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Was machen eigentlich: Dexys Midnight Runners?

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Dexys Midnight Runners

Die Latzhosen mit den hochgekrempelten Beinen, welche die Dexys Midnight Runners im Video zu ›Come On Eileen‹ aus dem Jahr 1982 im ganz eigenen Tanzstil (zur Schau) tragen, sind ebenso unvergessen wie legendär. Und auch heute noch legt die stilbewusste Truppe um Sänger Kevin Rowland unter dem Namen Dexys Wert auf Optik. Was Statements wie „Dexys sind führend in einem vintage/retro-inspirierten Style“ und entsprechende Fotos auf der offiziellen Homepage beweisen.

Aber nicht nur das Aussehen, auch die Musik der 1978 in Birmingham ge­­gründeten Truppe ist immer besonders. Bereits Ende der 70er kann die Northern-Soul-Folk-Pop-Truppe mit ›Geno‹ einen ersten Single-, und 1980 mit SEARCHING FOR THE YOUNG SOUL REBELS einen großen Album-Erfolg erzielen. Schon früh kommt es zu Besetzungswechseln und Veränderungen, mit mal mehr Bläsern und mal mehr Streichern. Der aktuelle Rowland/Dexys-Manager Timothy Vigon erklärt die inkonstante Konstellation über die ganzen Jahre so: „Dexys sind immer ein fließendes Kollektiv aus Musikern und Beitragsleistern um Kevin. Es gab unterschiedliche Line-ups auf jeder Platte, seitdem die Band begonnen hat. Manche Mitglieder kamen und gingen, kamen wieder und gingen wieder. Es ist schwer zu sagen, wer außer Kevin als einziger permanenter Fixpunkt ein Originalmitglied ist.“

Bis Mitte der 80er kommen und bleiben die Erfolge. TOO-RYE-AY ist ein Hit und ›Come On Eileen‹ in Amerika und Großbritannien eine Nummer 1. Auch das Van-Morrison-Cover ›Jackie Wilson Said (I’m In Heaven When You Smile)‹ läuft gut. DON’T STAND ME DOWN drei Jahre später hingegen floppt. Kurz darauf folgt die Auflösung und nur eine halbherzige Reunion für eine Fernsehshow in den 90ern. Rowlands Solokarriere verläuft trotz eines Al­­bums wie MY BEAUTY, das nächstes Jahr zum 20-jährigen Jubiläum neu veröffentlicht werden soll, weitgehend unter dem Radar. 2003 gibt’s dann wieder Konzerte und die nach der 91er-Best-Of-Compilation bereits zweite Zusammenstellung LET’S MAKE THIS PRECIOUS der Dexys Midnight Runners. Neun Jahre später erscheint unter dem gekürzten Namen mit ONE DAY I’M GOING TO SOAR neues Material. Das folgende LET THE RECORD SHOW: DEXYS DO IRISH AND COUNTRY SOUL hingegen be­­steht aus Coversongs.

Aktuell ist der Fixpunkt mit seiner „Kevin Rowland DJ Show“ und seinen Plattentellern unterwegs. Dexys hatten in den letzten zwei Jahren nur jeweils einen einzigen Kurzauftritt. Hoffnung auf ein neues Album darf man sich laut Ma­­nager Vigon aber machen: „Kevin schreibt gerade an einer neuen Scheibe. Wir wissen noch nicht wann oder wie, aber es wird auf alle Fälle irgendetwas kommen.“ Konzerte sind hingegen momentan nicht geplant.

So klangen die Dexys auf ihrem jüngsten Album:

CLASSIC ROCK präsentiert: Fantastic Negrito live!

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Mit seinem brandneuem Album PLEASE DON´T BE DEAD im Gepäck präsentieren wir euch: Fantastic Negrito live!

Xavier Amin Dphrepaulezz, der besser unter seinem Künstlernamen Fantastic Negrito bekannt ist, bringt seine erdige Mischung aus Roots und Rhythm N‘ Blues wieder auf deutsche Bühnen.

Bereits im September diesen Jahres war er in Deutschland zu Gast, nachdem die Auftritte regelrecht gefeiert wurden lässt er jetzt nicht lange auf sich warten und kommt erneut für zwei Shows zu seinen deutschen Fans.

Heute spielt der Künstler in Hamburg im Knust und morgen, den 20.11., in Köln im Luxor.

