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Ian Anderson: Soloalbum geplant

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Ian Anderson SoloalbumDem Jethro Tull-Frontmann schwebt ein halb akustischer, halb mit Band eingespielter Nachfolger zu HOMO ERRATICUS vor.

Nach den abgeschlossenen Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bandjubiläum von Jethro Tull denkt deren Chef Ian Anderson über sein nächstes Solowerk nach.

Dem „Prog“-Magazin sagte er in einem Interview: „Die Idee ist, dass es zwölf Tracks geben wird und dass sieben davon mit Band eingespielte Rocknummern sind, die anderen fünf will ich allein mit akustischer Gitarre und Gesang aufnehmen.“

Ihm gefalle „die Variabilität und die Dynamik“, die entstehe, wenn „sehr spartanische akustische Sachen neben vollwertigen Band-Aufnahmen“ stünden.

Weitere Details möchte Anderson noch nicht verraten: „In der Minute, in der du anfängst, über Song- oder Albumtitel oder die Lyrics zu sprechen, bindest du dir die Hände.“ Noch sei nichts in Stein gemeißelt.

Sein letztes Solo-Studioalbum hat Anderson vor fünf Jahren mit HOMO ERRATICUS veröffentlicht, gefolgt von zwei Live-Platten.

Das Kultbuch: Thomas Bernhard – DER UNTERGEHER (1983)

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Thomas Bernhard Der Untergeher

Riskieren!

Der Ich-Erzähler in Bernhards Roman aus dem Jahr 1983 betritt von einer Trau­erfeier kommend eine Gaststube. Er war auf dem Begräbnis seines Freundes Wertheimer, der sich erhängt hat. Wäh­rend er die Gaststube betritt, denkt er über früher nach. Er denkt daran, wie er mit Wertheimer und Glenn Gould zusammen das Mozarteum in Salzburg besucht hat, wie sie zusammen in einem Haus gewohnt haben, so genannte Lebensfreunde waren, wie es zu Wertheimers zweitem Namen (Untergeher) kam und wie sie beide aufgrund des Genies Gould das Klavierspielen aufhören mussten, obwohl sie sicher auch weltbekannte Klaviervirtuosen geworden wären.

Während er denkt, entwickelt sich etwas. Witt­genstein hat einmal gesagt, nur in einem Gespräch, bei dem man etwas aufs Spiel setze, keinem Pseudo­gespräch also, könne man etwas erfahren. Bernhards Ich-Erzähler oder Ich-Denker führt ein ebensolches. Einerseits mit sich selbst, andererseits führt er vergangene Konversationen anderer weiter. Radikal setzt er die Gedankengespräche fort, bis er zu ganz neuen Er­­gebnissen kommt. Immer weiter wird dabei der Untergeher respektive Wertheimer mit Zuhilfenahme Glenn Goulds entdeckt, wird seine Person eine andere. Hier stößt man erneut auf Wittgenstein. Nämlich insofern, als durch Denken die Welt verändert werden könne.

„Man findet nur etwas, wenn man etwas riskiert.“

Zwar sei es un­­möglich, sie in ihren Tatsachen zu verändern, dafür könne man jedoch die Anschauung der Tatsachen ändern. Der Wertheimer, an den der Ich-Erzähler am Anfang des Buches denkt, ist ein anderer, als der am Ende. Er wandelt sich aber nicht durch neue Informationen, sondern durch das bloße Durchden­kopfgehenlassen bereits bekannter Sachen. Alles lag bereits vor den Augen des Erzählers, er musste nur durch radikales Denken lernen, das vor den Augen Liegende zu sehen.

Man kann „Der Untergeher“ auf viele verschiedene Weisen lesen und, so wie jedes Buch, auch auf gute und auf schlechte Weise. Man kann es zerstören, indem man rein theoretisch vorgeht und jeden Satz, jedes Wort analysieren will. Seziert man das Buch, tötet man es. Man muss an der Oberfläche bleiben, das lustig finden, was lustig ist (das ganze Buch ist ja lustig) und hin und wieder, wenn was auftaucht, das man in Verbindung zu etwas sieht, das so akzeptieren oder es weiterdenken. Aber nicht einfach so, sondern während des Lesens weiterdenken. Dazu sind die langen, sich wiederholenden Sätze doch da. Nicht einseitig lesen, sondern aktiv sein, im Dialog mit dem Buch stehen. Man findet nur etwas, wenn man etwas riskiert.

