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Guns N’ Roses – APPETITE FOR DESTRUCTION – REMASTERED AND EXPANDED

guns n roses press

Axl & Co. feiern den Zerstörungsdrang mit einem großen Akt. Ihr Überdebüt erscheint in fünf neuen Formaten.

Sinn macht das Ganze jetzt natürlich schon, 31 Jahre nach Erscheinen des Originals. Die Band ist in die nächste Phase ihrer „Not In This Lifetime“-Tour übergegangen, spielt vom 3. Juni (Berlin) bis 24. Juli (Reykjavik) in Europa und hat ein Set mit 37 Stücken vor der Brust. Ein ganzer Hieb mit Wiederveröf­fentlichungen des sagenhaften Debütalbums begleitet die Show und soll Fans der unsterblichen Hardrock-Legenden wieder richtig auf den Geschmack bringen.

„Wie groß ist eurer Appetit?“, steht auf der Homepage in Anspielung auf fünf erhältliche Varianten geschrieben. An der Spitze steht das „Locked N’ Loaded Edition Box-Set“. Es übertrifft in puncto Umfang und Gestaltung nahezu alles, was es in vergleichbarer Art schon von anderen Künstlern gibt. Vier CDs, eine Blu-ray Audio, sieben LPs, sieben Vinyl-Singles und ein 96-seitiges Hardcover-Buch bilden den Stamm des Pakets. Stück­zahl: 10.000 weltweit. Alles wird in einer Holzkiste mit veganem Leder und handgefertigtem 3D-Kreuz geliefert. Drinnen befinden sich u.a. auch ein 32GB-Metall-Kreuz inkl. USB-Stick mit High-Resolution-Audio-Formaten aller vier CDs, zwölf neue illustrierte Drucke zu jedem Song des Albums, fünf Metall-Gitarrenplek­tren mit Band-Totenköpfen und Unterschriften, ein Turntable-Aufleger, Sammlermünzen und ein Bandana. Kostenpunkt: 975 Euro.

Vom musikalischen Teil konnte man sich auszugsweise im Rahmen einer Präsentation der Plattenfirma im Berliner „Gibson Showroom“ überzeugen. Zuerst wurden Remastered-Versionen der Originaltracks vorgestellt, darunter die von ›Welcome To The Jungle‹. Slash und Steven Adler dürften mit der Abmischung wegen der Betonung ihres Beitrags sehr zufrieden sein. Axl Rose kommt dagegen nicht so frontal zur Geltung. Da sich dieser Eindruck bei den anderen vorgestellten Titeln der ersten beiden CDs wiederholt, ist man ein wenig im Zweifel. Bringt der Prozess des Remasterings wirklich etwas bei einer Band, die bei den Erstaufnahmen selbst sehr kritisch war, viel bastelte und Overdubs liebte?

Ganz anders sieht es bei den 25 unveröffentlichten und unbehandelten Stücken aus den Sound-City-Sessions auf den anderen zwei CDs aus. Guns N’ Roses hatten sich 1986 zu Demo-Auf­nahmen verabredet und klangen absolut unverfälscht. ›You’re Crazy‹ kommt wie ein Beben daher, in ›Reckless Life‹ erkennt man die rohe Urkraft aus Punk und Hardcore und in den Cover-Versionen von ›Heartbreak Hotel‹ oder ›Jumpin’ Jack Flash‹ treten alle Mitglieder als kompakte Einheit auf. Schon bekannt ist die ebenfalls aus dem Jahr 1986 stammende Version von ›Shadow Of Your Love‹ aus den Anwärmsessions mit Mike Clink, bisher unbekannt ist eine 1988 entstandene Akustikaufnahme von ›Move To The City‹.

All diese Extras sind komplett auch Teil der „Super Deluxe Edi­tion“ und in sechs Fällen der „Deluxe Edition“. Darüber hinaus gibt es eine „Vinyl Edition“ mit zwei LPs und eine CD mit der Remastered-Version des Hauptwerks. Man muss ja auch eine Wahl haben, wenn man nicht ganz so viel Geld ausgeben will. Ganz klar ist aber eines: Die Sound-City-Sessions lohnen sich total, wenn man mehr über das Schaffen der leidenschaftlichen Zerstörer er­­fahren will.

