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Love – FOREVER CHANGES 50TH ANNIVERSARY EDITION

Love Forever Changes

Arthur Lees Meilenstein als opulente Jubiläums-Edition.

Was macht einen Meilenstein der Populärkultur aus? Hohe Absatz­zahlen und vordere Chartpositi­onen müssen bekanntlich kein Indiz für Qualität, Innovation und Zeitlosigkeit sein. FOREVER CHANGES, das nach dem selbstbetitelten Debüt und DA CAPO dritte Werk von Love, konnte seinerzeit kaum punkten und war an der Ladenkasse ein echter Rohrkrepierer. Erst durch spätere Generationen, die es für sich entdeckten, entwickelte die LP einen ordentlichen Klassiker-Status. Als das Material entstand, darunter die Songpreziosen ›Old Man‹, ›Alone Again Or‹, ›The Daily Planet‹, ›A House Is Not A Motel‹ und ›Maybe The People Would Be The Times Or Between Clark And Hilldale‹, fühlte sich der damals 22-jährige Lee durch eine Diät aus LSD, Heroin und ju­­gendlichem Überdruss zwar so desolat und entfremdet wie seinerzeit John Cale und Lou Reed, deren damalige Band The Velvet Under­ground auch erst später goutiert werden sollte, doch das Umfeld war ein völlig anderes: In der auf den schönen Schein geeichten Filmmetro­pole Los Angeles konnte man mit offen bloßgelegten Neurosen noch weniger anfangen als in der klaustrophobischen Subkultur Manhattans.

Lees mit Teilen der L.A. Wrecking Crew eingespielte Mixtur aus Baroque-Pop, Folk, Rock, Jazz, Latin, und Psychedelic gestaltete sich um einiges sanfter und nahm den Westcoast-Folk-Pop-Trend vorweg. Komponiert wurden die Songs, als die Band zurückgezogen in Bela Lu­­gosis ehemaligem Anwesen The Castle hauste. Für die 50TH ANNIVERSARY SUPER DELUXE EDITION im Format 30 x 30cm griff man tief in die Archive. Auf vier CDs, DVD und Vinyl-LP finden sich tontechnisch runderneuert jede Menge Raritäten, mit den Backingtracks ›Live And Let Live‹ und ›Wonder People (I Do Won­der‹ sogar bislang unveröffentlichte Aufnah­men.

Für die DVD erstrahlt das epochale Werk im 24/96 Stereo Mix unter Hinzugabe des Promo-Videos von ›Your Mind And We Belong Together‹. Jeweils der komplette Stereo- und Mono-Mix verteilt sich auf die CDs eins und zwei. Ein Dutzend alternative Mixe krönen die dritte Scheibe, Singles (A- & B-Seiten) sowie Outtakes mit 14 Songs schlagen auf der vierten CD zu Buche. Als besondere Zugabe gibt’s ein Hardcover-Buch mit Track-by-Track-Analysen von Ted Olsen.

10/10

Love
FOREVER CHANGES 50TH ANNIVERSARY EDITION
RHINO/WARNER

Recordstore Day 2018: Mit Perlen von Led Zeppelin, AC/DC und Co.

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Am 21. April findet wieder traditionell der beliebte Record Store Day statt. Auch in diesem Jahr gibt es einige Schmankerl von legendären Rock-Größen zu ergattern.

Zum 11. Mal findet am Samstag, den 21. April, in Deutschland der Record Store Day statt. Wie immer geht es darum, tolle und besondere Veröffentlichungen und Re-Releases in kleinen Indie-Plattenläden zu erwerben.

Nebst schmucken Platten von Motörhead, The Pretty Things und vielen mehr werden AC/DC ihr legendäres Album BACK IN BLACK auf Kassette wiederveröffentlichen und auch Jimmy Page von Led Zeppelin wartet mit einer limitierten, gelben 7″ mit bisher unveröffentlichten Versionen von ›Rock and Roll‹ und ›Friends‹ auf.

Die gesamte Liste der diesjährigen Record Store Day Veröffentlichungen findet ihr hier.

Neuerscheinungen: Ab heute im Plattenladen

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Neil Young ParadoxWas gibt es Schöneres, als das Wochenende mit ein paar herrlichen musikalischen Perlen einzuläuten. Diesen Freitag stehen die Neuheiten von Neil Young, Bullet, A Perfect Circle und Black Stone Cherry abholbereit in den Plattenregalen eures Vertrauens.