Text: Vincent Numberger

AC/DC: Ist Cliff Williams zurück?

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Ein Foto sagt mehr als tausend Worte: Die AC/DC-Reunion scheint (fast) komplett zu sein.

Keine Band hat in letzter Zeit für so viel mysteriösen Wind gesorgt, wie die Hard-Rock-Legenden von AC/DC. Im Spätsommer letzten Jahres wurden Angus Young, Brian Johnson, Stevie Young und Phil Rudd ungefähr zur gleichen Zeit auf dem Raucherbalkon der Warehouse Studios in Vancouver gesichtet. Dort hatte die Band ihre letzten Studioalben aufgenommen.

Erst kürzlich meinte Radiomoderator Eddie Trunk von einer „sehr verlässlichen Quelle“ zu wissen, dass ein neues Album bereits fertig sei. Die Riffs dazu stammen noch aus Demoversionen des verstorbenen Malcolm Young. Eine Frage blieb natürlich bisher offen: Wer wird Bass spielen? Cliff Williams hatte schließlich 2016 seinen Ausstieg aus der Band bekannt gegeben.

Jetzt tauchte ein Foto auf Instagram auf, das Brian Johnson und Cliff Williams letzten Dezember gemeinsam mit ihrem Fitnesstrainer in Vancouver zeigt. Die Sterne für eine (fast) komplette AC/DC-Reunion stehen also mehr als gut.

 

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Brian Johnson & Cliff Williams – AC/DC

Ein Beitrag geteilt von Scott Frinskie (@24eltoro) am

Grammys 2019: Greta Van Fleet gewinnen „Best Rock Album“

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Greta Van Fleet 2018Mit ihrer EP FROM THE FIRES haben Greta Van Fleet einen Grammy in der Kategorie „Best Rock Album“ gewonnen. Chris Cornell wurde postum ausgezeichnet.

Am Wochenende sind in Los Angeles zum 61. Mal die Grammys verliehen worden. Gleich mehrere Awards sicherten sich dabei etwa Lady Gaga und Rapper Childish Gambino.

Im Rockbereich gehörten Greta Van Fleet zu den Gewinnern. Ihre EP FROM THE FIRES wurde zum „Best Rock Album“ gekürt, die Jungstars setzten sich damit u.a. gegen Ghost und Alice In Chains durch.

Chris Cornell bekam für seinen Track ›When Bad Does Good‹ postum den Preis für die „Best Rock Performance“, die Sängerin St. Vincent holte sich für ›Masseduction‹ den „Best Rock Song“. Die prestigeträchtige Auszeichnung für Album of the Year ging an Country-Star Kacey Musgraves (GOLDEN HOUR).

Die komplette Liste mit allen Gewinnern gibt’s: auf der offiziellen Grammy-Homepage.

Rival Sons: Unbändig ungebändigt!

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Rival Sons Do Your WorstSeit zehn Jahren produzieren die talentierten Herren aus Long Beach in Kalifornien nun schon genialsten Rock’n’Roll zusammen – Rock’n’Roll, der die Seele berührt und gleichzeitig wie ein Blitz in den triebhaften Teil des limbischen Systems einfährt. Auf ihrer Neukreation FERAL ROOTS geht es genau um diesen wilden und unzähmbaren Teil des Menschseins.

