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Start Blog Seite 752

Little Steven – SOULFIRE

soulfireOhne Springsteen aber mit ganz viel Soulrock, Funk und Nostalgie.

Wäre da nicht seine Festanstellung als Gitarrist in Bruce Sprigsteens E Street Band, man könnte glatt übersehen, dass der Mann aus New Jersey ja eigentlich als Musiker bekannt wurde. Denn zuletzt machte Steven Van Zandt vor allem als Schauspieler von sich reden. Zunächst war da sein Auftritt als Sil bei den Sopranos, dann seine Hauptrolle in der Netflix-Serie Lilyhammer. Jetzt, 18 Jahre nach seiner letzten Platte, kehrt er als Little Steven mit einem Soloalbum zurück. Und fährt dazu ganz groß auf. Bläserfanfaren, Backgroundsängerinnen, jubilierende Orgel, Streicherschmalz und bombastischer Drumsound, alles dabei.

Manchmal wirken die Songs dadurch etwas überladen, der Rocker ›I Saw The Light‹ etwa, der mit mehr Effekt als Substanz daherkommt. Meist macht das alles freilich einen riesen Spaß. Der Titelsong feiert zu funky Gitarre die heilende Kraft der Musik, im unbändig romantischen Soulrock von ›I’m Coming Back‹ heißt es: „I don’t want to live/In a world that’s got no soul.“ Für das James-Brown-Cover ›Down And Out In New York City‹ geht’s in Richtung urbaner Funk, ›The City Weeps Tonight‹ ist zuckersüßer Doo-Wop, ›Blues Is My Business‹, nun ja: Bluesrock. ›Love On The Wrong Side Of Town‹ (mit Springsteen geschrieben) und ›I Don’t Want To Go Home‹ holt sich Van Zandt von Kumpel Southside Johnny zurück, dem er sie in den 70ern überlassen hatte.

SOULFIRE ist im Ganzen ein ungenierter Nostalgie-Trip, der bei den Tempations, den Four Tops, BB King und Phil Spector Halt macht. Es ist eine Hommage an die Musik, die Van Zandt geprägt hat. Eine Rückkehr zu den Wurzeln, die offensichtlich große Freude gemacht hat.

7/10

Little Steven
SOULFIRE
Big Machine Records/Universal

Daniel Romano – MODERN PRESSURE

daniel romano modern pressureEklektische Songs, verwurzelt in Country- und Folkrock.

Auf MOSEY vor einem Jahr gab sich der kanadische Songschreiber als Beatnik und Rockbohemien und fuhr seine Countywurzeln zurück zugunsten von 60s- und 70s-Pop. Radikal ist er davon auf seinem siebten Soloalbum MODERN PRESSURE nicht abgewichen. Allerdings sind die neuen Tracks doch wieder etwas erdiger geraten, ihr Fundament liegt wieder stärker im Country- und Folkrock von Bands wie The Band oder den Byrds. Auf diese Basis setzt Daniel Romano psychedelische Klangspielereien, Mitt­sechziger-Dylan und Retro-Rock’n’Roll. ›The Pride Of Queens‹ steht beispielhaft für die eklektischen Arrangements auf MODERN PRESSURE: Schwelgerischer Folkrock trifft auf ein wuchtiges Gitarrenriff im Refrain und ein beatlesmäßiges Experimentaloutro. In seinen poetischen, bisweilen kryptischen Texten, in denen Verlaine ebenso Platz findet wie die Ramones und Humphrey Bogart, denkt Romano über Einsamkeit, Erinne­rung, vergangene Liebe, Rache und Reue nach. „Every hour we lived in terror, of being the one of us who‘s left behind/We stared into the empty sky, for something that we knew we wouldn‘t find“, klagt er in ›Ugly Human Heart Pt. 2‹. „What’s to become of the meaning of love“, fragt er sich am Ende, „if the changing of life say the truth be untrue“. Herzschmerz liefert eben doch immer noch die besten Songs.

7/10

Daniel Romano
MODERN PRESSURE
NEW WEST RECORDS/ROUGH TRADE

The Dead Daisies – LIVE & LOUDER

dead daisies liveAuf der Bühne am besten aufgehoben.

