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Guns N‘ Roses: ›November Rain‹ nur mit Piano

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November Rain Piano VersionKurz vor der Wiederveröffentlichung von APPETITE FOR DESTRUCTION lassen Guns N‘ Roses eine bisher unbekannte Piano-Fassung von ›November Rain‹ hören.

Morgen erscheint die Jubiläumsausgabe von APPETITE FOR DESTRUCTION. Das Angebot reicht vom remasterten Album bis zur mehr als 900 Euro teuren „Locked N‘ Loaded“-Box.

Darauf enthalten ist eine frühe, bereits 1986 aufgenommene Version von ›November Rain‹, auf der nur Axl Rose samt Klavier und Background-Vocals vertreten ist. Die Aufnahme wurde bisher nicht veröffentlicht.

In der Albumversion haben Guns N‘ Roses den Song erst 1991 auf USE YOUR ILLUSION I herausgebracht.

›November Rain‹ in einer Piano-Fassung:

Graveyard: Ein bisschen Frieden

Graveyard 2018 PeaceWenn eine Band nach vier sehr erfolgreichen Alben und Tourneen auf der ganzen Welt ihre Auflösung bekanntgibt, muss etwas wirklich Ernstes vorgefallen sein. Wenn sie dann aber nach nur wenigen Monaten ihr Comeback verkündet, darf man sich freuen, aber dennoch fragen, was zum Henker da eigentlich genau los ist. Und da besagte Band nicht irgendeine ist, sondern Graveyard, jene Schweden also, die vor einigen Jahren quasi im Alleingang dafür gesorgt haben, dass Classic Rock wieder von jungen Menschen geliebt wird, dann steckt gewiss eine interessante Geschichte dahinter. Die erzählt Bassist und Sänger Truls Mörck – und teilt ganz nebenbei mit, wie das bislang beste Album, das gewaltige PEACE, zustande gekommen ist.

Der 25. März 2011 ist einer dieser Tage der jüngeren Musikgeschichte, die für eine Zäsur stehen. An diesem Datum erschien mit HISINGEN BLUES Graveyards zweites Album. Veröffentlicht bei ihrem neuen Label Nuclear Blast, hievte es praktisch im Alleingang eine Szene ins internationale Rampenlicht, die zuvor schon jahrelang im eigenen Saft schmorte und eine gewisse kultische Gefolgschaft um sich geschart hatte: Classic Rock, damals noch gern und falsch „Occult Rock“ genannt, war plötzlich in aller Munde. Die Nachfrage nach Orange-Verstärkern stieg ge­­nau so wie die Bärte länger wurden, aus der Schnittmenge von Led Zeppelin und Black Sabbath entstand ein gewaltiger Trend, der bis heute nicht abgeebbt ist.

Da gab es Graveyard schon satte fünf Jahre, da hatten sie mit ihrem selbstbetitelten Debüt im Untergrund schon gehörig für Furore gesorgt. Danach wurde dennoch alles anders, erinnert sich Bassist und Sänger Truls Mörck, das Gründungsmitglied, das 2008 ausstieg und nach einer gewissen Findungsphase 2015 zur Band zurückkehrte. „Ich stieg aus, bevor die Band mit HISINGEN BLUES so richtig durch die Decke ging“, erinnert er sich. Reue oder Bedauern darüber ist ihm nicht anzumerken. Sicher, er verpasste ein Gastspiel beim SXSW in Texas, einen ordentliche Rummel um die Band und unter anderem eine Europa-Tournee mit Soundgarden. Für den besessenen Musikliebhaber, der schon mit 13 in einem Plattenladen in Göteborg arbeitete und der obskuren Seite der 60er- und 70er-Jahre verfiel, waren andere Dinge wie etwa sein Soloprojekt einfach wichtiger. „Das erlaubte mir, einen Blick von außen auf diesen ganzen Hype zu werfen. Es war großartig, was da passierte, plötzlich sprach ge­­fühlt die ganze Welt von dieser kleinen Band aus Schweden. Ich freute mich riesig für die Jungs, denn sie hatten sich zu diesem Zeitpunkt schon jahrelang in diese Sache reingekniet und Graveyard mit Leben gefüllt.“