Flug verschoben, Schlafdefizit, Interviewmarathon. Als man um 15:50 Uhr in eine schicke Suite des noch schickeren Grand Hyatt Hotels in Berlin geführt wird, haben Sänger Jay Buchanan (J) und Gitarrist Scott Holiday (S) von den Rival Sons seit wohl über 24 Stunden kein Auge zugetan und sich den Mund be­­reits fusselig geredet – in London, Paris und nun hier in Deutschland. Klar, da müssen sie natürlich durch, die Rock­stars, als letzter Termin in der langen Promo-Schleife scheut man solche Treffen jedoch trotzdem manchmal, da ein gelangweilter Musiker auch gerne mal langweilige Antworten gibt oder seine schlechte Laune nicht zügeln kann. Doch bereits bei Betreten des Zimmers merkt man, dass hier gute Stimmung herrscht. Jay sitzt entspannt auf dem Sofa, während Scott geschäftig an seinem Koffer herumwerkelt. „Es stört dich doch nicht, wenn ich nebenbei schon mal packe, oder? Ich bin Multitasking-fähig“, schmunzelt der Fuzzmaster mit dem beeindruckenden Schnurrbart und der schicken Anzugjacke in Leopardenmuster. Es stört nicht, ganz im Gegenteil: Das natürliche Gebaren der beiden lockert die Atmosphäre ungemein auf und schnell kommt ein ebenbürtiges Ge­spräch über das neue Album und den Bandwerdegang zustande, das weder Notizen noch journalistischer Zurückhaltung bedarf.

Bevor wir über jüngste Entwicklungen sprechen, würde ich gerne kurz zurückschauen: Als ihr HOLLOW BONES vor zwei Jahren herausgebracht hab, versank die Platte ein wenig in dieser langen Tournee mit Black Sabbath. Bedauert ihr das re­­trospektiv ein bisschen?
S: Hm, na ja, das Timing war etwas fragwürdig…
J: Aber bereuen tun wir nichts. Man muss das im Kontext sehen. Erst mal: Das ist eine gute Frage, weil das Album wirklich ein wenig unter den Teppich ge­­kehrt wurde. Ich will niemanden durch den Dreck ziehen, aber aus welchem Grund auch immer wollte unser Label HOLLOW BONES nicht promoten. Wir konnten nicht mal ein Video machen, so gesehen haben sie ihren Teil des Abkommens einfach nicht eingehalten. Dann kam hinzu, dass wir über ein ganzes Jahr mit Black Sabbath touren sollten, und wenn Black Sabbath dich fragt, ob du ihnen auf ihre letzte Tour folgst, dann sagst du ja!
S: Du musst dir das vorstellen, wir wurden nicht von den Managern gefragt sondern von Sharon und Ozzy: Wollt ihr mit uns auf Tour gehen? (mit verstellter Stimme) Und wir nur so: Oh ja!
J: Genau. Wir mussten trotzdem eine Platte machen, gingen ins Studio, knallten sie raus und dann ging es schon los. Wir konnten HOLLOW BONES also nicht wirklich promoten. Aber die Leh­re, in die wir bei Sabbath gehen durften, war das alles wert. Durch sie konnten wir sehen, wie es sich anfühlt, als die Arena-Band zu agieren, die wir vielleicht bald sein werden. Durch sie haben wir die Mechanik dieses Ge­­schäfts verstanden und sehr viel dazugelernt. Und nun sind wir bei Atlantic Records, die komplett hinter uns stehen und bald kommt FERAL ROOTS heraus und alles fügt sich wundervoll zusammen.

Oft drehen sich die Texte bei euch um zwischenmenschliche Beziehungen, nicht nur auf romantischer Ebene, aber FERAL ROOTS hört sich für mich punktuell so an, als wäre da jemand durch eine Trennung gegangen…
J: Na ja, es gibt immer brutale Scheidewege im Leben, aber da ist schon ein Subtext. Entfremdung kann auf ganz vielen Ebenen stattfinden, ob sozial oder politisch. In den Staaten findet gerade ein radikaler Sprung in Richtung Nationalismus statt, links spaltet sich von rechts, jeder schiebt dem anderen die Schuld in die Schuhe. Am Ende ist eine Beziehung die perfekte Metapher für all das. Eigentlich sind da ja aber nur ›Too Bad‹ und ›End Of Forever‹, die sich wirklich darum drehen, wobei das keine klassischen Liebeslieder sind. Es geht nicht darum, dass man rumjammert, weil man verletzt wurde und „oh, alles ist so schlimm, ich vermisse dich“. Deshalb würde ich nicht sagen, dass FERAL ROOTS eine romantische Platte ist.

