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Tenacious D: „The Pick Of Destiny“ bekommt Fortsetzung

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Tenacious D Pick Of DestinyJack Black hat einen zweiten Teil von „The Pick Of Destiny“ angekündigt. Black und Kyle Gass, sein Kollege bei Tenacious D, spielten im Kultfilm von 2006 die Hauptrollen.

Am Wochenende traten Tenacious D neben Acts wie Jack White, den Queens Of The Stone Age oder The National auf dem Shaky Knees Festival in Atlanta auf. Dabei überraschte Jack Black mit einer Ankündigung.

Im Oktober werde es eine Fortsetzung von „The Pick Of Destiny“ (deutscher Titel: „Kings of Rock“) geben, so Black. „Ich weiß noch nicht genau, wo man das Ganze sehen können wird, aber wir haben beschlossen, dass es passieren wird, also wird es erscheinen.“

Im ersten Teil des Kultstreifens von 2006 spielten Black und Bandkollege Kyle Gass zwei Verlierer, die sich aufmachen, Rockstars zu werden. Foo Fighter Dave Grohl trat als Teufel auf.

Hier ist der Trailer zu „The Pick Of Destiny“ von 2006:

CLASSIC ROCK empfiehlt: Hier Tickets für Incubus sichern!

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incubus promoDieses Jahr kommen Incubus, Bullet For My Valentine und Godsmack nach Deutschland. Tickets für die Shows gibt es ab sofort.

Incubus

Vergangenes Jahr haben Incubus ihr achtes Album mit dem passgenauen Titel „8“ veröffentlicht, im Spätsommer schaut die Alternative-Band um Brandon Boyd für vier Konzerte vorbei – nach sechs Jahren Pause.

Incubus live 2018:

20.08. Berlin, Columbiahalle
21.08. Hamburg, Mehr! Theater am Großmarkt
28.08. Köln, Palladium
01.09. München, TonHalle

Bullet For My Valentine

20 Jahre Bullet For My Valentine: Ihr Jubiläum feiern die Metalcore-Helden 2018 auch in Deutschland. Im Gepäck haben sie dann die neue Platte GRAVITY (kommt am 29. Juni) – und ihren Support Of Mice & Men.

Bullet For My Valentine live 2018:

24.10. Berlin, Columbiahalle
26.10. Frankfurt am Main, Jahrhunderthalle
27.10. Köln, Palladium
28.10. München, Zenith
03.11. Leipzig, Haus Auensee

Godsmack

Die US-Hardrocker sind zurück! Nach vier Jahren ist im April endlich das siebte Album der Band erschienen: WHEN LEGENDS RISE. Im November sind Godsmack auf Tour unterwegs.

Godsmack live 2018:

02.11. Hamburg, Gruenspan
11.11. Berlin, Heimathafen
12.11. Köln, Live Music Hall
19.11. München, Backstage (Werk)

David Bowie – THE LITTLE BOX OF DAVID BOWIE

The Little Box Of David Bowie

Schatzkästlein mit drei Schubfächern: zum Teil unveröffentlichte Bowie-Preziosen.

Auch nach Jahrzehnten lassen sich von David Bowie noch zuvor ungehobene Audio-Schätze zutage fördern. Einer davon befindet sich nun auf dem 3-CD-Set THE LITT­LE BOX OF DAVID BOWIE (COLLECTOR’S PACKAGE): Wenige Monate, nachdem die Kunstfigur ZIGGY STARDUST ihren Bühnen­rücktritt verkündet hatte, schlüpfte ihr Erfinder in London abermals in die Rolle des Außer­irdischen. Zwischen dem 18. und 20. Oktober standen im TV-Studio und im Marquee Club Bowie, The Spiders From Mars, das Chortrio The Astronettes sowie diverse Gäste vor den TV-Kameras des US-Senders NBC, um das nur in den USA ausgestrahlte Spektakel „1980 Floor Show“ aufzuzeichnen.