Auf PARADOX experimentiert Neil Young mit einem apokalyptisch wirkenden Soundtrack zu einer verfilmten, dystopischen Zukunftsvision:

Mit EAT THE ELEPHANT liefern A Perfect Circle trotz des eher verstörend wirkenden Artworks ein gelungenes und eingängiges Album ab:

Auch auf DUST TO GOLD hauen Bullet dem Hörer, ähnlich wie Accept, kreischenden Metalgesang und knallharte Riffs um die Ohren:

Auf ihrer neuen FAMILYTREE mischen Black Stone Cherry gekonnt Hard Rock, Gospel und Funk unter ihren modernen Rock’n’Roll:

Bullet – DUST TO GOLD

Bullet Dust To Gold

Rost’n’Roll.

Über 50 Jahre auf dem Buckel und noch immer kein bisschen altersschwach: Der Tourbus von Bullet, ein Volvo Baujahr 1964, hat es aufs Cover der neuen Platte geschafft. Kein Wunder, gilt der betagte Sechszylinder-Hobel doch als rollendes Hotel der Schweden, in dem es nach Bier, Benzin, Schweiß und anderen Ausdünstungen duftet. Vor allem aber erzählt der rostige Oldie die Geschichte der Band, die seit dem Grün­dungs­jahr 2001 jede Menge Dreck und Kilometer ge­­fressen hat, um dorthin zu gelangen, wo sie im Jahr 2018 steht. Da lag es auf der Hand, das sechste Bullet-Album DUST TO GOLD zu nennen und einmal mehr zeitlosen Heavy Metal mit Haupthaar-Schüttel- und Vollgas-Garantie zu zelebrieren. ›Speed And Attack‹, die schnelle Eröffnungsnummer im besten NWOBHM-Stil, gibt die Marschrichtung vor und tritt das Gaspedal voll durch. Aber auch mit etwas an­­gezogener Handbremse knallt’s, etwa bei der an AC/DC erinnernden Midtempo-Hymne ›Wildfire‹ oder beim groovigen ›Fuel The Fire‹. Hoffen wir, dass der nächste TÜV-Termin noch auf sich warten lässt und der ranzige Volvo noch viele Tausend Kilometer abspulen darf. Die alte Rampensau.

7/10

Bullet
DUST TO GOLD
STEAMHAMMER/SPV

Black Stone Cherry – FAMILY TREE

Familienwirtschaft.

Auch wenn sie keine Familie im eigentlichen Sinne sind, fußen Black Stone Cherry doch auf quasi-familiärer Zusammen-gehörigkeit. Kein einziger Beset­zungswechsel in der 17-jährigen Geschichte des Vierers spricht Bände. Gegründet in der amerikanischen Kleinstadt Edmonton in Ken­tucky, besteht das Line-up bis heute aus Chris Robertson (Gesang, Gitarre), Ben Wells (Gesang, Gitarre), John Lawhon (Bass, Ge­­sang) und John Fred Young (Schlagzeug). Youngs Vater Richard und sein Onkel Fred sind Mitglieder der absolut kultigen Country-Rock’n’Roots Band The Kentucky Head­Hunters, in deren Bungalow die Band erste Gehversuche schon während der Highschool-Zeit unternahm. Impressionen und Farbtupfer von den Vorbildern der 60- und 70er-Jahre, also von Bands wie Cream, Lynyrd Skynyrd, ZZ Top, Bad Company, Led Zeppelin, The Faces, Uriah Heep und Montrose hat das Quartett von jeher verarbeitet. ›Dancin’ In The Rain‹, ein Duett mit Gov’t Mule/Ex-All­man-Brothers-Gitarrist Warren Haynes ge­­hört zu den überzeugenden Tracks. Der ab­­schließende Titelsong ›Family Tree‹ macht sich druckvoll gut. ›Ain’t Nobody‹ startet wie Rose Tattoo, ›The Last Breath‹ mit seinen gospelartigen Chören und Gesangspassagen ist auch ausgezeichnet, das funky ›James Brown‹ kann man ebenfalls auf der Habenseite verbuchen. Das ist jedoch insgesamt zu wenig, denn wie schon auf den vorherigen Alben krankt es über die Distanz von 13 Tracks ein wenig an der Qualität der Songs, die Robert­son, wie schon beim Vorläufer KENTUCKY, in Szene gesetzt hat.