Wenn man in Schweden von einer kleinen Rock-Band spricht, dann ist das dennoch eine, die man nicht nur in Göteborg kannte und die ihren Erstling immerhin in die Top 30 der nationalen Charts bugsieren konnte. Nur mal so als Vergleichswert. „Klar hatten wir ein Publikum“, nickt Mörck, „schließlich gab es immer Leute, die auf den Hardrock der 60er und 70er standen. Was dann passierte, hatte aber niemand absehen können.“ Der Bassist wählt seine Worte langsam und mit Bedacht, doch es ist ihm anzumerken, dass ihm an dieser ganzen Vintage-Industrie etwas nicht passt. „Der Unterschied, den ich zwischen Graveyard und vielen anderen Bands sehe, die diese Musik spielen, liegt im Wissen und der Erfahrung“, beginnt er zö­­gerlich. „Wir alle waren und sind vollkommen unvernünftige Musik-Freaks, die Stunden damit zubringen können, in irgendwelchen Kellern nach seltenen Schallplatten zu suchen. Ich ließ Typen zurück, die wirklich wussten, was sie taten. Und dass danach so viele ähnliche Bands aus dem Boden sprossen, das war natürlich einerseits cool, weil sie von Graveyard beeinflusst wurden. Doch mir fehlte bei ihnen oft das Persönliche, das Glaubwürdige, das Echte.“

Mit anderen Worten: Ein paar Orange-Verstärker und Schlaghosen reichen nicht unbedingt aus. Man muss diese Musik schon kennen, lieben und ehren, um einen Sound erzeugen zu können, wie es Graveyard tun. Und so ganz nebenbei mit Joakim Nilsson einen Frontsänger in den eigenen Reihen haben, dessen Organ das rare Ta­­lent hat, wirklich zu bewegen. Kaum zu glauben, dass Nilsson beim Graveyard-Vorgänger Albatross nur Gi­­tarre spielte und nichts mit dem Mikrofon zu tun haben wollten. Lauscht man seiner imposanten, charismatischen Stimme, kann man sich sehr bildhaft vorstellen, wie seinen Kollegen damals die Kinnlade runterfiel, als er das erste Mal ins Mikro röhrte. Gereicht, um ohne Katastrophen durch die Bandkarriere zu kommen, hat es dann aber dennoch nicht. Ein Jahr nach der Veröffentlichung des dritten Albums INNOCENCE & DECADENCE, dem ersten, auf dem Truls Mörck wieder zu hören war, verkündete die Band unsentimental und uneindeutig ihr Ende. In der damaligen In­­flation an halbherzigen Trittbrettfahrern einen Grund für das temporäre Ende der Band im Herbst 2016 zu sehen, hält Mörck aber für übertrieben. „Es gab so viele Gründe für unsere Auflösung, dass es mir selbst schwer fällt, sie alle zusammenzufassen“, meint er mit einem stillen Lächeln. „Am schlimmsten waren aber die Spannungen innerhalb der Band.“ Bei Schlagzeuger Axel Sjöberg kam außerdem hinzu, dass er sich in einer anderen Richtung ausleben wollte, dass er genug hatte von dieser Musik. „Vielleicht hatte er auch von diesem ganzen Trend die Schnauze voll“, überlegt der Schwede, „das kann ich nicht sagen. Es war jedenfalls nichts, das wir mit Ge­­sprächen hätten aus der Welt schaffen können.“