9/10

Guns N’ Roses
APPETITE FOR DESTRUCTION – REMASTERED AND EXPANDED
GEFFEN/UNIVERSAL

AC/DC: Signature-Gitarre zu Ehren von Malcolm Young

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Malcolm Young auf der Stiff Upper Lip-Tour 20012017 ist Malcolm Young gestorben. Der Gitarrenhersteller seines Vertrauens hat sich ihm zu Ehren nun etwas Besonderes einfallen lassen…

Zum ersten Todestag von Malcolm Young wird die Marke Gretsch diesen November ein Signature-Modell zu Ehren des AC/DC-Gitarristen herausbringen, das sich an Malcolms legendärer und modifizierter Klampfe mit dem liebevollen Spitznamen „The Beast“ orientiert.

„G6131T-MY MALCOLM YOUNG SIGNATURE JET“ heißt das gute Stück und soll Youngs Erbe würdevoll in die Hände nachwachsender Gitarristen übergeben, auch wenn seine Spielweise auf immer unnachahmlich bleiben wird.

„Ich meine, sobald du diesen ersten Akkord gehört hast, wusstest du, dass er es war“, meinte sein Bruder Angus einmal. „Um so etwas zu schaffen, musst du ein Meister des Rhytmus sein und genau das [war] Mal.“

The Rolling Stones: Alles zum Konzert in Stuttgart

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Vor nicht mal zehn Tagen spielten die Rolling Stones im Berliner Olympiastadion, morgen steht Stuttgart auf dem Tourplan. Wie es in Sachen Tickets, Sicherheit und Anfahrt ausschaut? Wir haben uns schlau gemacht.

Lange mussten wir nicht auf die Rolling Stones verzichten: Am 22. Juni standen Mick Jagger und Keith Richards in Berlin auf der Bühne, jetzt ist Stuttgart dran. In der Mercedes Benz-Arena werden morgen (30. Juni) 40.000 Zuschauer erwartet.

Einlass ist um 17 Uhr, das Konzert startet um 19:15 und endet „spätestens um 23 Uhr“, wie es vom Veranstalter heißt. Vorband sind die Kooks, wie in Berlin.

Und ebenso wie dort werden voraussichtlich Restkarten an der Abendkasse erhältlich sein, die ab Einlassbeginn, also 17 Uhr, verfügbar sind. Informationen gibt es dazu vorab unter www.musiccircus.de oder telefonisch unter 0711/22 11 05.

Sicherheit

Wie bei allen Shows der „No Filter“-Tour herrschen strenge Sicherheitsvorkehrungen. Der Veranstalter empfiehlt, „auf Taschen und Rücksäcke zu verzichten und diese nicht mit zum Stadion zu bringen“.

Es wird geraten, „lediglich Ihr Konzert-Ticket, Ihr Mobiltelefon, Ihren Schlüsselbund und Ihr Portemonnaie bei sich zu tragen und auf alle weiteren Gegenstände zu verzichten“. Flüssigkeiten sind nur bis zu 100ml und in „geeigneten Plastikgefäßen“ erlaubt.

Folgende Grafik führt alle beim Konzert erlaubten und verbotenen Gegenstände auf:

Rolling Stones Berlin Sicherheit Regeln

Anreise

Die Stones-Show findet in der Mercedes-Benz Arena statt, wo auch der VfB Stuttgart seine Bundesliga-Spiele absolviert. Für Besucher empfiehlt es sich, die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen, da das Konzertticket zur An- und Abreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln im gesamten VVS-Netz berechtigt.

Die Haltestelle NeckarPark (Stadion) wird mit der Sonderlinie U11 angefahren. Und auch der Bahnhof Bad Cannstatt (eine S-Bahn-Haltestelle vom Hauptbahnhof) sowie die U-Bahn-Haltestellen Wilhelmsplatz und Mercedesstraße sind in der Nähe des Stadions.

Jüngste Stones-Setlist

Abschließend zur Einstimmung: Folgende Songs spielten die Rockikonen beim jüngsten Auftritt in Marseille. Womöglich lässt die Setlist ja Rückschlüsse darauf zu, was uns in Stuttgart erwartet.