Live-Premiere feierten seinerzeit sowohl das Funk-Opus ›1984/Dodo‹ als auch die Sixties-Covers ›Sorrow‹, ›Every­thing’s Alright‹ und ›I Can’t Explain‹ von der LP PIN UPS. Delikat abgeschmeckt mit den Bowie-Originalen ›Time‹, ›Space Oddity‹ und ›The Jean Genie‹ sowie den Bands Carmen (›Bulerias‹, ›Bullfight‹) und The Troggs (›Wild Thing‹, ›I Can’t Control Myself‹). Im Sonny & Cher-Cover ›I Got You Babe‹ assistierte Bowie die damals schwer heroinabhängige Marianne Faithfull, die solo auch noch Noel Cowards ›20th Century Blues‹ und ihren 64er-Hit ›As Tears Go By‹ zum Besten gab.

Disc II füllt sich mit 14 Tracks, als Bowie in Iggy Pops Tourneeband Keyboards und Harmoniegesang beisteuerte. Aufgenommen am 28. März 1977 im leeren Aragon Theater von Chicago für eine lokale Radiostation, finden sich Hartmetall-Versionen sowohl von Stooges-Klassikern (›Dirt‹, ›No Fun‹, ›TV Eye‹, ›Raw Po­­wer‹, ›Gimme Danger‹ ›I Wanna Be Your Dog‹) als auch Solo-Stoff (›Funtime‹, ›Sister Mid­night‹, ›China Girl‹). Zwei weitere Songs stammen vom 15. April 1977 aus der „Dinah Shore Show“ in Los Angeles. Auf der dritten CD versammeln sich 23 Originale, darunter Jacques Brels ›La Mort‹, Lotte Lenyas ›Alabama Song‹, Nina Simones ›Wild Is The Wind‹ und Charles Mingus‘ ›Wham Bam Thank You Ma’am‹, die Bowie entweder mal coverte oder von denen er sich inspiriert fühlte.

8/10

David Bowie
THE LITTLE BOX OF DAVID BOWIE (COLLECTOR’S PACKAGE)
BROADCAST ARCHIVE

CLASSIC ROCK präsentiert: Fuck Yeah live!

Die Mannen von Fuck Yeah haben gerade erst ihr neues Album veröffentlicht. Ein paar Live-Termine stehen auch noch an.

Fuck Yeah aus München um Frontmann Markus Naegele vermischen Post-Punk, Glam und Indie mit viel Underground zu einem ganz eigenen und angenehm unaufgeregten Klanggemisch. Die Truppe hat gerade eben ihr neues Album FUNNY FARM herausgebracht, ein paar Live-Shows im Mai folgen jetzt.

Konzerte von Fuck Yeah:

16.05. Berlin, Maze
17.05. Hamburg, Nochtwache
22.05. Köln, Blue Shell

Bob Dylan And The Band – 1974 TOUR LIVE

Bob Dylan 1974 Tour Live

Lasst uns auf Reisen gehen, Jungs: zwei Konzertmitschnitte der 74er Comeback-Tour.

Seit dem ominösen Motorradunfall von 1966 verzichtete Bob Dylan weitgehend auf Tournee-aktivi­täten. Bis auf das ISLE OF WIGHT FESTIVAL (1969) und das CON­CERT FOR BANGLA DESH (1971) blieb His Bob­ness der Bühne fern. Es entsprang seiner Trotz­haltung gegenüber dem damaligen Manager Albert Grossman, der Dylan gerne auf Dauertour entsandt hätte. Wiedervereint mit The Band, aber ohne Grossman, folgte nach achtjähriger Tourneepause vom 3. Januar bis zum 14. Februar 1974 eine lediglich auf die USA konzentrierte Gastspielreise mit 40 Shows.

Im Vinyl-Doppel-Format wurde sie auf BEFORE THE FLOOD (1974) festgehalten, Dylans zweiter und finaler Veröffentlichung für das Label Asylum, bevor er wieder in den Schoß von Columbia zurückfand. Weiteres Material aus gleicher Ära kursiert seit Jahrzehnten auf Bootleg. 1974 TOUR LIVE fasst auf drei CDs mit insgesamt 48 Tracks zwei frisch remasterte Shows der ersten Tour-Phase zusammen, aufgezeichnet von den lokalen Radiosen­dern WBCN und WNEW-FM: Im Boston Garden vom 14. Januar erfolgte der Einstieg mit jenem Song, den Keith Richards einst auf seinen Plattenspieler legte, nachdem Scotland Yard im Februar 1967 die legendäre Drogenrazzia auf seinem Anwesen Redlands beendet hatte: ›Rainy Day Woman #12 & 35‹ von BLONDE ON BLON­DE mit der denkwürdigen Zeile „Everybody must get stoned“. Weitere Preziosen folgten mit ›Lay Lady Lay‹, ›I Don’t Believe You‹, ›Ballad Of Hollis Brown‹ und ›Just Like A Woman‹, unterfüttert mit The Bands ›Stage Fright‹, ›Up On Cripple Creek‹ und ›The Night They Drove Old Dixie Down‹.