Ob es jemals weitergehen würde, wusste zu diesem Zeitpunkt niemand. „Wir gingen uns eine ganze Weile be­­wusst aus dem Weg“, erinnert sich Mörck. „Unabhängig voneinander stellten wir aber alle sehr bald fest, dass der Hunger auf die Bühne, die Motivation ganz von selbst zurückkamen. Wir wussten zwar, dass es für Axel endgültig vorbei war, doch wir anderen kamen einige Monate nach unserer Auflösung zu dem Punkt, dass es ein Jammer wäre, diese Band so einfach aufzugeben. Dafür hatte sie jeder von uns viel zu sehr vermisst.“ Und nicht nur die Musiker selbst, wie bei der Welle der Erleichterung spürbar wur­de, die Graveyard nach der Verkündigung ihres Comeback umspülte. „Das war für uns alle ein Augenöffner“, gibt er ehrlich berührt zu. „Wenn man so viel live unterwegs ist wie wir, verliert man ganz leicht mal den Bezug zur Realität. Das bedeutet auch, dass wir aus den Augen verloren haben, wer wir sind und worum es uns geht.“ Letztlich waren es also nicht in erster Linie die Fans, die die Band von den Toten zu­­rückholten. Doch sie waren der Be­­weis, dass diese Rückkehr eine gute und wichtige Sache ist.

Die Verkündigung der Reunion er­­folgte so oder so rekordverdächtig kurz nach der Bekanntgabe der Auflösung. Und doch hätte der Band nichts besseres passieren können, wenn man dem Bassisten so zuhört. „Wir brauchten diese Pause!“, betont er. „Wir fühlten uns leer, ausgelaugt und hatten am Ende nicht mal mehr Spaß am Touren. Wir konnten zwar trotz allem immer eine gute Show bieten, doch sobald wir von der Bühne gingen, wurde es richtig anstrengend.“ Zwei Stunden Show und 22 Stunden Mühsal, und zwar für mehrere Wochen am Stück: Es gibt angenehmere Szenarien.

Led Zeppelin: Buchmacher tippen auf Reunion 2019

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led zeppelin live Robert Plant Jimmy PageLed Zeppelin sind die „klaren Favoriten“, wenn es um den Headliner-Auftritt beim Glastonbury-Festival 2019 geht. Gefolgt von Fleetwood Mac.

Sollte es tatsächlich so weit kommen, sollte die nicht mehr für möglich gehaltene Wiedervereinigung von Led Zeppelin Wirklichkeit werden? Nun ja, zumindest für die Buchmacher sind die britischen Hardrock-Ikonen die „klaren Favoriten“ als Headliner beim nächsten Glastonbury-Festival.

Warum das so ist? Alan Alger vom Wettanbieter Betway: „Emily Eavis (die Co-Organisatorin des Glastonbury-Festivals) hat verraten, dass es ihr Traum ist, Led Zeppelin als Headliner beim Glastonbury zu haben, und dieses Jahr sagt zumindest die Quote von 2/1, dass es eine gute Chance gibt, dass das passieren wird.“

Hintergrund ist das 50-jährige Band-Jubiläum der 1968 gegründeten Led Zeppelin. Gefeiert wurde das im April bereits mit einer Wiederveröffentlichung des Live-Albums HOW THE WEST WAS WON, im September folgt THE SONG REMAINS THE SAME. Dazu kommt der Bildband „Led Zeppelin by Led Zeppelin“, der ebenfalls 2018 erscheinen soll. Ein Konzert-Comeback wäre da natürlich die Krönung.

Zuletzt stand die Band 2007 zusammen auf der Bühne, beim Tribute-Konzert für Ahmet Ertegun, den verstorbenen Gründer von Atlantic Records. Jason Bonham nahm damals anstelle seines Vaters John hinter den Drums Platz.

Ob eine erneute Reunion beim Glastonbury trotz der schon traditionell ablehnenden Haltung von Robert Plant möglich ist? Da heißt es wohl abwarten. Oder eben wetten. Die weiteren Headline-Favoriten hinter Led Zeppelin sind übrigens Fleetwood Mac (3/1) und die Beach Boys (4/1). Auch keine schlechten Alternativen.

