Navarone – OSCILLATION

-

Navarone – OSCILLATION

navaroneWie der junge Robert Plant.

In seinem Roman „The Guns Of Nava­rone“ entwirft der schottische Autor Alistair MacLean ein drastisches Por­trait des Zweiten Weltkriegs rund um die fiktive griechische Insel Navarone. Bei aller Kriegstreiberei und Säbelrasselei der Vorlage erwartet man bei einer Band dieses Namens natürlich zunächst mal eine ähnlich kernige Herangehensweise. Und wenn man denn unbedingt im militärischen Jargon zu bleiben gedenkt, so ist zumindest Sänger Merijn van Haren zu bescheinigen, stimmlich aus allen Rohren zu feuern. Mit diesem dritten Navarone-Album OSCILLATION hat er sich offensichtlich vorgenommen, einen Platz neben Robert Plant in der Ruhmeshalle rockiger Ausnahmesänger zu ergattern, derart engagiert und passioniert legt er sich ins Zeug. Seine Band kann auch gut mithalten, entwirft in den elf Stücken ein betont abwechslungsreiches, dramatisches und monumentales Rock-Panoptikum, das aus der ungefähren Schnittmenge jüngerer Alice In Chains und früher Led Zeppelin einen anständigen Parforce-Ritt kreiert. Ganz große Momente (der Opener ›Snake‹, das beschwörende, floydige ›Unmistakably Everything‹ oder der schleppende Übersong ›Days Of Yore‹, den man wirklich gehört haben muss) machen gehörig Eindruck, be­­kommen aber von der einen oder anderen durchschnittlichen Nummer wie ›Lonely Nights‹ den Wind aus den Segeln genommen. Der ganz große Wurf ist OS­­CILLATION somit nur aus gesanglicher Sicht. Das kann beim nächsten Album aber schon wieder ganz anders aussehen.

8/10

Navarone
OSCILLATION
RODEOSTAR/SOULFOOD

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Das Neueste

Chris Shiflett: Das letzte Wort

„Ehrlich gesagt bin ich nicht gut darin, mir eine Auszeit zu nehmen“, sagt Chris Shiflett. „Ich muss ständig spielen...

Gitarrenhelden: George Harrison

In den Anfangstagen der Beatles wurde er übersehen, doch dann wurde er als einer der großen Stilisten neu bewertet. ...

Video der Woche: George Thorogood ›Bad To The Bone‹

Wir gratulieren George Thorogood! Die amerikanische Blues-Rock-Legende feiert heute sein 74. Wiegenfest. Seine größten Erfolge feierte George Thorogood zwischen...

CLASSIC ROCK präsentiert: Nathaniel Rateliff & The Nightsweats live

Ist er solo unterwegs, lebt die Show vom eher folkigen Charakter der Stücke, dem zurückhaltenden Gitarrenspiel und dem Schmelz...

Sweet: Andy Scott über Steve Priests Extravaganz

Im großen Titelstory-Interview sprach Andy Scott, "last man standing" des Original-Line-Ups von Sweet, zweieinhalb Stunden über das Vermächtnis seiner...

Philip Sayce: THE WOLVES ARE COMING

Corona ist schuld: Der Guitar-Hero Philip mutiert zum Zappelphilip Freunde der E-Gitarre kennen die Helden der Szene. Sayce spielte nicht...

Pflichtlektüre

The Quireboys: Tramps, Thieves And Black Eyed Sons

Seit drei Dekaden schippert Kapitän Spike (bürgerlich Jonathan Gray)...

Ramones: Rest In Peace, Tommy Ramone!

Am 11. Juli 2014 erlag Tommy Ramone, Schlagzeuger und...

Das könnte dir auch gefallen
Für dich empfohlen