Im New Yorker Madison Square Garden am 31. Januar eröffnete ›Most Likely You Go Your Way And I’ll Go Mine‹, ebenfalls von BLON­DE ON BLONDE. Im weiteren Verlauf überraschte Meister Dylan mit Aktuellem wie ›For­­ever Young‹ und ›Knocking On Heaven’s Door‹, aber auch mit den Evergreens ›Highway 61 Revisited‹, ›Just Like Tom Thumb’s Blues‹, ›Bal­lad Of A Thin Man‹ und ›All Along The Watch­tower‹. The Band glänzte mit ›The Weight‹, ›Rag Mama Rag‹, ›When You Awake‹, ›King Harvest (Has Surely Come)‹ und ›This Wheel’s On Fire‹.

7/10

Bob Dylan And The Band
1974 TOUR LIVE
ROXVOX/SOULFOOD

Video der Woche: Black Sabbath – ›Never Say Die‹

Bill Ward wird stolze 70 Jahre alt. Im ‚Video der Woche‘ zeigen wir ihn 1978 bei der Performance von ›Never Say Die‹.

Ein echtes Tier am Schlagzeug! Zum Ehrentag von Bill Ward gibt es heute im ‚Video der Woche‘ einen Auftritt von Black Sabbath aus dem Jahr 1978 zu sehen. Damals spielte das Quartett im Zuge ihres neuen Albums NEVER SAY DIE! im Hammersmith Odeon in London.

Black Sabbath live mit ›Never Say Die‹:

Reef – REVELATION

Reef Revelation

Back in the village.

Eine Offenbarung ist REVELATION jetzt nicht geworden, aber dennoch ein sehr gutes Old-School-Rock’n’Roll-Album mit einer dicken Prise Soul und R&B. Satte 18 Jahre sind seit dem Vorgänger GETAWAY ins Land gezogen und immerhin auch acht, seitdem sich das Quartett wiedervereinigt hat. Original-Gitarrist Kenwyn House ist vor vier Jahren ausgestiegen, seinen Platz übernahm Jesse Wood, der Sohn von Stones-Gitarrero Ron Wood. Neuer Mann, neuer Mut, neue Sounds. Definiert wird Reefs Karriere von jeher durch ›Place Your Hands‹ vom Zweitwerk GLOW, das George Drakoulias in Szene setzte, der auch auf REVELATION wieder am Start ist und nicht nur produziert hat, sondern auch als Co-Autor aller Songs eingetragen ist. Der Opener ›Revelation‹ klingt wie AC/DC, eine Farb­­komponente, die nicht so recht zu Reef passen will. ›My Sweet Love‹, ein Duett mit Sheryl Crow und auch die erste Single, ist arg poppig, aber schön. ›Provide‹ ist die erste Nummer von vielen, die mit einer Menge Gospel- und R&B-Einflüssen aufwartet. Dazu ge­­hören eben noch ›How I Got Over‹, ›Don’t Go Changing Your Mind‹, das wundervolle ›First Mistake‹ (bester Track des Albumss), das Lovin’-Spoonful-Cover ›Darling Be Home Soon‹ und ›Lone Rider‹. Immer wenn es etwas rockiger wird, wie in ›Precious Metal‹ oder ›Ball And Chain‹, offenbaren die Stücke ihre Schwächen, lediglich ›Just Feel Love‹ genügt als Song mit Rock-Attitüde dem Anspruch. Feines Comeback mit Wohlfühlcharakter.

7/10

Reef
REVELATION
EARMUSIC/EDEL

Mötley Crüe: Die vier letzten Tage des Sleaze Rock

13 Monate, 158 Shows, Einnahmen jenseits der magischen 100.000.000-Dollar-Grenze, eine Schlagzeugachterbahn und vier Sunset-Strip-Legenden – das war Mötley Crües THE FINAL TOUR. Eine Konzertreise, die die erste Sleaze-Rock-Band des Planeten ein letztes Mal mit einer der atemberaubendsten Konzertproduktionen der Rockgeschichte rund um den Erdball führte.