Led Zeppelin bei ihrem jüngsten Auftritt 2007:

The Kinks: Reunion samt neuem Album

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Kinks Ray DaviesNach 25 Jahren will Ray Davies mit den Kinks wieder eine Platte veröffentlichen. Als Inspiration hat er sich die Rolling Stones ausgesucht.

Mit Songs wie ›You Really Got Me‹, ›Sunny Afternoon‹ oder ›Waterloo Sunset‹ waren die Kinks eine der treibenden Kräfte der britischen Rockmusik der 60er – und dank adretter Outfits und ironischer Art galten sie als Vorzeigedandys des Pop.

Doch das Verhältnis der Bandmitglieder untereinander war nicht immer leicht, besonders die beiden Brüder Ray und Dave Davies taten sich des öfteren als Streithähne hervor – und dienten so womöglich den Gallagher-Brüdern als Vorbild.

Jetzt aber scheint es mit den Streitigkeiten vorbei: Wie Sänger Ray Davies in einem Interview mit „Channel 4 News“ sagte, will er die Kinks reaktivieren, und das scheint kein Scherz zu sein.

„Ich glaube, es ist die richtige Zeit, das zu tun“, so Davies. „Ich habe all diese Songs, die ich für die Band geschrieben habe, während wir zwar nicht getrennt aber doch auch nicht zusammen waren… Ich habe einige großartige Kinks-Tunes im Kopf.“

Auf die Frage, ob er und seine Bandkollegen wirklich offiziell wieder gemeinsame Sache machen würden, sagte er scherzhaft: „Wir sind offiziell… später noch im Pub.“

Davies arbeitet auch auf ein neues Album mit den Kinks hin – inspiriert von alten Bekannten. „Es wird bei uns nicht so perfekt organisiert ablaufen wie bei den Rolling Stones. Man muss sie dafür loben, wie gut sie in Publicity-Dingen sind, was für eine großartige Gruppe, großartig darin, ihre Karrieren zu organisieren.“ Mick Jagger habe „einen unglaublichen PR-Job“ gemacht und es sei inspirierend, ihm dabei zuzusehen.

Auf Live-Shows seiner Band angesprochen, sagte Davies nur: „Die Kinks werden wahrscheinlich in der ansässigen Bar spielen.“

Das letzte Studioalbum der Kinks, PHOBIA, ist 1993 erschienen, das letzte gemeinsame Konzert fand drei Jahre später statt.

Ray Davies im Interview:

CLASSIC ROCK präsentiert: Thundermother live!

Thundermother TourplakatSeit 2009 bereichern Thundermother die Musikwelt mit ihrem wilden Rock’n’Roll. Ende dieses Jahres präsentiert CLASSIC ROCK exklusive einige Shows der Powertruppe.

Donnerwetter! Vor knapp 10 Jahren gründete Filippa Nässil die Gruppe Thundermother und rockt seitdem mit ihrer Kombo um den Globus. Wer echten Rock’n’Roll im Stile von Rose Tattoo oder AC/DC zu seiner Herzensmusik zählt, der ist hier bestens aufgehoben: Die vier Damen aus Schweden geben ordentlich Gas und bringen wirklich jeden Nacken zum Wirbeln.

Noch in diesem Jahr werden die Musikerinnen, alle bis auf die Gründermutter neu an Bord, das auch mal wieder in Deutschland unter Beweis stellen. CLASSIC ROCK präsentiert exklusiv die „Revival Tour Part 2“ von Thundermother. Tickets gibt es ab dem 03. Juli zu erwerben.

Thundermother hier live erleben:

01.12. Ebernhahn, Roseneckhalle
04.12. CH – Pratteln, Z7
05.12. A – Innsbruck, P.M.K.
06.12. Nürnberg, der Cult
07.12. Herford, X
08.12. Oberhausen, NIKOLAUT Rockfestival

Judas Priest: Band gründet Parkinson-Stiftung

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Judas Priest Bandfoto zum Album Firepower 2017Im Februar wurde bekannt, dass Gitarrist Glenn Tipton an Parkinson erkrankt ist. Jetzt verkaufen Judas Priest Shirts für die Parkinson-Forschung.