Okay, voll daneben! Ich dachte nur, dass diese zwei Songs in Kombination mit dem etwas aggressiveren, sexy Vibe ein wenig so wirken…
S: Das ist wirklich witzig, dass du das sagst, ich habe das auch nicht so gesehen. Hast du vielleicht kürzlich eine Trennung hinter dir?

Ich? Ähm also. Na ja. Irgendwie schon, jetzt wo du so nachfragst… Oh wow, ich projiziere hier gerade komplett mich selbst in eure Platte!
S: Sekunde mal, hab keine Angst, du bist hier an einem sicheren Ort, erzähl uns alles! (lacht)
J: Warum legst du dich nicht kurz auf unser Sofa hier und verrätst uns: Was fühlst du dabei? (lacht)
S: Am Ende geht es doch genau um das, um Emotionen. Und Jay ist schon ein emotionaler Typ…

Menschliche Emotionen sind ja auch irgendwo limitiert. Man kann ja nur aus einer begrenzten Gefühls­palette auswählen…
J: Ja, und vielleicht ist das für dich eine Trennungs-Platte, nach all dem, was du durchgemacht hast…
S: Wieder mal! (lacht)

(lacht) Alle zwei Jahre, wenn ihr eine Platte rausbringt, habe ich Liebeskummer. Fuck!
J: (lacht) Na ja, aber so funktioniert so etwas nun mal.

Eigentlich ja eine schöne Sache. Dieser sexy Vibe. Liege ich da wenigstens richtig oder höre ich das jetzt auch nur raus, weil ich vor kurzem Sex hatte? (lacht)
J: Sex ist auf jeden Fall immer dabei! Ich genieße Sex durch und durch!
S: (lacht laut)

Video der Woche: Metallica mit ›For Whom The Bell Tolls‹

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etallica live 1985 mit Cliff BurtonIn Gedenken an Cliff Burton gibt es heute ein Video von Metallica zu sehen…

Heute hätte Cliff Burton Geburtstag. Der Bassist von Metallica verstarb bei einem tragischen Busunfall am 27. September 1986, gerade als die Band mit MASTER OF PUPPETS den Heavy Metal so richtig auf den Kopf stellte.

Als der Metallica-Tourbus 1986 in der Nähe von Schweden während der Fahrt umkippte, wurde Burton aus dem Fenster geschleudert und war sofort tot. Er wurde nur 24 Jahre alt.

In Gedenken an den Künstler gibt es eine Live-Version von ›For Whom The Bell Tolls‹ aus dem Jahr 1985 zu sehen:

Carole King – TAPESTRY

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carole king tapestryLP-Klassiker des Laurel-Canyon-Sounds im Klappcover.

Carole Kings Karriere startete, als sie, noch blutjung, gemeinsam mit Ehemann Gerry Goffin in New Yorks Broadway-Hitfabriken Evergreens der Highschool-Pop-Ära (u.a. ›Take Good Care Of My Baby‹, ›The Locomotion‹) komponierte. Nach der Scheidung von Goffin suchte King, unterstützt von Freund und Kollege James Taylor, künstlerische Neuorientierung an der Westküste im Singer-Songwriter-Mekka Laurel Canyon: Zuerst erfolglos als Mitglied des Trios The City, dann als Solistin auf Lou Adlers frisch gegründetem Label Ode.