Selten bis nie kommt es vor, ein Livealbum schon nach dem dritten Studio-Album auf den Markt zu werfen. Bei The Dead Daisies ergibt dies aber durchaus Sinn. Die Supergroup mit Ex-Musikern von Mötley Crüe, Whitesnake, Thin Lizzy und Ozzy Osbour­ne verkörpert jenen schweißtreibenden Rock‘n‘Roll nahe an der Klischeegrenze, der am besten On Stage funktioniert. Das australisch-amerikanische Quintett hat während seiner zurückliegenden Tour Konzerte in Großbritan­nien und Europa mitgeschnitten und davon 16 Songs ausgekoppelt. Der Fokus liegt auf dem 2016er Album MAKE SOME NOISE. Dem Digi­pack liegt noch eine 85-minütige Dokumen­ta­tion mit Interview-Sequenzen und Livemit­schnit­ten bei. Die technisch versierten Hard­rocker spielen extrem tight, Sänger John Corabi harmoniert mit seiner rauen, aber dennoch gefühlvollen Stimme mit den Gitarristen Doug Aldrich und David Lowy – und Brian Tichy sorgt am Schlagzeug für den nötigen Bums. Mal erinnern die Daisies in ihren ruhigeren Momenten an Aerosmith, mal an AC/DC, wenn sie Arsch treten. Außerdem schimmert immer wieder Southern- und Bluesrock durch. Der Sound ist druckvoll und klar, die gute Stimmung im Pub­likum perfekt eingefangen. Kurzum: Die Scheibe macht einfach Spaß, und ist perfekt dafür geeignet, die Sorgen des Alltags einen Moment lang auszublenden.

8/10

Text: Matthias Bossaller

The Dead Daisies
LIVE & LOUDER
SPITFIRE MUSIC/SPV

Jade Jackson – GILDED

jade jacksonErdiger Country-Rock von einer bemerkenswerten Debütantin.

Man sieht sich im Leben gerne mal öfter, das wissen auch Jade Jackson und Mike Ness. Sie hat ihn mit Social Distortion auf der Bühne gesehen, als sie zum ersten Mal ganz alleine bei einem Konzert war. Jetzt hat Mike Ness ihr Debütalbum produziert. Sein Mitwirken ist natürlich interessant, aber dennoch leben die elf Songs zuallererst von Jack­sons starker Präsenz und ihrer raukehligen und doch klaren Stimme, die sowohl in Uptempo-Stücken als auch in Balladen bestens zur Geltung kommt. Man kommt nicht umhin, dabei spontan an gewisse prominente Kol­leginnen zu denken. Lucinda Williams kommt einem beispielsweise sofort in den Sinn, und in ›Back When‹ spürt man auch eine Nähe zur sensiblen Brüchigkeit der frühen Suzanne Vega. Der Vortrag ist angenehm bodenständig und hat erfreulicherweise überhaupt nichts mit dem zu tun, was man aus dem Country-Mainstream kennt. Das gilt auch für die Musik, in der Gitarren, die Rhythmusgruppe, Pedal Steel und Fiedel eine feste und bestens funktionierende Einheit bilden. Zu statisch geht es Gott sei Dank nie vonstatten, dafür sorgen etwa der galoppierende Rhythmus in ›Troubled End‹ oder auch die betont temperamentvoll intonierte Geschichte über eine berauschte Nacht in ›Good Time Gone‹. Davon kann man schlichtweg nicht genug kriegen. Dieses Album ist ein wirklich ex­­zellenter Einstand.

8/10

Jade Jackson
GILDED
ANTI RECORDS/INDIGO

Chris Cornell: Verdacht bestätigt, der Sänger beging Selbstmord

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Am 17. Mai verstarb Soundgarden-Sänger Chris Cornell unerwartet in seinem Hotelzimmer in Detroit. Jetzt ist die Todesursache bekannt: Der Sänger beging Selbstmord, er erhängte sich.

Gestern zeigte sich die Welt geschockt vom plötzlichen und unerwarteten Tod von Soundgarden-Sänger Chris Cornell. Fans und Kollegen trauern um den Ausnahmesänger.

