DIE FOR ROCK N‘ ROLL ist zwar nicht unbedingt die am Schluss der Scheibe lautstark besungene ›Revolution‹ – ein deutlicher Weckruf ist es aber allemal. Frontmann und bekennender Skid-Row-Fan Andy Brings und seine zwei Mitstreiter klingen zwar nicht direkt wie ihre Idole, aber der Geist der Songs geht definitiv in eine ähnlich sleazige und punkige Rock’n’Roll-Richtung. Elf Songs, allesamt potenzielle Gig-Gassenhauer, die zum Mitgrölen geeignet sind, grooven und glammen ziemlich cool und eingängig. Abgesehen von der etwas üppiger arrangierten und mit einem klassischen 80er-Gitarrenintro versehenen Nummer ›On Top Of Mount Whateverest‹, sind Stücke wie etwa der Titelsong oder ›Yeah! Pain‹ geradlinige und unkomplizierte Punk’n’Roller mit mal kleineren, mal größeren Finessen und leichtem Metaleinschlag. Gesanglich nicht unbedingt eine Offenbarung, aber darum geht es ja auch nicht. Bei Double Crush Syndrome geht es um große Posen, Power und Pop. Das wahre Potenzial dieses Trios zeigt sich hier zwar ansatzweise, kommt aber erst im Live-Kontext so richtig zur Geltung.
7/10
Double Crush Syndrome
DIE FOR ROCK N‘ ROLL
ARISING EMPIRE/WARNER
Nach drei EPs haben die Londoner Punkrocker ihr Debütalbum aufgenommen. Sänger Jamie Campbell Bower dürfte Kinokennern bereits als Neben-Darsteller der „Twilight“-Saga oder aus einem Harry-Potter-Film bekannt sein. Das sagt natürlich nichts über seine musikalischen Fähigkeiten aus, aber über das Selbstbewusstsein, mit dem der 28-Jährige an seinen Nebenjob herangeht. Denn Counterfeit legen vom ersten Song an ein Tempo und eine Aggressivität an den Tag, die man bei einem Erstling dieses Genres auch durchaus erwarten kann. Von den zehn Stücken überschreitet nur eins die Vier-Minuten-Marke (›As Yet Untitled‹), das Quintett mag es schnell und schmerzvoll. Dabei kommen die Melodien nicht zu kurz und lassen erst gar keine Langeweile aufkommen. Vielleicht ist der Punkrock-Ansatz etwas zu banal, denn weil die Jungspunde auch aus dem Hardcore kommen, wechseln sich die typischen Gitarrenriffs auch mit metallischen Passagen wie in ›Romeo‹ ab. Live macht das mit Sicherheit eine Menge Spaß. Ohne die englischen Pressereaktionen bislang zu kennen: Es gibt bestimmt schon Poster von den Jungs in diversen einschlägigen Magazinen.
6/10
Counterfeit
TOGETHER WE ARE STRONGER
XTRA MILE/INDIGO
Über 20 Jahre sind die Ramones nun Geschichte, auch die vier Gründer sind mittlerweile alle verstorben, aber die Nachwirkungen sind noch immer zu spüren. Dass sich alle noch lebenden Ex-Mitglieder weiterhin mit dem einprägsamen Nachnamen schmücken, sollte man ihnen nicht nachtragen. Auch CJ, der letzten Bassist der Punk-Prototypen von der Ostküste der USA, macht aus seinem Herzen keine Mördergrube und gibt zu, dass er zeitlebens ein Ramone sein wird. Deshalb klängen seine Solo-Alben eben auch wie die Ramones. Von seinem neuen Werk kann man das nicht komplett behaupten, denn hier geht es zu Beginn zwar deutlich in Richtung 1977 (›Let’s Go‹, ›Yeah Yeah Yeah‹), aber irgendwann versucht sich Christoper Joseph Ward, so der bürgerliche Name des New Yorkers, dann auch am kommerziellen Pop Rock (›Before The Lights Go Out‹) und an Americana (›Tommy’s Gone‹). Auch vor einem Duett mit Kate Eldridge von Big Eyes (›Without You‹) und einem Tom-Waits-Cover (›Pony›) scheut er nicht zurück. Mit den Adolescents-Gitarristen Steve Soto und Dan Root sowie dem Street-Dogs-Drummer Pete Sosa hat er auch gute Mitstreiter gefunden.
Am 31. März erscheint EMPEROR OF SAND, das neue Album von Mastodon. Doch erstmal stellen die Amerikaner das Video zum neuen Song ›Show Yourself‹ vor.
Sterblichkeit und Vergänglichkeit, das sind die zentralen Themen ihres neuen Albums EMPEROR OF SAND, der Titel selbst eine Allegorie für Krebs.
Ein sehr persönliches Thema. Jeza, die Ehefrau von Bassist Troy Sanders, kämpfte gegen Brustkrebs, Gitarrist Bill Kellihers Mutter starb an einem Gehirntumor, die Mutter von Schlagzeuger Brann Dailor litt ihr ganzes Leben über an chronischen Erkrankungen und Sänger Brent Hints verlor seinen Bruder durch einen Herzinfarkt.