Judas Priest haben „The Glenn Tipton Parkinson’s Foundation“ gegründet. Die Stiftung sammelt Geld für die Parkinsonforschung und -behandlung.

Tipton, seit Mitte der 70er Gitarrist der Metal-Giganten, machte im Februar bekannt, dass er an der Krankheit leidet. Er zog sich darauf weitgehend aus dem Touralltag zurück, vereinzelt tritt er noch mit seiner Band auf.

„Wenn ich auf die Bühne kam, waren die Reaktionen des Publikums bisher unglaublich, herzerwärmend und ziemlich emotional“, so Tipton. „Ich spiele immer noch einige Shows und unterstütze die Jungs auf der Bühne für einige Songs, und ich werde das weiterhin tun, solange ich kann, ohne der Band zu schaden.“

Er habe gemerkt, dass etwas nicht mit ihm stimme, als seine „Koordination und Geschwindigkeit beeinträchtigt waren und beide langsam schlechter wurden über die vergangenen zehn Jahre.“ Die Parkinson-Diagnose sei dann „nicht wirklich ein Schock“ gewesen.

„Rob, Richie, Ian und Scott spielen besser denn je, und Andy macht einen wirklich großartigen Job“, lobt Tipton seine Bandkollegen. Letztgenannter, Andy Sneap, ersetzt Tipton als Gitarrist auf Tour.

Wer die „Glenn Tipton Stiftung“ unterstützen möchte, kann das über die offizielle Homepage von Judas Preist tun. Dort gibt es Shirts zu kaufen, deren Erlös der Stiftung zugute kommt und auf denen „No Surrender“ geschrieben steht. Das sei sehr passend angesichts der „Anstrengung, die man aufbringen muss, um mit dem Leben weiterzumachen und diese Krankheit zu besiegen“, erklärt Tipton.

Judas Priest Glenn Tipton Shirt

Guns N’ Roses: Neues Video zu ›Shadow Of Your Love‹

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Guns N Roses Video zu Shadow Of Your LoveGuns N’ Roses haben einen Clip zum Song aus dem Jahr 1986 veröffentlicht. Darin sind Aufnahmen von der aktuellen Tour zu sehen.

›Shadow Of Your Love‹ wurde 1986 im Zuge der Aufnahmen zu APPETITE FOR DESTRUCTION eingespielt, ist aber nie auf einem Album von Guns N’ Roses erschienen. 1987 und 1991 tauchte es jeweils als B-Seite der Singles ›It’s So Easy‹ und ›Live And Let Die‹ auf.

Jetzt haben Axl Rose und Kollegen einen Clip zum Song für uns, in den Fotos von der laufenden „Not In This Lifetime“-Tour montiert sind.

›Shadow Of Your Love‹ wird Teil der Wiederveröffentlichung von APPETITE FOR DESTRUCTION sein, die diesen Freitag in verschiedenen Formaten (29. Juni) ansteht: vom remasterten Album bis zur „Locked N‘ Loaded“-Edition für schlappe 975 Euro.

Guns N’ Roses mit ›Shadow Of Your Love‹:

Ry Cooder: Der Gospel-Wachrüttler

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Ry Cooder mit Gitarre 2018Der modernen Welt – sagt Ry Cooder – mangle es an Anstand, Sitte und Moral. Sie sei komplett aus den Fugen geraten, verwahrlost und verrottet. Weshalb der 71-jährige Gitarrist ein regelrechtes Manifest vorlegt: THE PRODIGAL SON versteht sich als Lehrstunde in Sachen Gospel, Blues und Spiritualität – aber auch als praktische (Über-)Lebenshilfe.

