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The Afghan Whigs – IN SPADES

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afghan whigsZu Connaisseuren gereifte Gentlemen.

Müssen wir ernsthaft noch De­­batten darüber führen, wie Come­backs von Ikonen zu bewerten sind? Manche mögen überflüssig, manche des Geldes wegen initiiert sein – doch manche sind ungeheuer wertvoll, beruhigen, bereichern, begeistern. Als The Afghan Whigs 2014 mit DO TO THE BEAST ihre von Fans so sehnlichst herbeigewünschte Rück­kehr einläuteten, offenbarte sich die Klasse dieser seit Karrierebeginn fälschlicherweise in die Grunge-Schublade gesteckten Rock-Indivi­dualisten: Sie war noch da, jene mit nichts zu vergleichende Aura des Cincinnati-Vierers. Keine Band klingt wie sie, für The Afghan Whigs muss der Journalisten-Terminus „Signature Sound“ erfunden worden sein. Doch rückblickend verliert DO TO THE BEAST an Strahlkraft, vergleicht man es mit seinem Nachfolger. IN SPADES, in atemberaubendem Tempo aufgenommen, präsentiert gereifte Persönlichkeiten, deren Kreativität fast traumwandlerisch in jedem Take, jedem Akzent, jeder Idee, jedem Melodiebogen den richtigen Ausdruck findet. In den zehn Tracks verdichten sich drei Jahrzehnte leidenschaftlicher Experimentierlust beim Erforschen der perfekten Synthese aus Rock und Soul, Hüsker Dü und The Temptations, Sub Pop und Stax, Led Zeppelin und Motown zu einem knapp 40-minütigen, halluzinatorischen Trip in die samten-schwarze Abgründe einer von Vergänglichkeit und Paranoia gezeichneten Lust, wie sie nur Greg Dulli in Klang und Worte fassen kann. Der Albumtitel darf wörtlich ge­­nommen werden: „in höchstem Maße!“

9/10

The Afghan Whigs
IN SPADES
SUB POP/CARGO

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