1. Street Fighting Man
2. It’s Only Rock ’n‘ Roll (But I Like It)
3. Tumbling Dice
4. Just Your Fool
5. Get Off of My Cloud
6. Fool to Cry
7. You Can’t Always Get What You Want
8. Paint It Black
9. Honky Tonk Women
10. You Got the Silver
11. Before They Make Me Run
12. Sympathy for the Devil
13. Miss You
14. Midnight Rambler
15. Jumpin‘ Jack Flash
16. Start Me Up
17. Brown Sugar

Zugabe:
18. Gimme Shelter
19. Play Video
20. (I Can’t Get No) Satisfaction
 

Viel Spaß beim Konzert der Rolling Stones in Stuttgart!!!

 

Neuheiten: Ab heute im Plattenladen

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The Night Flight Orchestra 2018Von nostalgischen Flashbacks in die 80er bis hin zu nachdenklicher Melancholie ist heute wirklich für jeden Geschmack etwas dabei bei den Neuheiten dieser Woche: The Night Flight Orchestra, Fates Warning, The Alarm und die Sons Of Bill haben ihre neuen Platten am Start.

Zurück in die Zukunft? The Night Flight Orchestra beamen einen in die AOR-Hochzeiten der 80er Jahre, als die (Musik-) Welt noch sorglos schien:

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Leicht schwermütig und eher melancholisch gibt sich die amerikanische Rootsrocktruppe auf ihrer neuen Platte OH GOD MA’AM:

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Kampflustig melden sich The Alarm mit EQUALS zurück und beglücken den Hörer mit geradlinigen Durchhalteparolen und viel Optimismus:

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Fates Warning spielen sich auf ihrem neuen Livealbum LIVE OVER EUROPE fast durch ihre gesamte Diskografie und so manche Städte:

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Fates Warning – LIVE OVER EUROPE

Fates Warning Live Over Europe

Progressive Götter.

Satte zwanzig Jahre sind seit dem letzten Fates-Warning-Live­album STILL LIFE ins Land gezogen – sieht man mal von AWA­KEN THE GUARDIAN LIVE ab. Immerhin vier weitere Studiowerke haben in der Zeit das Licht der Welt erblickt. Ausreichend Material also, aus dem Gitarrist und Hauptmann Jim Matheos und seine Männer schöpfen können. Satte 140 Minuten steht die Band in Aschaffenburg, Belgrad, Budapest, Thessaloniki, Athen und Rom auf der Bühne und kämpft sich fast durch die komplette Album-Palette. Ledig­lich die ersten drei Longplayer ohne Sänger Ray Alder finden keinen Platz auf der langen Setlist. Auf den exquisiten Sound, in Szene gesetzt von Jens „Opeth“ Bogren, können sich Matheos, Alder sowie Bassist Joey Vera, Drummer Bobby Jarzombek und Live-Gitarrist Mike Abdow verlassen. Die Progressive-Metal-Pioniere de­­mons­­trieren auf insgesamt 23 Tracks ihr musikalisches Können, darunter natürlich viele Tracks aus den beiden aktuelleren Platten THEORIES OF FLIGHT und DARKNESS IN A DIFFERENT LIGHT. Aber auch die Hits der Vergangenheit wie ›Life In Still Water‹, ›Silent Cries‹, ›Nothing Left To Say‹, ›Point Of View‹, ›Through Different Eyes‹ oder ›Eye To Eye‹ schrauben sich in die Gehörgänge. Einer der nicht wenigen Höhepunkte ist sicher das lange ›Still Remains‹ von DISCONNECTED. Kommt als Dreifach-LP, limitiertes 2CD-Mediabook und als reguläre Doppel CD.

8/10

Fates Warning
LIVE OVER EUROPE
CENTURY MEDIA/SONY

The Alarm – EQUALS

The Alarm Equals

Mike Peters ist nicht zu stoppen.

Er hat genug Stoff, über den es sich zu schreiben lohnt: Nach seiner Leukämie-Erkrankung sowie der Brustkrebs-Diagnose bei seiner Frau ist Mike Peters ein 59-Jähriger, dessen Leben mehrfach auf den Kopf gestellt wurde. Einer, der nichts mehr zu verlieren hat. Der bereit ist, bis zuletzt zu kämpfen, der Krankheit die Stirn zu bieten und seine Musik als Ventil bzw. Mittel zur Selbsttherapie zu nutzen. Das tut er, indem er auf fulminanten, leidenschaftlichen, dynamischen Power-Rock setzt – mit messerscharfen Gitarrenriffs, die auch mal von Billy Duffy (The Cult) kommen, einem Gesang in der Manier von Bono oder Jim Kerr, aber auch kraftvoller Harmonika-Soli und jenem wunderbaren Mix aus akustischen wie elektrifizierten Passagen, der von jeher ein Marken­zeichen der Band aus Wales ist. Dazu gesellen sich Texte, die sich mit Peters Gesundheitszustand und dem Chaos der modernen Welt befassen. Beides macht ihn wütend, lässt ihn mit Durchhalteparolen wie „don’t give up the fight/don’t back down“ (›Tomorrow‹) jonglieren oder mit optimistischen Weisheiten wie „Whatever you think you are today, you can be tomorrow“ aufwarten. Nur den nervigen Technobeat in ›Two Rivers‹ hätte er sich sparen können…

