlagskraft. In­­dem er zur elektrischen Gitarre griff, verband er die Folktradition eines Woody Guthrie mit dem Mainstream-Appeal des Rock – und brachte das Ganze mit seiner ganz eigenen kreativen Energie des schillernd-hippen Pop-Bohemiens zum Fliegen. Die Entwicklung, die die Beatles und Stones bis Ende der 60er Jahre hinlegten: undenkbar ohne Dylan.

Ganz anders, als bis dahin in der Popmusik üblich, ließ er Ezra Pound und T. S. Eliot in seinen Stücken auftreten, baute Querverweise zu Verlaine und Rimbaud ein oder machte sich das Cut-up-Verfahren der Beat-Poeten zu eigen. High oder Low, Hoch- oder Popkultur – da machte er nie einen Unterschied. „Mona Lisa musta had the highway blues”, sang er denn auch.

„Poetische Neuschaffungen in der großen amerikanischen Songtradition“ habe er ge­­leistet, lobte das Nobelpreiskomitee jetzt. Dylan habe sich „immer wieder neu erfunden“. Man könnte auch sagen: Er hat sich nie vereinnahmen, nie festnageln lassen. „It is not he or she or them or it/That you belong to“, heißt es entsprechend im Song ›It’s Alright Ma‹. Über die Jahre war er Rebell, Rockstar, Countrysänger, enttäuschter Liebhaber, Verkünder der christlichen Botschaft und leicht wunderlicher Altrocker.

Um die Jahrtausendwende begann, was heute als Dylans Alterswerk gesehen wird. Darin hat er seine eklektische Kunst der Montage, der Verschmelzung fremder Texte im eigenen zur Vollendung gebracht. Scheinbar mühelos, schwer zu erkennen und ohne stilistische Brüche blendet er amerikanische Songtradition, Weltliteratur, biblische Motive, antike Dichtung und Popkultur ineinander. „Bei Dylan hat Ovid den Blues. Und der Blues hallt durch die Gewölbe der Antike, vernehmbar bis in die Gegenwart“, brachte das Literaturwissenschaftler Heinrich Detering in seinem Buch „Die Stimmen aus der Unterwelt“ auf eine markante Formel. Der Witz besteht darin, dass der Songschreiber Themen von Heute – auch ganz konkrete wie Finanzkrise und Globalisierung – verhandelt und dabei die Vergangenheit als tiefer liegende Ebene durchscheinen, die kulturelle Tradition vergangener Jahrhunderte mitschwingen lässt.

(Fortsetzung auf Seite 2)