27.12.2015
MGM GRAND GARDEN ARENA, LAS VEGAS: WO IST ALICE?

In Sin City ist der Teufel los. Spaßtouristen und Familien drängeln sich dicht an dicht – ein eher ungewöhnliches Bild für die Enter­tain­mentmetropole. Die nächste Stufe dieses Culture Clash wartet im hinteren Teil des MGM Grand, in dem Casino, Shoppingmeile und Entertainment District ineinander übergehen. Wie eine besonders brave Schulklasse stehen die zu 99 Prozent in Mötley-Crüe-Merch gekleideten Fans in Zweierreihen und drei Schleifen auf einer Länge von knapp einem Kilometer vor den Türen des Gardens. Dank dem angeborenen deutschen Drängeln, einer 32oz (ca. 0,75l) großen Bierdose und dem geschulten Sonnenbrillenkonzertblick führt der Weg an der kompletten Schlange vorbei und schnurstracks zum Box Office. Dort angekommen erklärt eine freundliche Mitarbeiterin des Resorts, dass es nicht be­­kannt sei, ob heute Alice Cooper zwischen der Crüe und The Struts (die hier aufgrund von strapazierten Nerven das erste und letzte Mal Erwähnung finden) sein Horrorkabarett aufführen wird. Im Inneren der Halle angekommen wird klar, dass an diesem Sonntag definitiv niemand einen abgehackten Kopf in der Wüste verscharrt und die Zeit bis Mötley Crüe mit 14-Dollar-Bier überbrückt werden muss. Drei Bier und eine knappe Stunde langweiliges Gedudel später ist es so weit: Nikki, Mick, Vince und Tommy legen mit ›Girls, Girls, Girls‹ und gefühlten drei Lach­gas­ein­spritzungen mehr als bei den Konzerten in Deutschland los. Es kracht, es raucht und irgendwie schiebt man den Ge­­danken, dass dieser großartige Budenzauber in fünf Tagen Geschichte sein wird, ganz ganz weit weg.

28.12.2015
STAPLES CENTER, LOS ANGELES: DER SCHATTEN EINER LEGENDE

Leicht verkatert geht es mit SHOUT AT THE DEVIL (1983) im Ohr zum McCarran Airport. Einen angenehmen Flug und eine lustige Shuttlefahrt (inklusive knurrigem Fahrer) später präsentiert sich Downtown Los Angeles im kalifornischen Winter von seiner schönsten Seite. Während des Check-Ins outet sich der Portier als Crüe-Head und gibt noch einige Tipps für Bars in der Umgebung. Dank einer nur zehnminütigen Fußdistanz zwischen Hotel und Staples Center kann man getrost etwas trödeln und im Netz surfen… was dort allerdings auf der Startseite von Blab­bermouth prangt, verhagelt allen in Se­­kundenschnelle die Laune: Lemmy Kilmister ist gestorben. Als zehn Minuten später das Emailprogramm klingelt und eine Mail diesbezüglich von Lemmys Promoterin zu finden ist, macht sich totale Ernüchterung breit. Auf dem Weg zum Staples Center wird das Ableben Kilmisters zwischen Motörhead-Anekdoten heiß diskutiert und lässt den eigens für THE FINAL SHÖWS aus dem Boden ge­­stampften Shoppingtraum namens Crüe L.A. zur Nebensächlichkeit verkommen. Dank Vince Neil, der nach den ersten drei Songs eine wirklich tolle und respektvolle Ansprache zu Ehren Lemmys hält, ist wenigstens wieder etwas Rock’n’Roll-Rowdyness hergestellt und Mötley Crüe zünden mit massiv mehr Pyrotechnik als noch in Las Vegas in der Heimstätte der L.A. Lakers ein zum in die Knie gehendes symbiotisches Feuerwerk aus Musik und Hollywoodunterhaltung.