„Durch die Arbeit mit Mastodon verarbeiten wir solche Ereignisse. Die Band ist unsere Therapie“, erklärt Hinds. „Das neue Album ist sehr emotional. Wenn ich mir die Songs anhöre, erlebe ich all die schrecklichen Momente der anderen mit ihnen. Das macht mich sehr traurig.“
Der Tod ist auch der Hauptdarsteller ihres neuen Videos zu ›Show Yourself‹ – natürlich auf Mastodons ganz eigene ironische Art und Weise.
Was so alles in einsamen Nächten geschehen kann, zeigen Navarone bildstark in ihrem Clip zur neuen Single ›Lonely Nights‹. Interessante Rückansichten inklusive.
Der niederländische Rock-Export namens Navarone hat vor kurzem das neue Album OSCILLATION veröffentlicht. Zur daraus stammenden Single ›Lonely Nights‹ hat CLASSIC ROCK heute eine exklusive Videopremiere für euch in petto!
Navarone selbst beschreiben ihren neuen Clip so: „Stell dir dieses Gefühl vor: Du döst so halb durch einen langweiligen Tag und freust dich schon auf die Nacht. Denn in dieser besonderen Nacht wirst du eine wundervolle, wilde und verrückte Zeit mit deiner „Freundschaft Plus“ verbringen. Nur, dass dieser Freund nicht der Hollywood-Star deiner Träume ist, sondern wahre Inspiration in Reinform!“
Besagte Inspiration gepaart mit dem stampfigen Rhythmus der Single treibt die jungen Herrschaften scheinbar zu den verrücktesten Dingen an: Ausdruckstanz mit Glühbirnen, nackte Gitarren-Räkeleien, gefiedertes Schlagzeugspiel und vielerlei weiterer Schabernack sind zu sehen.
Seht hier die Videopremiere zu ›Lonely Nights‹:
CLASSIC ROCK präsentiert die Herren außerdem live auf der Bühne:
22.03. Köln, Underground
23.03. Düsseldorf, Tube
24.03. Dortmund, FZW Club
30.03. Berlin, Sage Club
31.03. Hamburg, Pooca Bar
08.04. Münster, Rare Guitar
Andy Fraser war der musikalische Dreh- und Angelpunkt von Free. Alle vier Mitglieder kann man als aussergewöhnlich talentiert bezeichnen, doch mit seiner klassischen Ausbildung und der immensen Erfahrung, die bis in die Londoner Clubs Mitte der 60er Jahre zurückreichte, brachte er die Band entscheidend voran. „Andy war ein unfassbarer Musiker“, sagte Simon Kirke kurz nach Frasers Tod. „Als Bassist konnte er locker mit Jack Bruce mithalten. Doch wie Andy sagen würde, wenn er noch bei uns wäre, war er nicht nur ein Bassspieler, sondern generell ein toller Künstler. Er hatte diese unglaubliche Fähigkeit, etwas anzuhören und sofort nachspielen zu können.“
Als Fraser 1972 Free verließ, sah seine Zukunft rosig aus, schließlich war er der Co-Autor ihrer zwei größten Hits, ›All Right Now‹ und ›My Brother Jake‹. Er hatte seine eigene Band Sharks gegründet, die Free sehr ähnlich war und ebenfalls bei Island Records unter Vertrag stand. Chris Spedding spielte hier Paul Kossoffs Rolle, während ein raukehliger Sänger namens Snips (auch bekannt als Steve Parsons) ins Mikro röhrte. Nach einem Autounfall stieg Fraser aber auch hier aus und verschwand praktisch in der Versenkung. Mitte der 70er zog er nach Kalifornien und sein Name tauchte auf Alben von u.a. Rod Stewart, Robert Palmer und anderen auf. Doch im Wesentlichen hörte man Jahre, sogar Jahrzehnte, nichts mehr von ihm. Nicht einmal seine alten Free-Kollegen Paul Rodgers und Simon Kirke.
„Er war ein sehr selbstbewusster, umwerfender kleiner Typ“, so Kirke heute. „Doch gleichzeitig konnte er auch ziemlich schwierig sein. Da werde ich nichts beschönigen: Er konnte einem richtig auf den Sack gehen. Es muss ziemlich schwierig gewesen sein, als Sohn gemischtrassiger Eltern aufzuwachsen, also entwickelte er diese harte Schale, obwohl er ja nicht besonders groß war. Nach unserer Auflösung 1972 blieben wir nie richtig in Kontakt. Doch er war eine echte musikalische Macht. Ich bewunderte ihn, denn er konnte Musik aller möglichen Genres spielen.“
Nach dem endgültigen Aus für Free 1973 feierten Rodgers und Kirke mit Bad Company riesige Erfolge in Amerika. Ich fragte den Bassisten einmal, ob er neidisch auf seine einstigen Bandkollegen sei. „Nein, nein, nein, nein, nein“, stellte er klar. „Nein, niemals! Ganz ehrlich, ich hätte kein Teil davon sein wollen. Und es freut mich sehr für sie, dass sie einen Haufen Geld verdienen. Aber nein, das wäre absolut nichts für mich gewesen. Es gab neue Sachen, die ich tun wollte. Ich musste eben wieder bei Null anfangen.“
Fraser wollte als Solosänger weitermachen, doch mit den immer schneller vorbeiziehenden Jahren gab er diesen Plan auf, erst recht, als bei ihm erst Krebs und dann eine HIV-Erkrankung diagnostiziert wurden. Und selbst dann trat er nicht mit seinen ehemaligen Free-Kumpanen in Kontakt.