TAPESTRY, die 1971 von Adler mit luftigen Arrangements produzierte zweite Solo-LP, entwickelte sich, angeschoben von der wochenlangen US-Doppel-Nummer-1 ›It’s Too Late‹ und ›I Feel The Earth Move‹, mit 25 Millionen weltweit abgesetzten Exemplaren zum ersten Multiplatin-Verkaufsrenner der Pop-Kultur und nahm die Mittsiebziger-Superlative der Eagles, Peter Framptons und Fleetwood Macs vorweg. Material wie der muntere Shuffle ›Smackwater Jack‹ und der Gospel-Blues ›Way Over Yonder‹ wurde um Introspektives wie ›You’ve Got A Friend‹, ›So Far Away‹ und ›Home Again‹ ergänzt. In aktualisierten Arrangements beigefügt waren die schon als Hits erprobten King-Kompositionen ›Will You Still Love Me Tomorrow?‹ (The Shirelles) und ›(You Make Me Feel Like) A Natural Woman‹ (Aretha Franklin).

TAPESTRY, 1972 mit gleich vier Grammy Awards u.a. in der Kategorie „Album Of The Year“ ausgezeichnet, spiegelte mit seinem poetisch subtil verarbeiteten Drang nach Unabhängigkeit, Freiheit, Gleichheit und Anti-Establishment-Haltung perfekt den Post-Hippie-Zeitgeist wider. Zusätzliche Potenzierung erfuhr Kings Karriere, als James Taylor, dessen Durchbruch mit dem zweiten Soloalbum SWEET BABY JAMES dem von TAPESTRY um etwa ein Jahr vorausging, einen Song coverte und einen US-Nummer-1-Hit damit erzielte: Die Ode ›You’ve Got A Friend‹, ausgekoppelt aus Taylors MUD SLIDE SLIM, entstand parallel mit gleichen Sessionmusikern (u.a. Joni Mitchell, Danny Kortchmar).

Carole King
TAPESTRY
LEGACY/SONY
10/10

Prince – MUSICOLOGY / 3121 / PLANET EARTH

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Prince Musicology

His Purpleness kehrte – vorübergehend – in den Mainstream zurück. Mit gemischten Resultaten.

Als dem vielleicht genialsten Musiker aller Zeiten Anfang der 90er der kreative Saft ausgegangen war und er sich publicitywirksam „Slave“ auf die Backe gepinselt hatte, begann eine lange, dunkle Phase in der Wildnis. Klar, er war ein Internetpionier mit seinen diversen Online-Abo-Releases, doch jedes dieser von der Öffentlichkeit ignorierten Werke wurde von einer Frage begleitet: Wird er wieder an die Glanztaten von einst anschließen können? Ein aufrichtiges „Ja!“ konnte er zu Lebzeiten nie wieder ernten, doch Anfang des Jahrtausends wandte sich wenigstens kommerziell noch mal das Blatt.

MUSICOLOGY (2004) wurde zu seinem meistverkauften Album seit DIAMONDS AND PEARLS und bot mit ›Cinnamon Girl‹ immerhin einen Anflug früherer Pop-Perlen. 2006 gelang ihm mit 3121 sogar sein erster Nr-1.-Einstieg in den USA – und sein letzter geglückter Versuch, klanglich allen anderen voraus zu sein, wie das Minimal-Funk-Meisterwerk ›Black Sweat‹ belegt. Den Abschluss dieser Trilogie, die nun in prächtigem violetten Vinyl erscheint, bildet PLANET EARTH (2007), das als Cover-Mount eines UK-Boulevardblatts neue Wege im Vertrieb beschritt, ansonsten aber wenig Schlagzeilen erzeugte.

Das Titelstück gehörte zu Princes schönsten Edelpop-Balladen, aber ansonsten gilt hier, was für all diese drei Alben gilt: Natürlich schüttelte er auch in weniger inspirierten Momenten mehr Musikalität aus dem Ärmel als viele Bands in ihrer gesamten Laufbahn, doch den Gipfeln seiner 80er-Genialitäten kam er mit diesen größtenteils gewöhnlichen Funk, Soul und Jazzpop bietenden Platten nicht mal ansatzweise nah.

MUSICOLOGY: 6/10
3121: 6/10
PLANET EARTH: 6/10

Prince
MUSICOLOGY/3121/PLANET EARTH
LEGACY/SONY