FANTASTIC NEGRITO mit ›Plastic Hamburgers‹:

Chris Cornell: Neues Video zu ›When Bad Does Good‹

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Postum wurde heute ein Video zum Song ›When Bad Does Good‹ veröffentlicht. Er stammt von Chris Cornell…

›When Bad Does Good‹ lautet ein Songtitel des im November erscheinenden Albums CHRIS CORNELL: AN ARTIST’S LEGACY. Der Release wird von Cornells Frau Vicky verwaltet, es sollen darauf elf Lieder zu hören sein, die bisher unveröffentlicht waren.

Über die Arbeit an dem postumen Werk ihres verstorbenen Ehemanns meinte Vicky: „Seit Chris auf einmal von uns gegangen ist, verwende ich all meine Energie darauf, seine Musik und sein Vermächtnis mit seinen Fans auf der ganzen Welt zu teilen.“

Chris Cornell wurde am 18. Mai 2017 tot im Zimmer seines Hotels in Detroit aufgefunden. Wenig später bestätigte die Gerichtsmedizin, dass der Sänger von Soundgarden und Audioslave sich erhängt hatte.

Plattensammler: Brian Downey (Thin Lizzy) über die Alben seines Lebens

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brian downeyEr war es, der zusammen mit Phil Lynott und Eric Bell eine Rocklegende gründete. Brian Downey war der Ur-Schlagzeuger von Thin Lizzy. Hier verrät er, welche Alben ihn inspirierten.

JOHN MAYALL
BLUES BREAKERS WITH ERIC CLAPTON (1966)


Das großartige „Beano“-Album brachte mich damals in den späten 60er Jahren erstmals zum Blues. Man muss einfach feststellen, dass Eric Claptons Spiel hier absolut superb ist! Und dann sitzt da noch Hughie Flint am Schlagzeug und gibt das Tempo vor!

B.B. KING
BLUES IS KING (1967)


Dieses Live-Album, das vor kleinem Publikum in Chicago aufgenommen wurde, zeigt B.B. in Bestform. Bei dieser Show sang und spielte er so emotional und mit so einer starken Leidenschaft, dass es mir eine Gänsehaut verpasst, wann immer ich die Platte höre. Drummer Sonny Freeman hält dazu alles zusammen wie kein Zweiter.

JIMI HENDRIX EXPERIENCE
ARE YOU EXPERIENCED (1967)


Als ich Hendrix‘ TV-Auftritt mit ›Hey Joe‹ sah, rannte ich gleich am nächsten Tag los und kaufte die Single. Einige Wochen später kam das Album raus und es war unfassbar. Mitch Mitchell am Schlagzeug spielt dermaßen unglaublich gut, dass es einem den Verstand raubt. Für mich hat diese Platte die Geschichte des Hardrock verändert, denn es erhob ihn zu einer echten Kunstform.

CREAM
FRESH CREAM(1966)


Ihre erste Single, ›Wrapping Paper‹, war eine echte Enttäuschung. Es sollte sich aber schnell heraustellen, dass ich mich nicht um ihre Qualitäten hätte sorgen müssen. Denn dieses Album wurde wirklich sehr gut, Clapton war wieder einmal unbeschreiblich. Zusammen mit Jack Bruce am Bass und Ginger Baker am Schlagzeug war das eine unglaublich innovative Band.

ALBERT KING
BORN UNDER A BAD SIGN (1967)


Unterstützt wurde Albert King auf dieser Platte von Booker T. And The MGs, der hauseigenen Session-Band von Stax. Die Rhythmus-Section bildeten damals Schlagzeuger Al Jackson Jr. und Donald „Duck“ Dunn am Bass. Fabelhaft! Hier findet man zahlreiche klassische Blues-Stücke wie ›The Hunter‹, ›Crosscut Saw‹ und einige mehr. Ein ganz klares Muss für alle Liebhaber der Blues-Gitarre.

Video der Woche: AC/DC mit ›What Do You Do For Money Honey‹

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Malcolm Young hat heute seinen ersten Todestag. Im „Video der Woche“ blicken wir deshalb auf ein besonderes AC/DC-Schmankerl zurück.

Vor genau einem Jahr musste das ruhige Genie der beiden Young-Brüder den „Stairway to Heaven“ antreten. Wir hoffen einfach mal, dass es kein „Highway To Hell“ war.

Dafür hat der Gitarrist mit seiner Musik viel zu vielen Leuten eine gute Zeit bereitet, zum Beispiel mit der Live-Version des BACK IN BLACK-Geheimtipps ›What Do You Do For Money Honey‹ 2001 im Münchner Olympiastadion.