„Nachdem Andy nach L.A. gezogen war, sah ich ihn jahrelang nicht mehr“, so Kirke. „Als ich dann mit Ringo Starr unterwegs war, kam ich in die Stadt und rief ihn an. Er kam zu unserer Show und Jack Bruce wollte ihn kennenlernen. Doch das Personal vom House Of Blues, wo wir auftraten, wollte Andy nicht reinlassen, weil er Shorts trug! Vor dem Konzert hatte ich ihn aber im Hotel getroffen. Er spielte mir ein paar Songs vor, an denen er gearbeitet und auf denen er jedes Instrument gespielt hatte. Dann erwähnte er ganz nebenbei, dass er HIV-positiv war. Ich hatte keine Ahnung, dass er a) schwul war und b) sich mit dem Virus infiziert hatte. Also sprachen wir nicht wirklich darüber. Ich wünschte ihm alles Gute und umarmte ihn. Als ich dann hörte, dass er gestorben war, kam das ziemlich überraschend. Er war ja so ein Gesundheitsfanatiker und trieb jeden Tag stundenlang Sport. Obwohl ich also von seiner Krankheit wusste, war ich dennoch wirklich überrascht, als ich von seinem Tod erfuhr. Ich wusste nicht, dass es ihm so schlecht ging. Aber so war Andy nun mal. Er ließ nie durchsickern, wie sehr er womöglich litt. Er war ein harter kleiner Kerl.“
Rodgers Beziehung zu ihm war komplizierter. Als Songwriter ein Traumpaar, erwiesen sich die Unterschiede auf zwischenmenschlicher Ebene letztlich doch als unüberwindbar. „Paul und ich haben heutzutage nicht viel Kontakt“, sagte mir Andy 2014. „Wir sind sehr verschiedene Menschen, und wenn wir miteinander sprechen, ist das für uns beide unangenehm.“ Rodgers hat nie geleugnet, dass Frasers Ausstieg bei Free 1972 die Kulmination eines langen Machtkampfes um die musikalische Vorherrschaft innerhalb der Band zwischen den beiden war. Doch er gesteht ein, dass ihn der Tod des Bassisten traurig stimmt: „Weißt du, es fühlt sich für mich so an, als hätte ich Andy nur gekannt, als wir Kinder waren. Den Mann dagegen kannte ich nie wirklich. Ich habe über die Jahre versucht, eine gemeinsame Basis zwischen uns zu finden, aber wir konnten einfach keine Freundschaft mehr aufbauen. Er war ein begnadeter Songwriter und ein begnadeter Bassist, der in seiner Musik für immer weiterleben wird. Ich werde mich immer gerne an ihn erinnern und hoffe, dass er seinen Frieden gefunden hat.“
Das neue Album der Sons Of Morpheus wird in gut zwei Wochen veröffentlicht. Als kleinen Vorgeschmack hat CLASSIC ROCK eine exklusive Videopremiere der Single ›Monotone‹ für euch.
Der Countdown zum Release des neuen Albums der Sons Of Morpheus läuft: Am 31. März wird das gute Stück namens NEMESIS in die Welt entlassen. Der Debüt-Nachfolger bleibt den auserkorenen Genres Psychedelic- und Bluesrock weiterhin treu.
Vor dem offiziellen Release hält das Schweizer Trio noch ein Video zum Song „Monotone“ für seine Fans bereit. Dem eher düster angehauchten Schlepper wurde ein nicht minder bedrückendes Video auf den Leib geschneidert.
Schwarze Augenringe, Irrsinn, Depression. Diese Trias regiert den Clip und das Auftreten des Trios und illustriert so recht deutlich, was die Sons Of Morpheus von dem ewigen Grau der Monotonie halten.
Seht hier die Videopremiere zu ›Monotone‹:
Auf den Geschmack gekommen? An folgenden Terminen spielen die Sons Of Morpheus live:
06.04. A-St. Georgen im Attergau, Fümreif
08.04. Gaildorf, Carty
20.04. Bad Friedrichshall, Lemmys
26.04. Köln, Stereo Wonderland
27.04. Berlin, Sage Club
28.04. Oldenburg, Charlys
29.04. Annaberg-Bucholz, Alte Brauerei (w/ Wolvespirit)
30.04. Hamburg, Pooca Bar
Jetzt ist es offiziell: Metallica werden im Rahmen ihrer „WorldWired“-Tour auch acht Konzerte in Deutschland geben.
Endlich haben Hetfield & Co. auch ihre Tour-Dates für Europa bekannt gegeben. Der Startschuss fällt am 4. und 6. September in Amsterdam, Metallica werden in insgesamt 38 Städten spielen. Für Deutschland wurden acht Termine bestätigt.