Das Problem ist nur: Ry Cooder ist nicht wirklich Willens, darüber zu reden: „Wer das Album hört, weiß, was ich damit sagen will“, so der mundfaule Künstler. „Das erschließt sich von alleine – weil ich sehr direkt bin.“ Nämlich mit einer Mischung aus Gospel, Folk, Blues und Rock’n’Roll, die sich gemeinhin unter dem Begriff „Americana“ zusammenfassen lässt. Die erdig, knarzig, staubig und trocken ist. Von seinem markanten Gitarrenspiel und seiner eindringlichen, tiefen Stimme lebt und sich mit Glauben, Nächstenliebe und Spiritualität auseinandersetzt.

„Dinge, die uns in dieser schnelllebigen, rastlosen Zeit vollends ab­­handengekommen sind“, so der Mann aus Santa Monica, der schulterlanges, weißgraues Haar zu schwarzer Hornbrille und schwarzen Klamotten trägt. Und an die er uns auf seinem metaphorisch betitelten, 16. Studio-Album THE PROGIGAL SON („der verlorene Sohn“) mit einer Mischung aus Eigenkompositionen und Cover-Versionen von Blind Willie Johnson, Blind Roosevelt Graves und den Stanley Brothers erinnert. „Ich will niemanden belehren. Und ich sage auch nicht, dass Religion eine gute Sache oder welcher Glaube der Richtige ist. Ich will nur, dass die Leute ein bisschen runterkommen, durchatmen und sich auf ihren gesunden Menschenverstand besinnen.“

„Heute kann sich niemand ruhigen Gewissens zu­­rücklehnen, denn wir müssen kämpfen – für unsere Rechte, unser Land und die Zukunft unserer Kinder.“ (Ry Cooder)

Wodurch alte Schätze der amerikanischen Musikgeschichte wie ›Everybody Ought To Treat A Stranger Right‹, ›You Must Unload‹ oder ›Harbor Of Love‹ eine hochaktuelle politische Relevanz erhalten. Als kleine Denkanstöße, Wachrüttler und Kampfansagen – gegen die Trump-Administration und den Wahnsinn unserer Zeit. „Vor ein paar Jahren hatte ich eigentlich gehofft, dass ich mich mit 70 zur Ruhe setzen kann“, lacht Cooder. „Aber dem ist nicht so: Heute kann sich niemand ruhigen Gewissens zu­­rücklehnen, denn wir müssen kämpfen – für unsere Rechte, unser Land und die Zukunft unserer Kinder.“

Weshalb ihn 2018 auch an die Zeit der Bürgerrechtsbewegung erinnere, die er genau verfolgt habe, die ihn bis heute präge und ihn zu dem gemacht habe, was er ist: Ein Freigeist und ein Grenzgänger zwischen den Kulturen. Einer, der als Gitarrist bei Captain Beefheart angefangen hat, dann Session-Musiker für Neil Young, Randy Newman, die Rolling Stones und Bob Dylan war, der kauzige Solo-Alben veröffentlichte, die sich kaum verkauften und dann mit dem Soundtrack zu Wim Wenders’ PARIS TEXAS (1984) und dem von ihm kuratierten Album BUENA VISTA SOCIAL CLUB (1996) zum Grammy-Preisträger und zur Musik-Institution wurde. „Das waren Glücksgriffe, mit denen ich nie gerechnet hätte – und die mich regelrecht verfolgen: Sie kommen in jedem verdammten Interview zur Sprache. Ich kann die Fragen einfach nicht mehr hören…“

Worüber er stattdessen reden möchte? „Über Autos. Ich liebe Hot Rods und Oldtimer-Rennen. Davon kriege ich nie genug. Und eigentlich wollte ich Lackierer werden, aber dafür fehlte mir das Ta­­lent. Ich bin mit dem Pinsel längst nicht so gut wie mit den Saiten.“ Damit ist die Audienz beim „grumpy old man“, wie er in einigen Internet-Foren beschrieben wird, auch schon vorbei. „Ich rede nicht gerne über mich. Es reicht, wenn das andere tun.“

Ein Making-of zum neuen Album von Ry Cooder: