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Video der Woche: Lenny Kravitz – ›Whole Lotta Love‹ (Led Zeppelin-Cover)

Kommen sie zurück? Man weiß es nicht, aber neben vielen Fans würde sich sicher auch Lenny Kravitz über eine Reunion von Led Zeppelin freuen – wie man in unserem „Video der Woche“ sehen kann!

In dieser Woche kochte die Gerüchteküche über dem Feuer einer möglichen Led Zeppelin-Reunion. (Hier die ganze Story lesen…) Das wäre sicherlich eine Sensation für Fans und viele Musiker, die Plant, Page, Jones und Bonham verehren.

Einer davon ist Lenny Kravitz, der neben weiteren Künstlern wie den Foo Fighters, Kid Rock und Heart bei der 2012er „Kennedy Center Honors“-Gala für seine Helden Led Zeppelin auftrat. Unter den zufriedenen und dankbaren Augen der drei noch lebenden Band-Mitglieder legte der mit Unterstützung seines Gitarristen Craig Ross eine groovige Version von ›Whole Lotta Love‹ hin, welche ihr in unserem aktuellen „Video der Woche“ in ungeschnittener Länge genießen dürft!

Seht hier Lenny Kravitz mit seinem Auftritt zu Ehren von Led Zeppelin:

Hawkwind – INTO THE WOODS

into the woodsDas 30. Studioalbum der Space-Rock-Pioniere – und die Macht ist immer noch mit ihnen.

Hawkwind sind so viel mehr als die Summe ihrer ursprünglichen Mit­glieder. Von der Urbesetzung von 1969 ist nur noch Dave Brock übrig, aber das spielt keine Rolle. Sie sind eine Naturgewalt, immerwährend und unsterblich. Es ist, als habe dieser Lärm, den sie machen, dieser treibende Ur-Groove, schon lange vor ihrer Gründung existiert – die bis dato ca. 50 Musiker haben ihn einfach nur angezapft. Er wird noch lange nach Brocks Ableben existieren. Sie sind immer noch ein Haufen Widersprüche: die simplen Zwei-Akkorde-Rocker und Primitiv-Elektroniker, die ins All blicken, während sie durch die Alltagstristesse waten. Die Stadtkinder mit dem Hang zum Länd­lichen.

INTO THE WOODS zeigt, wo Brock, der auf einer Farm in der Grafschaft Devon lebt, sich gerade befindet: weit entfernt vom Mief und Müll Londons. Die Liedtitel sprechen Bände: ›Cottage In The Woods‹, ›The Woodpecker‹ … sogar ›Vegan Lunch‹. Doch gerade, wenn man glaubte, der einstige Anarcho-Junkie und Anführer des Rock-Äquivalents einer speedsüchtigen Bikergang sei zum Öko-Weichei mutiert, hört man wieder jenes glorreiche Aufheulen der klassisch abgehobenen Hawkwind-Motorik. Was Brock und seine Kollegen Richard Chadwick am Schlagzeug sowie Tim Blake am Keyboard hier heraufbeschwören, ist nämlich nicht die beschauliche Schönheit der Natur, sondern ihre Magie, ihre Mysterien und ihre Böswilligkeit. Das Titelstück ist eine finstere Einladung („We are waiting here for you“, warnt Brock) in Form eines metallischen Wiegenlieds – Anthrax und Gretel. ›Have You Seen Them‹ sind sieben Minuten Psycho-Abfahrt und Raumschiff-Gefiepe. ›Space Ship Blues‹ – im Wesentlichen eine Neuinterpretation von ›Silver Machine‹ – fängt diese Zweigleisigkeit der Band mit Sci-Fi-Synthieschwurbeln und einem fröhlichen Banjo perfekt ein.

