Review: Prince – MUSICOLOGY / 3121 / PLANET EARTH

Prince Musicology

His Purpleness kehrte – vorübergehend – in den Mainstream zurück. Mit gemischten Resultaten.

Als dem vielleicht genialsten Musiker aller Zeiten Anfang der 90er der kreative Saft ausgegangen war und er sich publicitywirksam „Slave“ auf die Backe gepinselt hatte, begann eine lange, dunkle Phase in der Wildnis. Klar, er war ein Internetpionier mit seinen diversen Online-Abo-Releases, doch jedes dieser von der Öffentlichkeit ignorierten Werke wurde von einer Frage begleitet: Wird er wieder an die Glanztaten von einst anschließen können? Ein aufrichtiges „Ja!“ konnte er zu Lebzeiten nie wieder ernten, doch Anfang des Jahrtausends wandte sich wenigstens kommerziell noch mal das Blatt.

MUSICOLOGY (2004) wurde zu seinem meistverkauften Album seit DIAMONDS AND PEARLS und bot mit ›Cinnamon Girl‹ immerhin einen Anflug früherer Pop-Perlen. 2006 gelang ihm mit 3121 sogar sein erster Nr-1.-Einstieg in den USA – und sein letzter geglückter Versuch, klanglich allen anderen voraus zu sein, wie das Minimal-Funk-Meisterwerk ›Black Sweat‹ belegt. Den Abschluss dieser Trilogie, die nun in prächtigem violetten Vinyl erscheint, bildet PLANET EARTH (2007), das als Cover-Mount eines UK-Boulevardblatts neue Wege im Vertrieb beschritt, ansonsten aber wenig Schlagzeilen erzeugte.

Das Titelstück gehörte zu Princes schönsten Edelpop-Balladen, aber ansonsten gilt hier, was für all diese drei Alben gilt: Natürlich schüttelte er auch in weniger inspirierten Momenten mehr Musikalität aus dem Ärmel als viele Bands in ihrer gesamten Laufbahn, doch den Gipfeln seiner 80er-Genialitäten kam er mit diesen größtenteils gewöhnlichen Funk, Soul und Jazzpop bietenden Platten nicht mal ansatzweise nah.

MUSICOLOGY: 6/10
3121: 6/10
PLANET EARTH: 6/10

Prince
MUSICOLOGY/3121/PLANET EARTH
LEGACY/SONY

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