Der Musiker wurde am Mittwochabend nach einem Konzert seiner Band Soundgarden im Fox Theater in Detroit leblos im Bad seines Hotelzimmers aufgefunden. Seine Frau hatte den Sänger telefonisch nicht erreichen können und sich Sorgen gemacht. Als ein Freund von ihm mit Ersthelfern das Hotelzimmer betrat, konnte Cornell nur noch tot geborgen werden, mit einer Schlinge um den Hals. Daraufhin begann die Detroiter Polizei auf Selbstmord zu ermitteln, diesen Verdacht konnten Gerichtsmediziner nun bestätigten.

Seine Familie reagierte geschockt auf die Nachricht. Seine Frau Vicky Karayiannis hatte noch am frühen Abend mit ihrem Mann telefoniert. „Er war alles andere als depressiv, es gab auch in der Zeit davor keinerlei Hinweise auf eine Depression“, erzählte sie der Presse.

Cornell hatte in der Vergangenheit vermehrt mit Drogen- und Alkoholproblemen zu kämpfen und litt seit Teenagerjahren immer wieder an Depressionen, galt jedoch seit mehr als 10 Jahren als clean und geheilt. Er wurde nur 52 Jahre alt.

Chris Cornell: Ermittler gehen „Verdacht auf Selbstmord“ nach

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chris cornell 2008Chris Cornell wurde offenbar tot im Badezimmer seines Hotels aufgefunden. Jetzt ermittelt die Polizei, ob sich der Soundgarden-Sänger umgebracht hat.

Wie verschiedene U.S.-Medien, darunter Billboard, berichten, wurde Chris Cornell in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag tot im Badezimmer des MGM Grand Hotel in Detroit aufgefunden.

Jetzt untersucht die Polizei, ob es sich um einen Selbstmord Cornells handeln könnte. „Als die Ermittler in sein Hotelzimmer kamen, fanden Sie Chris Cornell in seinem Badezimmer liegend, er war unansprechbar und bereits tot“, so Polizeidirektor Michael Woody gegenüber Billboard.

„Wir ermitteln wegen des Verdachts auf Selbstmord“, so Moody weiter. Allerdings müsse man für gesicherte Erkenntnisse zur Todesursache Cornells auf das Ergebnis der medizinischen Untersuchung warten.

Cornells Manager Brian Bumbery sagte heute morgen in einem Statement, der Tod seines Schützlings sei „überraschend und unerwartet“ gekommen.

The Beatles: Fulminantes Re-Issue-Projekt für das Weiße Album geplant

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Am 26. Mai erscheint die neu gemasterte Super-Deluxe-Edition von SGT. PEPPERS LONELY HEARTS CLUB BAND. Doch Produzent Giles Martin plant schon sein nächstes Projekt: das Weiße Album.

Sie wird mit Spannung erwartet, die neue Super-Deluxe-Edition des Beatles Meisterwerks SGT. PEPPERS LONELY HEARTS CLUB BAND, das kommenden Freitag erscheinen wird und neben einem neuen Album-Mix in Stereo auch 100 Minuten unveröffentlichtes Material enthalten wird.

Nun hat Giles Martin, der Sohn des kürzlich verstorbenen Beatles-Produzenten George Martin, der BBC in einem Interview erzählt, dass er sich schon ein neues Projekt ausgesucht hat, nämlich das schlicht THE BEATLES betitelte und von allen nur das Weiße Album/White Album genannte Meisterwerk der Fab Four aus dem Jahr 1968.

„Mit dem Weißen Album wurden die Beatles ein wenig zügelloser“, erzählte Martin. „Es gibt beispielsweise 70 Takes von ›Sexy Sadie‹. Ihre Produktivität war fast schon ein wenig zu viel des Guten. Es gibt also einen Haufen unveröffentlichtes Material. Die Herausforderung besteht nun darin, die richtige Balance zu finden.“

Dieser Prozess ist Giles sehr wichtig, egal wie lange er dauern sollte. „Ich möchte versuchen, das Material so zu zeigen, wie es wirklich ist. Es wird oft behauptet, dass beispielsweise viele Sänger in Wirklichkeit gar nicht singen können und wir Produzenten anschließend alles mit Effekten und Reglern kaschieren. In Wahrheit sind es aber die Künstler, die im Studio stehen und spielen und den Songs Leben einhauchen.“

Die komplette Geschichte hinter SGT. PEPPER könnt ihr in der Titelstory der neuen CLASSIC ROCK-Ausgabe nachlesen, die ab heute im Handel und über unseren Online-Shop erhältlich ist.