Hawkwind erscheinen 2017 entweder bedeutungslos oder wie die Fortführung einer relevanten Urquelle, ebenso wie ›The Wind‹ entweder wie vier Minuten flatulenter Pseudopoesie („Causing sighing trees to overlay mosaics of trembling leaves“ – äh, okay) oder eine bewegende Beschwörung wirken mag, die Naturmetaphern und elektronische Klangeffekte wunderbar zusammenführt. Doch spätestens beim Astral-Boogie von ›Magic Scenes‹ oder dem unaufhaltsamen ›Wood Nymph‹ ist man diesem Unikum wahrscheinlich doch verfallen. ›Magic Mushroom‹ ist ein neunminütiger Mahlstrom aus Orgel und Gitarren, wo Rock auf Trance trifft. So würde Chuck Berry klingen, wenn er in der Rave-Ära aufgekommen wäre – Goa, Johnny, Goa. Nach mehreren Minuten dieser psychedelischen Klänge hört man schließlich ein Raumschiff, das gen Himmel abhebt. INTO THE WOODS ist vielleicht nicht das beste Album von Hawkwind, aber im Moment das wichtigste. Warum? Weil es die Macht am Leben hält.

7/10

Hawkwind
INTO THE WOODS
CHERRY RED

Gov’t Mule: Studio-Performance von ›Dreams & Songs‹ im exklusiven Video

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Gut einen Monat vor Veröffentlichung ihres kommenden Albums präsentieren Gov’t Mule exklusiv via CLASSIC ROCK ihren neuen Song ›Dreams & Songs‹ in einer Live-Studio-Session-Version. Seht hier das Video!

Am 09. Juni wird REVOLUTION COME… REVOLUTION GO von Gov’t Mule erscheinen. Nur hier könnt ihr bereits jetzt eine besondere Version von ›Dreams & Songs‹ aus dem mittlerweile zehnten Studioalbum des einstigen Allman Brothers-Nebenprojektes von Frontmann Warren Haynes hören.

Für diese rohere Fassung des Stückes, das sich wieder zwischen Rock, Blues und Country bewegt, gingen Haynes und seine Kollegen erneut ins Studio und nahmen einen musikalisch exzellenten Clip für euch auf!

Seht hier Gov’t Mule mit ›Dreams & Songs‹ bei ihrer Live-Studio-Session:

The Velvet Underground – THE BOSTON TEA PARTY JANUARY 10TH 1969/JULY 11TH 1969

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velvet underground bostonNew Yorks Nihilisten im Bostoner Exil.

Als Lou Reed kurz vor seinem Tod gefragt wurde, wo er in den guten alten nihilistischen Velvet-Under­ground-Zeiten am liebsten ins Rampenlicht trat, antwortete er in Sekundenschnelle: „Im Club The Boston Tea Party, denn da tummelten sich einfach alle.“ Viel geändert hatte sich nicht seit Dezember 1968, da erwiderte Reed auf die gleiche Frage: „This is our favorite place to play in the whole country.“ Boston-Tea-Party-Manager Steve Nelson ergänzte: „Die Velvets spielten hier regelmäßig vor ausverkauftem Haus. Es war der Beginn einer regelrechten Residenz.“

Gleich zwei komplette Shows von Reed, Gitarrist Sterling Morrison, Schlagzeugerin Moe Tucker sowie Doug Yule, Neuzugang an Bass und Klavier, aufgezeichnet in erstaunlicher Ton­qualität, blieben erhalten. In nochmals optimiertem Klanggewand verpasste man beiden Auf­zeichnungen jeweils ein 180-Gramm-Doppel-LP-Format mit Ausklappcover: THE BOSTON TEA PARTY JANUARY 10TH 1969 beinhaltet modifizierte Versionen der ersten drei Velvets-Alben, darunter ›Heroin‹, ›What Goes On‹, ›Run Run Run‹ und ›I’m Waiting For The Man‹. ›I’m Gonna Move Right In‹, als Instrumental immerhin auf der Raritätensammlung ANOTHER VIEW zu finden, kommt als manischer Boogie mit Reeds und Yules Vokaleinsätzen. Herrlich überdreht ist die Version von ›I Can‘t Stand It‹, ursprünglich geplant fürs vierte MGM/Verve-Album, jedoch erst drei Jahre später in recht flacher Version auf dem Solodebüt LOU REED zu finden. Mit der 21-Minuten-Mo­notonie von ›Sister Ray‹ endete der Trip in die Seelenabgründe.

