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    Alice Cooper: Die Lebensweisheiten des Schockrockers

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    Alice Cooper: Die Lebensweisheiten des Schockrockers

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    alice-cooperEr liebt Groucho Marx, hasst Badehosen an Menschen mit „unpassendem Körperbau“ und findet, dass Lemmy am Mount Rushmore verewigt werden sollte. Präsidentschaftskandidat Alice Cooper beglückt uns mit seinem Manifest für ein besseres Leben.

    Rockstars und Politik gehören nicht zusammen

    Wieso sollte man einen Rockstar fragen, wen man wählen soll? Glaub‘s mir, wir sind dümmer als alle anderen da draußen. Warum, glaubst du, sind wir wohl Rockstars geworden? Nur weil wir einen Song schreiben oder singen können, heißt das noch lange nicht, dass wir mehr wissen als irgendjemand sonst. Es gibt diesen Mythos, dass wenn du ein Schauspieler oder Rockstar bist, dir die Welt eröffnet wurde und du einen Zugang zu all diesen Informationen hast, der anderen verschlossen bleibt. Das ist un­­wahr. Eigentlich ignorieren wir die Politik mehr als alle anderen. Alice hasst Politik.

    Präsidentschaftskampagnen sind gut für den Merch-Verkauf

    Mir wurde schon vor langer Zeit klar, dass ich nicht wirklich Präsident der Vereinigten Staaten sein will – ich will nur T-Shirts verkaufen. Das ist der ehrliche Ansatz. Wir haben all diese „Alice For President“-T-Shirts und wollen sie verkaufen. Der beste Weg das zu erreichen, ist er­­neut anzutreten. Ich weiß nicht, warum ir­­gendjemand US-Präsident sein möchte. Es ist absurd. 1972, als wir mit der Sache anfingen, war ich in den Augen der amerikanischen Bevölkerung der absurdeste Mensch auf dem Planeten, also war [Präsident Richard] Nixon wohl der perfekte Gegner. Und was passierte dann? Du sitzt auf all diesen T-Shirts, die du nun verkaufen musst. Deswegen trete ich wieder als Präsidentschaftskandidat an.

    Gib den Leuten immer das, was sie wollen

    Ich sage, „keine Bleistifte mehr, keine Schulbücher“. Die Schule sollte für immer aus sein. Alle hassen die Schule, also verlasse ich mich auf Sachen, die funktionieren. Jeder Politiker weiß doch, dass man den Leuten das sagen muss, was sie hören wollen. Das klappt natürlich nur, wenn Schulkinder wählen dürfen, also sage ich: Lasst Kinder wählen! Ich finde auch, das Wahlrecht sollte den Leuten ab einem bestimmten Alter entzogen werden. 30 wäre gut.

    Zwei Köpfe sind besser als einer

    Donald Trump oder Hillary Clinton? Sie sollten beide gewinnen. Und zwar deshalb: Lasst Donald das Finanzielle regeln. Damit verdient er seinen Lebensunterhalt. Hillary war Außenministerin, nehmt ihr also ihr Handy weg und lasst sie sich um Außenpolitik kümmern. Warum sollten wir nicht beide haben? Lasst den einen tun, was er am besten kann, und die andere, was sie am besten kann. Da hast du deine Lösung. Und wenn dann eine Entscheidung gefällt werden muss, brauchen sie einen Dritten, dem es vollkommen egal ist. Dafür sollten sie mich einstellen. Jedes Mal, wenn etwas entschieden werden muss, können sie sich an mich wenden und ich werde sagen: „Ist mir egal. Whatever … Hey, kauft ein T-Shirt.“ Das ist die Gene-Simmons-Methode des Präsidentseins.

    Flugzeugsitze brauchen Cupholder

    Jedes Mal, wenn man in ein Flugzeug steigt, klappt man den Tisch herunter und er ist glatt. Das ist doch unlogisch. Wenn man da ein Loch reinbohrt, in das ein Becher passt, verschüttet man auch nichts. Ist wirklich noch niemand auf diese Idee gekommen? Das ist wie bei „Star Trek“, wo sie offenbar noch nie von Gurten gehört haben. Jedes Mal, wenn sie ein bisschen in Weltraumturbulenzen geraten, purzeln sie alle wie wild durch die Gegend. Sie haben all diese tolle Technologie, aber keine Gurte. Manchmal ist es, als sähen wir den Wald vor lauter Bäumen nicht.

    Lemmys Gesicht gehört auf den Mount Rushmore

    Lemmy würde da super aussehen. Jeder liebte ihn und er starb so, wie er es wollte. Das Letzte, was er je zu mir sagte, war [in total unpassendem Adligen-Britisch]: „Alice, Darling, ich habe aufgehört, Whisky zu trinken“ – das war etwa eine Woche vor seinem Tod – „und da­­mit angefangen, Wodka zu trinken“. Als ob das für seine Leber einen Unterschied ge­­macht hätte. Also sagte ich: „Rede dir nur ein, dass das eine gute Idee ist.“ Lemmy war immer im Rainbow, wo die Hollywood Vampires [der berüchtigte Prominenten-Säuferclub der 70er und heute Alices Rock-Supergroup] abhingen. Das war unsere Stammkneipe. Wäre er am Leben geblieben, wäre er auch Teil der Vampires geworden, denn er war definitiv ein Gründungsmitglied.

    (weiter geht es auf Seite 2)

    Alice Cooper – ›Poison‹

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