7/10

Black Stone Cherry
FAMILY TREE
MASCOT/ROUGH TRADE

Neil Young + Promise Of The Real – PARADOX

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Neil Young Promise Of The Real Paradox

Western-Soundtrack mit Live-Aufnahmen, Coverversionen und neuen Songs.

Ein Gitarrenanschlag von Neil Young, der zu einem bedrohlichen Wabern wird, und Willie Nelsons Stimme eröffnen mit ›Many Moons Ago In The Fu­­ture‹ den Soundtrack zu Daryl Hannahs (Youngs Lebenspartnerin) Western „Paradox“. Der von Nelson gesprochene Track wirkt wie ein Prolog und weist mit den Worten „thankfully music helped our spirits fly“ gleich mal auf die wichtige Rolle der Musik im Film hin. Entscheidender als die Worte ist aber die Stimmung, die im ersten Song aufkommt. Der Sound der Gitarre und die düstere, merkwürdig futuristisch wirkende Stimme lassen eine apokalyptische Atmosphäre entstehen, die gut zur Westernvorlage passt. Die erzählt ja eine teils dystopische Geschichte, angesiedelt „sometime in the future past“. Auf dem Großteil des Albums, das aus Live-Aufnahmen (wie ›Pocahontas‹), Cover-Versionen (von Willie Nelson und den Turtles) und neuen eigenen Liedern besteht, wird der Kanadier von Promise Of The Real begleitet, der Band von Nelsons Sohn Lukas, der wie Bruder Micah und Young selbst im Film zu sehen ist. Das gelungenste der neuen Stücke ist das stampfende, von Gitarre und Mundharmonika dominierte ›Running To The Silver Eagle‹. Ebenso wie beim imposanten ›Cowgirl Jam‹ fragt man sich gespannt, was da wohl gerade so auf der Leinwand passiert. Am Ende der Platte steht das auf fast kindliche Weise schöne ›Tumbleweed‹ von Youngs Album STORYTONE.

7/10

Text: Vincent Numberger

Neil Young + Promise Of The Real
PARADOX
REPRISE/WARNER

A Perfect Circle – EAT THE ELEPHANT

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Grandioses Comeback einer grandiosen Band.

Das Artwork mit Sänger Maynard James Keenan als Zwitter aus Cyborg und Riff Raff, der einen schleimig-blauen Oktopus offeriert, wirkt eher abstoßend. Umso überraschender, weil zugänglicher ist dagegen die Musik, denn auf ihrem ersten Album seit 14 Jahren erfindet sich die Allstar-Band aus Mitgliedern von Tool, Pus­cifer, Smashing Pumpkins und Eagles Of Death Metal komplett neu. Statt in hartem, kantigem Alternative-Rock schwelgt das Kollektiv in einem opulent-bombastischen Gebräu aus Electronica, Rock und klassischen Film-Scores. Da treffen Streicher, Harfe und Klavier auf Se­­quenzer und atmosphärische Gitarren, die für einen manisch intensiven Düstersound von wahrhaft cineastischem Ausmaß sorgen. Eben Hans Zimmer in morbid – und verfeinert mit einem ungewohnt melodischen, fast schon süßen Gesang sowie bitterbösen Texten über die Irrungen und Wirrungen des Zeitgeists. Wobei Maynard die Mächtigen und Reichen, aber auch die Lethargischen und Blinden aufs Korn nimmt, mal „Per Anhalter durch die Ga­­laxis“ (›So Long, And Thanks For The Fish‹) zi­­tiert, den verstorbenen Ikonen der Popkultur (›The Doomed‹) huldigt und als Lösung des Trump-Problems die gute, alte Schrotflinte empfiehlt (›Get The Lead Out‹). Tolles Album. Mehr davon!

9/10

A Perfect Circle
EAT THE ELEPHANT
BMG/WARNER

Gewinnspiel: Sichert euch hier das neue Album von Black Stone Cherry!

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Black Stone Cherry Family Tree Gewinnspiel„Auf FAMILY TREE sind all unsere musikalischen Einflüsse zu hören. Dennoch haben wir darauf unseren ganz eigenen, einzigartigen Southern-American-Rock’n’Roll-Sound geschaffen.“ So freut sich Drummer John Fred über das neue Album von Black Stone Cherry. Das erscheint morgen, wir verlosen ab sofort drei Exemplare davon.

Um teilzunehmen, schickt einfach eine Mail mit dem Betreff „Black Stone Cherry“ an verlosung@crmag.de. Viel Erfolg!