Noch besser in Fahrt befinden sich VU auf THE BOSTON TEA PARTY JULY 11TH 1969: Sowohl der Opener ›I‘m Waiting For The Man‹ als auch ›Run Run Run‹ und ›White Light White Heat‹ drücken intensiv aufs Gaspedal. Echte Entschleunigungs-Perlen wie ›Jesus‹, ›Can­dy Says‹ und ›Pale Blue Eyes‹ setzen Kon­trapunkte. Das abermalige Schlusslicht ›Sister Ray‹ funktioniert in Überblendung mit ›The Mur­der Mystery‹.

THE BOSTON TEA PARTY JANUARY 10TH 1969: 8/10
THE BOSTON TEA PARTY JULY 11TH 1969: 8/10

The Velvet Underground
THE BOSTON TEA PARTY JANUARY 10TH 1969/THE BOSTON TEA PARTY JULY 11TH 1969
SPY GLASS/SOULFOOD

Videopremiere: The Mavericks kämpfen mit ›Brand New Day‹ gegen Hass und Rassismus

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mavericksViel nackte Haut mit Botschaft: Die Mavericks stellen den „idealistischen“ Clip zum Titeltrack ihres aktuellen Albums vor.

Was die Optik des ›Brand New Day‹-Videos betrifft, hat sich die Band aus Nashville beim „Entertainment Weekly“-Cover mit den Dixie Chicks aus dem Jahr 2003 inspirieren lassen.

Analog zum damaligen Foto ist die Haut der Tänzer im Clip mit Schlagworten wie „Bigotry“, „Apathy“, „Homophobia“, „War“, „Terrrorism“, „Hatred“ und „Racism“ bemalt. Die Lösung, die die Mavericks anbieten: „We’re gonna love all our troubles away.“

„Das Video ist schon ein bisschen idealistisch“, sagt Sänger Raul Malo. „Aber das ist ja nicht unbedingt schlecht. Ich denke, es ist mehr denn je an der Zeit, idealistisch zu sein. Wieso soll man keine großen Träume und Hoffnungen haben?“

Hier sind die Mavericks mit ihrem Video zu ›Brand New Day‹:

Neuerscheinungen: Ab heute im Plattenladen

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blondieBlondie können’s noch immer, Nick Cave & The Bad Seeds blicken zurück, The Afghan Whigs überzeugen auf ganzer Linie und The Leather Nun zaubern einen Live-Mitschnitt von 1988 aus dem Archiv. Das Wochenende kann kommen.

Die New-Wave-Institution Blondie lebt, und wie. POLLINATOR ist das beste Werk der New Yorker seit Langem. Hier ist der Clip zur Single ›Long Time‹:

Hier findet ihr die Review zu Pollinator…

Ein Stück Rock’n’Roll-Geschichte: Nick Cave & The Bad Seeds geben uns mit LOVELY CREATURES eine Auswahl ihrer besten Songs an die Hand:

Hier findet ihr die Review zu LOVELY CREATURES: THE BEST OF 1984–2014…

Auf dem famosen IN SPADES suchen The Afghan Whigs nach der perfekten Synthese aus Rock und Soul – und laden ein auf einen halluzinatorischen Trip. Hier gibt’s das Video zu ›Oriole:

Hier findet ihr die Review zu IN SPADES…

Die Postpunk- und Garagenrock-Heroen The Leather Nun haben im Archiv gewühlt und ein Live-Mitschnitt von 1988 hervorgezaubert:


Hier findet ihr die Review zu VIVE LA FETE! VIVE LA RÉVOLUTION…

The Leather Nun – VIVE LA FETE! VIVE LA RÉVOLUTION

leather nunDie ruhmreiche Sowjetarmee kapitulierte vor einer Handvoll lärmender Schweden. Na ja, nicht ganz. Aber beinahe …