AC/DC mit ›What Do You Do For Money Honey‹:

The Rolling Stones – BEGGARS BANQUET 50TH ANNIVERSARY

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Rolling Stones Beggars Banquet

Die Rückkehr zu den Wurzeln – und die Blaupause für kommende Werke.

Mit dem siebten UK-Studiowerk wagten die Rol­ling Stones 1968 den Neustart. Nach frühen Co­­ver-Versionen, Teenage-Angst-Hymnen, Swinging-London-Pop, Psychedelic sowie der Trennung von Manager, Mentor und Produzent Andrew Loog Oldham lautete die Losung: alles auf Anfang. Als maßgeblicher Katalysator im Studio fungierte der bereits von den Kollegen Traffic bestens bekannte US-Produzent Jimmy Miller. In der aufgeheizten Atmosphäre weltweiter Studentenrevolten entstanden zwischen März und Juli 1968 tief in Americana, Gospel, Roots-Rock und Mississippi-Delta-Blues verankerte Songs. Wie Toningenieur Glyn Johns es zusammenfasste: „Die Stones wurden erwachsen und das Material war bei Weitem das Beste, das sie jemals produziert hatten.“

Auf BEGGARS BANQUET, aufgezeichnet in den Londoner Olympic Studios, abgemischt in den Sunset Studios von Los Angeles, kam zum letzten Mal die einst von Stones-Gründer Brian Jones an­­geführte Urbesetzung zusammen. Parallel startete die von Miller bis zu GOATS HEAD SOUP (1973) betreute „klassische Alben-Ära“. Zum 50. Ge­­burtstag lässt sich der Meilenstein in zwei 2018 von Bob Ludwig frisch remasterten Formaten er­­werben: Als Standard-CD und als Vinyl-Paket mit der Original-LP, einseitiger 12 Inch (›Sympathy For The Devil‹ in Mono), einer einst der japanischen Aus­gabe beigelegten 7-Inch-Flexi-Disc (Interview mit Mick Jagger) sowie dem damals abgelehnten Toiletten-Cover von Designer Michael Vosse.

Wie schon im Vorjahr das Jubiläumspaket THEIR SA­­TANIC MAJESTIES REQUEST wirft jetzt auch BEGGARS BANQUET Fragen an den Rechteinhaber ABKCO auf: Im Gegensatz etwa zur parallelen Jubiläumsausgabe des weißen Albums der Beatles finden sich hier nämlich leider keinerlei Bonus­tracks in Form von Demos, Outtakes, Alternativ-Versionen oder Mono-Stereo-Mixen, obwohl es, wie seit Jahrzehnten zirkulierende Bootlegs unterstreichen, zuhauf entsprechendes Material gibt. Naja, vielleicht folgt das dann zum 75. oder 100. Geburtstag…

10/10

The Rolling Stones
BEGGARS BANQUET 50TH ANNIVERSARY EDITION
DECCA/ABKCO/UNIVERSAL

Fleetwood Mac – 50 YEARS: DON’T STOP

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Fleetwood Mac 50 Years Don't Stop

Goldenes Jubiläum: vom Albatross bis zum Sad Angel.

Als Kapelle mit Faible für Groß­arenen fünf Dekaden zu überdauern, dürfte ein nicht gerade leichtes Unterfangen sein. Für Fleet­wood Mac galt es seit dem Kar­rierestart Ende 1967 als puristischer Bluesrock-Ableger von John Mayall’s Bluesbreakers sowohl kreative Höhen wie Tiefen, aber auch zahlreiche Fluktuationen in Sachen Besetzung, diverse stilistische Häutungen sowie innerhäusliche Ver­werfungen zu meistern. Zuletzt geriet die Truppe in die Schlagzeilen, als dem 1975 eingestiegenen Alpha-Rüden Lindsey Buckingham, 1987 erstmals ausgestiegen, um zehn Jahre später wieder dazu zu stoßen, von der Band gekündigt wurde. Es dürfte hier wie da noch nicht das letzte Wort gesprochen sein.