30.12.2015
STAPLES CENTER, LOS ANGELES: LIGHTS, CAMERA, ACTION

Nach einem Tag Pause wird die Gier nach Merchandising bei Crüe L.A. dann doch be­­friedigt. Hier gibt es wirklich alles, was das Fanherz begehrt. Angefangen vom obligatorischen Konzertshirt über limitierte Lederjacken bis hin zu signierten Gitarren und M.C. gebrandeten Kühlschränken im Marshall- Amp-Design. Eine Gruppe Japaner in perfekten Mötley-Outfits kauft gleich alle vier angebotenen Gitarren- und Bassmodelle plus eine Wagenladung an Shirts, Hoodies plus Kleinkram und erntet dafür beim zücken der schwarzen Mastercard seitens der Verkäuferin verdutzte Blicke. Auf dem Rundweg zu den Plätzen steht eine lächelnde Mitarbeiterin des Staples Centers: „Wollt ihr VIP Upgrades gewinnen?“ Da dies mit der Eingabe der Ad­­ressdaten an einem Touchscreen geschehen soll und Bayern inklusive deutscher Postleitzahl komischerweise nicht zur Auswahl steht, gibt es Premiumtickets ohne Gewinnspiel mit dem Kommentar: „Wer so weit für eine Band reist, hat das sowieso verdient!“ Warum die Karten der nicht verkauften VIP Packages verschenkt werden, wird beim Be­­treten des Parketts sofort klar – heute filmt die Crew um Regisseur Jeff Tremaine, der sich auch für die Kinoadaption von „The Dirt“ verantwortlich zeigt, die B-Roll der Silvestershow. Nach 156 gespielten Gigs läuft der Crüe­­­motor wie ein hochgezüchteter V8, Neils Stimme ist in Bestform, Sixx ist wieder ge­­fühlte 20, Mars raucht trotz massiver Probleme mit seinen Lungenflügeln während Lees Drumsolo zwei Kippen und irgendwie sieht das hier alles nicht so aus, als ob ernsthaft je­­mand einen Gedanken daran verschwendet, dass in gut 24 Stunden alles unweigerlich vorbei sein wird.

31.12.2015
STAPLES CENTER, LOS ANGELES: EIN ABSCHIED MIT PANNEN

Von Alice Cooper fehlt indes immer noch je­­de Spur, obwohl sein Logo an jedem Ge­­tränke- und Futterstand prangt. Eine offizielle Erklärung, warum The Coop selbst heute mit Abwesenheit glänzt, gibt es nicht. Während der Vorband verbringen gefühlte 90 Prozent aller Crüe-Heads auf dem Premier Level ihre Zeit damit, Bier, Supernachos oder die zur Feier des Tages exklusiven Final-Show-Shirts zu erstehen, um da­­mit ge­­mütlich auf einem der Ledersofas zu chillen. Heute beginnt das Set um 22.30 Uhr, damit Vince, Nikki, Mick und Tommy mit dem Höhepunkt der Produktion kurz nach dem Anbruch des neuen Jahres ihre gemeinsame Karriere beenden können – so der eigentliche Plan. Bei der ersten Ansage kämpft der sonst stets gut gelaunte Vince mit den Tränen. Danach donnert die Show wie gewohnt weiter. Der erste Patzer des 31.12. ist gleichzeitig ein Novum der ganzen Tour: Tommy bleibt kopfüber in der Crüecify stecken und muss per Hand von etlichen schwindelfreien Roadies aus der Achterbahn befreit werden. Diese Verzögerung bringt nun den kompletten Ablauf ins Straucheln: Der Countdown fürs neue Jahr kommt ganze neun Minuten zu spät, Neil flucht neben dem Mikro so laut, dass es in der ganzen Halle zu hören ist, die seit vier Tagen für diesen Moment unter dem Dach der Arena befestigten Ballons wollen gerade über der Bühne partout nicht aus ihrem Netz fallen und komischerweise ist das Mikro von Mars, der sich vor der Zugabe von den Fans verabschieden möchte, stumm geschaltet. ›Home Sweet Home‹ besiegelt nach dem letzten Bad in der Menge unwiderruflich die Karriere der größten Sleaze-Rock-Band der Musikgeschichte. Dass gerade an diesem Abend kein Wort, geschweige denn ein Gastauftritt von ehemaligen Mitgliedern wie John Corabi, Samantha Maloney oder eine Laudatio über den verstorbenen Randy Castillo ihren Weg in die gut 2,5 Stunden lange Show findet, ist nach Auffassung vieler Fans der überirdische Grund für die kleinen Missgeschicke.
Irgendwie passt dieses Ende zur Crüe, denn wann in ihrer 35-jährigen Karriere lief schon etwas ohne Drama ab?