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Aktuelle Ausgabe: Das erwartet euch im neuen CLASSIC ROCK MAGAZINE

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classic rock the beatlesTHE BEATLES: 50 Jahre SGT. PEPPER
Wenn etwas den „Summer Of Love“ des Jahres 1967 am treffendsten charakterisiert, dann wohl die kreative Aufbruchstimmung unter dem Motto: „Alles ist möglich. Lasst es uns einfach tun!“
Was musikalisch möglich war, demon­strierten The Beatles mit SGT. PEPPER‘S LONELY HEARTS CLUB BAND: ohne Zweifel ein Meilenstein der Musikgeschichte, nach dessen weltweiter Veröffentlichung am 1. Juni 1967 die Popkultur eine andere war.
Wir befassen uns mit der Entstehung des Albums und seiner kulturellen Bedeutung, zudem sprachen wir in der Abbey Road mit Giles Martin, der die aktuellen, gründlich überarbeiteten Wiederveröffentlichungen betreut hat. We hope you will enjoy the show!

Das neue Heft ist ab dem 18. Mai im Handel erhältlich. Hier könnt ihr euch schon jetzt die neue Ausgabe online und versandkostenfrei bestellen …

chuck berry 2017CHUCK BERRY: einflussreich
Jeder Rock‘n‘Roll-Kundige kennt sie: Songs, die nach Chuck Berry klingen, aber gar nicht von ihm stammen. Wie kommt‘s? Nun, der Mann hat einfach Rahmen geschaffen, in die andere Künstler ihre Bilder hängen konnten. AC/DC etwa, die Beach Boys und die Rolling Stones. Unter anderem.

danzigDANZIG: Königreich
Die Invasion ins Land des „Kings“ ist bereits beschlossene Sache: Mit DANZIG SINGS ELVIS wird Glenn Danzig 2018 in neues Territorium vorstoßen. Zuvor gibt‘s das aktuelle Album BLACK LADEN CROWN, über dessen Entstehung uns der „Evil Elvis“ Rede und Antwort stand.

STEELY DAN: Schulgeschichten
Ostküsten-Nerds auf der Suche nach Perfektion: Walter Becker und Donald Fagen, die kreativen Motoren der Band, lernten sich am elitären Bard College kennen – von dem eine direkte Linie zu Steely Dans Albumklassiker PRETZEL LOGIC von 1974 führt.

little stevenSTEVEN VAN ZANDT: Rockgeschichten
Bruce Springsteens Langzeitbegleiter zündet mit seinen Disciples Of Soul nicht nur das SOULFIRE, sondern kommt auch auf Tour. Wir sprachen mit ihm über die Kraft des Rock‘n‘Roll, dem Van Zandt vor allem eines zuschreibt: „gemacht für die Ewigkeit.“

SAMMY HAGAR: Erfolgsgeschichten
Er wollte um jeden Preis ein Rockstar werden – Mission geglückt. Wie es genau dazu kam, erläutert der 69-jährige Kalifornier im Interview – und blendet dabei auch die Schattenseiten nicht aus. Hagar, heute Solist und einst mit Montrose, Van Halen und Chickenfoot unterwegs, spricht über Erfolg, Scheitern, Arroganz und die Verlockungen des Rock-Business. Oder wie er es ausdrückt: „Ich war eine Schlampe.“

Außerdem mit dabei: Ray Davies, Dan Auerbach, Sid & Nancy, The Leather Nun, Ghost, Anathema, Biters, SXSW Festival, Rock And Roll Hall Of Fame, Sweet, Incubus, Thunder, Black Star Riders, Steve Stevens u.v.m.

Wie immer inklusive CD im Heft, u.a. mit Songs von The Leather Nun, Danzig, Chris Shiflett und Nitrogods!

Das neue Heft ist ab dem 18. Mai im Handel erhältlich. Hier könnt ihr euch schon jetzt die neue Ausgabe online und versandkostenfrei bestellen …