Natürlich, der Sound dieses Live-Mitschnitts könnte klarer, differenzierter oder, ganz banal gesagt, um einiges besser sein. Doch das soll beziehungsweise dürfte er gar nicht. Denn Jonas Almquist & Co. sind und waren nicht Bon Jovi. Eine Hochglanz-Produktion würde einfach nicht zu den Postpunk- und Garagenrock-Heroen passen, denen während ihrer bewegten Band-Geschichte wenig wichtiger war, als Authentizität. Und so dürfen wir hier wahrlich Historisches in bester Bootleg-Manier erleben. Die 45-minütige Aufnahme präsentiert die Göteborger 1988 auf dem Höhepunkt ihres Könnens. Das fantastische Album INTERNATIONAL HEROES war gerade veröffentlicht worden und der eigenwillige Fünfer fungierte im estnischen Tallinn als Co-Headliner des ersten internationalen Rock-Festivals auf sowjetischem Boden. Während vor den Toren des Geländes die Rote Armee mit Panzern auffuhr, feierten drinnen 100.000 junge Leute herrlich scheppernde Kracher wie ›I Can Smell You Thoughts‹, ›Dance Dance Dance‹ oder das brillant-düstere ›506‹ ab, als gäbe es kein Morgen. Nur zwei Monate später sollte Estland seine Unabhängigkeit erklären. Diese Disc ist aber nicht nur ein Zeitdokument, das die Relevanz einer der interessantesten, coolsten und rundherum geilsten Bands der späten 80er/frühen 90er zementiert. Sie funktioniert mit nahezu sämtlichen Top-Nummern der Schweden auch als großartiger Einstieg für all die armen Seelen da draußen, die The Leather Nun bisher nur vom Hörensagen kannten.

8/10

The Leather Nun
VIVE LA FETE! VIVE LA RÉVOLUTION
WILD KINGDOM/ROUGH TRADE

The Afghan Whigs – IN SPADES

afghan whigsZu Connaisseuren gereifte Gentlemen.

Müssen wir ernsthaft noch De­­batten darüber führen, wie Come­backs von Ikonen zu bewerten sind? Manche mögen überflüssig, manche des Geldes wegen initiiert sein – doch manche sind ungeheuer wertvoll, beruhigen, bereichern, begeistern. Als The Afghan Whigs 2014 mit DO TO THE BEAST ihre von Fans so sehnlichst herbeigewünschte Rück­kehr einläuteten, offenbarte sich die Klasse dieser seit Karrierebeginn fälschlicherweise in die Grunge-Schublade gesteckten Rock-Indivi­dualisten: Sie war noch da, jene mit nichts zu vergleichende Aura des Cincinnati-Vierers. Keine Band klingt wie sie, für The Afghan Whigs muss der Journalisten-Terminus „Signature Sound“ erfunden worden sein. Doch rückblickend verliert DO TO THE BEAST an Strahlkraft, vergleicht man es mit seinem Nachfolger. IN SPADES, in atemberaubendem Tempo aufgenommen, präsentiert gereifte Persönlichkeiten, deren Kreativität fast traumwandlerisch in jedem Take, jedem Akzent, jeder Idee, jedem Melodiebogen den richtigen Ausdruck findet. In den zehn Tracks verdichten sich drei Jahrzehnte leidenschaftlicher Experimentierlust beim Erforschen der perfekten Synthese aus Rock und Soul, Hüsker Dü und The Temptations, Sub Pop und Stax, Led Zeppelin und Motown zu einem knapp 40-minütigen, halluzinatorischen Trip in die samten-schwarze Abgründe einer von Vergänglichkeit und Paranoia gezeichneten Lust, wie sie nur Greg Dulli in Klang und Worte fassen kann. Der Albumtitel darf wörtlich ge­­nommen werden: „in höchstem Maße!“

9/10

The Afghan Whigs
IN SPADES
SUB POP/CARGO