Ungerührt dessen zelebriert das 3-CD- respektive 5-LP-Set 50 YEARS: DON’T STOP das goldene Jubiläum. In Chrono­logie kompiliert und lediglich durch zwei Live­mitschnitte aufgelockert, reihen sich 50 Tracks aneinander. Aus der Ära, als Sänger und Gitarrist Peter Green das Zepter schwang, stammen einst als Singles veröffentlichte Hochkaräter wie ›Rattlesnake Shake‹, ›Shake Your Moneymaker‹ und ›Black Magic Woman‹. Nach der UK-Nummer-1 mit dem Instrumental ›Albatross‹ gelangen weitere Chartrenner wie ›Need Your Love So Bad‹, ›Man Of The World‹, ›Oh Well – Part I‹ und ›The Green Manalishi (With The Two Prong Crown)‹. In der Übergangs­phase vom Green’schen Blues zum sonnigen Westcoast-Pop lieferten die Frontmänner Bob Welch, Bob Weston und Dave Walker diverse geschmackvolle 45er – allerdings ohne Chart­platzierungen.

Ein Umstand, der sich erst durch Eingemeindung des anfänglichen Liebespärchens Stevie Nicks und Lindsey Buckingham änderte: Mit radiofreundlichen Ohrwürmern wie ›Over My Head‹, ›Rhiannon (Will You Ever Win)‹ und ›Say You Love Me‹ aus dem Album FLEETWOOD MAC (1975) startete jene gigantische Lawine, die sich mit Auszügen aus dem bis heute 40 Millionenmal abgesetzten LP-Bestseller RU­­MOURS sowie weiteren Platinalben wie TUSK (1979), MIRAGE (1982), TANGO IN THE NIGHT (1987) und BEHIND THE MASK (1990) fortsetzte. Für den kleineren Geldbeutel gibt es eine auf 20 Tracks begrenzte Standard-CD.

8/10

Fleetwood Mac
50 YEARS: DON’T STOP
RHINO/WARNER

Small Faces – OGDENS’ NUT GONE FLAKE 50TH ANNIVERSARY

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Small Faces Odgens Nut Flake

Das Monster-Konzeptalbum von 1968.

Es war die Platte, die maßgeblich an der Geburt von Psy­chedelic, The Jam und Britpop beteiligt war. Jene, die den fröhlichen Klassiker ›Lazy Sunday‹ enthielt – mehr Cockney wurde der 60er-Pop nie mehr. Nicht zu vergessen: die ur­­sprünglich in Form einer riesigen, runden Tabakdose erschien. Die zweite Seite erzählt die viktorianisch angehauchte Geschichte von Happiness Stan, der ein fehlendes Stück der Mondsichel sucht (gesprochen von Stanley Unwin in seinem charakteristischen Stil). Die Small Faces und The Who waren sich hier sehr ähnlich: Sie wandelten sich von Gi­­tarren zertrümmernden Mod-Göttern in abgehobene Konzept-Storyteller, die bereit waren, alles für ein bisschen Experimentierfreude aufs Spiel zu setzen.

Aufgenommen größtenteils im Frühjahr 1968, ist die Musik eine verwirrende, manchmal verzaubernde Mischung aus Music Hall, Mod, mehrfach ge­­schichteter Instrumentierung, Heavy-Soul, Kenney Jones’ donnerndem Schlagzeug, Ronnie Lanes verstärkersprengendem Bass und Steve Marriotts legendärer Stimme und Vision. Plus ein paar Killer-Riffs (vor allem auf der Single ›Rollin’ Over‹). Die Frage lautet: Kann man sich das 2018 noch anhören? Kommt darauf an, wie man zu Dorferhaltungsvereinen und eigenartigem 60er-Jahre-Kauderwelsch steht. Wenn man TOMMY und abgespacete Psychedelic mag, kann man vermutlich auch hier glücklich werden. Wenn nicht, kann man immer noch dem Vollgas-Gefühlsstrudel von ›Afterglow Of Your Love‹ verfallen.

Diese Neuauflage zum 50. Jubiläum gibt es in zahlreichen Formaten: als 3-LP-Set in rotem und blauem Vinyl mit einem 72-seitigen Buch. Als drei CDs plus DVD-Boxset mit raren Live-Aufnahmen, als CD-Deluxe-Edition mit amerikanischen Single- und Mono-Versionen. Die fetten Pakete umfassen 42 Songs, wo das Original zwölf hatte. OGDENS’ war das letzte Studioalbum der Original-Small-Faces. Marriott stieg 1969 aus, um Humble Pie zu gründen, die verbleibenden Mitglieder holten Ronnie Wood und Rod Stewart mit ins Boot. Doch das ist eine andere Geschichte.

7/10

Small Faces
OGDENS’ NUT GONE FLAKE 50TH
CHARLY/CARGO

Text: Everett True