Fuck Yeah – FUNNY FARM

-

Fuck Yeah – FUNNY FARM

Fuck Yeah Funny Farm

Die Wucht der Wechsel.

„Week by week I’m shrinking, week by week I’m thinking: Is this what I wanted?“, fragt Markus Naegele immer wieder insistierend. Er muss es raus lassen, macht den Mund auf und legt den Hebel um. Energie und Impetus sind vorhanden, aber es erschlägt den Hörer nicht. In ›Hippo‹ steckt erst Punk-Druck, dann wird es verträumter, geht es um den Ausflug eines Nilpferds zum Polarkreis. Fuck Yeah nehmen sich auf ihrem zweiten Album die Freiheit, über so etwas nachzudenken. Sie reißen nie einen Stil herunter, achten dafür auf Schattierungen. In ›Bad Seeds‹ wird es akustisch, spartanisch, intim. ›Remember‹ ist ruppiger, es kommen einige Grundeinflüsse der Band (Replacements, Dinosaur jr.) zum Vorschein. Für ›No Fuck-Up‹ setzen die Münchner auf an Johnny Marr angelehnte, perlende Gitarrenak­korde. ›How I Learned To Love (The Dead)‹ klingt keineswegs morbide. Es geht vielmehr um die Beziehung zu The Grateful Dead, dazu gesellt sich das Raffinement von sanften Disco-An­spielungen. Fuck Yeah sind vor drei Jahren recht spontan auf der Szene erschienen. Nun verstärken sie den Eindruck, reizen sie mehr Mittel aus und sorgen dafür, dass nicht gleich wieder alles verpufft. Und zwar auf fucking packende Art und Weise.

8/10

Fuck Yeah
FUNNY FARM
MY REDEMPTION RECORDS/CARGO

Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Das Neueste

Snowy White: Frieden geschlossen | uncut

Auch wenn Snowy White seit Jahren zu Protokoll gibt, wahrscheinlich die letzte Platte seines Lebens aufgenommen zu haben, erfreut...

Video der Woche: Taste ›What’s Going On‹ (Live At The Isle Of Wight Festival 1970)

Heute wäre Rory Gallagher 76 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass gehen wir zurück ins Jahr 1970, seinem letzten...

Werkschau: Unser großer Albumguide zu Bon Jovi

Die Band aus New Jersey hielt ihrem Markenzeichen-Sound (fast) immer die Treue und bescherte uns damit Jahrzehnte voller Rockhymnen. Unverzichtbar SLIPPERY...

Neuheiten: Ab heute im Plattenladen

Bruce Dickinson: THE MANDRAKE PROJECT "THE MANDRAKE PROJECT ist das siebte Soloalbum von Bruce Dickinson und erscheint 19 Jahre und...

CLASSIC ROCK präsentiert: Sweet live!

Nach dem großen Andrang auf ihre Abschiedsshows im Jahr 2023 und dem großen Erfolg ihresletzten Albums ISOLATION BOULEVARD beschlossen...

Walter Trout: BROKEN

Zwischen Wut und Besänftigung Rockig und trotzig gibt sich der 72-jährige Walter Trout, wenn er in Metaphern seine Sicht auf...

Pflichtlektüre

Iggy Pop – BOOKIES CLUB 870 (LIVE RADIO BROADCAST)

Ein aufbereiteter Live-Mitschnitt vom September 1980. Als Iggy Pop und...

Ghost: PHANTOMIME

Der Meister des Coverns verghostet wieder Wenn Künstler*innen auf den...

Das könnte dir auch gefallen
Für dich empfohlen