7/10

The Alarm
EQUALS
THE TWENTY FIRST CENTURY RECORDING COMPANY/ROUGH TRADE

The Night Flight Orchestra – SOMETIMES THE WORLD AIN’T ENOUGH

Night Flight Orchestra Sometimes The World Ain't Enough

Völlig losgelöst.

Dass die Mitglieder von Soilwork und Arch Enemy nicht nur auf knallharten Death Metal stehen, zeigen sie seit Jahren mit The Night Flight Orchestra, das Ende Juni sein viertes Album veröffentlicht. SOMETIMES THE WORLD AIN’T ENOUGH entführt auf einen harmonischen Trip in den Weltraum, wo Schwerelo­sigkeit herrscht und die Alltagsprobleme Lichtjahre entfernt sind. Mit ihrem radiotauglichen Classic Rock, der manchmal auch nach Meat-Loaf-Musi­calbühne und großen Gesten klingt, treffen sie mitten ins Gute-Laune-Zentrum und verwandeln jedes Sommergewitter in eine erfrischende Brause. Die musikalischen Vorbilder liegen leicht sichtbar auf der Badematte und lutschen dort aufreizend Eis: Foreigner, Toto, Journey, Styx. Das klingt volle Kan­ne nach den 80ern, nach Kindheit, Freibad, Lang­nese-Werbung, Schulterpolstern, Rocky-Filmen, „Wetten, dass?“ und weiteren Kultobjekten aus einer Zeit, in der die Welt noch nach Ost und West geordnet werden konnte. Manche werden das als üblen Kommerzrock abtun, und das kann man auch durchaus so sehen. Wer sich auf der anderen Seite an Hits wie ›Lovers In The Rain‹ oder ›This Time‹ einlässt, muss sich das Grinsen zum Winter hin operativ aus dem Gesicht entfernen lassen. Hous­ton, wir haben kein Problem!

7/10

The Night Flight Orchestra
SOMETIMES THE WORLD AIN’T ENOUGH
NUCLEAR BLAST/WARNER

Sons Of Bill – OH GOD MA’AM

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SOns Of Bill Oh Good Ma'am

Bye, bye Sommer.

Obwohl es bisher durchgehend nur Positives von dem amerikanischen Roots Rock/ Alternative-Quintett zu berichten gab, transportieren Sons Of Bill auf ihrem neuen Album unterbewusst eine gute, wie auch eine schlechte Nachricht. Zuerst die schlechte: Der Sommer muss in diesem Jahr leider ersatzlos ausfallen. Schade. Die gute: Mit OH GOD MA’AM geht der Frühling nahtlos in einen stimmungsvollen Herbst über, den die Band um die drei Wilson-Brüder Sam, James und Abe auf ihrem neuen Longplayer heraufbeschwört. Nachdem die aus Virginia stammende Truppe mit ihrem vierten Album LOVE & LOGIC vor drei Jahren den großen Durchbruch feiern konnte, gibt man sich heute um so nachdenklicher, melancholischer und geprägt von einer wahrhaft herbstlichen Schwermut, die sich wie ein spätsommerlich bunter Faden durch bilderstarke Songs wie ›Sweeter, Sadder, Farther Away‹, ›Before The Fall‹ oder ›Old And Gray‹ ziehen. Wem der Sinn dieses Jahr nicht nach überlaufenen Freibädern, Sonnenbrand und Mückenstichen steht, dem bieten die Sons Of Bill zumindest akustisch ein kühles, dunkles Plätzchen, bis die Tage wieder kürzer werden.

7/10

Sons Of Bill
OH GOD MA’AM
LOOSE MUSIC/ROUGH TRADE

Text: Nicko Emmerich